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Dogs with a Job – der Therapiehund

Dogs with a Job - der Therapiehund

Viele Hunde leben nicht einfach nur in den Tag hinein, sondern haben echte Jobs. Ein solcher Job ist die Arbeit als Therapiehund. Ich stelle dir heute zwei dieser Vertreter vor: Buddie, der in einer Stadtbibliothek arbeitet, und Samir, der u.a. in einer Justizvollzugsanstalt unterwegs ist.

Was ist eigentlich ein Therapiehund?

Als Hundebesitzerin bzw. Hundebesitzer weißt du natürlich, dass Hunde Balsam für die Seele sind. Sie geben ihre gesamte Liebe und verlangen so wenig dafür. Sie trösten dich, wenn es dir schlecht geht, und sie freuen sich, wenn es dir gut geht.

Außerdem haben Vierbeiner nachweislich tatsächlich auch die Gabe, Angstzustände bei Menschen lösen zu können oder Trauerarbeit zu leisten. Das hat die Medizin inzwischen schon länger erkannt und so ist es nicht verwunderlich, dass immer öfter Therapiehunde zum Einsatz kommen.

Eine solche tiergeschützte Therapie kommt in der Regel in folgenden Bereichen zum Einsatz:

  • bei Sprachtherapien
  • in der Heilpädagogik
  • in der Ergotherapie
  • in der Psychotherapie

Bevor ein solcher Vierbeiner jedoch als Therapiehund arbeiten kann, muss er (genauso wie der dazugehörige Zweibeiner) erst einmal professionell ausgebildet werden. Besonders geeignet sind Hunde, die eine überdurchschnittliche Zuneigung zu Menschen zeigen.

Raban ist damit also raus. Für ihn sind fremde Menschen ein Graus 🙈. Charly wäre vermutlich geeignet, denn er findet alle Menschen toll, lässt sich gerne streicheln und verzeiht – beispielsweise bei Kindern – auch mal ein grobes Anpacken.

Ein Therapiehund vermittelt – quasi von jetzt auf sofort – Sicherheit, Mitgefühl und Geborgenheit. Und weil das so gut funktioniert, ist eine solche tiergestützte Therapie unter Umständen in der Lage, sowohl bei neurologischen und psychischen als auch bei sozialen Problemen zu helfen.

Buddie arbeitet in einer Stadtbibliothek

Therapiehund Buddie und Medienpädagogin Birte Weinig arbeiten in der Stadtteilbibliothek Cronenberg I Foto: Stefanie Vom Stein / Stadt Wuppertal

Therapiehund Buddie und Medienpädagogin Birte Weinig arbeiten in der Stadtteilbibliothek Cronenberg I Foto: Stefanie Vom Stein / Stadt Wuppertal

Und genau so ein Therapiehund ist Buddie. Er gehört mit seinem Frauchen – der Medienpädagogin Birte Weinig – zum Team der Stadtteilbibliothek Cronenberg in Wuppertal, ist ein zweijähriger Aussiedor (Mischung aus Australian Shepherd und Labrador) und hat Ende 2021 seine Prüfung zum therapeutisch-pädagogischen Begleithund bestanden. In dieser wurde geprüft und bestätigt, dass er stressresistent, freundlich und entspannt ist.

Seit September 2022 sind Birte und Buddie in der Bibliothek im Einsatz. Während sich Birte ihren Aufgaben als Bibliotheksleiterin widmet und außerdem Angebote sowie Programme für Gruppen von Wuppertals Schulen und Kitas vorbereitet, darf sich Therapiehund Buddie frei bewegen und wird als Lesehund oder als medienpädagogischer Begleithund eingesetzt.

Allergiker/Allergikerinnen und Menschen, die Angst vor Hunden haben, müssen sich nicht sorgen. Auf Wunsch macht Buddie dann eine Pause in seiner Hundebox. Grundsätzlich gilt: Ist Buddie in seiner Box, dann möchte er nicht gestört werden. Denn die Arbeit als Therapiehund ist für ihn anstrengend, und er benötigt ausreichen Zeit, um neue Energie für seinen nächsten Einsatz zu sammeln.

Lesebuddies – hundgestützte Leseförderung

Dogs with a Job - der Therapiehund Buddie ist als Lesehund in der Stadtteilbibliothek Cronenberg in Wuppertal unterwegs I Foto: Stefanie Vom Stein / Stadt Wuppertal

Dogs with a Job – der Therapiehund Buddie ist als Lesehund in der Stadtteilbibliothek Cronenberg in Wuppertal unterwegs I Foto: Stefanie Vom Stein / Stadt Wuppertal

Ende Januar startet die Stadtbibliothek Wuppertal mit dem dem Projekt „Lesebuddies“, denn dann beginnt das 2. Halbjahr in den Schulen in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen dieser Aktion können Kinder aus den 3. und 4. Klassen der Wuppertaler Grundschulen, die Förderbedarf beim Lesen haben, zu Einzelterminen mit Therapiehund Buddie in die Stadtteilbibliothek Cronenberg kommen. Dort bekommen sie an sechs Termin (jeweils 30 Minuten) hundgestützte Leseförderung.

So können sich Kinder gemeinsam mit Buddie in entspannter Atmosphäre in ihren Lesefertigkeiten üben. Und Buddie ist ein toller Therapiehund, denn er hat keine Vorurteile und lacht auch niemanden aus.

So wird das Selbstvertrauen und die Sicherheit der Kinder gefördert und sie können ihre Ängste beim lauten Lesen abbauen, die Artikulation verbessern und vor allem Spaß am Lesen entwickeln. Ein tolles Projekt ❤️, oder?

Wer Therapiehund Buddie kennenlernen möchte, der kann ihn montags, dienstags und freitags zu den Öffnungszeiten in der Stadtteilbibliothek Cronenberg kennenlernen.

Samir – geprüfter Therapiehund beim Deutschen Roten Kreuz

Auch Samir ist ein ein Therapiehund und zwar beim DRK Baden-Württemberg in Göppingen I Foto: Frank Sauter

Auch Samir ist ein ein Therapiehund und zwar beim DRK Baden-Württemberg in Göppingen I Foto: Frank Sauter

Auch der fast neun Jahre alte Rhodesian Ridgeback-Rüde Samir ist ein Therapiehund. Er hat seine Ausbildung 2016 beim Deutschen Roten Kreuz im Landesverband Baden-Württemberg in Göppingen absolviert, die ein halbes Jahr dauerte. Er gehört Frank Sauter, der zusammen mit seiner Frau Birgit im Kennel African Sai’s Clan auch Rhodesian Ridgebacks züchtet.

Mit Samir verbindet mich eine persönliche Beziehung, denn er ist ein Sohn von meinem Bärenprinzen Dayo. Kein Wunder also, dass Samir so oder so etwas ganz Besonderes ist. Mal abgesehen von seinem großartigen Charakter ist er auch weltweit der einzige Rhodesian Ridgeback-Therapiehund, der die Internationale Gebrauchshundeprüfung (IGP FCI) bestanden hat.

Aber zurück zu seiner Arbeit als Therapiehund. Hunde, die im DRK ausgebildet werden, müssen natürlich in Extremsituationen bestehen können. Er darf sich also beispielsweise nicht von einem Patienten, der unter dem Tourette-Syndrom leidet und plötzlich schreit, irritieren lassen.

Auch muss er Ruhe bewahren können, wenn sich beispielsweise ein Patient mit Down-Syndrom an ihn klammert und ihn nicht mehr loslassen will. Selbstverständlich darf ein Therapiehund eine solche Situation als unangenehm empfinden und versuchen, diese zu vermeiden. Nach vorne gehen darf er aber unter keinen Umständen.

Therapiehund Samir muss in Extremsituation immer gelassen sein

Therapiehund Samir muss in Extremsituation immer gelassen sein I Foto: Frank Sauter

Aktuell ist Therapiehund Samir in der JVA Schwäbisch Gmünd im Einsatz. Samir geht mit großer Freude dorthin, während Frank doch eher ein beklemmendes Gefühl hat. Aber die Erfolge, die Samir dort mit seinen Patienten und Patientinnen erzielt, machen alle Beklemmungen wett.

Da ist beispielsweise der junger Mann, der mit 27 Jahren nur noch mit seinen Augen blinzeln kann, weil die Muskeln in seinem Körper nicht mehr reagieren. Wenn Frank die Hand des Mannes auf den Kopf von Samir legt, geht sein (also des jungen Mannes) Puls sofort runter. Und da ist die inhaftierte Frau, der die Tränen über die Wangen laufen, während sich ihre Hände an Samirs Körper klammern.

Vertrauen ist der Schlüssel

„Das sind ganz besondere Momente“, sagt Frank. „Die gehen unter die Haut und sind Erfolge, die mir und Samir sehr viel bedeuten.“ Der Schlüssel zu diesen Erfolgen liegt nicht unbedingt in Samirs Ausbildung zum Therapiehund, sondern vielmehr im gegenseitigen Vertrauen zwischen Mensch und Vierbeiner sowie in der sehr engen Bindung, die die beiden haben.

Samir mit Herrchen Frank bei der Ausbildung zum Therapiehund

Samir mit Herrchen Frank bei der Ausbildung zum Therapiehund I Foto: Frank Sauter

Sowohl Samir als auch Buddie sind in ihrer Funktion als Therapiehunde Wellenbrecher und Brückenbauer. Sie beurteilen nicht nach Aussehen oder sozialem Status eines Menschen. Sie nehmen jeden so an, wie er ist, und sind einfach für die Person da. Ich wünsche den beiden hübschen Jungs und ihren Zweibeinern noch viele tolle Erlebnisse und hoffe, dass sie so vielen Menschen helfen können.

 

 

 

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für den schönen Bericht vom Team der Stadtbibliothek Wuppertal!
    Wir freuen uns sehr darüber und sind stolz darauf. Ein fröhliches Wuff auch von Buddie.
    Herzliche Grüße aus der StabiWupp

    • martinazuengel sagt

      Liebe Meike,
      ich habe zu danken für die tolle Anregung – Buddie ist so klasse und ich drücke Euch die Daumen, dass das geplante Angebot zur Unterstützung beim Lesen gut angenommen wird.
      Viele Grüße
      Martina

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