Dies und das
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Abschied von Suri

Abschied von Suri

Ich habe mich schon lange vor dem Augenblick gefürchtet, Abschied von Suri nehmen zu müssen. Immer wieder habe ich gehofft, dass alles wieder gut oder wenigstens besser  werden würde. Aber nichts ist besser geworden. Am vergangenen Dienstag ist meine Bärin über die Regenbogenbrücke gegangen und jetzt wieder mit Dayo vereint (hoffe ich jedenfalls).

Suri wurde 13 Jahre und fast 5 Monate alt

Als Dayo im Sommer 2019 anfing zu kränkeln, war auch Suri angeschlagen. Genau wie mein allerliebster Bär litt auch die Bärenprinzessin an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, die jedoch erst nach einem Tierarztwechsel diagnostiziert wurde. Es hat einige Wochen mit einer Futterumstellung und Verzicht auf Leckerlis gedauert, bis wir alles im Griff hatten.

Obwohl man Suri immer weniger anmerkte als Dayo, dass es ihr schlecht ging, war sie nicht gut beisammen. Ich war damals auch auf der Suche nach alternativen Behandlungsmethoden, um die Gesundung sowohl bei Suri als auch bei Dayo zu unterstützen. Dabei wurde mir die Tierheilpraktikerin Birgit Ötting empfohlen. Dort habe ich für meine beiden Bären einen Speicheltest gemacht und bin den Empfehlungen der Tierheilpraktikerin gefolgt.

Suri war eine sehr eigenständige Persönlichkeit

Suri war eine sehr eigenständige Persönlichkeit

Bei Suri haben diese Empfehlungen tatsächlich wahre Wunder gewirkt. Wir konnten nicht nur ihre jahrelange, leichte Inkontinenz überwinden, sondern ihr allgemeines Befinden im Ganzen deutlich verbessern. Sie wurde sehr munter und wieder sehr aktiv. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar.

In der Zeit, wo es Dayo so schlecht ging, rutschte sie zwangsläufig aus meinem Fokus. Sie hat sich nie darüber beschwert, sondern hingenommen, dass ihr Gefährte im Mittelpunkt stand. Und als Dayo nicht mehr da war, ging es nicht nur mir, sondern auch Suri nicht so gut. Sie war insbesondere auf den Abendspaziergängen mit dem reizenden Gemahl immer auf der Suche nach ihrem Bären …

Nur wenige Tage nachdem Raban bei uns eingezogen war, erhielten wir die Hiobsbotschaft, dass Suri ein Sarkom an der Pfote hat, das operativ entfernt werden musste. Bei dieser Operation wurde gleichzeitig die Milz entfernt. Beim letzten Ultraschall waren auf der Milz „dunkle Flecken“ zu sehen. Beim Ultraschall, der kurz vor der OP vorgenommen wurde, zeigte sich, dass sich diese Flecken deutlich vergrößert hatten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Suri hat diese Operation sehr gut überstanden. Ich denke, dass Raban einen großen Anteil an ihrer Genesung hatte. Er fühlte sich anfangs nur bei ihr sicher. Und Suri hat ihm sogar das Kontaktliegen bei ihr erlaubt (das durfte Dayo in 10 Jahren des Zusammenlebens nicht). Er gab ihr Auftrieb. Sie hat sich um ihn gekümmert und ihm viel beigebracht.

Neuigierig und immer auf der Pirsch

Neuigierig und immer auf der Pirsch

Nur das Laufen wurde im Laufe des Jahres 2020 immer schwerer für Suri. Zu der vor einigen Jahren diagnostizierten Spondylose im unteren Rückenbereich kam auch Cauda Equina hinzu. Bis Ende November 2020 ist sie noch alle Spazierrunden (auch die große Runde morgens) mitgelaufen.

Seit dem Frühjahr 2021 war Suri in physiotherapeutischer Behandlung in unserer Tierarztpraxis in Neuhäusel. Die Bärenprinzessin hat sogar zu ihrer Physiotherapeutin Annalina Platt echte freundschaftliche Gefühle entwickelt … 😉 … und wer Suri kannte, der weiß, was das bedeutete.

Ihr ging es zeitweise immer mal wieder besser. Dann gab es die Tage, an denen sie kaum laufen wollte (und konnte). Zum Schluss hatte sie auch immer weniger Kontrolle über ihren Stuhlgang. Oft verlor sie nachts ein oder mehrere Häufchen. An Treppensteigen war schon lange nicht mehr zu denken (so konnte sie auch nicht mehr mit ins Büro oder ins Schlafzimmer gehen. Getragen werden wollte sie aber nicht.

Schweren Herzens haben der reizende Gemahl und ich dann gemeinsam mit der Tierärztin beschlossen, dass für Suri der Zeitpunkt gekommen ist, sie über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen. Frau Koch kam am Dienstag und hat sie zu Hause bei uns einschlafen lassen. Raban hatte Gelegenheit, in Ruhe Abschied von Suri zu nehmen (und ich glaube auch, dass er verstanden hat, was Sache ist).

Suris Leben im Schnelldurchlauf

Suri kam im März 2010 über die Organisation Rhodesian Ridgebacks in Not e.V. zu uns. Sie war eine bildhübsche 2 Jahre alte und bereits kastrierte Hündin, die sich vom ersten Moment an ausgezeichnet mit Dayo verstanden hat.

Suri hatte von Anfang an die Hosen an

Suri hatte von Anfang an die Hosen an

Suri war die Bärenprinzessin (auf der Erbse), die sich Dayo von Anfang an untertan gemacht hat. Lag Dayo gemütlich zusammengerollt auf der Couch, hat Madame so lange Spielaufforderungen gegeben, bis der arme Kerl darauf eingegangen ist. Aber spielen war dann nicht … 😉 … Suri wollte in der Regel nämlich nur Dayos Platz ergattern.

Auch beim Verbellen von Feinden (= ALLE anderen Hunde) hat sich Suri selten die Pfoten selber schmutzig gemacht. Eine kleine Aufforderung genügte und Dayo hatte das für sie erledigt.

Suris größte Leidenschaft war die Jagd!

Jagd war ihre Leidenschaft

Jagd war ihre Leidenschaft

Was waren Suri und ich in den ersten zwei Jahren unseres gemeinsamen Lebens gestresst. Und wie viel Geld habe ich für Anti-Jagdtrainings – von der Einzel- bis zur Gruppenstunde – ausgegeben.

Sie liebte die Jagd, agierte dabei sehr strategisch und zog es vor, sich am Ende der Jagd abzulegen und auf Abholung zu warten (nicht gelogen). Ich erinnere mich noch deutlich daran, wie sie mir (da lebten wir noch in der überschaubaren Wetterau) abhanden kam. Nachdem ich damals Dayo nach Hause gebracht hatte, bin ich fast eine Stunde mit dem Fahrrad kreuz und quer durch die Felder gefahren und habe sie gesucht. Ich fand sie im Schatten eines Maisfeldes liegend. Die Pfoten vornehm übereinander geschlagen und mit vorwurfsvollem Blick, wo ich wohl so lange geblieben war …

Irgendwann habe ich einfach akzeptiert, dass sie eine großartige Jägerin vor dem Herrn war. Danach ging es ihr und mir eindeutig besser. Klar, die Freiläufe waren nun sehr eingeschränkt, aber wir kamen schlagartig viel besser und entspannter miteinander aus.

Im großen und ganzen war Suri – genauso wie Dayo – ein ziemlich gut erzogener Hund. Sie fuhr gerne im Auto, blieb problemlos alleine, hatte keine Probleme mit Hotelzimmern. Kurzum: Sie war der ideale Reisehund.

Während Dayo jedoch bedingungslos liebte und ebenso bedingungslos geliebt werden wollte, spielte das bei Suri keine Rolle. Sie mochte den reizenden Gemahl, sie mochte Dayo und sie mochte mich. Das war’s! Andere Menschen akzeptierte sie in der Regel. Aber diese anderen Menschen sollten sie bitte nicht anfassen. Da konnte sie schon einmal hinlangen. Im Alter wurde sie dann allerdings etwas milder und ließ es auch schon mal zu, dass man sie in Ruhe anfassen und streicheln durfte.

Meine zauberhafte Bärin war eine sehr eigenwillige Dame

Meine zauberhafte Bärin war eine sehr eigenwillige Dame

Sie war eine sehr gelehrige und intelligente Rhodesian Ridgeback-Hündin – so lange es ihr in den Kram passte. So hat sie den Lehrgang zur Begleithundeprüfung mit links gemacht. Nur bei der Prüfung hatte sie beschlossen, dass sie das absolut nicht interessiert und komplett gestreikt.

Fahrradfahren mit ihr? Fehlanzeige. Sie ist so langsam nebenher getrottet, dass ich mit dem Fahrrad fast umgefallen bin. Wandern? Nun ja, wenn es sein muss. Aber bitte nicht so lange Strecken. Wasser? Der blanke Horror – Wasser in allen Varianten (Meer, See, Bach, Fluss, Regen, Pfütze) war ihr zutiefst zuwider. Es war schon sehr schlimm, wenn die Pfoten naß wurden.

Spaziergänge (auch durch die Stadt), Ausflüge und Entdeckungstouren – das war ihr Ding. Wobei der Zeitfaktor für sie immer eine wichtige Rolle spielte. Eine Stunde, vielleicht auch zwei oder drei. Aber dann sollte schon gerne wieder entspannt werden.

Suri – eine Hundedame mit einem sehr starken Charakter

Abschied von Suri - eine große Dame ist gegangen

Abschied von Suri – eine große Dame ist gegangen

Suri war eine echte Persönlichkeit. Sie hat immer nur das gemacht, was sie wollte. Ging ihr etwas gegen den Strich, trat ihr bemerkenswerter Eigensinn zu Tage. Sie konnte einfach die Bremse reinhauen und blieb unbeweglich stehen. Das passierte durchaus auch mitten in der Stadt und ihr war dann auch völlig egal, was um sie herum passierte.

„Will ich nicht, mache ich nicht!“ war ihr Motto. Während sich in solchen Situationen andere Hunde durch Futter oder Leckerlis überzeugen lassen, war das bei Suri bis ins hohe Alter nicht möglich. Oh, sie war schon durchaus gnädig, nahm das Leckerli scheinbar dankbar an, schaute dich mit einem Blick an, der dich tot umfallen ließ, und spukte dir das Leckerli in hohem Bogen vor die Füße.

Nein, bestechlich war sie nicht. Tapfer war sie und mutig. Eigenwillig und zäh. Wem sie ihre Liebe schenkte, den hatte sie für immer ins Herz geschlossen. Wen sie nicht mochte, der durfte sich ihr nicht nähern.

Gerade weil sie so tapfer und zäh war, ist es uns so schwer gefallen, Suri gehen zu lassen. Sie war – ähnlich wie Dayo – bis auf ihr letztes Lebensjahr ein sehr gesunder Hund. Aber auch die letzten Monate hat sie mit der ihr eigenen Haltung so gemeistert, dass ich irgendwie immer geglaubt habe, es wird doch wieder besser.

Abschied von Suri und Dayo

Mit dem Tod von Suri geht für mich eine Ära zu Ende. So lange sie noch lebte, war Dayo auch immer noch dabei. Die beiden Bären haben mich dazu inspiriert, den Blog ins Leben zu rufen. Mit ihnen habe ich wahnsinnig viel erlebt und einen großen Teil unserer Abenteuer hier nieder geschrieben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Mit dem Abschied von Suri geht für mich eine Ära zu Ende

Mit dem Abschied von Suri geht für mich eine Ära zu Ende

Meine beiden Bären gibt es nicht mehr, aber in meinen Gedanken und in meinem Herzen werden sie immer bei mir sein. Danke, Suri! Danke, Dayo! Für alles. Ich werde euch niemals vergessen. Ihr beide wart ganz besondere Hunde.

Und natürlich wird es auch mit HundeReisenMehr weitergehen. Raban ist ein liebenswerter Hund, der im Laufe der Zeit sicherlich seinen eigenen Weg finden wird (mit dem reizenden Gemahl und mir natürlich).

Fotos: Hundeknipserei, Ein Blick durch meine Linse und vom reizenden Gemahl

 

 

6 Kommentare

  1. Liebe Martina,

    wir sind sehr traurig und fühlen mit dir. Es ist schlimm, ein Familienmitglied gehen zu lassen. Wir drücken dich aus der Ferne ganz fest.

    Liebe Grüße aus München

    Debby und Christine

    • martinazuengel sagt

      Liebe Christine,
      vielen Dank für Deine lieben Worte.
      Herzliche Grüße
      Martina

  2. Hermine sagt

    Liebe Martina,
    Du sprichst mir aus der Seele, unsere Hunde waren was Besonderes.
    Und mit dem Abschied von ihnen, geht eine Ära zu Ende.
    GLG

    • martinazuengel sagt

      Liebe Hermine,
      ja, leider sehr wahre Worte. Mit Raban wird das Leben anders sein, aber bestimmt werden wir gemeinsam auch viele tolle Erlebnisse haben.
      Fühl Dich fest umarmt
      Martina

  3. Roland Pajunk sagt

    Liebe Martina,
    Dir und Thomas gelten unsere Gedanken und wir senden Euch unser tiefes Mitgefühl zum Abschied von Suri. Gerne erinnere ich mich an die Treffen und Spaziergänge, auch wenn es wegen der Entfernung nicht so viele waren.
    Fühle Dich umarmt und wir wünschen Dir Kraft und Zuversicht

    • martinazuengel sagt

      Lieber Roland,
      vielen Dank für Deine lieben Worte. Und weißt Du? Ich weiß noch genau, warum wir heute Rhodesian Ridgebacks haben – weil Dein Bruno uns so beeindruckt hat.
      Herzliche Grüße und einen wunderbaren Urlaub
      Martina

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