Wandern mit Hund, Österreich
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Lechweg – Wildflusswanderung mit Hund

Lechweg - Wildflusswanderung mit Hund

Wer träumt nicht davon, einmal eine Weitwanderung durch die Alpen zu machen? Claudia hat es getan: Sie hat eine Wildflusswanderung mit Hund gemacht und den Lechweg in Österreich in 8 Tagen bezwungen. Ich freue mich sehr darüber, dass sie ihre Erlebnisse für HundeReisenMehr aufgeschrieben hat.

Lechweg – die Vorbereitung

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich einen Bericht zum Lechweg in Österreich gesehen und diesen Fernwanderweg sofort auf meiner To-Go-Liste abgespeichert. Er ist eine der letzten Wildflusswanderungen in Europa und genau den wollte ich mit meiner Rhodesian Ridgeback-Hündin Hilda erwandern.

Aufgrund von Covid-19 waren Planung und Durchführung nun in den August 2020 gerutscht, das stellte aber kein Problem für mich dar.

Im Vorfeld habe ich mir von der Gemeinde Lech ein Serviceheft angefordert sowie diverse Karten und Reiseführer durchgearbeitet.

Gute Vorbereitung ist alles

Gute Vorbereitung ist alles

Hilda ist täglich mindesten 3 Stunden unterwegs. Außerdem waren wir beide das gesamte Frühjahr durch an den Wochenenden im Taunus und im Wispertaunus unterwegs und haben lange Wanderungen gemacht. So waren wir konditionell gut gerüstet.

„Moderates Weitwandern durch eine Alpenregion, die gleichzeitig eine der letzten Wildflusslandschaften Europas ist: Der Lechweg bietet von der Quelle bis zum Fall auf rund 125 km Länge ein einzigartiges Naturerlebnis, von der Landschaft geprägte Menschen und wahrlich sagenhafte Geschichten! „  (Serviceheft Gemeinde Lech)

Hotels, Pensionen und Gepäcktransfer

Ich habe mich dafür entschieden, die 125 Kilometer des Lechwegs in 8 Tagen zu wandern. Anhand des Informationsmaterials habe ich die Etappen für Hilda und mich sorgfältig vorher geplant.

Zunächst habe ich mir auch einen Gepäcktransfer von einer Etappenunterkunft zur nächsten organisiert. Das war mühelos mit der Firma Feuerstein im Lechtal möglich. Ich musste ihn dann aber gar nicht so oft in Anspruch nehmen – doch dazu später mehr.

Es ist dringend erforderlich, die Hotels VOR der geplanten Anreise fest zu buchen. Abgesehen davon, dass nicht alle Unterkünfte Hunde willkommen heißen, waren die Quartiere in diesem Jahr aufgrund der Corona-Situation auch besonders gut gebucht. Es macht dann wenig Spaß, am Nachmittag oder Abend zu Fuß nach Quartieren zu schauen und vielleicht abgewiesen zu werden.

An den herrlichen Ausblicken kann man sich nicht sattsehen

An den herrlichen Ausblicken kann man sich nicht sattsehen

Wer eine Übernachtung im Lechtal gebucht hat, erhält von den Hotels und Pensionen die Lech Card, Warthcard oder Lechtal Aktiv Card, die am Folgetag zur kostenlosen Nutzung des Wanderbuses genutzt werden kann. Eine solche Karte kann auch bei der Gemeinde gekauft werden. Das ist dann aber deutlich teurer.

So kann man am Ende einer Etappe den Wanderbus nutzen und sich zurück zum Startpunkt fahren lassen, um das Auto nach zu holen.

Ich hatte das große Glück, auf meine 8-tägigen Streckenwanderung verschiedene Wegpaten zu haben, die sich mir angeschlossen haben – zum Teil natürlich auch mit ihren Hunden. So haben wir die Auto teilweise entweder ins neue Quartier vorgefahren oder aber am Abend nachgeholt.

