Griechenland, Reiseziele
Schreibe einen Kommentar

Griechenland mit Hund – so geht’s

Griechenland mit Hund - so geht's | Foto: Nima Ashoff

Gastbeitrag – Malerische weiße Häuser mit blauen Türen, türkisfarbenes Meer und traumhafte Sandstrände? Solche Bilder haben die meisten vor Augen, wenn sie an Griechenland denken. Das Griechenland, in das ich mich vor einigen Jahren verliebt habe, sieht anders aus: hohe Berge, riesige Wälder, eiskalte Bergflüsse und Natur, wohin das Auge reicht. Wer Griechenland mit Hund entdecken möchte, findet hier eine Seite des Landes, die viele noch gar nicht kennen.

Neun Jahre lang sind mein Mann und ich mit unseren Hunden in einem Oldtimerbus durch Europa gereist. Immer wieder zog es uns dabei nach Griechenland zurück, und irgendwann war klar, dass das Land einen festen Platz in unserem Herzen erobert hat.

Ganz besonders angetan hat es mir der ursprüngliche Epirus im Norden Griechenlands, direkt an der Grenze zu Albanien, aber auch die Peloponnes und Kreta habe ich ausgiebig erkundet. Während mich der Epirus mit seinen wilden Berglandschaften, tiefen Schluchten und viel unberührter Natur begeistert, bietet die Peloponnes eine Mischung aus abwechslungsreichen Küsten und charmanten Dörfern. Kreta wiederum vereint die Vielseitigkeit des ganzen Landes auf einer Insel. Du kannst eine Wanderung auf 2000 Meter hohe Berge machen und danach ins Meer springen.

Ursprüngliche Landschaften, tiefe Täler und eine herrliche Bergwelt - auch das ist Griechenland | Foto: Nima Ashoff
Ursprüngliche Landschaften, tiefe Täler und eine herrliche Bergwelt – auch das ist Griechenland | Foto: Nima Ashoff

Doch wie einfach oder schwierig ist eine Reise mit deinem Hund nach Griechenland? Wie kommst du am besten dorthin und was gibt es vor Ort zu beachten?

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine kleine virtuelle Tour durch ein Griechenland, das weit mehr zu bieten hat als weiße Häuser und blaues Meer.

Griechenland mit Hund: So kommst du dorthin

Bevor du Griechenland mit Hund erleben kannst, musst du zuerst einmal dorthin kommen, und dazu gibt es verschiedene Optionen. Du kannst den Landweg wählen und aussuchen, ob du innerhalb der EU-Länder bleibst oder ob dich deine Route durch Nicht-EU-Länder wie Montenegro und Albanien führen soll. Davon hängt ab, welche Dokumente du benötigst.

  • Innerhalb der EU reichen der EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung aus. Zudem muss dein Fellfreund gechipt sein.
  • Fährst du durch Nicht-EU-Länder, können darüber hinaus ein Gesundheitszeugnis und eine Titerbestimmung notwendig sein.

Alternativ ist die Anreise von Italien mit der Fähre möglich. Die kürzeste Strecke ist von Bari nach Igoumenitsa mit ca. 10 Stunden Überfahrt. Von Venedig dauert sie ca. 25 Stunden und von Ancona 20 Stunden. Die Fähren bieten Hundekabinen, in die du deinen Vierbeiner mitnehmen darfst. Zum Gassigehen gibt es zwar einen Bereich mit einem winzigen Bonsai-Baum, aber da haben meine Hunde immer entsetzt die Nase gerümpft.

Für die Anreise nach Griechenland mit Hund gibt es verschiedene Möglichkeiten | Foto: Nima Ashoff
Für die Anreise nach Griechenland mit Hund gibt es verschiedene Möglichkeiten | Foto: Nima Ashoff

Welche Form der Anreise du wählst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie viel Zeit hast du für deinen Urlaub?
  • Möchtest du gerne auch andere Länder anschauen?
  • Wie verträgt dein Hund das lange Fahren?

Natürlich ist es auch eine Kostenfrage, denn die Hundekabinen sind kein Schnäppchen. Fährst du hingegen über Land, kommen zum Sprit ggf. noch Mautgebühren hinzu.

Unterwegs im Land: Kultur und Besonderheiten

Einer der Gründe, wieso ich Griechenland (mit Hund) so liebe, ist dieser: Hier ist alles ein Stück spontaner, improvisierter und lebendiger. Die Menschen sind nicht so verkopft, sondern vielmehr „verherzt“. Ich empfinde sie zudem in vielen Punkten als deutlich gelassener, auch im Umgang mit Hunden. 

