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2 Tipps zum Wandern in Oberlech

2 Tipps zum Wandern in Oberlech

Werbung – Ende Oktober war ich mit Raban für ein paar Tage zum Wandern in Oberlech am Arlberg in Österreich. Wo jetzt schon Schnee liegt und gerade die Skisaison beginnt, habe ich bei herrlichem Spätherbst-Wetter zwei tolle Wanderungen gemacht.

Wandern in Oberlech am Arlberg – ein Überblick

Oberlech liegt auf einer Höhe von 1.750 Meter oberhalb von Lech und gehört damit zur Urlaubsregion Lech Zürs am Arlberg. Wo im Winter die Schönen und Reichen Skilaufen, erstreckt sich in den anderen Jahreszeiten eine herrliche Bergwelt mit rund 350 Kilometern markierten Wanderwegen.

Dabei gibt es Touren für jeden Geschmack – von eher leichteren Wanderungen in Tallagen über mittelschwere Bergwanderungen, bei denen schon eine gute Kondition und Trittsicherheit nötig ist, bis hin zu alpinen Touren, wo Trittsicherheit und Schwindelfreiheit durchgängig nötig sind.

Meine 2 Tipps zum Wandern in Oberlech starten beide am Hotel Goldener Berg

Meine 2 Tipps zum Wandern in Oberlech starten beide am Hotel Goldener Berg

Aufgrund meiner begrenzten Zeit konnte ich leider nur zwei Wanderungen machen, die direkt am Hotel Goldener Berg, wo ich gewohnt habe, starten.

Tipp #1 – Wanderung zum Körbersee

Auf Empfehlung vom Hotel habe ich mich an meinem ersten Tag mit Raban auf den Weg zum Körbersee gemacht, der 2017 zum schönsten Platz Österreichs gewählt wurde.

Bei Sonnenschein und leicht bewölkten Himmel mache ich mich auf Weg. Zunächst geht es bergauf, vorbei an Hotels, die sich für die anstehende Wintersaison rüsten, und an Kühen, die die letzten frischen Grashalme auf der Weide genießen. Eigentlich kennt Raban Kühe, aber irgendwie sind diese ihm nicht so geheuer. Er ist jedenfalls äußerst angespannt.

Kunst und Geschichte

Kurz darauf erreichen wir auch schon das erste Highlight der Tour – das Lichtkunstwerk Skyspace-Lech (und warum ich davon jetzt kein vernünftiges Foto gemacht habe, weiß ich leider auch nicht 🙄).

Der Skyspace-Lech ist das erste Highlight auf meiner Wanderung zum Körbersee

Der Skyspace-Lech ist das erste Highlight auf meiner Wanderung zum Körbersee

Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Lichtraum am Berg“. Er wurde von dem amerikanischen Künstler James Turrell geschaffen, der für seine Licht-Raum-Installationen bekannt ist, und zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart zählt. Im Skyspace-Lech geht es auch um „das sinnliche und geistige Wahrnehmen von Licht“.

 

Der Skyspace-Lech ist ganzjährig geöffnet. Es gibt öffentliche Führungen, die rund 1 Stunde dauern und zum Sonnenuntergang stattfinden. Aber nicht nur die Lichtinstallation ist beeindruckend. Auch der Rundblick über die Berge und auf Oberlech ist spektakulär.

Dann geht es auch schon weiter – diesmal bergab in eine trichterförmige Schlucht. Ist der Weg anfangs noch breit, wird er immer schmaler, je weiter es nach unten geht. Vor uns rauscht ein kleiner Wasserfall in die Tiefe. Links geht es steil runter. Raban ist aufgeregt – er schnüffelt hier und hält da die Nase in die Luft. Anscheinend ist hier einiges an Wild unterwegs. Ein bisschen mulmig ist mir, weil ich Angst habe, das Raban links die Böschung abrutschen könnte, wenn er einen falschen Schritt macht.

Aber wir kommen gut unten an und spazieren nun über eine Holzbrücke. Jetzt sind wir auf der anderen Seite der Schlucht, und es geht über einen schmalen und steinigen Pfad nach oben. Fotos habe ich leider irgendwie nicht machen können. Mit dem unruhigen Raban an der Leine ging das irgendwie nicht so richtig. Sehr schade, weil das war schon eine ganz besondere Atmosphäre in der Schlucht.