Markierung Lechweg

Der gesamte Lechwegmit einem geschwungenen L auf Bäumen, an Wänden, Felsen und auf Schildern sehr gut markiert. Einige Zusatztouren tragen ein L mit Unterzeichen.

Der Lechweg ist mit einem "L" gekennzeichnet

Der Lechweg ist mit einem „L“ gekennzeichnet

Es ist fast unmöglich, sich zu verlaufen. Das haben wir einige wenige Male aber trotzdem geschafft und sind ein paar Extrakilometer gelaufen.  Zum Glück sind wir aber dank Karte und das Handy immer am Ziel angelangt … 😉 …

Tag 1 – Wintereinbruch im August

Anfang August ging es dann gut ausgerüstet und hoch motiviert ins schöne Lechtal. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatte ich zwar die Wettervorhersage gelesen. Aber den angekündigten Regen und die Schneeflocken im Display habe ich mit  einem Lächeln abgetan.

Das sollte sich noch als Fehler herausstellen. Denn auch im August kann es in den Bergen zu Temperaturstürzen und sogar zu Schneefall kommen!

Hilda und ich kamen am Spätnachmittag in Lech an. Es war schwül warm und dann ging ein heftiges Gewitter nieder. Durch die Straße schossen die Wassermassen fast einen halben Meter hoch.

Das geplante Abendessen in einem Gasthof fiel aus wettertechnischen Gründen aus. Ich hatte zum Glück noch ein Käsebrot und eine Tomate von der Fahrt im Rucksack. Und natürlich ausreichend Hundefutter – auch für die nächste Eiszeit … 😉 …

Am nächsten Morgen war die liebe Alex Gassner aus Wolfurt mit ihren Ndoki Ridgebacks Lennox (4 Jahre) und Imano (15 Monate) pünktlich um 7:30 Uhr am Start. Gut ausgerüstet, das Prädikat Bergfex auf der Stirn und immer für einen Spaß zu haben. Sie hat mich auf zwei Etappen begleitet.

Masken- und Maulkorbpflicht im Wanderbus

Masken- und Maulkorbpflicht im Wanderbus

Und los ging’s zur ersten Etappe unserer Wildflusswanderung mit Hund. Wir liefen im Regen mit den Hunden zum Wanderbus, indem die Menschen Masken und die Hunde – wie überall in Österreich – Maulkörbe tragen mussten. Das hatten wir über Monate trainiert und war kein Problem.

Startpunkt des Lechwegs ist die Quelle des Formarinbachs, der später zum Lech wird. Aufgrund nächtlicher Erdrutsche waren die letzten Meter für den Wanderbus nicht passierbar, so dass er uns Wanderer mitten im Wald absetzte. Seine Empfehlung: Wir sollten auf der Straße zurück nach Lech laufen, da massive Muren abgegangen seien und eventuell auch Brücken weggerissen sein wurden.

Auf der ersten Etappe regnete es in Strömen, und es war eiskalt

Auf der ersten Etappe regnete es in Strömen, und es war eiskalt

So hatten wir das nicht geplant. Nach kurzer Überlegung und mit meiner erfahrenen und mutigen Alex an der Seite starteten wir im strömenden Regen auf dem Lechweg. Der Regen blieb bis auf zwei ganz kurze Pausen den ganzen Tag über unser Begleiter. Die Stock und Stein-Regenmäntel für die Hunde machten ihrem Namen übrigens alle Ehre: Sie hielten zwei Tage Dauerregen aus und haben alle Bewegungen problemlos mitgemacht!

Die Erdrutsche und Wasserschäden waren nicht ungefährlich. Da wir fast keiner anderen Menschenseele begegneten, haben wir die Hunde frei laufen lassen, um an schwierigen Stellen nicht auszurutschen. Pausen konnten wir keine machen. Erst kurz vor Lech haben wir ein mitgenommenes Brötchen gegessen, um gleich zu merken: Wer stehen bleibt, der friert! Im Hotel angekommen, trockneten wir die Ausrüstung und hofften auf besseres Wetter am Dienstag! 

