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Juist mit Hund im Winter

Juist mit Hund im Winter

Juist mit Hund im Winter? Klingt erst mal nach viel Wind und noch mehr Wetter. Und genau das haben wir bekommen. Im Februar war ich mit Charly auf der Nordseeinsel unterwegs und habe bei zwei Wanderungen und ausgedehnten Strandspaziergängen eine überraschend ruhige, fast magische Seite von Juist entdeckt.

Juist mit Hund im Winter – gut (vorher) zu wissen

Schon bei der Ankunft wird klar: Juist tickt im Winter anders. Die Inselfähre, die mich und Charly von Norddeich nach Juist gebracht hat, war an diesem Mittwochmorgen gut gefüllt, aber weit entfernt davon, ausgebucht zu sein.

Die Inselfähre nach Juist ist gezeitenabhängig fährt in der Regel einmal pro Tag hin und her
Die Inselfähre nach Juist ist gezeitenabhängig fährt in der Regel einmal pro Tag hin und her

Bevor du dich selbst auf den Weg nach Juist machst, gibt es ein paar Dinge, die du unbedingt vorher wissen solltest – gerade im Winter:

  1. Juist ist autofrei. Das bedeutet: Sobald du die Fähre verlässt, geht alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter (im Sommer gibt es dann auch noch die Pferdekutschen).
  2. Juist ist gezeitenabhängig. Passt der Wasserstand nicht, fährt weder die Insel- noch die Schnellfähre.
  3. Die Insel ist lang und schmal. Ganze 17 Kilometer zieht sie sich in die Länge und liegt mitten im Nationalpark Wattenmeer.
  4. Insbesondere im Januar und Februar haben viele Restaurants, Cafés und Geschäfte eine Pause oder eingeschränkte Öffnungszeiten. Spontan irgendwo einkehren, klappt also nicht immer.
  5. Für Hunde gilt auf Juist das ganze Jahr über Leinenpflicht – auch an den beiden Hundestränden. Aber wenigstens darfst du im Winter auf Juist mit Hund an allen Stränden spazieren gehen (das ist im Sommer nur an den Hundestränden erlaubt).
  6. Es gibt aber einen großzügigen, komplett eingezäunten Hundeauslauf. Hier dürfen Hunde ohne Leine toben und rennen.
  7. Grundsätzlich ist Juist hundefreundlich. Viele Hotels, Unterkünfte und Restaurants heißen wohlerzogene Hunde willkommen.
Das hundefreundliche Hotel Atlantic Juist liegt zentral in der Ortsmitte auf Juist
Das hundefreundliche Hotel Atlantic Juist liegt zentral in der Ortsmitte auf Juist

Charly und ich waren vom Hotel Atlantic Juist eingeladen, Juist mit Hund im Winter zu erleben. Während unseres Aufenthalts haben wir uns in dem sehr hundefreundlichen Hotel, das mitten im Ortszentrum liegt, rundum wohlgefühlt. Kurze Wege, entspannte Atmosphäre und ein herzliches Willkommen für Zwei- und Vierbeiner. Das hat mir gut gefallen.

Wanderung rund um den Hammersee

Jetzt aber endlich zu dem, was Charly und ich auf Juist im Februar erlebt haben. Unser erster Tag hätte kaum schöner starten können: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und dazu eine ordentlich frische Nordseebrise, die uns direkt wachgepustet hat.

Für den Auftakt hatte ich mir eine Wanderung rund um den Hammersee vorgenommen. Der liegt etwa 4,5 Kilometer vom Ortskern entfernt und ist damit ideal für eine Tour mit Hund.

Von der Strandpromenade ins ruhige Loog

Wir sind auf der Strandpromenade in Richtung Hammersee gestartet
Wir sind auf der Strandpromenade in Richtung Hammersee gestartet

Charly und ich starten unsere Spazierwanderung auf der Strandpromenade von Juist. Windgeschützt geht es entlang der Dünen, die hier unter Naturschutz stehen. Alles ist ruhig, wirkt ursprünglich und ist angenehm unaufgeregt.

