Wandern mit Hund, Westerwald
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Gibt es den roten Milanweg oder nicht?

Dayo und Danai auf dem roten Milanweg

Mit mir zu wandern, ist schon eine Herausforderung. Hin und wieder komme ich vom rechten Weg ab. Oder ich laufe auf Wanderwegen, die gar nicht ausgezeichnet sind. Mit schlafwandlerischer Sicherheit habe ich letztens eine Wanderung heraus gesucht, bei der sich die Frage stellte: Gibt es den roten Milanweg oder nicht?

Roter Milanweg – ja oder nein?

Es ist ein herrlicher Oktobermittag. Der Himmel ist so strahlend dunkelblau, dass er einer kitschigen Postkarte entsprungen sein könnte. Dayo, Suri und ich treffen Marion und Danai auf dem Parkplatz unterhalb der Kirche in Niederbach, ein kleines verträumtes Örtchen keine drei Kilometer von meinem Zuhause entfernt.

Hier gibt es die Milanwanderwege – Rot, Blau und Violett. Wir wollen heute den roten Milanweg laufen, der eine Streckenlänge von rund 11 Kilometern hat. Die Wegbeschreibung habe ich vorher ausgedruckt und auch im Internet erfahren, dass irgendeine Brücke an irgendwelchen Teichen nicht begehbar ist und sich daher die Strecke um 1,2 Kilometer verkürzt. Wenn es sonst nichts ist!

Roter Milanweg - ja oder nein? Auf jeden Fall startet dieser Wanderweg an der Kirche in Niedererbach

Roter Milanweg – ja oder nein? Auf jeden Fall startet dieser Wanderweg an der Kirche in Niedererbach

Ohne Arg und mit gut gelaunten Hunden spazieren wir los und erfreuen uns am herrlichen Wetter und der hübschen Kirche, bevor es auf einem asphaltierten Weg durch Felder und Wiesen in Richtung Obererbach geht.

Dayo versucht die etwas zickige Danai für sich zu gewinnen. Diese lässt sich zwar noch halbwegs freundlich mit Dayo ablichten, das war’s aber auch schon. „Komm mir ja nicht zu nahe, sonst gibt’s einen Satz heiße Ohren“ scheint ihr Blick zu sagen.

In Nieder- und Obererbach wohnen sehr ordentliche Menschen, denn es wird gut dafür gesorgt, dass Wege und Wiesenränder sauber bleiben. Kurz darauf passieren wir eine Kläranlage und erreichen wenig später Obererbach.

Glücklicherweise kann ich euch noch zeigen, wie die Wegbeschriftung für den roten Milanweg aussieht. Denn dies ist das letzte Mal, dass wir diese Markierung sehen.

So sieht der Wegweiser für den roten Milanweg aus (wenn es denn einen gibt)

So sieht der Wegweiser für den roten Milanweg aus (wenn es denn einen gibt)

Wir spazieren durch Obererbach, das ganz still in der nachmittäglichen Sonne liegt. Ab und zu braust ein Auto vorbei. Das war es auch schon. Danai lässt sich gnädigerweise vor der Kirche fotografieren bevor wir – etwas verwirrt – nach weiteren Wandermarkierungen suchen.

Roter Milanweg – als wir den Faden verloren

Wir befragen ein älteres Ehepaar, das zwar sehr freundlich und hilfsbereit ist, aber keine Ahnung hat, wovon wir reden …

Immerhin haben wir ja noch die Wegbeschreibung, die uns mitteilt, dass wir zu dem Ortsende müssen, wo die Straße in Richtung Malmeneich führt (ist ja wohl klar, dass wir erst einmal das falsche Ortsende aufgesucht haben …).

Geschafft. Nach dem Ortsende sollen wir rechts abbiegen und auf den Wald zu laufen. Das tun wir. Wir gelangen auch auf einen Pfad, der uns durch den Wald führt …

Irgendwann waren wir zwar auf einem Weg unterwegs, aber vermutlich nicht auf dem roten Milanweg

Irgendwann waren wir zwar auf einem Weg unterwegs, aber vermutlich nicht auf dem roten Milanweg

Was wir nicht finden sind Stufen, die uns auf den rund 275 Meter hohen Gipfel führen sollen. Dafür finden wir eine idyllische Wiese und machen hier erst einmal eine kleine Fotopause.

Die Vierbeiner haben hier außerdem noch die Gelegenheit, ihren Durst zu stellen. Und ich stelle fest, dass ich die Wegbeschreibung verloren haben. Sie muss mir irgendwo aus der Hosentasche gefallen sein.

Na ja, wir sind ja nicht in Kamtschatka, oder? Nein, in Kamtschatka sind wir nicht, aber das sieht auch nicht nach roter Milanweg aus. Bis jetzt haben wir immer noch gehofft, der Pfad mit den Stufen zum Gipfel taucht noch auf. Diese Hoffnung begraben wir. Hier ist für uns kein Weiterkommen.