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 14,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 600
  • Gehzeit: 4,5 bis 5 Stunden

Tag 2 – kein Wetter für Wandern mit Hund

Früh am nächsten Morgen schickte mir Alex Fotos von wasserüberfluteten und zum Teil gesperrten Straßen. Hütten und Pässe in der Nähe waren wegen Schneefall zum Teil sogar gesperrt. Und die Temperaturen lagen zwischen 1 und 2 Grad. Es regnete und regnete und regnete. Eigentlich überhaupt kein Wetter zum Wandern mit Hund und schon gar nicht mit  Rhodesian Ridgebacks … 😉 …

Obwohl ich mit Alex‘ Absage gerechnet hatte und mich schon auf eine heutige Wanderbus-Tour eingestellt hatte, kam die Allerbeste und wir liefen los. Die Hunde waren trotz Mistwetter fröhlich. Sie rannten durch den Regen und hatten Spaß, die Landschaft zu erkunden – zumindest am Anfang.

Auch auf der zweiten Etappe regnete es fast ununterbrochen

Auch auf der zweiten Etappe regnete es fast ununterbrochen

Nach 4,5 Stunden über verschlammte Pfade, matschigen Auf- und Abstiege und tosenden, überschwemmten Bächen und Wegen erreichten wir nach einem steilen Aufstieg, der uns trotz Regen ins Schwitzen brachte, endlich das Quartier in Warth! Unterwegs waren meine ewig nassen Hände so erfroren, dass ich die Finger kaum noch rühren konnte.

Souveräne Rhodesian Ridgebacks meistern auch schwierige Situation mit Bravour

Souveräne Rhodesian Ridgebacks meistern auch schwierige Situation mit Bravour

Im Quartier wurden alle Klamotten in den Skiraum zum Trocknen verfrachtet und ich lag mit Heizung auf 6(!) nach einer heißen Dusche im Bett. Am Abend trafen wir uns mit Alex und ihrer Freundin im Dorfgasthof mit urigem Wirt und leckerem Essen!

Und das allerbeste? Die Wettervorhersage lautete: SONNE!

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 11,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 970
  • Gehzeit: 4 bis 5 Stunden

Tag 3 – in der Sonne nach Holzgau

Und richtig: Die Sonne schien bereits um 6 Uhr in mein Zimmer. Bei noch immer knackigen 2 Grad machte ich mich heute alleine mit Hilda auf die 25 Kilometer lange Etappe.

Die ersten drei Stunden ging es nur bergauf über Lechleiten entlang herrlicher Berghänge auf der Höhe. Nach dem Hochwald ging es ins Tal und endlich lief ich durch das jetzt sonnige Lechtal bis zum Ziel des heutigen Tages in Holzgau.

Atemberaubende Natur bei herrlichem Sonnenschein

Atemberaubende Natur bei herrlichem Sonnenschein

Am Hotel angekommen, habe ich den Wanderbus genommen, um mein Auto nachzuholen. Und dann war Entspannung für Hilda und mich angesagt.

Am Abend ist dann auch noch die liebe Ellen mit ihrer Junghündin zu uns gestoßen, um uns auf den nächsten drei Etappen zu begleiten.

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 24,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.130
  • Gehzeit: 5,5 Stunden

Tag 4 – Abenteuer Höhnebachtalschlucht

In Holzgau gibt es mit der Hängebrücke über die Höhnebachtalschlucht eine der großen Attraktionen auf dem Lechweg.  Sie ist 110 Meter hoch und etwa 220 Meter lang. Die Brücke hat einen durchgehenden Gitterboden, und wir waren uns nicht sicher, ob Hilda und Ony das locker schaffen würden.

Nachdem wir den Reiseführer mehrfach gelesen und eine Freundin befragt hatten, die erst kürzlich die Brücke mit ihrem Hund überquerte, haben es zwei studierte Mädels tatsächlich geschafft, die Brücke von der falschen Seite zu überqueren.