Unser gemütlicher Marsch, bei dem wir übrigens nur wenigen Menschen begegnen, wird immer wieder durch kleine Stopps unterbrochen. Einer davon führt uns auf eine Aussichtsplattform mit herrlichem Blick über die Nordsee.

Viel Wind, schöne Ausblicke auf die Nordsee und interessante Infos rund um den Nationalpark Wattenmeer
Viel Wind, schöne Ausblicke auf die Nordsee und interessante Infos rund um den Nationalpark Wattenmeer

Besonders gut gefällt mir, dass hier – wie auch an vielen anderen Aussichtspunkten auf Juist – Informationstafeln stehen, die den Lebensraum Nordsee und Wattenmeer anschaulich erklären. So wird der Spaziergang nicht nur schön, sondern ganz nebenbei auch noch richtig interessant.

An der Inselschule verlassen wir die Strandpromenade und wechseln auf die ruhigere Wattenmeerseite. Ein schöner Perspektivwechsel, der Juist mit Hund nochmal von einer ganz anderen Seite zeigt. Von hier aus spazieren wir entspannt weiter in Richtung Hammersee.

Auf der Wattseite von Juist lag noch ein wenig Schnee
Auf der Wattseite von Juist lag noch ein wenig Schnee

Der Weg führt uns vorbei an schmucken Privathäusern und liebevoll gestalteten Ferienunterkünften bis in den Ortsteil Loog. Alles wirkt angenehm entschleunigt, fast so, als würde die Insel hier noch einen Gang zurückschalten.

Privathaus oder Ferienresidenz?
Privathaus oder Ferienresidenz?

Natur pur am Hammersee

Irgendwann erreichen Charly und ich schließlich den Hammersee. Höchste Zeit für eine kleine Pause. Direkt am „Eingang“ steht nämlich einer der öffentlichen Trinkwasserspender der Insel, die aus einer Süßwasserlinse unter Juist gespeist werden. Seit 2022 kann dort jeder kostenlos Wasser zapfen. Eine tolle Idee 👍.

Ich hatte mich ehrlich gesagt ziemlich darauf gefreut. Und Charly vermutlich noch mehr.

Die Trinkwasserspender sind im Winter abgeschaltet ... hätte ich mir allerdings auch denken können.
Die Trinkwasserspender sind im Winter abgeschaltet … hätte ich mir allerdings auch denken können.

Was ich allerdings nicht bedacht hatte, obwohl es es eigentlich ziemlich offensichtlich ist: Im Winter sind die Trinkwasserspender natürlich abgeschaltet, damit die Leitungen bei Frost nicht einfrieren. Tja. Also haben Charly und ich uns kurzerhand die kleine Wasserflasche geteilt, die ich glücklicherweise dabeihatte, und uns anschließend auf die etwa vier Kilometer lange Umrundung des Hammersees gemacht.

Der Hammersee ist übrigens der größte Süßwassersee der Ostfriesischen Inseln und seine Entstehungsgeschichte ist ziemlich spannend. Er markiert nämlich genau die Stelle, an der Juist während der schweren Petriflut im Jahr 1651 in zwei Teile gerissen wurde.

Erst in den 1930er Jahren verband man durch den Bau des sogenannten Hammerdeichs beide Inselteile wieder miteinander. Allerdings machte eine weitere Sturmflut den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung und durchbrach den Deich erneut. Das eingedrungene Salzwasser konnte anschließend nicht mehr vollständig abfließen. Durch Regen und natürliche Prozesse wurde der Salzgehalt im Laufe der Jahre abgebaut, und so entstand schließlich der heutige Süßwassersee.

Zwischen Weitblick und Dünenwald

Auf halber Strecke rund um den Hammersee gibt es wieder eine Aussichtsplattform
Auf halber Strecke rund um den Hammersee gibt es wieder eine Aussichtsplattform

Kurz bevor sich der Rundwanderweg wieder in Richtung Loog dreht, erreichen wir eine weitere der schönen Aussichtsplattformen, die überall auf Juist verteilt sind und immer wieder zum Verweilen einladen. Von hier aus könnte man theoretisch auch direkt über den Strand zurücklaufen.

An diesem Februarvormittag ist das allerdings keine besonders gute Idee. Der kräftige, eisige Ostwind treibt den Sand beinahe waagerecht über den Strand. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass mir spätestens nach wenigen Minuten die Tränen in den Augen gestanden hätten. Charly hätte den Sand vermutlich gleich komplett im Gesicht gehabt.

Also bleiben wir lieber im Schutz der Dünen auf dem Wanderweg und erreichen kurze Zeit später das kleine Wäldchen hinter dem Hammersee.

Knorrige Bäume als Windschutz
Knorrige Bäume als Windschutz

Es heißt, dass in diesem Dünenwäldchen einige seltene Bäume und Sträucher wachsen. Da im Februar allerdings kaum Blätter zu sehen waren, half mir auch meine Flora-Incognita-App nicht wirklich weiter. Ich hätte schon gerne genauer gewusst, was hier alles wächst.

Das Vogelwärterhaus mit seiner kleinen naturkundlichen Ausstellung hatte während meiner Spazierwanderung leider ebenfalls geschlossen. Aber ehrlich gesagt war das gar nicht schlimm. Es hatte nämlich auch so etwas Besonderes, durch dieses kleine, verwunschene Wäldchen mit seinen knorrigen und vom Wind schief geformten Bäumen zu spazieren.

Charly wiederum interessierte sich deutlich weniger für die Vegetation oder die besondere Atmosphäre. Er hatte vielmehr den einen oder anderen Hasen im Visier, der irgendwo im Gebüsch unterwegs gewesen sein musste.

Pause vom Nordseewind

So, nun hatten Charly und ich den Hammersee komplett umrundet und ehrlich gesagt waren wir beide inzwischen reif für eine kleine Pause. Also machten wir uns langsam auf den Rückweg in Richtung Hotel.

Im Inselmuseum sind Hunde nicht erlaubt
Im Inselmuseum sind Hunde nicht erlaubt

Unterwegs kamen wir noch am Inselmuseum vorbei. Ein Besuch hätte mich durchaus interessiert. Hunde sind dort allerdings leider nicht erlaubt. Für Charly war das vermutlich ohnehin kein großer Verlust 😉.

Auf dem Rückweg spazierten Charly und ich auf der Wattseite zurück in Richtung Ortsmitte. Den Blick dabei immer auf den Leuchtturm am Hafen gerichtet. Juist mit Hund im Winter fühlte sich herrlich ruhig und entschleunigt an.

Auch auf diesem Weg begegneten uns nur wenige Menschen und noch weniger Hunde. Genau diese entspannte Atmosphäre machte den Spaziergang für mich so besonders. Ich konnte einfach meinen Gedanken nachhängen, während Charly ganz in Ruhe seinen Schnüffeleien nachging.

Juist mit Hund im Winter bietet fast endlose Fotomotive
Juist mit Hund im Winter bietet fast endlose Fotomotive

Und natürlich kamen wir unterwegs auch wieder an dem einen oder anderen Fotomotiv vorbei. Charlys Begeisterung für meine kleinen Foto-Stopps hielt sich allerdings zunehmend in Grenzen.

Während ich noch begeistert die Kamera zückte, hatte er immer weniger Lust, sich irgendwo geschniegelt hinzusetzen und geduldig in die Linse zu schauen. Irgendwann bekam ich dann diesen typischen Ridgeback-Blick, der ziemlich eindeutig sagte: „Frauchen, jetzt reicht’s aber mal mit den Fotos.“

Schließlich erreichten wir wieder unser Hotel, wo wir erst einmal eine kleine Siesta einlegten. Nordseewind und Winterkälte machen nämlich erstaunlich müde.

Charly hatte danach jedenfalls überhaupt keine Lust mehr auf weitere Unternehmungen. Während er tiefenentspannt den Schlaf der Gerechten schlief, machte ich mich später alleine noch auf eine kleine Erkundungstour durch den Ort.

👉 Wenn du auf Juist unterwegs bist und die Tour nachwandern möchtest, kannst du sie gerne über mein Profil bei Komoot herunterladen.

Unterwegs auf dem Otto-Leege-Pfad

Ich liebe ja Themenwanderwege. Sie sind fast immer spannend, weil man nicht nur draußen unterwegs ist, sondern ganz nebenbei auch noch etwas lernt. Genau deshalb hatte ich mir für den zweiten Urlaubstag auf Juist mit Hund den Otto-Leege-Pfad vorgenommen.

Dabei handelt es sich um einen abwechslungsreichen Informationspfad rund um die Juister Natur und ihre Elemente mit vielen Schautafeln und interaktiven Mitmachstationen entlang des Weges.

Leider zeigte sich das Winterwetter an diesem Freitag eher von seiner ungemütlichen Seite: grauer Himmel, immer wieder feiner Nieselregen und dazu ein eisiger Ostwind, der ordentlich über die Insel pfiff. Aber davon ließen Charly und ich uns natürlich nicht die Laune verderben. Gerade dieses raue Nordsee-Wetter gehört zu Juist im Winter natürlich auch dazu. Und ehrlich gesagt hatten wir uns trotzdem auf einen Tag draußen auf der Insel gefreut.

Die Elemente und jede Menge Informationen

Den Otto-Leege-Pfad gibt es seit 2012. Benannt wurde der Lehrpfad nach dem Naturforscher Otto Leege, der 1882 als Lehrer nach Juist kam und sich intensiv mit der Pflanzen- und Tierwelt der Ostfriesischen Inseln beschäftigte. Besonders bekannt wurde er später als „Vater“ der Vogelinsel Memmert und als engagierter Naturschützer.

Der Otto-Leege-Pfad ist nur rund einen Kilometer lang, dabei weitgehend barrierefrei und trotzdem erstaunlich abwechslungsreich. Für die sogenannte Elemente-Treppe gibt es übrigens eine alternative Wegführung, sodass der Lehrpfad auch ohne Treppen gut begehbar ist. Entlang des Weges finden sich unheimlich viele Informationen und interaktive Mitmachstationen, die nicht nur für Kinder spannend sind, sondern eigentlich für alle Altersgruppen.

Natürlich könnte man den Pfad problemlos in 15 Minuten absolvieren. Charly und ich waren allerdings deutlich länger unterwegs – bestimmt eine gute Stunde. An vielen Stellen lud der Weg einfach dazu ein, stehenzubleiben, Dinge auszuprobieren oder den Blick über die Dünen schweifen zu lassen. Und bei besserem Wetter hätten wir dort vermutlich sogar noch mehr Zeit verbracht.

Besonders gut gefallen haben mir die Sonnenuhr und die Windharfe. Letztere konnte man bei dem kräftigen Ostwind übrigens wunderbar hören. Falls du neugierig bist: In meinen Instagram-Highlights kannst du dir die Windharfe auch anhören .

Vom Otto-Leege-Pfad hinunter an den Strand

Charly und ich sind ja durchaus hart im Nehmen 😉. Obwohl die feuchte Winterkälte und der eisige Wind inzwischen kaum noch zu ignorieren waren, machten wir uns trotzdem tapfer auf den Weg hinunter an den Strand.

