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Ab in die Nocky Mountains – ein Tag auf der Nockalmstraße

Was tun, wenn ihr nur ein paar Tage im Kärntner Biosphärenpark Nockberge seid, möglichst viel sehen wollt, aber auch dem Laufdrang eurer Vierbeiner entsprechen möchtet? Dann empfehle ich euch, die „Nocky Mountains“ über die Nockalmstraße zu erkunden. Ich habe das Ende September gemacht, als ich – zusammen mit Dayo und Suri – ein paar sehr schöne (und sehr luxuriöse) Tage im Almdorf Seinerzeit verbracht habe.

Die Nockalmstraße ist eine 34 Kilometer lange Alpenstraße, die von der Ebene Reichenau (in der Nähe von Patergassen) nach Innerkrems führt (oder natürlich umgekehrt).

Die beiden Bären und ich starteten unseren Ausflug in die Nocky Mountains von der Ebene Reichenau (1.095 Meter) aus. Diese Ortschaft ist nur wenige Kilometer vom Almdorf entfernt und ich hatte die Abzweigung schon bei meiner Anreise aus dem Augenwinkel registriert. Die Fahrt über diese Alpenstraße kostet für PKWs 18,50 Euro. Wer am gleichen Tag auch wieder zurück fährt (so wie wir), für den ist die Rückfahrt kostenlos. Wir haben das Kassenhäuschen gegen 9.30 Uhr passiert. Die ersten Kilometer auf der Alpenstraße führen durch den Wald. Noch weiß das Wetter wohl nicht, wie es werden möchte. Der Himmel ist mehr oder weniger Blau, aber die Sonne ist sich nicht ganz sicher, wann sie die morgendlichen Nebelschwaden vertreiben soll.

Weg der Elemente

Die Nockalmstraße könnt ihr fahren, so wie man eben eine Passstraße fährt: hoch und runter, Aussichten genießen und nach einer angemessenen Zeit am Ende ankommen. Ihr könnt diese Alpenstraße allerdings auch mit vielen Stopps fahren und dabei die Naturlandschaft der Nocky Mountains kennenlernen. 

Ein solcher Stopp ist der „Weg der Elemente“, der auf 1.950 Meter liegt. Hier habe ich mit Dayo und Suri sozusagen den Morgenspaziergang gemacht. Dabei handelt es sich um einen 1,5 Kilometer langen Rundweg (wir sind ein paar Kurven mehr gelaufen … ;.) …, auf dem Steinkreise sowie die entsprechenden Informationstafel dazu einladen, verschiedene Übungen zu machen, um die Kraft der Elemente und der Natur zu erleben.

Während wir diesen so schönen wie leichten Wanderweg gelaufen sind, klarte es zunehmend auf. Die Aussichten auf die umliegenden Berge, die im Vergleich zu den Tauern eher sanft daher kommen, sind herrlich.

Der „Weg der Elemente“ liegt mitten in den Almwiesen, wo bis zum Spätsommer auch Kühe anzutreffen sind. Die Hunde gehören daher hier immer an die Leine. Ich stelle ganz schnell fest, dass ich die falschen Leinen eingepackt habe. Um Dayo und Suri trotz Leinenzwang ausreichend Bewegungsfreiraum zu geben, habe ich die ganz langen Lederleinen mitgenommen. Weil ich alleine mit den beiden unterwegs bin, ist das nun ein ständiges Wirrwarr … passiert mir nicht noch einmal.

Der "Weg der Elemente" führt durch leichtes Gelände

Als wir unseren Spaziergang gestartet haben, waren wir praktisch alleine. Zum Ende hin begegnen uns immer mehr Menschen, die mit teilweise abenteuerlichem Schuhwerk über den Weg marschieren. Nicht nur einmal tausche ich mit anderen zünftig gekleideten Wanderern ein Augenrollen.

Dann sind wir auch schon wieder am Parkplatz, der inzwischen bis auf den letzten Platz belegt ist und machen uns auf den Weg zum nächsten Ziel, dem Windebensee.

„Alpine Lebensgemeinschaften“ am Windebensee

Hier führt der etwa 700 Meter lange Naturlehrpfad „Alpine Lebensgemeinschaft“ rund um einen schönen Bergsee. Wir haben Glück, denn eine ganze Reihe von Spaziergängern (auch mit Hunden) steigen gerade in ihre Autos und fahren weg. So haben wir den Weg fast für uns alleine.

Aha, so sehen also die Zirben aus.

Der Naturlehrpfad war 2011 Themenweg des Jahres

Ich bin ganz froh, dass so wenige Leute hier unterwegs sind, denn so kann ich ganz in Ruhe die Informationstafeln studieren, die einen guten Überblick über die Alpen-Flora geben.

Dayo und Suri interessieren sich derweilen mehr für die Alpen-Gerüche und wollen an ganz anderen Stellen riechen, schnüffeln und die Düfte ganz tief einatmen. Sie genießen wie ich die Natur. Und wie ihr auf obigen Foto sehen könnt, habe ich nun auch die Leinen gewechselt. So gibt es jetzt kein Durcheinander mehr.

Sollte euch hier ein gewisses Bedürfnis ereilen, könnt ihr ohne Probleme auf die Toilettenhäuschen gehen, die hier am Parkplatz stehen. Sie sind überraschend sauber!

Von der Glockenhütte über die Eisentalhöhe bis zum Biosphärenpark-Zentrum Nockalmhof

Der Tag Ende September, den ich für einen Ausflug über die Nockalmstraße erwischt habe, ist herrlich. Das hat aber auch zur Folge, dass die Alpenstraße ziemlich frequentiert ist. Motorradfahrer, Autofahrer und viele Touristenbusse schrauben sich die 52 Kehren hinauf und hinunter. Nicht nur die Eisentalhöhe – mit 2.04 Metern der höchste Punkt der Straße – war an diesem Tag sehr überlaufen, auch die Parkplätze der vielen Hütten am Wegesrand platzen aus allen Nähten. 

Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg habe ich bei jeder Hütte (und das sind nicht wenige) gehofft, einen Einkehrschwung zu machen, aber die vollen Parkplätze haben mich davon abgehalten.

Ich habe zumindest an der Glockenhütte auf 2.024 Metern einen kleinen Stopp eingelegt und bin zum Glockenturm spaziert.

 Hier gibt es – wie natürlich überall – auch einen kleinen Shop, der regionale Leckereien und sonstige Touristenstücke verkauft.

Und die 50 Meter hoch zum Glockenturm sind von rauen Gesellen aus Holz gesäumt.

Aber egal, woher all die Passfahrer an diesem wunderschönen Tag kamen. Eines einte die meisten von ihnen: Ein Stopp an den Aussichtspunkten. Raus aus dem Auto oder Bus. Smartphone und/oder Kamera hoch. Fotos einmal rundherum geschossen und dann wieder rein ins Auto und weg (oder eben zum Essen in eines der Lokale). Ein kurzer Spaziergang oder eine kleine Wanderung – das wollen die wenigsten. Eigentlich sehr schade, oder?

Auf dem Rückweg bin ich dann doch noch zu einer kleine Pause gekommen. Ich bin nämlich zur Tangernerhütte (auf 1.715 Meter) mit Dayo und Suri spaziert. Diese ist vom Parkplatz an der Nockalmstraße ungefähr 20 Minuten zu Fuß entfernt.

Der Weg ist zwar nicht besonders spektakulär, aber sehr bequem zu laufen. Wenn ihr mit Kleinkindern unterwegs seid, könnt ihr hier ohne Probleme den Kinderwagen mitnehmen. 

Die Tangernerhütte ist eine Sennerei, in der ihr auch selbst gemachten Käse kaufen könnt. Ich hätte sehr gerne einen Topfenstrudel gegessen. Doch Suri ist hier in Sekundenschnelle  zur aktiven Jagdhündin mutiert, weil überall Hühner frei herumliefen. Das machte die Pause für mich etwas anstrengend. Aber Dayo und Suri konnten hier frisches Quellwasser trinken, und ich habe eine selbst gemachte Johannisbeerschorle getrunken und für ein Weilchen in der Sonne gesessen.

Silva Magica

Bevor ich jedoch in der Tangernerhütte pausiert habe, ging es für Dayo, Suri und mich noch zur Silva Magica. Das ist weltweit der einzige Rundweg, der sich mit Naturgeheimnissen und Naturwesen beschäftigt. Echt jetzt.

Es ist Nachmittag, als wir die Silva Magica erreichen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn es sind zwar einige Spaziergänger unterwegs, aber doch recht überschaubar. So kann ich mich auf den „Zauberwald“ an der Nockalmstraße einlassen.

Und noch bevor wir den eigentlichen Rundwanderweg erreichen, spazieren wir erst einmal durch den wunderschönen Felsendom, der aus uralten Steinblöcken besteht und mit mystischen Malereien ausgestattet ist.

Fantasiewelten, Zauberwälder, Naturwesen – was auch immer es ist. Die Silva Magica ist wunderschön und eine tolle Möglichkeit, sich zu entspannen, die Natur zu genießen und die Schönheit dieses ganz besonderen Ortes zu genießen.

Mystische Malereien im Felsendom.

Auf den vielen Informationstafel werden die Naturwesen und -geister sowie die unsichtbaren Kräfte, die im Verborgenen wirken, ausführlich erklärt. Natürlich fehlt hier auch nicht ein Auszug der alpenländischen Mythen- und Sagenwelt. Und um all das, was ihr auf dem Natur- und Geologiepfad erlebt habt, ordentlich zu verarbeiten, legt ihr euch am besten auf die Energieliegen und entspannt ein wenig – wenn das Wetter mitmacht

Abschluss der entspannten Runde ist die Ausstellung „Bäume als Überlebenskünstler“ in der Grundalm. 

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Und hier werden Lärche, Fichte und Zirbe – die drei Hauptbaumarten im Biosphärenpark Nockberge – vorgestellt. Die Ausstellung erzählt Wissenswertes zu Eigenschaften, Besonderheiten und Nutzen rund um diese Bäume. Ob Hunde tatsächlich in dieser Ausstellung erlaubt sind, kann ich nicht sagen. Ich habe aber nirgendwo ein Verbotsschild entdeckt und keiner hat sich daran gestört, dass Dayo und Suri mit von der Partie waren.

Fazit

Ich habe auf der Nockalmstraße fast den ganzen Tag verbracht und bin einmal von der Ebene Reichenau nach Innerkrems und zurück gefahren. Ganz oben auf der Eisentalhöhe soll es auch Murmeltiere geben. Irgendwie war ich so auf die Programmpunkte, die ich mir vorher angekreuzt habe, fixiert, dass ich eine kleine Wanderung dort ganz oben leider total vergessen habe. Ich habe diesen Tag sehr genossen. Und ich denke, Dayo und Suri hat es auch gefallen (hoffe ich jedenfalls). 

Hundefreundlichkeit auf der Nockalmstraße

  • Bitte denkt daran, dass es sich um eine Passstraße mit 52 Kehren handelt. Wenn eure Vierbeiner „kurviges“ Autofahren nicht so gut vertragen, dann macht bitte viele kleine Pausen.
  • Es gibt unterwegs immer wieder Bäche und Seen. Theoretisch also genug Wasser. Ich hatte aber trotzdem auch Wasser für die Bären im Auto dabei.
  • Wie überall im Biospährenpark Nockberge herrscht hier Leinenpflicht (u.a. wegen der freilaufenden Kühe auf den Almen und wegen des Wildes). Bitte haltet euch daran.
  • In der Tangerenhütte sind Hunde willkommen. Hier gibt es auch einen Brunnen mit frischem Bergwasser.
  • Wie es mit der Hundefreundlichkeit in den anderen Hütten an der Nockalmstraße aussieht, kann ich leider nicht sagen. Aber ich denke, da wird es ausreichend Mögleichkeiten geben, auch mit Hunden einzukehren.
  • Der „Weg der Elemente“ und die „Silva Magica“ sind ganz leichte Wanderwege mit nur wenig Steigung. Sie sind auch für ältere Hunde gut machbar. Aber ein wenig Trittsicherheit – zumindest beim „Weg der Elemente“ – sollte vorhanden sein.

Weitere Informationen

  • Die Nockalmstraße ist 34 Kilometer lang. Die Tageskarte kostet 18,50 Euro für PKWs.
  • Die Gebirgsstraße ist von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet und ist in den Wintermonaten gesperrt.
  • Es gibt insgesamt acht (kostenlose) Ausstellung und Erlebnismöglichkeiten, die euch die Fauna und Flora sowie das Leben in dieser Region näher bringen.
  • Es gibt zahlreiche Wanderwege, die gut ausgeschildert sind.
  • Weitere Informationen findet ihr unter www.nockalmstrasse.at und www.biosphaerenparknockberge.com.
  • Gewohnt habe ich im Almdorf Seinerzeit in Patergassen, das mich netterweise für zwei Nächte eingeladen haben.

Der Wermutstropfen?

Die Nockalmstraße ist ab 1. November 2018 in der Wintersperre, und ihr könnt die Tour erst wieder ab Mai 2019 fahren. Dann aber: viel Spaß!

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