Ein Pause in Ehren kann keiner verwehren ...

Ein Pause in Ehren kann keiner verwehren …

Oben angekommen, befinden wir uns auf der Gaisbühelalpe, auf der im Sommer die Kühe unterwegs sind und die Bergwiesen blühen. Hier machen wir erst einmal eine kleine Pause und ich genieße einen weiteren traumhaften Blick über das Arlberger Hochgebirge.

Im übrigen wandere ich hier auf geschichtsträchtigem Boden und zwar auf den Spuren der Walser, die einst aus dem Schweizer Kanton Wallis einwanderten. Darüber hinaus verband die Region Tannberg die drei Siedlungen Lech, Warth und Schröcken.

Gemütlich über die Auenfeldalpe bis zum Körbersee

Für Raban und mich geht es nun weiter auf dem steinigen Pfad nach oben bis zum Auenfeldsattel. Wie ich später nachlese, spazieren wir auch an Schnittlauchfeldern vorbei, die jetzt kurz vor Beginn der Wintersaison natürlich schon lange verschwunden sind.

In diesem Bereich begegnen uns auch viele Mountainbiker. Schön war bei allen Begegnungen, dass wir gegenseitig Rücksicht genommen haben. Die sportlichen Radfahrer haben nicht nur das Tempo reduziert, sondern oft einfach auch gewartet, bis wir vorbei waren. Das erlebe ich zu Hause nicht allzu oft (um nicht zu sagen: gar nicht … 😉 …).

Vom Auenfeldsattel geht es hinunter zur Unteren Auenfeldalpe

Vom Auenfeldsattel geht es hinunter zur Unteren Auenfeldalpe

Vom Auenfeldsattel führt die Strecke links gemütlich abwärts zur Unteren Auenfeldalpe. Der Weg in diesem Bereich ist breit und sehr bequem zu wandern. In geringer Entfernung plätschert ein Bach. Raban und ich sind allein auf weiter Flur.

Da mein Junge inzwischen relativ entspannt ist, wage ich es hier, ihn einmal für ein paar Augenblicke von der Leine zu nehmen. Das gefällt ihm ausgesprochen gut. Nachdem er ein paar Raser-Runden gedreht hat, kommt er brav zurück und bleibt schön bei mir.

Der Wanderweg führt durch das hübsche Auenfeld. Noch liegt alles im spätherbstlichen Schlaf. Aber die Vorbereitung für die anstehende Ski-Saison sind mit den riesigen Schneekanonen überall zu sehen.

Wir folgen dem Bach aus dem Tal heraus. Es läuft sich einfach ganz prima, ich träume so vor mich hin und spaziere munter weiter. Der breite Weg führt jetzt bergab. Ich schaue weder auf meine Wander-App noch in die Karte. Und irgendwann wundere ich mich, denn kilometermäßig sollte ich schon längst am Körbersee angekommen sein 🙄.

Tscha, an der Batzenalpe habe ich dann mal geschaut und festgestellt, dass ich die Abzweigung zum See verpasst habe. So ein Mist. Jetzt hieß es den Weg, der sich so wunderbar runterlaufen liess, wieder hinauf zu wandern. Ich gebe zu, dass hat mir keinen Spaß gemacht … aber Raban schon.

Wandern in Oberlech kann eben auch sehr abenteuerlich sein. Nicht nur, wenn man eine Abzweigung verpasst, sondern auch wenn der Pfad nach oben sehr schmal ist und auf der einen Seite schön steil nach unten abfällt. Und genau so ein Pfad führt zum Körbersee. Mein Raban hat sich inzwischen an mich angepasst (oder er ist einfach schon ein wenig müde), zieht nicht und ist in meiner Geschwindigkeit unterwegs.

Dann sind wir am Ende des Weges angekommen und vor uns eröffnet sich ein großartiger Blick auf den Körbersee.

Wunderschöner Blick auf den Körbersee

Wunderschöner Blick auf den Körbersee

An dieser Stelle machen Raban und ich erst einmal eine ordentliche Mittagspause. Er bekommt etwas Futter und natürlich ordentlich zu trinken. Ich lasse mir bei einem Müsliriegel die Sonne auf die Nase scheinen und genieße einfach den Moment.