Unsere Merle trägt aus gutem Grund den Spitznamen „Brüllkäfer“, da man sie schwer überhören kann. Sie bellt nicht nur viel, sondern auch mit einer Stimme, die Gläser zum Zerbersten bringt. In Deutschland würde ich in einigen Situationen garantiert genervte Blicke ernten. In Griechenland reagieren die Menschen erstaunlich locker. Da kommt dann eher ein lachendes „Die hat aber Energie!“.

Auch in vielen anderen Momenten spürst du die griechische Grundhaltung, die sich in der Redewendung „siga, siga“ widerspiegelt. Sinngemäß bedeutet es „langsam, langsam“, also immer mit der Ruhe. Hier werden die Dinge eher genommen, wie sie kommen. Das ist vielleicht erst einmal gewöhnungsbedürftig, doch du reist wesentlich entspannter, wenn du dich darauf einlässt.

Straßenhunde und frei laufende Hunde

Merle ist eine ehemalige Streunerhündin aus Griechenland | Foto: Nima Ashoff
Merle ist eine ehemalige Streunerhündin aus Griechenland | Foto: Nima Ashoff

Dieses Thema liegt mir ganz besonders am Herzen, und zwar nicht nur deshalb, weil Miro und Merle ehemalige Streuner sind. Die Situation der Straßenhunde ist von Gemeinde zu Gemeinde, von Dorf zu Dorf, sehr unterschiedlich. In meinem Lieblingsbergdorf Pades leben vier Hunde, die von den Einwohnern gefüttert und medizinisch versorgt werden, wenn dies nötig ist. Diese Tiere können frei entscheiden, wo sie sich aufhalten und was sie machen wollen. Ihnen geht es gut und sie sind glücklich. Es gibt keinen Grund, sie aus dieser Umgebung herauszureißen und für sie ein Zuhause zu suchen.

An anderen Orten sind die Streuner Gefahren durch den Straßenverkehr oder gezielten Vergiftungen ausgesetzt. Und leider gibt es auch zahlreiche Tiere, die krank, verletzt oder extrem abgemagert sind. Diese Hunde benötigen Hilfe, allerdings sollte diese mit Bedacht und immer individuell erfolgen. In diesem Artikel erfährst du mehr zum Tierschutz in Griechenland.

In all den Jahren, in denen ich nun schon das Land bereise, habe ich mit den Streunern keine einzige schlechte Erfahrung gemacht. Die meisten von ihnen haben ein tolles Sozialverhalten und zwischen ihnen und meinen Hunden gab es nie Probleme, obwohl Miro Hundebegegnungen nicht mag.

Ein Hinweis: In manchen Gegenden triffst du auf Herdenschutzhunde, die auf Schafe, Ziegen oder Kühe aufpassen. Nimm deinen Hund in so einem Fall nah zu dir und laufe nicht in eine Herde hinein. Gehe entweder ruhig weiter oder drehe um und weiche ein wenig aus. In der Regel sind diese Tiere friedlich, wenn sie sich nicht durch dich oder deinen Vierbeiner bedroht fühlen.

Wandern und Natur mit Hund in Griechenland

Ich selbst bin ein Naturmensch und fahre nur in Städte, um einzukaufen oder andere Erledigungen zu machen. Deshalb kann ich dir wenig zu Athen oder Thessaloniki sagen, dafür umso mehr zu den vielen Wandermöglichkeiten, die dir Griechenland bietet.

In Griechenland gibt es zahllose tolle Wanderwege mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden | Foto: Nima Ashoff
In Griechenland gibt es zahllose tolle Wanderwege mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden | Foto: Nima Ashoff

Speziell im Epirus findest du viele Touren, von einfach bis anspruchsvoll. Ein schöner Ausgangspunkt dafür ist das Bergdorf Pades, das am Fuße des zweithöchsten Berges liegt. Von hier starten verschiedene Routen, von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden.

Doch auch auf Kreta habe ich mit meinen Hunden tolle Wanderungen unternommen, sowohl Küstenwege mit Ausblick auf das weite Meer als auch Bergwanderungen, bei denen du dir vorkommst wie in Österreich.

Wichtig zu wissen: Viele Wanderwege sind nicht gut ausgeschildert. Deshalb solltest du eine App wie Komoot, Osmand oder Wikiloc nutzen, um dich zu orientieren.

Natürlich gehört auch das Meer zu einer Reise nach Griechenland dazu. Es wäre eine Schande, sich die wunderschönen Strände entgehen zu lassen! Das Gesetz besagt, dass Hunde an nicht organisierten Stränden erlaubt sind, wenn sie an der Leine geführt werden. An organisierten Stränden mit Sonnenliegen sind Vierbeiner in der Regel nicht gestattet, ausgenommen sind Assistenzhunde. Wenn du unsicher bist, achte am besten auf die Beschilderung.

