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Texel – und immer wieder grüßt De Slufter

Ich habe gestern gehört, dass es im Jahr 1975 (!) einen ähnlich heißen Sommer gab wie in diesem Jahr. Während ich hier in meinem Büro bei 27,3 Grad ein wenig vor mich hin brutzele, schaue ich mir die Fotos von unserem letzten Texelurlaub an. Wir waren Ende September dort und hatten bei spätsommerlichen Temperaturen eine wunderbare Zeit. So wie ein Spaziergang in De Hors zu unserem „Standardprogramm“ gehört, zählt auch die Wanderung nach De Slufter und De Muy dazu.

Und mit jeder Jahreszeit sieht es dort auch anders aus. Wir starten unsere Tour immer mit einem Strandspaziergang an Paal 21. Dort ist ein großer Parkplatz und dort könnt ihr auch im Strandpavillon eine (kulinarische) Pause einlegen. 

Immer mit der Nase im Wind am Strand entlang

Wir haben für diese Wanderung den perfekten Tag erwischt: tiefblauer Himmel, strahlender Sonnenschein, eine leichte Brise und so angenehme Temperaturen, dass ich mich frage, warum ich überhaupt eine Jacke mitgenommen habe.Am Strand angekommen, biegen wir nach rechts in Richtung De Slufter (und Richtung Leuchtturm ab). Der Strand ist nicht ganz so menschenleer wie im April oder November, aber die weißen Sandflächen scheinen so endlos, dass sich Menschen und Tiere gut verteilen.Ich stürze direkt zum Wasser runter, ziehe die Schuhe aus und krempel die Hosen hoch. Das Wasser ist noch sehr angenehm. Noch hat der Sommer seine Kraft nicht verloren. Einfach herrlich.Auch Dayo, Suri und Boomer freuen sich und bleiben hübsch bei mir am Wasser.Und Dayo stürzt sich geradezu todesmutig in die Nordsee …

… während ein anderer Teil des Rudels doch ein wenig Abstand hält.

Der reizende Gemahl passt auch auf, dass er keine nassen Füße bekommt. Er weiß gar nicht, was er verpasst.

Die Dünen gehören zum Naturpark Texeler Dünen

Ich kann mich an diesem Tag fast gar nicht beruhigen in meiner Faszination über die großartigen Wolkenformationen, die am dunkelblauen Himmel fast wie hingemalt wirken.Ich könnte mich hier einfach in den Sand setzen und den Himmel, den Sand und das Meer betrachten. Und soviel wie möglich von dieser wunderbaren Strandstimmung aufsaugen, damit es vielleicht noch reicht, wenn ich wieder zu Hause im Büro sitze.

Lagunenlandschaft und Salzwiesen

Aber meine Mitstreiter quengeln ein bisschen … also weiter, denn wir haben De Slufter nun fast erreicht.De Slufter gehört zum Nationalpark der Texeler Dünen. Die Ebene ist der einzige Ort an der gesamten niederländischen Küste, an der die Nordsee ungehindert einströmen kann. Das war allerdings nicht immer so. Vor mehr als 300 Jahren gab es hier noch einen Deich, der 1859 jedoch an drei Stellen brach. An zwei Stellen konnte der Deich damals wieder geschlossen werden. Nicht jedoch bei De Slufter. Anfang des 20. Jahrhundert gab man die Bemühungen auf und ließ der Natur ihren freien lauf. Daraus entstanden eine Art Lagunenlandschaft, in der zahlreiche Vogelarten auf die Suche nach Nahrung gehen. Ihr könnt hier auf markierten Wegen die ganz besondere Natur dieses für mich sehr inspirierenden Fleckchens Erde erkunden. Hier besteht Leinenpflicht!In jeder Jahreszeit bieten die Salzwiesen von De Slufter einen anderen Anblick. Im Sommer ist das ganze Gebiet mit lila Strandflieder und Strandastern überzogen. Ich hoffe, dass ich das bei unserem nächsten Texelurlaub erleben werde. Mitte/Ende September ist der Farbenrausch nämlich schon wieder vorbei.Wer mit offenen Augen und ein wenig Zeit durch die Natur spaziert, kann allerhand entdecken. So war Dayo sehr angetan von einem Krebs, den er in einem der vielen Wasserläufe entdeckt hat … 😉 …Bei Sturmfluten ist es durchaus möglich, dass das gesamte Gebiet von De Slufter überflutet wird. 
Ihr solltet auf jeden Fall ausreichend Wasser für eure Vierbeiner dabei haben. Denn am Strand und in De Slufter gibt es kein Süßwasser. Erst im Naturschutzgebiet De Muy gibt es wieder Süßwasserstellen.