Als wir auf dem Wanderweg nicht weiterkommen, drehen wir um und gehen zurück nach Niedererbach

Als wir auf dem Wanderweg nicht weiterkommen, drehen wir um und gehen zurück nach Niedererbach

Nachdem Marion ihre Schuhe von ein paar Steinen befreit hat, drehen wir also um.

Wie war das vor ein paar Wochen eigentlich mit der Wanderung durch das Eisenbachtal? Diesen Wanderweg hielt ich auch für unverfehlbar. Dort verloren wir unterwegs irgendwo zwei oder drei Kilometer, weil wir aus uns unbekannten Gründen vom rechten Weg abkamen … 😉 …

Wir müssen die ganze Zeit furchtbar lachen und Marions vorsichtig formulierte Frage  „Ich dachte, Du machst solche Wanderungen öfters“ bringt uns nur dazu, noch mehr lachen zu müssen.

Wir überqueren vorgenannte Wiese und landen kurz darauf direkt an der Kläranlage, die wir auf dem Hinweg nur aus der Ferne gesehen haben. Kurz darauf sind wir wieder auf dem Asphaltweg und marschieren unverrichteter Dinge zurück nach Niedererbach. Immerhin sind auf eine Wanderstrecke von sieben Kilometern gekommen. Nicht ganz, dass was wir uns vorgestellt haben.

Gruppenfoto auf dem roten Milanweg Dayo, Suri und Danai

Gruppenfoto auf dem roten Milanweg Dayo, Suri und Danai

Natürlich fand ich das jetzt eher peinlich für mich, denn ich glaubte mich ja gut vorbereitet. Ich habe also später des abends im Internet nochmals recherchiert. Und siehe da: Auf der Wanderseite von der Westerwald-Touristik steht auch, dass der rote Milanweg aus organisatorischen Gründen nicht ausgeschildert ist (na ja, die Strecke zwischen Nieder- und Obererbach war ja ausgezeichnet).

Auf der Website der Gemeinde Niedererbach steht dies allerdings nicht. Und auch nicht am Parkplatz, wo alle Milanwege aufgeführt und beschrieben sind. Ein Hinweis dort wäre sehr schön gewesen.

 

4 Kommentare

  1. Bernd Nink sagt

    Hallo Martina
    ich habe gerade nochmal Deinen Bericht über den Roten Milanweg gelesen. Wir hatten uns ja schon mal telef. bzw. per mail in Verbindung gesetzt. Deine Kritik, dass ein Hinweis an der Tafel fehlt, ist sehr verständlich! Es ist mehrmals darauf hingewiesen worden, dass dort ein Hinnweis angebracht werden sollte. Leider ist nichts geschehen. Ihr seid nicht die einzigen, die bei der Wegfindung Schwierigkeiten hatten. Wenn ich zufällig Wanderer im Dorf sehe spreche ich sie an und gebe ihnen, sofern sie auf den Milanwegen unterwegs sein wollen Hinweise.
    Leider fehlt auch beim Blauen Milanweg mittlerweile ein Wegweiser. Für Auswärtige, Ortsunkundige ist dies sehr ärgerlich. Auch während der Bauarbeiten (Instandsetznng) der Eisenbahnbrücke über das Sandbachtal. gab es für den Roten Milanweg keinerlei Hiuweis auf eine Umleitung. So standen auswärtige Wanderer vor einem Zaun!
    Ich hatte mir seinerzteit die Wandervorschläge ausgedacht und ich und meine Wanderfreunde haben die Wege dann mit Wegweisern versehen. Aus heutiger Sicht muss ich leider sagen dass ich mir diese Mühe nicht mehr machen würde, es war ein großer Fehler! Es gab auch schon sehr positive Aussagen zu den Wanderungen, aber seit einigen Jahren auch negative. Mir ist sogar empfohlen worden die Wegweiser abzureißen!
    So, das musste mal gesagt werden.
    Alles Gute und einen schönen Tag noch
    Bernd

    • martinazuengel sagt

      Lieber Bernd,
      wie schön, von Dir zu hören, und ich habe auch ein schlechtes Gewissen, dass wir immer noch nicht die verabredete Tour gelaufen sind. Aber immer ist irgendetwas los und manchmal habe ich es auch einfach vergessen…
      Das ist ja wirklich schade, dass die beiden Milanwege weiterhin nicht so gut ausgewiesen und obendrein sehr beedauerlich, dass Deine Unterstützung nicht anerkannt wird. So etwas ist gar nicht nett.
      Lass Dich nicht unterkriegen.
      Viele Grüße
      Martina

  2. Bernd Nink sagt

    Hallo Martina, wie ich gerade vorhin geschrieben habe sind viele Wegweiser im Bereich von Obererbach leider entfernt worden. Auf einem neuen Flyer der Gemeinde soll, wie ich gehört habe, der rote Milanweg „rausgenommen“ werden. Auf einen Hinweis an der Tafel beim Parkplatz bei der Kirche habe ich aufmerksam gemacht. Da soll ein Hinweis angebracht werden. Im Internet müsste m. W. noch die Route zu finden sein. Auf dem Obererbacher Kopf läßt es sich gut rasten.
    Gruß
    Bernd

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