Juist mit Hund im Winter kann schon auch etwas ungemütlich sein. Das meint zumindest Charly.
Juist mit Hund im Winter kann schon auch etwas ungemütlich sein. Das meint zumindest Charly.

Eigentlich hatten wir nämlich vor, bis zum Ostende von Juist – dem sogenannten Kalfamer – zu laufen. Dieser besondere Sand- und Dünenbereich darf bis April betreten werden. Danach wird er bis August gesperrt, damit die vielen Brutvögel dort ungestört bleiben können.

Lange Rede, kurzer Sinn: Besonders lange hielten Charly und ich es an diesem Tag nicht am Strand aus. Juist mit Hund im Winter kann eben auch ziemlich ungemütlich sein. Also verließen wir den Strand an der Wilhelmshöhe wieder, wechselten zurück in die Dünen und machten uns von dort aus auf den Rückweg ins Hotel.

Immerhin kamen am Ende trotzdem rund 7,5 Kilometer zusammen. Wenn du die Wanderung nachlaufen möchtest, kannst du sie gerne über mein Profil auf der WanderApp Komoot herunterladen.

Hunde willkommen im Nationalpark-Haus

Zurück im Hotel wärmten Charly und ich uns erst einmal in unserem Apartment wieder auf und ruhten uns eine Weile aus. Der eisige Wind hatte uns an diesem Tag doch mehr geschafft, als wir zunächst gedacht hatten.

Charly schlief anschließend so tief und fest, dass ich ihn später einfach weiterschlafen ließ und gegen 16 Uhr alleine noch einmal loszog. Es ging ins Nationalpark-Haus am Kurplatz. Hunde sind dort zwar ausdrücklich willkommen, aber ich brachte es ehrlich gesagt nicht übers Herz, meinen entspannten Rhodesian Ridgeback wieder aus seinem Schönheitsschlaf zu reißen.

Das Nationalpark-Haus auf Juist liegt zentral am Kurplatz
Das Nationalpark-Haus auf Juist liegt zentral am Kurplatz

Das kleine Besucherzentrum beschäftigt sich vor allem mit dem Nationalpark Wattenmeer und vermittelt auf anschauliche Weise Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt der Inseln sowie den Lebensraum Nordsee.

Trotz seiner eher überschaubaren Größe gab es im Nationalpark-Haus einiges zu entdecken. Gerade an einem kalten Wintertag ist es eine schöne Möglichkeit, Juist einmal abseits von Strand, Dünen und Nordseewind zu erleben.

Besonders Familien mit Kindern dürften hier auf ihre Kosten kommen, denn es gibt zahlreiche interaktive Mitmach-Stationen, an denen spielerisch Wissen rund um das Wattenmeer und die Insel vermittelt wird.

Weitere Informationen zum Nationalpark-Haus

  • Der Eintritt ins Nationalpark-Haus ist kostenlos. Eine Spende ist gewünscht.
  • Wohlerzogene Hunde sind willkommen.
  • Über das Nationalpark-Haus werden auch Veranstaltungen wie beispielsweise Wattwanderungen, Vorträge oder naturkundliche Kutschfahrten angeboten.
  • Auch im Februar werden Wattwanderungen angeboten. Leider fand eine solche nicht an den Tagen statt, an denen ich auf Juist war. Ich weiß daher auch nicht, ob Hunde mitgenommen werden könnten.

Der Hundeauslauf auf Juist

Wie bereits erwähnt, gilt auf Juist das ganze Jahr über Leinenpflicht. Grundsätzlich habe ich damit kein Problem, auch wenn ich es schon ein bisschen schade finde, dass Hunde selbst im Winter am Strand nicht einfach nach Herzenslust toben und rennen dürfen. Aber dafür gibt es auf Juist ja den Hundeauslauf und dort heißt es dann endlich: „Leinen los!“

Der Hundeauslaufplatz liegt etwa einen Kilometer vom Hafen entfernt. Du erreichst ihn ganz unkompliziert, wenn du von der Ortsmitte aus in Richtung Hafen spazierst. Kurz davor biegst du links ab und folgst dem Weg auf dem Deich, bis du schließlich den Hundeauslauf erreichst.