Galloways, Vögel und Texelschafe

Für uns geht es jetzt nach De Muy, das direkt an De Slufter angrenzt. Wenn ihr jedoch mit Hunden unterwegs seid, die sehr unsicher sind, wenn sie freilaufenden Galloway-Rindern begegnen und dann anfangen, sich wie verrückt zu gebärden, dann solltet ihr vielleicht lieber wieder über den Strand zurücklaufen oder den Parallelweg hinter dem Deich nehmen, der allerdings sehr unromantisch ist.Anders als De Slufter wird De Muy von den Dünen vor dem Eindringen der Nordsee geschützt. Hier hat sich ein wunderschönes Naturschutzgebiet entwickelt, in dem besonders Vogelfreunde auf ihre Kosten kommen.Es kann schon mal passieren, dass mitten auf dem Wanderweg gerade mal ein Rind eine kleine Pause einlegt und auch nicht daran denkt, den Weg freizugeben. Bitte denkt immer daran: Auch wenn die Galloways daran gewöhnt sind, dass Zwei- und Vierbeiner durch ihre Weideflächen spazieren. Es sind und bleiben freilaufende Tiere. Ihr solltet ihnen mit Respekt und Vorsicht begegnen. Und die Hunde bleiben natürlich bitte an der Leine.Das ganze Naturschutzgebiet ist von Wasserflächen und Feuchtwiesen durchzogen – ein Eldorado für Enten, Gänse und Reiher …
… wer über ausreichend Interesse, Zeit und Geduld verfügt, der sollte unbedingt ein Fernglas mitnehmen, denn in den Bäumen, Büschen und im Schilf verstecken sich durchaus auch seltenere Vogelarten …Auch hier hat jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz …
Bänke laden zum Verweilen ein.Ich kann mir gut vorstellen, dass der Spaziergang über den Strand, De Slufter und De Muy im Hochsommer bei strahlendem Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen ziemlich anstrengend ist, weil es unterwegs so gut wie keinen Schatten gibt. Es ist also unter Umständen besser, keine 11-Kilometer-Wanderung zu machen, sondern De Muy seperat zu besuchen. Am Ende des Muywegs gibt es einen Parkplatz. Von dort sind es ca. 600 Meter bis zum Naturschutzgebiet.
Im April, September und Oktober ist das – zumindest für uns – kein Problem. Wir haben bisher immer die gesamte Tour gemacht.

Und natürlich dürfen auch hier die Texelschafe nicht fehlen. Ihnen begegnen wir relativ am Ende unserer Wanderung, …. … wo wir auch nochmals jede Menge Rinder passieren, die friedlich grasen oder sich die Sonne auf die geschlossenen Auge scheinen lassen …Dayo und Suri sind Gott sei Dank völlig emotionslos, wenn wir den großen, schwarzen Tieren begegnen. Man könnte auch sagen, dass sie sich absolut nicht für die Galloways interessieren.

Dann taucht rechter Hand auch schon die Scheune auf, die in der Nähe des Ausgangs liegt, und wir sind am Ende unserer Tour angelangt. Noch ein paar hundert Meter bis zum Parkplatz. Dann gibt es eine dicke Belohnung für Dayo und Suri (Boomer darf aus Diätgründen keinen Keks haben …). Und wir fahren nach De Cocksdorp ins dortige Pfannkuchenhaus … das haben wir uns verdient!

Weitere Informationen:

  • Ich habe die Wanderung auf meiner Wander-App aufgezeichnet. Wer Interesse hat, kann sie hier anschauen und „nachlaufen“.
  • Weitere Details rund um das Thema Wandern auf Texel findet ihr hier.
  • Außerdem gibt es auf der Website von Texel extra eine Rubrik zum Thema Hunde.
  • Texel ist eine wirklich hundefreundliche Insel. Hunde sind fast überall herzlich willkommen. Damit das auch so bleibt, beseitigt bitte immer und überall (und ganz besonders am Strand) die Hinterlassenschaften eures Vierbeiners.
  • Auch wenn Hunde an den meisten Stränden ungestört toben dürfen, lasst eure Hunde nicht unkontrolliert und stürmisch auf andere Hunde los rennen. Auch die Zuruf-Variante „der will nur spielen“ oder „die müssen das unter sich ausmachen“ ist nicht angebracht. Es gibt nämlich tatsächlich Hunde, die wollen nicht mit fremden Hunden spielen und die wollen das auch nicht unter sich ausmachen … egal, ob das auf Texel erlaubt ist oder nicht! Und das Geschrei von „der will nur spielen“-Hundebesitzern ist extrem groß, wenn sie feststellen, dass beispielsweise ein Rhodesian Ridgeback dreimal so groß und dreimal so stark wie ihr Cocker Spaniel ist und nicht dazu aufgelegt ist, sich in die Weichteile beißen zu lassen. Also bitte immer: Augen auf sowie Respekt für anders denkende Zwei- und Vierbeiner. Und hey, wenn alle untereinander geklärt haben, was Sache ist, dann können natürlich alle toll zusammen am Strand toben. 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Start in den Sommermonat August … und wer weiß – vielleicht treffe ich den ein oder anderen von euch am Strand von Texel … ich würde mich freuen 🙂

2 Kommentare

  1. Wie lustig, wir sind die Tour genau andersrum gegangen. Der Blogbeitrag schlummert noch in meinem Kopf. Momentan komme ich kaum dazu, etwas für meinen Blog zu schreiben …

    Übrigens finde ich es sehr gut, dass du am Ende noch mal extra auf Rücksichtnahme hinweist. Ich habe es ja live erlebt, wie die Leute ihre Hunde einfach machen ließen und ich mich mehrfach darüber geärgert habe.

    Liebe Grüße
    Silvana

    • martinazuengel sagt

      Liebe Silvana,

      dann bin ich ja schon gespannt, was Du über die Wanderung schreiben wirst. Ich mag De Slufter und De Muy sehr, sehr gerne. Aber wenn wir jetzt demnächst hinfahren, will ich unbedingt nach Bollekamer zu den Wildpferden. Das muss auch sehr schön sein.

      Ich bin immer ziemlich genervt, wenn die Leute ihre Hunde einfach sorglos auf andere Hunde (und im meinem Fall sind wir ja auch eine Gruppe) laufen lassen. Es hat ja einen Grund, warum ich immer ein bisschen Abstand zu fremden Hunden halte. Und Suri ist auch mit ihren 10 Jahren verflucht schnell, wenn ihr etwas nicht passt … da hat der fremde Hund in der Regel gelitten … 😉 …

      Halt die Ohren steif und viele Grüße
      Martina

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