Mit Hunden über die längste Hängeseilbrücke Deutschlands

Heute habe ich eine echt tolle Story für euch. Claudia hat mit ihren Hunden einen Ausflug zur Geierlaybrücke in Mörsdorf im Hunsrück gemacht. Hier wurde vor kurzem die längste Hängeseilbrücke Deutschlands eröffnet. Wie und ob die 300 Meter mit Hund(en) zu bewältigen sind? Lest einfach selbst … 

Den letzten sonnigen Oktobersonntag nutzten wir zu einem Ausflug mit unseren vier Ridgebackmädels in den Hunsrück. In den Medien hatten wir bereits die spektakulären Fotos einer der längsten Hängebrücken Europas bewundert und wollten nun dieses spannende Outdoorvergnügen live bewundern! Die Parksituation in dem 600-Seelen-Dörfchen Mörsdorf ist am Morgen noch erfolgsversprechend. Ab den Mittagsstunden sind die Parkplätze leider recht rar, und man muss einige Extrarunden drehen und abfahrende Fahrzeuge abwarten. Hat man jedoch endlich einen Parkplatz ergattert, führt ein gut beschilderter Wanderweg aus dem Dörfchen hinaus.

Noch ist Claudias Puls ganz ruhig ...

Noch ist Claudias Puls ganz ruhig …

Nach etwa 1,5 Kilometern erreichten wir dann die Geierlaybrücke, die das Mörsdorfer Bachtal in Richtung Sosberg überspannt. Die Brücke ist 360 Meter lang und schaukelt rund 100 Meter über dem Grund. Auch ohne Hinweisschilder hätten wir – zumindest an diesem Wochenende – den Weg zur Brücke nicht verfehlen können: Die an Pilgerströme nach Lourdes erinnernden Menschenmassen machen ein Verlaufen unmöglich. Für fast alles ist gesorgt – Dixietoiletten am Wegesrand und Bänke zum Relaxen säumen den Zubringer zur Brücke. Leider fehlt noch eine Entsorgungsmöglichkeit für Hundekotbeutel (ich habe die Gemeinde diesbezüglich bereits angeschrieben)!

Geierlaybruecke Hunsrueck 1

Endlich an der Brücke angekommen, sind wir fasziniert von der Geierlay. Über dem warmen Herbstwald schwingt sie sich wie eine Himmelsleiter über die Schlucht und alleine der Anblick sorgt schon für einen Adrenalinanstieg! Einige Wanderer rasten oder fotografieren, der Rest der Besucher strömt auf die Brücke. Und ehe wir es uns noch anders überlegen können, sind wir auch schon drauf! Leicht schwingen die Drahtseilverankerungen. So ab der Mitte der Brücke kann es schon einmal etwas mehr werden. Dazu kommt Gegenverkehr. Immer wieder stoppen die Massen, um zu fotografieren, zu filmen oder einfach nur zu schauen! Unsere Hunde vertrauen uns und sind souveräne Begleiter. Auf unzähligen Wanderungen sind sie immer an unserer Seite, sind gelassen und friedfertig! So gehen sie auch ohne Zögern mit auf die Holzdielen und merken recht schnell, dass sie wegen des Gegenverkehrs hintereinander laufen müssen.

Die Ridgeback-Mädels vertrauen ihren Frauchen vollkommen

Die Ridgeback-Mädels vertrauen ihren Frauchen vollkommen

Wenn der Pulk stoppt, steigt mein Adrenalin, und ich versuche, nicht nach unten zu schauen. Meine Freundin – dicht hinter mir und mit ebenfalls  zwei Hunden an der Leine – hat noch die Nerven, Fotos und Filme zu machen.  Ich habe genau in der Mitte, als alle vor mir stoppen und die Brücke ordentlich ins Schwanken kommt, ein leichtes Achterbahnfeeling und hoffe, unsere Ridgebacks sind lockerer als ich! Auch Gegenverkehr-Hunde auf Tuchfühlung schrecken die Mädels nicht ab!

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Die Aussicht ist beeindruckend, und wir können die wunderschöne Herbstlandschaft aus einer ganz anderen Perspektive genießen. 360 Meter Länge und 100 Meter Höhe über der Schlucht machen auch deutlich, wie einmalig dieses Bauwerk ist und welchen besonderen Anreiz die Geierlay darstellt – ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art! Endlich kommen wir wohlbehalten auf der anderen Brückenseite an und genießen es, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Herrliche Wanderwege, teilweise zur Saar-Hunsrück-Schleife gehörend, bieten traumhafte Möglichkeiten zu wandern. Auch wir nutzen die Möglichkeit, auf einem Wanderweg zurück zum Dorf zu kommen und dabei immer wieder die Brücke aus unterschiedlichen Perspektiven von unten oder der Seite bewundern zu können.

Da geht's aber tief runter ...

Da geht’s aber tief runter …

Fazit:

Ein tolles Outdoorerlebnis, wunderbar in die schöne Hunsrücklandschaft eingepasst, allerdings derzeit bei gutem Wetter und an Wochenenden noch total überlaufen. Gerade mit Hunden sollte man sehr zeitig am Morgen vor Ort sein, dann kann man das Erlebnis sicher besser genießen. Hunde und Menschen sollten schwindelfrei und sicher sein, die Brücke ist nichts für ängstliche Gemüter! Wer sie überquert hat, schwärmt sicher noch länger als auf dem Heimweg von diesem Abenteuer im Hunsrück! Informationen und Wissenswertes zur Brücke findet ihr unter www.geierlay.de.

Vielen Dank, liebe Claudia, dass Du für HundeReiseMehr über diesen tollen Abenteuer-Ausflug geschrieben hast. Wirklich toll, wie selbstsicher  und problemlos die Ridgeback-Mädels die Brücke gemeistert haben. Claudia lebt in Taunusstein, praktiziert dort als Tierärztin und züchtet in ihrem Kennel Ndoki die wunderbaren Rhodesian Ridgebacks.

Wer von euch war denn auch schon auf der Geierlaybrücke?

Text + Fotos: Claudia Körner, Taunusstein

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bin am Sonntag über die Brücke gelaufen. Sagenhaft, und überhaupt nicht schlimm. 🙂
    Man muss gar keine Angst haben. Werde auf jedenfall wieder hinfahren

  2. Wahnsinn, wie entspannt Hunde und Halter über diese doch recht schmale und dann auch noch schwankende Brücke gehen. Für mich wäre das gar nichts, von der Höhe mal ganz abgesehen und ich denke, ich spreche da auch für den Punktehund 😉

    Liebste Grüße

  3. kleiner Tip fürs Drüberlaufen über die Geierlay-Brücke: Sie ist so stabil und die Geländer sind so hoch, daß abstürzen unmöglich ist. Wer die leichten Schwankungen nicht so sehr spüren will, sollte sich nicht an den Seilen festhalten sondern freihändig, etwas breitbeinig gehen, wie aufm Schiff. Das macht das Erlebnis viel entspannter. Es kann wirklich nichts passieren, die Abspannseile halten die Brücke weitestgehend stabil – ich liebe diese Brücke

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