Juist mit Hund im Winter hat natürlich auch seine kleinen Herausforderungen. Bei Ostwind, Nieselregen und eisigen Temperaturen kann es auf dem Deich schon ziemlich ungemütlich werden. Aber wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Und die passende hatten Charly und ich zum Glück dabei.

Der große Hundeauslauf ist komplett eingezäunt und mit einigen Agility-Geräten sowie einem windgeschützten Unterstand ausgestattet. An diesem Februarmorgen hatten Charly und ich das Gelände komplett für uns allein.

Charly fand es zwar durchaus gut, endlich mal ohne Leine unterwegs zu sein und seiner Wege gehen zu können. So richtig ausgelassen herumzutoben machte ihm ohne Raban oder andere Hunde allerdings offenbar nur halb so viel Spaß. Er drehte ein paar Runden über das Gelände und gesellte sich dann doch recht schnell wieder zu mir.

Essen, Trinken und Einkaufen auf Juist im Winter

Auch im Februar musste man auf Juist natürlich weder verhungern noch verdursten 😉. Rund um die Ortsmitte gibt es verschiedene kleine Geschäfte, mehrere Lebensmittelmärkte sowie Restaurants und Cafés. Alles bequem zu Fuß erreichbar.

Juist ist grundsätzlich hundefreundlich
Juist ist grundsätzlich hundefreundlich

Allerdings merkte man während meines Aufenthalts deutlich, dass noch Nebensaison war. Einige Restaurants, Cafés und Läden hatten im Februar noch geschlossen oder befanden sich in der Winterpause. Die Versorgung war trotzdem überhaupt kein Problem. Geöffnet hatten beispielsweise der Lebensmittelmarkt Gillet schräg gegenüber vom Hotel Atlantic Juist sowie der Frischemarkt in der Friesenstraße. Die Preise lagen zwar etwas über Festlandniveau, bewegten sich für eine Insel aber absolut im Rahmen.

Zum Abendessen zog es mich einmal in die Küchenwerkstatt, die nur wenige Schritte vom Hotel entfernt liegt. Service und Atmosphäre waren angenehm entspannt und meine Currywurst mit Pommes wirklich lecker – genau das Richtige nach einem langen Tag draußen an der Nordseeluft. Hunde sind hier willkommen.

Die Currywurst in der Küchenwerkstatt war lecker
Die Currywurst in der Küchenwerkstatt war lecker

An einem anderen Abend war ich in Baumanns Kaffeehuus essen. Dort entschied ich mich für ein überbackenes Baguette mit Schinken und Käse samt kleiner Salatbeilage. Nicht besonders spektakulär vielleicht, aber genau das, worauf man nach einem kalten Wintertag auf Juist mit Hund irgendwie Lust hat. Auch hier sind Hunde willkommen.

Anreise nach Juist mit Hund

Für die Überfahrt nach Juist gibt es drei verschiedene Fährverbindungen: die klassische Inselfähre sowie die beiden schnelleren Varianten Töwerland Express und Inselexpress. Charly und ich haben uns für die Inselfähre entschieden, die von Norddeich aus etwa 1,5 Stunden bis nach Juist braucht.

Hunde sind auf allen Fähren erlaubt. Gerade mit größeren Hunden dürfte die klassische Fähre allerdings die entspannteste Variante sein, weil dort einfach deutlich mehr Platz vorhanden ist. Wir hatten außerdem großes Glück mit dem Wetter: Sonnenschein, blauer Himmel und für Februar überraschend angenehme Temperaturen. Deshalb verbrachten Charly und ich die komplette Überfahrt draußen an Deck und allein dafür hatte sich die etwas längere Fahrt schon gelohnt.

Wir sind mit der Inselfähre nach Juist gefahren
Wir sind mit der Inselfähre nach Juist gefahren

Nach Norddeich bin ich mit dem Auto angereist. Für die letzten Kilometer sollte man allerdings etwas Zeit einplanen, denn kurz vor Norddeich führt die Strecke über eine Landstraße, auf der auch einiges an LKW-Verkehr unterwegs ist. Und die Fähren warten bekanntlich nicht auf verspätete Urlauber 😉.

Direkt in Norddeich gibt es mehrere große Parkplätze in Hafennähe. Ich hatte meinen Stellplatz vorab reserviert und konnte dadurch ganz entspannt in unmittelbarer Nähe zur Fähre parken. Von dort waren es nur wenige Gehminuten bis zur Anlegestelle.

Die Buchung von Fähre und Parkplatz funktioniert unkompliziert online über Frisonaut. Günstig ist die Anreise allerdings nicht unbedingt. Für Parkplatz, Fähre inklusive Hund kamen bei meinem Aufenthalt im Februar insgesamt rund 91 Euro zusammen.

Juist mit Hund im Winter – Fazit

Mir und Charly hat Juist im Februar richtig gut gefallen. Die Nordseeinsel ist zwar überschaubar, hat im Winter aber einen ganz besonderen Charme. Alles wirkt ruhiger, entspannter und irgendwie entschleunigt.

Besonders schön fanden wir natürlich die langen Strände. Vor allem deshalb, weil Hunde im Winter überall mit an den Strand dürfen. Für Charly gab es also jede Menge spannende Gerüche, Wind um die Nase und ganz viel Nordseegefühl.

Leere Strände auf Juist mit Hund im Winter
Leere Strände auf Juist mit Hund im Winter

Positiv aufgefallen sind mir außerdem die vielen Kotbeutelspender, die auf der Insel verteilt stehen. Das ist wirklich vorbildlich gelöst – Daumen hoch dafür.

Man sollte allerdings nicht unterschätzen, dass auf Juist tatsächlich alles zu Fuß erledigt wird. Wer gerne Fahrrad fährt und einen Hund hat, der entspannt in einem Hundeanhänger mitfährt – beziehungsweise überhaupt hineinpasst 😉 –, ist hier definitiv im Vorteil und kommt deutlich schneller und weiter über die Insel. Vorausgesetzt natürlich, der Vierbeiner ist an das Fahren im Anhänger gewöhnt.

Charly und ich waren ausschließlich zu Fuß unterwegs. Genau deshalb gibt es auf Juist für uns auch noch einiges zu entdecken. Ich würde beim nächsten Mal zum Beispiel gerne noch bis ganz ans östliche Ende der Insel spazieren – und natürlich auch in die andere Richtung bis zum Billriff.

Zu einem Aufenthalt auf Juist mit Hund gehört natürlich auch ein Besuch des Seezeichens am Hafen
Zu einem Aufenthalt auf Juist mit Hund gehört natürlich auch ein Besuch des Seezeichens am Hafen

Als Reisezeit für Juist mit Hund kommen für mich tatsächlich am ehesten die Wintermonate infrage. Mit zwei großen Hunden wie meinen Rhodesian Ridgebacks wäre mir die Insel in der Hauptsaison vermutlich einfach zu voll und dadurch auch deutlich anstrengender.

Die beiden Hundestrandbereiche und auch der Hundeauslauf würden sich dann wahrscheinlich schnell ziemlich eng anfühlen – vor allem, wenn dort zusätzlich noch zahlreiche „Tut-Nixe“ an ausgefahrenen Flexileinen unterwegs sind, die natürlich nur mal freundlich Hallo sagen wollen 😉.

Genau deshalb haben Charly und ich die ruhige Winterstimmung auf Juist so genossen. Viel Platz, wenig Trubel und entspannte Spaziergänge. Das passt einfach deutlich besser zu uns.

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