Brandenburg, Wandern mit Hund
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Maria und Heaven wandern im Nationalpark Unteres Odertal

Heute bin es einmal nicht ich, die euch über eine Wanderung mit Hund erzählt. Ich freue mich, dass euch Maria und Heaven mit auf ihre Wanderung im Nationalpark Unteres Odertal erzählen.

Die Wanderwege im Nationalpark Unteres Odertal tragen so schöne Namen wie „Weg der Auenblicke“ und „Wilder Waldweg“. Ende März war ich auf der Suche nach einem neuen Ausflugsziel für eine Wanderung mit Hund. Der Wetterbericht hatte uns für das nächste Wochenende „trocken und heiter“ versprochen. So schönes Wetter sollte nicht ungenutzt bleiben!
 
Meine Border-Collie-Hündin Heaven und ich kennen schon viele wunderschöne Orte rund um Berlin, wo wir zuhause sind. Meist erkunden wir die Region mit dem Fahrrad und berichten über unsere Fahrradtouren auf radundhund.de. An diesem Wochenende stand uns der Sinn aber eher nach einer Wanderung. Also haben wir uns den Luxus eines Mietautos gegönnt und uns auf die Socken gemacht.
 

Der Nationalpark Unteres Odertal

Vom Berlin zum Nationalpark Unteres Odertal in Brandenburg sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt. Er liegt  direkt an der polnischen Grenze. Der deutsche Teil des Nationalparks erstreckt sich über 10.000 Hektar – ein weites Geflecht aus Wasserarmen der Oder, Überflutungen, Auenwäldern und Poldern.
 
Der Startpunkt unserer Wanderung war das Örtchen Criewen südlich der Stadt Schwedt (Oder). Hier gibt es auch ein Besucherzentrum, das Nationalparkhaus. Dort haben wir unser Auto geparkt. Mit dem Verklingen der letzten Motorengeräusche war auch Heaven sofort wieder wach (sie schläft bei Autofahrten immer tief und fest) und unternehmungslustig. So habe ich den Rucksack geschultert, Heaven angeleint und los ging es.

Hunde erlaubt

Im Nationalpark Unteres Odertal sind Hunde erlaubt. Sie müssen jedoch an der Leine bleiben, um die Natur und das Wild dort zu schützen. Für Heaven habe ich extra ein Kurzgeschirr und eine Leine mit Ruckdämpfung. Die Leine habe ich an einem Hüftgurt befestigt. So habe ich die Hände frei und es wandert sich ganz entspannt 😊.
 
Die Leine kam dann auch tatsächlich zum Einsatz. Wir sind nämlich mehrmals Rehen und Rotwild begegnet. Den flüchtenden Herden wäre Heaven gern hinterher gewetzt. Auch wenn sie nicht selbstständig jagen gehen würde und Wildspuren nicht verfolgt … dem Sichtreiz von flüchtendem Wild kann sie nur sehr schwer widerstehen.

Die Natur im Unteren Odertal ist wirklich einzigartig! Jetzt im Frühling waren die Bäume zwar noch kahl, aber dafür konnten wir durch den kahlen Wald immer wieder den Ausblick über die Auen-Landschaft der Oder bewundern. Im Sommer gibt es sicher auch viele Mücken. Vor denen sind wir im Frühling noch verschont geblieben 😉.
 
Auch für Heaven gab es eine Menge zu sehen. Wir sind so vielen Tieren begegnet! Füchsen, Rotwild, einem Kaninchen und sogar einem Fasan! Ich habe in Deutschland noch nie einen Fasan in freier Wildbahn gesehen! Heaven fand so viel Wild und so viele Wildspuren natürlich sehr aufregend. Überall gab es etwas zu schnüffeln, ein Vogelruf aus dem Bäumen …

Heaven schaut aufmerksam

… oder ein Rascheln im Laub.

Für unsere Tagestour im Nationalpark haben wir zwei verschiedene Wanderwege kombiniert:

Tour 1 – Weg der Auenblicke (10 Kilometer)

Von Criewen aus sind wir zuerst an einem großen Wildgehege vorbeigekommen. Dort lebt eine Herde Wisente, die wir beim entspannten Grasen beobachten konnten. Von dort ging es dann in den Hangwald der Oderaue. Da dort die Endmoräne einer der letzten Eiszeiten endet, ist das Gelände erstaunlich hügelig.

Über einen flachen Holzsteg führt der Weg der Auenblicke direkt durch einen sumpfigen Eschenwald – der eigentliche Weg der Auenblicke.

Auf dem Rückweg führt der Weg direkt an der Oder entlang. Die Sicht ist herrlich, überall Wasser! Auf dem Quellerlebnispfad finden sich viel Schilder mit Erläuterungen über Flora, Fauna und Geschichte der Oderaue.

Tour 2 – Der Wilde Waldweg (8 Kilometer)

Der Wilde Waldweg zweigt nach einigen Kilometern vom Weg der Auenblicke ab und führt in einem weiten Bogen dann wieder auf Weg der Auenblicke zurück.

Der Wilde Waldweg brachte uns auf eine Erhebung. Nach brandenburgischer Flachland-Definition war das eigentlich viel eher ein Berg als eine Erhebung … 😉 … auf 50 Meter Höhe (!) hatten wir einen fantastischen Ausblick über die gesamte umliegende Auenlandschaft bis hin zur polnischen Seite des Parks rüber.

Der letzte Teil war tatsächlich ein sehr wilder Waldweg. Dort wurden umgefallene Bäume nicht geräumt und der Weg war sehr natürlich. Wie gut, dass Heaven keine Probleme mit Kletterpartien hat. Ab da war es eher eine Art „Wald-Agility“ als eine Wanderung … 😉 …

Wenn ihr diese Tour ebenfalls wandern möchtet, könnt ihr meine komplette Wanderung hier finden. 

Unser Fazit

Eine wahnsinnig schöne, sehr naturbelassene Wanderregion! Die Landschaft ist wirklich sehr ursprünglich und wir sind nur zwei Mal anderen Wanderern begegnet. Wer Ruhe sucht und sich von der weiten Auenlandschaft beeindrucken lassen möchte, der sollte sich den Nationalpark Unteres Odertal einmal ansehen.

Vielen Dank an Maria und Heaven für die schöne Wanderbeschreibung und die tollen Fotos. Deine Wanderung ist ganz nach meinem Geschmack. Und wenn ich das nächste Mal in Brandenburg bin, werde ich sie auf jeden Fall nachwandern! 

Und wer nicht auf Schusters Rappen unterwegs ist, sondern mit dem Fahrrad, der findet viele tolle Fahrradtouren mit dem Vierbeiner auf Marias Blog.

Text und Fotos: Maria-Lena Matysik, Berlin 

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