Problemlose Überquerung der Hängebrücke über die Höhnebachtalschlucht mit Hunden

Problemlose Überquerung der Hängebrücke über die Höhnebachtalschlucht mit Hunden

Es gibt zwei Möglichkeiten des Aufstiegs zur Hängebrücke – eine von Norden und eine von Süden. Da wir an diesem Morgen hochmotiviert waren, waren wir auch ratzfatz auf der Seite, auf der der Weg weiter lechabwärts führte. Wir mussten also wieder zurück … 😉 …  da unsere Wanderung nach Norden führte. Alle Alternativen hätten 2,5 Stunden steile Umwege bedeutet. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die Schlucht ein zweites Mal über die Hängebrücke zu passieren.

Die Aussicht war spektakulär und das leichte Schlingern der Händebrücke machte die Passage noch spannender! Die Hunde erhielten viel Beifall von allen Brückengehern und Wanderern. Wir waren stolz, dass alles so gut geklappt hat.

Auf wunderschönen Bergpfaden führte uns der Tag auf der Höhe und schließlich hinunter ins schöne Lechtal, durch Auenwälder bis zu unserem Etappenziel Elbigenalb. Hier lädt der smaragdgrüne Lech mit seinen Kieselstränden zu einer kurzen Rast ein und ich konnte mich kaum satt sehen an der Schönheit der sich täglich verändernden Natur!

Blick auf den türkisfarbenen Lech (an dessen Kiesstrand wir uns später erfrischt haben)

Blick auf den türkisfarbenen Lech (an dessen Kiesstrand wir uns später erfrischt haben)

Ein schönes Hotel mit netter Gastfamilie und ein Abendessen im urigen Gasthaus Geierwally (die bekannte österreichisches Blumen- und Portraitmalerin Anna Stainer – Geierwally genannt – kam aus Elbigenalb) rundeten den Tag ab.

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 24,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.300
  • Gehzeit: 7,5 Stunden

Tag 5 – fast 25 Kilometer bis nach Stanzach

Die nächste Tagesetappe von Elbigenalb nach Stanzach war mit etwa 24,8 Kilometer wieder sehr anspruchsvoll. Schon der Vormittag war sonnig heiß. Zunächst führte der Weg durch lichtdurchflutete Auenwälder entlang des Lechs. Die Mädels hatten ihren Spaß mit Eichhörnchen und allerlei anderen lustigen Dingen.

Gegen Mittag überquerten wir den Lech. Damit waren wir auf der Sonnenseite und vor uns lagen  zwei nicht zu unterschätzende Aufstiege. Über Häselgehr, Elmen und Martinau ging es weiter nach Vordehornbach.

Auf schattenlosen Bergpfaden brannte die Sonne heiß vom Himmel

Auf schattenlosen Bergpfaden brannte die Sonne heiß vom Himmel

Gnadenlos der Sonne ausgesetzt, fehlten auf den steinigen Bergpfaden auch den Hunden der Schatten sehr. Zum Glück gab es unterwegs kleine Bäche oder wenigstens Rinnsale, die ab und an Wasser für unsere Ridgies boten.

Fast auf der Höhe angekommen, konnten wir dicht über uns einen Steinadler sehen, der über seinen Horst flog. Faszinierende Aussichten ließen uns auch den letzten Berg bei Vorderhornbach bezwingen bevor es zurück in die grasbewachsene Ebene des Lechtals ging.

Nach weiteren 4,5 Kilometern kamen wir dann endlich am heiß ersehnten Hotel in Stanzach an, warfen die Rucksäcke von den Schultern und die Mädels fielen in einen komatösen Tiefschlaf und gingen nur noch einmal am Abend zum Pipi machen nach draußen.

