Wandern mit Hund, Westerwald, Westerwaldsteig
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Mit Dayo auf dem Westerwald-Steig – Etappe 5

Im vergangenen Jahr habe ich begonnen, den Westerwald-Steig mit Dayo abzuwandern. Nur er und ich. Von den insgesamt 16 Etappen sind wir 2017 (nur) sechs Etappen gelaufen. Und in diesem Jahr habe ich bisher zwei Etappen geschafft. Aus dem vergangenen Jahr gilt es noch, Etappe 5 und Etappe 6 in jeweils einen Blogbeitrag zu verarbeiten. Heute nehme ich euch mit auf eine der längsten Etappen des insgesamt 235 Kilometer langen Fernwanderweges durch den Westerwald. 

Die Strecke führt von Westerburg nach Freilingen und ist etwa 23 Kilometer lang. An einem herrlichen Sommertag parke ich mein Auto auf dem Wanderparkplatz, der sich genau gegenüber vom Postweiher am Freilinger Campingplatz befindet. Der reizende Gemahl fährt Dayo und mich danach nach Westerburg, wo er uns in der Nähe des Schlosses „in die Freiheit“ entlässt … 😉 …Ich halte mich (leider) gar nicht weiter auf in Westerburg. Das ist eigentlich schade, denn gerade hier rund um das Schloss ist es wirklich hübsch …
So lasse ich den gepflegten (Mini-)Park und das mittelalterliche Burgmannenhaus fast unbeachtet hinter mir und begeben mich auf den ersten Anstieg, der mich aus Westerburg heraus in Richtung Hergenroth führt. Die Temperaturen sind angenehm. Dayo ist froh, dass er endlich sein Geschäft verrichten kann …… und ich weiß, dass mein Ziel vor Dreifelden liegt.Es geht erst einmal an saftig grünen Wiesen und bestellten Feldern vorbei. 
Ich lasse meine Gedanken schweifen  und begegne Schmetterlingen, die ich im Normalfall vielleicht gar nicht entdeckt hätte. Jetzt nehme ich mir einfach die Zeit und versuche, den Augenblick mit dem Schmetterling einzufangen.Dayo und ich sind allein auf weiter Flur, und so spazieren wir gemächlich über den Weg …… vorbei an moosbewachsenen Steine und Bäumen, die ein wenig an einen Urwald erinnern …
Manch ein Wegweiser versteckt sich im tiefen Grün hinter zarten Blüten …… Brücken führen über Bäche, aber noch hat Dayo keinen Durst und spaziert wohlgelaunt weiter.Hergenroth ist schnell erreicht. Ich überlege kurz, ob ich den Abstecher zum Wiesensee, dem Lago Maggiore des Westerwaldes, machen soll. Nein, lieber nicht. Vor uns liegen ja noch fast 20 Kilometer. Nicht, dass Dayo und ich am Ende nicht mehr können. Also, einfach durch das verschlafene Örtchen spaziert und weiter im Text. Mal geht es bergauf, dann wieder bergab. Nicht wirklich schwer, aber manchmal etwas anstrengend, denn mit fortschreitender Zeit kommt immer öfter die Sonne heraus und es wird ziemlich warm.Ich erfreue mich an Ausblicken auf Wiesen und Wälder.
Der Steig führt nun auf den Hergenrother Kopf. Hier ist der Weg fast eben. Es summt und brummt um mich herum und in den vielen gelben Blüten suchen Bienen und andere Insekten nach Nahrung.Es geht ein ganzes Stück durch die warme Julisonne. Gerne hätte ich hier eine Pause gemacht, aber irgendwie war mir das alles viel zu warm …Als wir wieder in den Wald eintauchen, kommen wir an einem Bach vorbei. Und Dayo kann sich erst einmal erfrischen und eine ordentlich Portion Wasser zu sich nehmen. Bis ich aber einen passenden Rastplatz finde, dauert es noch eine Weile. Wir kämpfen uns durch kniehohes Gras, durch das Tor und über die Landstraße.Und immer wieder bewundere ich Schmetterlinge, die sich am reich gedeckten Tisch der Natur laben.Der Blick auf die Streckenschilder ist nicht immer erquicklich. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir schon an die zehn Kilometer unterwegs sind. Hmm, dann eben nicht. Aber immerhin knapp davor. Dayo ist ein ganz wunderbarer Begleiter. Er hört auf’s Wort, entfernt sich nie besonders weit von mir und kommt immer sofort angelaufen, wenn ich mal stehenbleibe. Einfach toll.
Und dann kommt er. Der perfekte Ort für eine kleine Pause …… mit Imbiss versteht sich. Dayo hatte seinen Hundekuchen etwas schneller vertilgt als ich mein Brötchen. Ich habe dann allerdings nie so richtig Ruhe in mir. Deshalb fallen meine Pausen immer etwas knapp aus. Aber schön war es.Und dann habe ich doch endlich meine Wanderstöcke ausgepackt. Mir schmerzen die Knie leider ziemlich schnell, wenn es bergab geht. Ganz besonders dann, wenn es etwas steiler wird. Da sind die Stöcke eine echte Erleichterung. Ich wollte das nie glauben, aber es ist so.Als Nachtisch gibt es noch ein paar reife Brombeeren. Uii, die waren aber ganz schön sauer. Dayo war ganz wild darauf. Ich glaube, er dachte, es seien Himbeeren. Als er seinen Irrtum erkannte, hat er die sauren Früchtchen ganz schnell ausgepuckt …Wir schlängeln uns an Brandscheid vorbei in Richtung Rothenbach.Und ich bin um jede Möglichkeit dankbar, die Dayo die Gelegenheit für ein kleines Bad gibt. Hier ging es über eine Brücke aus Lochgitter. Da wäre er auch gar nicht so gerne rüber gelaufen.Dann ging es so richtig hübsch bergauf. Aber wenigstens kann ich hier in der schattige Kühle des Waldes leise vor mich hinschwitzen … 😉 … Genau an dieser Stelle mit dieser Aussicht lädt eine Bank zum Verweilen ein. Das haben wir dann auch gemacht. Ich mache das viel zu wenig, obwohl ich weiß, dass Dayo nicht mehr der Jüngste ist und auch mal eine Verschnaufpause braucht.Durst hat er keinen, aber froh ist er, dass er ein paar Minuten liegen kann.Wir sind zwar noch nicht ganz im Endspurt, aber fast. Allerdings führt der Weg ab jetzt fast gar nicht mehr durch schattigen Wald, sondern über Felder, Wiesen und Auen. Das ist zwar wunderschön, aber auch schweißtreibend. Wir kommen an 4-Sterne-Insektenhotels vor, treffen auf ein Rudel Rehe, das uns ganz entsetzt anstarrt und erst wegläuft, als ich endlich die Kamera im Anschlag habe. Dayo? Dayo sitzt ganz brav neben mir und schaut nur interessiert, was die Waldbewohner da mitten auf dem Weg so machen.Nun kommt mir der Weg immer bekannter vor. Hier waren wir schon einmal. Mit dem reizenden Gemahl und Suri als wir auf der Wäller Seenschleife unterwegs waren, eine Rundwanderung über die Westerwälder Seenplatte.So erreichen wir den Wölferlinger Weiher, der eingezäunt ist (zumindest von der Seite, von der wir kommen). Wir machen ein weiteres Päuschen auf genau der Bank, wo das gesamte Rudel schon einmal gemeinsam ein kleines Picknick gemacht hat.Ich glaube, es sind von hier aus noch ungefähr sieben oder acht Kilometer bis nach Freilingen. Ich weiß es nicht mehr genau. Dayo ist ein bisschen müde. Und ich auch. Also beenden wir unsere Rast, werfen einen letzten Blick auf die Herde weißer Kühe und spazieren weiter.Es geht nun sanft bergab. Dayo wird wieder übermütig und freut sich seines Lebens. Wir steuern auf einen kleinen Holzsteg zu, der über einen fast zugewachsenen Bach führt.Hier nimmt Dayo ein unverhofftes Bad. Er will etwas Wasser schlabbern, beugt sich vom Steg runter, verliert das Gleichgewicht und fällt kopfüber ins Wasser. Eine kleine Schrecksekunde bei mir, aber der Kerl war schneller wieder draußen wie ich schauen und fotografieren konnte. Er hat sich Gott sei Dank auch nicht verletzt.Nach dem Schreck queren wir auch noch eine Kuhweide. Die Rindviecher dösen im Schatten der Bäume und interessieren sich nicht die Bohne für uns.Und dann geht es einfach nur gerade aus. Ich glaube, es sind die letzten drei Kilometer. Und die tun mir wirklich weh. Also, nicht so, dass ich irgendwie Schmerzen habe. Gar nicht. Aber irgendwie zieht sich der Weg wie Kaugummi,und ich laufe auch nicht so gerne lange auf Asphalt und schon gar nicht, wenn bereits eine Wegstrecke von fast 20 Kilometern hinter mir liegt.Dayo nutzt jede Fotopause, um sich hinzulegen. Er ist zwar von seinem Bad noch nass, aber ich glaube, er mag auch nicht mehr. Dann geht es endlich wieder in den Wald hinein. Wir haben es fast geschafft. Vor uns taucht der Freilinger Campingplatz auf. Noch ein paar Meter und wir haben Etappe 5 hinter uns gebracht. Am Campingplatz gibt es auch ein Strandbad, das an diesem Julitag natürlich gut gefüllt ist. Leider gibt es keinen Hundestrand, und Hunde sind in Wassernähe auch nicht erwünscht. Schade. Aber in dem kleinen Lokal am Einganz des Platzes sind Vierbeiner erlaubt. Und hier gönne ich mir einen leckeren Milch-Shake (und Dayo einen großen Hundekeks und ein Schüsselchen Wasser) bevor wir uns auf den Weg nach Hause machen.Etappe 5 ist eine der längsten Strecken auf dem Westerwald-Steig. Der Weg an sich ist nicht besonders schwer, wie ich finde. Er wird einfach durch seine Länge anstrengend. Und das ganz besonders, wenn ihr ihn mitten im Juli bei bestem Sommerwetter laufen wollt.

Weitere Informationen:

  • Gemäß meines Westerwald-Steig-Büchleins ist die Etappe 5 ca. 23 Kilometer lang. Auf den Etappenbeschreibungen im Internet ist sie „nur“ noch 20,5 Kilometer lang. Und ich bin gemäß meiner Wander-App Komoot 22,6 Kilometer gelaufen.
  • Die Tour gilt als mittelschwer. Dayo und ich konnten sie gut bewältigen. Wenn ihr die Etappe bei warmen Wetter lauft, wird sie aufgrund der Länge zum Schluss hin etwas „schwer“.
  • Es gibt zwar einige Wasserstellen unterwegs, wo sich Vierbeiner erfrischen können. Dennoch rate ich euch, auch ausreichend Wasser dabei zu haben.
  • Weitere Infos über den gesamten Westerwald-Steig findet ihr hier

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