Der See liegt auf einer Höhe von 1.650 Meter, hat eine Fläche von etwa drei Hektar und soll eine sehr gute Trinkwasserqualität haben. Wir sind nach unserer Pause natürlich hinunter gegangen und Raban konnte sich von der Wasserqualität überzeugen.

Am See gibt es auch das Berghotel Körbersee. Leider war es Ende Oktober geschlossen. Die Sommersaison dort geht bis zum 3. Oktober und die Wintersaison fängt am 14. Dezember an.

Rückweg bei zunehmender Bewölkung

Nach dieser wirklich schönen Pause am zauberhaften Körbersee haben Raban und ich uns auf den Rückweg begeben. Ohne weitere Umwege sind wir zurück durch das Auenfeld. Raban durfte in der flachen Ebene nochmals in den Freilauf und hat sich ausgiebig im Bach erfrischt.

Herrschte auf dem Hinweg noch strahlender Sonnenschein, war der Himmel jetzt ziemlich bewölkt und zog sich immer mehr zu.

Wandern in Oberlech macht durstig ...

Wandern in Oberlech macht durstig …

Anscheinend hat das Wasser im Auenfeld besonders gut geschmeckt, denn Raban nahm noch ein Maul voll aus der Badewanne, die er am Vormittag noch ignoriert hatte.

Ich habe mich über die vielen Bänke, die in regelmäßigen Abstand rechts und links der Wanderstrecke sehr gefreut, denn ich gebe zu, dass ich nun doch schon etwas erschöpft war. Da taten mir immer mal fünf Minuten Rast auf einer Bank ganz gut.

Viele Holzbänke laden zum Verweilen ein - hier mit Blick über das Auenfeld

Viele Holzbänke laden zum Verweilen ein – hier mit Blick über das Auenfeld

Irgendwann waren wir dann auch wieder an dem Punkt angekommen, an dem es hinunter in die Schlucht mit dem Wasserfall ging. Von der Position aus konnte ich dann doch noch ein Foto vom Skyspace Lech machen … 😉 … zumindest aus der Ferne.

Blick auf den Skyspace Lech in der Ferne

Blick auf den Skyspace Lech in der Ferne

Etwa eine halbe Stunde später waren Raban und ich dann wieder zurück im Hotel.

Streckeninformationen

  • Die Wanderung zum Körbersee ist als mittelschwere Bergwanderung gekennzeichnet.
  • Mit dem Umweg über die Batzenalpe war die Strecke fast 15 Kilometer lang. Wer Interesse hat, kann sie sich bei Komoot herunterladen oder anschauen.
  • Es gibt ein paar herausfordernde Abschnitte – zumindest für mich – auf der Wanderung (z. B. die Schlucht hinter dem Skyspace Lech oder der kurze Pfad vom Auenfeld hoch zum Körbersee). Nicht unbedingt, weil sie schwer zu wandern waren, sondern weil es auf der einen Seite immer steil bergab ging und mir – obwohl ich schwindelfrei bin – dann doch etwas mulmig zumute war.
  • Auch wenn ich es nicht gesehen habe – es gibt viel Wild in der Region (das wurde mir auch vom Hotel bestätigt) und Raban war zeitweise sehr, sehr anstrengend. Auf Hunde, die die Jagd lieben, sollte daher ein besonderes Augenmerk gerichtet werden.

Tipp #2 – Lehrpfad durch das Naturschutzgebiet Gipslöcher

Zum Wandern in Oberlech gehört unbedingt ein Ausflug in das Naturschutzgebiet Gipslöcher, das quasi direkt vor der Tür des Hotel Goldener Berg führt.

Mein Wandern in Oberlech startet immer am Hotel Goldener Berg

Mein Wandern in Oberlech startet immer am Hotel Goldener Berg

Bei trockenem Wetter, angenehmen Temperaturen und stark bewölktem Himmel mache ich mich auf den Weg ins Naturschutzgebiet Gipslöcher. Zunächst marschiere ich wieder zum Skyspace Lech. Doch im Gegensatz zu gestern, geht es jetzt nicht rechts runter, sondern links hoch, wo kurz darauf der Naturlehrpfad Gipslöcher startet.