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 25 Kilometer
  • Höhenmeter: ca. 1.300
  • Gehzeit: 7 Stunden

Tag 6 – kurz und schmerzlos

Zur sechsten Etappe erhielten Hilda und ich Unterstützung von Max (meinem Sohn) und Gerhard aus Zürich. Sie haben uns auf den letzten drei Etappen begleitet.

Von Stanzach ging es diesmal auf eine recht kurze und nicht allzu steile Etappe ins schöne Weißenbach. Der Lech lud zum Baden ein. Aber noch besser ließ es sich an einem schönen Baggersee eintauchen, der auf der Strecke lag und nur wenige Badegäste hatte.

Gruppenfoto am Ufer des Lechs

Gruppenfoto am Ufer des Lechs

Auf schönen Wiesen- und Waldwegen war es ein entspanntes Wandern für Hunde und Menschen.  So erreichten wir bereits am Mittag unser Tagesziel Weißenbach und machten am Nachmittag noch einen Ausflug zu einer Alm, um endlich mal einen hausgemachten Kaiserschmarrn zu genießen.

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 15 Kilometer
  • Höhenmeter: 400
  • Gehzeit: 4 Stunden, 15 Minuten

Tag 7 – ein schweißtreibender Aufstieg mit einem Moorsee

Ellen und Ony verließen uns am Sonntag. So zog ich mit den Jungs und Hilda alleine los. Heute ging es auf 20 Kilometern von Weißenbach nach Pflach.

Immer stramm bergauf ging es über Ehenbichl und Wängele bis zur Costariuskapelle. Hier wurden wir mit einem sensationellen Blick über das Lechtal für den schweißtreibenden Aufstieg belohnt.

Etwa eine Dreiviertelstunde später erreichten wir den Frauensee. Dieser mitten im Wald gelegene Moorsee hat eine tief blaugrüner Farbe und ist von Wiesen umgeben. Hier war auch richtig was los: Viele Badegäste tummelten sich im Wasser oder sonnten sich am Ufer. Wanderer machten hier Rast. Wir auch!

Hilda erfrischt sich im Wasser

Hilda erfrischt sich im Wasser

Zwei Stunden war uns die Pause wert. Danach ging es frisch gestärkt fast nur noch bergab bis in das schöne Pflach. Dort hatten wir einen grandiosen Gasthof mit super Biergarten und hervorragender Küche gebucht. Das war der Beste auf der ganzen Strecke. Und sehr hundefreundlich noch dazu!

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 20 Kilometer
  • Höhenmeter: 970
  • Gehzeit: 5 bis 5,5 Stunden

Tag 8 – am letzten Tag bis nach Füssen

Die letzte Etappe des Lechwegs lag vor uns. Bei Sonnenschein ging es bereits um 8 Uhr  in Richtung Füssen los, wo sich der Lech in einer beschaulichen Schlucht in einem Stauwehr gut 12 Meter in die Tiefe stürzt! 

Die 15 Kilometer lange Tagesetappe startet auf schönen Waldwegen und führt über die ehemalige Festung und Sternschanze am Kniepass ständig bergan, bis wir irgendwann durch die Bäume das blaugrüne Wasser des wunderschönen Alpsees im Allgäu erkennen können.

Fast in Füssen angekommen

Fast in Füssen angekommen

Der Alpsee ist nicht nur für seine idyllische Lage und das blaugrüne Wasser bekannt, sondern auch für die berühmten Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein  auf der Nordseite des Sees. Wir erreichen ihn über die wenig frequentierte Südseite und haben die Chance genutzt, dort ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Je näher man den Touristen-Parkplätzen rund um die Königsschlösser kommt, umso mehr trifft man auch auf Tagestouristen und Familien mit Kindern. Der schmale Waldpfad war hier wirklich viel zu voll.

Über das Marienmonument und den Schwansee führt der Weg dann endlich wieder auf ruhigere Waldpfade. Es geht entlang wunderschöner Felsformationen über einen letzten Berg – den Kalvarienberg mit Kapelle und Aussichtspunkt – bis nach Füssen zum Lechfall.

Kurz vor dem Lechfall

Kurz vor dem Lechfall

Hier tummeln sich Massen an Touristen und Wanderern, die auf der Jagd nach dem besten Foto für eine Insta-Story sind. Zugegebenermaßen haben auch wir uns ins Getümmel gestürzt, um das Ende einer atemberaubenden Wildflusswanderung digital einzufangen.

Übrigens: Ein Abstecher in die historische Altstadt von Füssen lohnt sich auf jeden Fall. Wunderschöne spätmittelalterliche Bürgerhäuser, barocke Kirchen, ein imposantes Rathaus und eine malerische Fußgängerzone mit vielen kleinen Cafés und Geschäften laden zum Verweilen ein. 

Hier endete unsere achttägige Tour über den Lechweg 2020. Tief beeindruckt von der Natur, den Menschen sowie Flora und Fauna des Lechtals mit seinem smaragdgrünen Charme haben wir uns auf den Heimweg gemacht.

Streckeninformationen

  • Etappenlänge: 14,7 Kilometer + 4 Kilometer
  • Gehzeit: 4,5 bis 5 Stunden plus 2 Stunden bis nach Füssen

Fazit

Ich kann den Lechweg und das Lechtal absolut empfehlen. Auch zum Wandern mit Hund eignet sich diese einzigartige Wandertour. Voraussetzung dafür sind gut trainierte und sozialverträgliche Hunde.

Ich würde immer wieder die 8 Tage-Variante wählen. Eine Verkürzung könnte für die Hunde sowohl konditionell als auch vor allem für die Pfoten eine zu große Belastung sein. Außerdem können Witterungsextreme so besser kompensiert werden.

Bis auf unser Hotel in Weißenbach (das hinsichtlich Service bzw. Freundlichkeit absolut unterirdisch war) waren alle Pensionen und Hotels sehr hundefreundlich und empfehlenswert.

Der Lechweg ist eine durchaus anspruchsvolle Streckenwanderung mit vielen Auf- und Abstiegen, Naturwegen und Wurzelpfaden sowie zum Teil Kletterpassagen über Geröll.

Es gilt viele Anstiege mit vielen Höhenmetern zu meistern

Es gilt viele Anstiege mit vielen Höhenmetern zu meistern

Die Witterungsbedingungen auf dieser Wildflusswanderung mit Hund waren eigentlich die größten Herausforderungen: Bei mässigen 20 Grad und Sonnenschein auf der gesamten Strecke wäre es sicherlich einfacher und angenehmer gewesen, als bei 2 Grad mit Schneeregen und bei 32 Grad auf schattenlosen Bergpfaden.

Trotzdem war es ein traumhaft schönes Abenteuer und eine lohnenswerte Wanderung.

Claudia und Hilda

Claudia und Hilda

Wenn du eine Wanderung mit Hund über den Lechweg planst, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich gebe dir gerne ein Tipps und beantworte deine Fragen.

Fotos – Lechweg mit Hund

Claudia hat mir natürlich jede Menge tolle Fotos geschickt, die ich alle nicht im Beitrag unterbringen konnte. Wenn du magst, kannst du dir die Fotos jetzt in Ruhe hier anschauen.

Fotos + Text: Claudia Körner, Tierärztin und Rhodesian Ridgeback Kennel Ndoki

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2 Kommentare

  1. Zufälle gibts, auch wir planten eine Wanderung auf dem Lechweg für diesen (spät)Sommer. Da ich aber keine Betreuung für meine beiden Fellnasen habe, wird mein Partner sie alleine mache. Er hat eine Resie gebucht (Wikinger) bei dem auch alle Quartiere und der Gepäcktransport vorgebucht sind.
    Er hat sich den Bericht eben angesehen und freut sich jetzt noch mehr.

    • martinazuengel sagt

      Ach, das ist ja witzig. Dann wünsche ich viel Spass auf dem Lechweg.
      Viele Grüße
      Martina

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