Natürlich ist auch ein Strandtag mit Hund in Griechenland möglich | Foto: Nima Ashoff
Natürlich ist auch ein Strandtag mit Hund in Griechenland möglich | Foto: Nima Ashoff

Für mich und meine Hunde war es außerhalb der Hauptsaison immer besonders schön, weil viele Strände dann leerer sind und sich euch dadurch mehr Möglichkeiten bieten. Im Frühling und September ist es außerdem noch nicht so heiß, aber warm genug, um ins Meer zu springen.

Hundefutter und medizinische Versorgung

Wenn du eine längere Reise nach Griechenland mit Hund planst, wirst du unterwegs wahrscheinlich für Futternachschub sorgen müssen. In vielen Städten findest du kleinere oder große Zoofachgeschäfte mit bekannten Futtermarken.

Du kannst aber auch über einen griechischen Onlineshop Futter bestellen und es dir beispielsweise zu einem Campingplatz schicken lassen. Eine weitere Bezugsquelle sind Tierärzte, die meistens ebenfalls Zubehör und Futter verkaufen.

Die tiermedizinische Versorgung fand ich übrigens immer bestens! Als meine mittlerweile verstorbene Hündin Jule auf Kreta einmal eine Impfung benötigte, hat ihr der Arzt zur Beruhigung etwas vorgesummt. Das hat mich sehr berührt.

In den meisten Städten und touristischen Regionen Griechenlands sind die Tierärzte und Tierkliniken gut ausgestattet. In ländlicheren Gegenden oder auf kleineren Inseln kann die nächste Klinik aber weiter entfernt sein. Deshalb solltest du am besten kurz schauen, wo die nächste Praxis ist und welche Nummer du im dringenden Fall anrufen kannst.

Vor der Reise nach Griechenland mit Hund unbedingt tiermedizinische Vorkehrungen gegen die üblichen Mittelmeerkrankheiten treffen | Foto: Nima Ashoff
Vor der Reise nach Griechenland mit Hund unbedingt tiermedizinische Vorkehrungen gegen die üblichen Mittelmeerkrankheiten treffen | Foto: Nima Ashoff

Kurzer Gesundheitshinweis: Mittelmeerkrankheiten

Wenn du mit deinem Fellfreund nach Griechenland reist, solltest du an die sogenannten Mittelmeerkrankheiten wie Leishmaniose oder Herzwurmerkrankungen denken. Diese können durch Sandmücken, Stechmücken und Zecken übertragen werden.

Zum einen benötigt dein Hund eine für ihn passende Prävention, die du rechtzeitig vor der Abfahrt mit deinem Tierarzt besprechen solltest. Zum anderen kannst du ihn schützen, indem du ihn in den kritischen Abendstunden nicht draußen herumliegen lässt.

Fazit: Griechenland mit Hund lohnt sich

Griechenland ist kein Reiseziel, das du einfach so spontan ansteuerst. Und weil die Anreise etwas weiter ist, lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt. Du kannst sicher sein, dass es für dich und deinen Hund genug zu entdecken gibt und es nicht langweilig wird.

Die abwechslungsreiche Natur, die vielen ruhigen Orte, die herzlichen Menschen und die besondere Mischung aus Freiheit, Improvisation und Lebensfreude machen dieses Land für mich zu einem wunderbaren Reiseziel für Zwei- und Vierbeiner.

Mehr praktische Informationen findest du in meinem E-Book „Reisen mit Hund in Griechenland“. Darin geht es unter anderem ausführlicher um die An- und Einreise, Camping- und Stellplätze, medizinische Versorgung mit Tierarztempfehlungen, Einkaufsmöglichkeiten für Mensch und Hund, Tipps zu hundefreundlichen Aktivitäten und viele persönliche Erfahrungen.

Über die Autorin Nima Ashoff

Ich bin Nima Ashoff, Tierpsychologin und seit vielen Jahren mit Hunden unterwegs. Neun Jahre lang bin ich gemeinsam mit meinem Mann und unseren Hunden in einem Oldtimerbus durch Europa gereist. Immer wieder zog es uns dabei nach Griechenland.

Nima Ashoff ist Tierpsychologin und seit vielen Jahren mit Hunden unterwegs | Foto: Nima Ashoff
Nima Ashoff ist Tierpsychologin und seit vielen Jahren mit Hunden unterwegs | Foto: Nima Ashoff

Durch meine eigenen Reisen, meine Hunde Miro und Merle, die beide aus Griechenland stammen, und meine enge Verbindung zu den Menschen ist Griechenland für mich weit mehr als ein Urlaubsziel.

In meinen Artikeln teile ich persönliche Erfahrungen, praktische Tipps und gebe authentische Einblicke für alle, die mit ihrem Fellfreund nach Griechenland reisen möchten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert