Eine Seefahrt mit Hund – das klingt nach Freiheit, Wind um die Nase und gemeinsamen Abenteuern. Denn wir alle verbringen unseren Urlaub am liebsten zusammen mit unseren Vierbeinern. Doch so schön die Idee ist, ganz einfach ist die Urlaubsplanung mit Hund leider nicht immer.
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Urlaub mit Hund nicht immer ganz einfach
Mal nimmt das Wunschhotel gar keine Hunde auf, mal nur bis zu einer Schulterhöhe von 40 Zentimetern (und ein Rhodesian Ridgeback ist ja bekanntermaßen minimal größer …). Oder Hundestrände sind entweder nicht vorhanden oder kilometerweit entfernt.
Gerade jetzt im Herbst, wenn an vielen Urlaubsorten die Hauptsaison vorbei ist, beginnt für Hunde jedoch die allerschönste Zeit. Plötzlich sind Orte zugänglich, an denen sie im Sommer nicht erwünscht sind und der Spaßfaktor steigt für Zwei- und Vierbeiner ganz erheblich.
Manchmal liegt zwischen dem Zuhause und dem ersehnten Urlaubsziel einfach sehr viel Wasser – sprich: ein Meer. Dann heißt es durchaus „Eine Seefahrt mit Hund, die ist lustig …“.

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Viele Fähren erlauben inzwischen die Mitnahme von Vierbeinern an Bord. Das Angebot für Hunde ist dabei nicht immer spektakulär, aber in der Regel dauert ein Aufenthalt auf der Fähre ja auch „nur“ ein paar Stunden, einen halben oder maximal einen ganzen Tag.
Bei einigen Fährgesellschaften geht der Service allerdings deutlich über das Mindestmaß hinaus: Es gibt Auslaufmöglichkeiten auf dem offenen Deck, spezielle Hundetoiletten oder sogar Kabinen, in denen Hund und Mensch gemeinsam übernachten können.
Wichtig ist, eine Seefahrt mit Hund unbedingt im Voraus fest zu buchen, denn die Plätze für Vierbeiner sind oft begrenzt.
Selbstverständlich sollten vorab auch die Einreisebestimmungen des jeweiligen Reiselandes sorgfältig geprüft werden. Insbesondere in Bezug auf Impfungen und erforderliche Gesundheitszeugnisse. Stimmen die Papiere nicht, kann es passieren, dass man gar nicht erst an Bord gelassen wird oder im Zielland nicht von der Fähre darf.
Außerdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Dauer der Überfahrt: Manche Fährverbindungen sind schlicht zu lang, um einen Hund über viele Stunden im Hundezwinger oder Kennel unterzubringen.
Nachfolgend eine Auswahl an Fährverbindungen nach Skandinavien, Großbritannien und ins Baltikum sowie Mittelmeer-Routen. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollkommenheit – es gibt zahlreiche weitere kleine und große Anbieter auf dem Markt!
Eine Seefahrt mit Hund mit TT-Line (Deutschland-Schweden)
Für eine Seefahrt mit Hund erscheint mir persönlich TT-Line als eine der hundefreundlichsten Fährgesellschaften – zumindest von denen, die ich im Vorfeld recherchiert habe. Während der Überfahrt dürfen Vierbeiner sowohl auf den Passagierdecks innen als auch außen an kurzer Leine geführt werden.
Besonders angenehm: Hunde dürfen ihre Menschen auch ins Restaurant oder in die Cafeteria begleiten, ebenso in die Panorama Bar und den SEA & SAVE Shop. Auf den Außendecks stehen spezielle Hundetoiletten zur Verfügung, außerdem bieten alle Fähren sogenannte Haustierkabinen an.
Selbst bei Tagesfahrten lohnt es sich, eine Kabine zu buchen. Denn während der Überfahrt von und nach Schweden sind die Autodecks geschlossen und dürfen nicht betreten werden – der Hund ist also nicht im Auto erreichbar.
Klingt ziemlich gut, oder? Weitere Informationen gibt es direkt auf der Website von TT-Line.