Etwas oberhalb vom Skyspace Lech geht es zum Naturlehrpfad Gipslöcher

Etwas oberhalb vom Skyspace Lech geht es zum Naturlehrpfad Gipslöcher

1.000 Dolinen und viele Informationstafeln

Der Naturschutzpark besteht aus mehr als 1.00 Dolinen – so werden die Sinkhöhlen oder Karsttrichter genannt, die dem Gebiet ihr besonderes Aussehen verleihen – und gelten als geologische Besonderheit.

Der Naturpfad ist gut ausgeschildert und viele Schautafeln informieren über die Gipslöcher, wobei das größte einen Durchmesser von fast 100 Metern und einer Tiefe von etwa 35 Metern hat.

Im Sommer sollen hier 20 verschiedene Orchideenarten erblühen. Davon sehen Raban und ich Ende Oktober natürlich nichts mehr. Aber das macht nichts. Der wolkenverhangene, graue Himmel verleiht der ganzen Bergszenerie irgendwie eine mystische Atmosphäre und wir hangeln uns über die schmalen Pfade durch das Gebiet der „unteren Gipslöcher“.

Raban ist mal wieder einigermaßen aufgeregt. Er riecht vermutlich die Murmeltiere, die sich im weichen Gipsgestein ihre Höhlen gebaut haben und dort schon im Winterschlaf liegen. Er wäre wohl zu gerne mal runter in eines der Löcher gerannt, um das zu überprüfen … 😎.

Beim Wandern in Oberlech interessierte sich Raban eher für das Wild als für die atemberaubende Bergwelt

Beim Wandern in Oberlech interessierte sich Raban eher für das Wild als für die atemberaubende Bergwelt

Immer wieder gibt es auch tolle Aussichten über Oberlech, Lech und die dahinter liegende Bergwelt. Daran kann ich mich fast nicht sattsehen. Wie schon auf dem Weg zum Körbersee gibt es auch hier jede Menge Bänke, die zum Verweilen und Genießen der Landschaft einladen. Wunderschön.

Skigebiet in Wartestellung

Mit etwas Klettern geht es aus den Gipslöchern hinaus

Mit etwas Klettern geht es aus den Gipslöchern hinaus

Wir überwinden ein letztes bergiges Hindernis und stehen kurz darauf auf einem breiten Weg, der uns zu den Skiliften am Schönenberg führt. Ende Oktober herrscht hier ein geisterhafte Stille. Überall stehen Schneekanonen, die darauf warten, dass es endlich mit dem Winter losgeht.

Die Schneekanonen warten auf ihren Einsatz

Die Schneekanonen warten auf ihren Einsatz

Für uns geht es nun bergab zurück nach Oberlech. Die Strecke ist nicht allzu lang, aber hat es in sich. Das Gefälle liegt an der steilsten Stelle bei 21 Prozent und das geht mir total auf die Knie. Ich wünschte, ich hätte meine Wanderstöcke eingepackt, dann wäre das alles etwas schmerzfreier und problemloser gegangen.

Streckeninformationen

  • Die Wanderung durch das Naturschutzgebiet Gipslöcher ist als mittelschwere Bergwanderung ausgewiesen.
  • Raban und ich haben eine Rundwanderung mit einer Länge von etwas mehr als 4 Kilometern gemacht. Diese kann bei Komoot runtergeladen werden.
  • Am schönsten soll diese Wanderung im Juli und August sein, denn dann blühen die Orchideen, von den 20 verschiedenen Arten sind 10 direkt am Wanderweg zu finden.

Sonstige Informationen

  • Wie bereits erwähnt, gibt es in der gesamten Region Lech Zürs viele gut ausgeschilderte Wanderwege. Wer im Winter kommt, muss nicht nur Skilaufen … 😉 …, sondern kann auf rund 40 Kilometer präparierten Winterwanderwegen den Schnee genießen.
  • Ich wurde vom sehr hundefreundlichen Hotel Goldener Berg für zwei Übernachtungen zum Erleben des „Mountain Summers“ und zum Wandern in Oberlech eingeladen. Vielen Dank dafür.
  • Übrigens: Wer zum Skilaufen nach Oberlech kommt, kann seinen Hund problemlos mitnehmen – im Hotel Goldener Berg kann gegen Gebühr eine Hundebetreuung gebucht werden.

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