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DFDS Seaways (Dänemark-Norwegen, Niederlande-Großbritannien, Deutschland-Baltikum)
Hunde werden nur im Fahrzeug (Auto oder Wohnmobil) mitgenommen. Auf allen Routen nach England, Norwegen und Litauen müssen die Hunde im Auto bleiben. Es ist nicht erlaubt, Hunde mit in die Kabine oder in öffentliche Bereiche der Fähre zu nehmen.
Auf der Strecke Amsterdam – Newcastle besteht die Möglichkeit, dass die Vierbeiner in dafür vorgesehenen Transportboxen im Haustierhotel untergebracht werden können. Im Fährverkehr zwischen Karslhamm und Klaipeda und Sassnitz und Klaipeda können Zwei- und Vierbeiner die Reise in speziell dafür vorgesehenen Kabinen gemeinsam verbringen. Kosten und weitere Informationen unter www.dfdsseaways.de.
Stena Line (Deutschland – Schweden, Norwegen; Niederlande-Großbritannien)
Generell ist die Mitnahme von Hunden auf den Fähren der Stena Line erlaubt. Es gelten jedoch unterschiedliche Transportbestimmungen, je nachdem, mit welcher Fähre man unterwegs ist.
Auf der Strecke von Kiel nach Göteborg gibt es für die Vierbeiner beispielsweise einen besonderen Service – in tierfreundlichen Kabinen auf einem speziellen Deck steht eine Grundausstattung mit Fress- und Futternapf zur Verfügung. Auf kürzeren Strecken nach Skandinavien sowie auf den England-Passagen bleiben die Hunde im Auto. Kosten und genaue Informationen, welche Fähre Hunde wie transportiert unter www.stenaline.de.

Wohin?
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Finnlines (Deutschland-Finnland, Polen, Schweden)
Auf den meisten Fähren gibt es spezielle Haustierkabinen und für das Gassigehen auch ein „Bäumchen“. Wer mit Hund reist, muss auf jeden Fall auch eine Kabine buchen, auch wenn es sich nur um eine Tagesfahrt handelt. Kosten und Informationen zu den Passagen unter www.finnlines.com.
Color Line (Deutschland, Dänemark-Norwegen)
Auf den Fähren der Color Line bleiben die Hunde in der Regel im Auto. Es gibt außerdem Boxen auf dem Autodeck, in denen die Vierbeiner untergebracht werden können. Es gilt für jede Fähre, dass Hunde nicht in die öffentliche Bereiche und/oder in die Kabinen dürfen. Wie bei Stena Line gelten hier unterschiedliche Bestimmungen für die verschiedenen Fähren. Genaue Information und anfallende kosten sind unter www.colorline.de zu finden.
Scandlines (Deutschland-Dänemark, Schweden)
Auf einer Seefahrt mit Hund bei Scandlines können die Vierbeiner im Auto bleiben. Es gibt Ausnahmeregelungen, wenn es sich um kleine Tiere handelt. Außerdem habe ich es so verstanden, dass Hunde auch mit an Deck genommen werden dürfen. Auch gibt es die Detailinformationen im Internet unter www.scandlines.de.
Minoan Lines (Italien-Griechenland, Griechenland)
Haustiere reisen an Deck oder bei Camping an Bord im Wohnmobil kostenfrei. Sie dürfen jedoch nicht in den Kabinen und Restaurantsbereich. Weitere Informationen unter www.minoan.gr.

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Balearia (Spanien)
Zwischen dem spanischen Festland und den Balearen werden bis zu zwei Hunde pro Zweibeiner-Paar kostenlos befördert. Die Passage muss unbedingt im Voraus gebucht werden. Die Unterbringung erfolgt in Zwingern an Deck der Fähren.
Bei einer Fahrtzeit von bis zu vier Stunden darf der Vierbeiner einmal besucht werden. Bei mehr als vier Stunden zweimal. Ausführen ist nicht möglich. Weitere Informationen unter www.balearie.com.
Also, dann nichts wie los und mal eine Fähre ausprobieren. Vielleicht lohnt es sich ja, einmal ein Ziel anzusteuern, das bisher nicht auf dem Reiseradar lag … zum Beispiel eine Reise nach Litauen (von Kiel aus). Da gibt es nicht nur viel Kultur, sondern auch ganz viel Natur zu entdecken.


Allerbeste Erfahrungen mit Hund an Bord habe ich mit VIKING Line zwischen Schweden und Finnland gemacht. Verständlicherweise darf der Hund nicht in die Restaurants oder Bade/Saunaabteilung, sonst aber an Deck überall hin. Sogar die Hundetoilette war sauber!! Sehr empfehlenswert.
Hallo Lothar,
vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich will diesen Beitrag sowieso demnächst auch endlich mal aktualisieren. Da ist das gut zu wissen.
Viele Grüße
Martina
Ist schon mal jemand mit Fjordline von Hirtshals nach Langesund gefahren?
Wir haben das im Mai vor…….mit 2 Hunden, für die das „Hundehotel“ an Bord gebucht ist.
Hallo Isa,
nein, bisher noch nicht. Vielleicht magst Du ja mal erzählen, wie es war, wenn Du im Mai wieder zurück bist. Das wäre klasse.
Viele Grüße
Martina
Bezüglich der TT-Line sagt deren Website: „Hunde dürfen auf die Passagierdecks innen und außen mitgeführt werden, jedoch nicht in die Restaurants, in die Bar sowie in den Shop“. Zwar hundefreundlich, aber doch nicht so sehr, wie diese Website behauptet.
Da hast Du Recht. Aber immerhin müssen die Hunde nicht die ganze Zeit im Auto oder in einer Hundebox an Bord verbringen!