Rheinland-Pfalz, Wandern mit Hund, Westerwald, Westerwaldsteig
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Raban wandert die WesterwaldSteig Etappe 15

Raban wandert den WesterwaldSteig Etappe 15 und lässt sich brav fotografieren

Am letzten Januar-Sonntag war es endlich soweit, und ich habe mich mit Raban auf den Weg gemacht, die WesterwaldSteig Etappe 15 zu bezwingen. Die Etappe 15 führt von Strauscheid ins Weihnachtsdorf Waldbreitbach.

Von Strauscheid zur Weißenfelser Ley

Nach vielen Regentagen im Januar war es an diesem letzten Januar-Sonntag endlich einigermaßen schön. Bei angenehm kühlen Temperaturen und einem Anflug von Sonnenschein habe ich Raban morgens in mein Auto gepackt. Dann ging nach Strauscheid, dem Startpunkt für die WesterwaldSteig Etappe 15.

Strauscheid liegt im herrlichen Naturpark Rhein-Westerwald und gehört zur Ortsgemeinde Neustadt an der Wied. Geparkt habe ich auf einem kleinen Parkplatz in der Kurstraße (schräg gegenüber vom Westerwälder Hof). Dann ging es auch schon los.

Raban war reichlich energiegeladen und hätte die neue Umgebung am liebsten alleine untersucht. So musste er allerdings an der Leine bleiben … 😉 …

Zunächst ging es leicht bergauf entlang eines Wäldchens über Wiesen und Felder. Da ich mich für eine etwas leichtere Jacke entschieden hatte, war es anfangs doch ganz schön frisch, zumal auch ein ganz ordentlicher Wind blies. Aber Raban hat schon dafür gesorgt, dass mir nicht so lange kalt war, denn er fand es überhaupt nicht lustig, dass ich ihn nicht habe laufen lassen. Nun ja.

Auf diesem Teilstück der Strecke verlaufen übrigens sowohl die WesterwaldSteig Etappe 15 als auch der Wiedweg. Der Weg führte mich nun durch den Wald oder besser gesagt: durch das, was vom Wald noch übrig war.

Auch im Naturpark Rhein-Westerwald wurden unzählige Bäume abgeholzt

Auch im Naturpark Rhein-Westerwald wurden unzählige Bäume abgeholzt

Ganz offensichtlich hat auch diese Region stark unter der Trockenheit der letzten Jahre und dem Borkenkäfer gelitten. Ähnlich wie bei uns bin ich an Stellen vorbei gekommen, an denen fast kein Baum mehr stand.

Gefühlt ging es die ganze Zeit bergauf. Lange vor dem eigentlichen ersten Ziel auf der WesterwaldSteig Etappe 15 – der Weißenfelser Ley – habe ich immer wieder geglaubt, dort angelangt zu sein, denn einmal oben angekommen, gibt es viele tolle Aussichten.

Aber es zog sich dann noch eine ganze Weile. Der Wanderweg hat hier übrigens einen ganz wunderbaren Steig-Charakter und führt auf schmalen Pfaden durch den Wald. Schließlich haben wir aber die Weißenfelser Ley erreicht.

Dabei handelt es sich um einen traumhaften Aussichtspunkt, der sich auf einer steilen Felswand hoch über der Wied befindet und den Blick über das ganze Tal freigibt.

Die Weißenfelser Ley ist ein Felshang über der Wied mit einem herrlichen Blick über das Tal

Die Weißenfelser Ley ist ein Felshang über der Wied mit einem herrlichen Blick über das Tal

Kein Roßbacher Häubchen, aber ein Spaziergang entlang der Wied

Nach einer kurzen Pause machen Raban und ich uns wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel ist der staatlich anerkannte Luftkurort Roßbach.

Auf diesem Teilstück der WesterwaldSteig Etappe 15 verschwimmt meine Erinnerung etwas, und ich habe auch nicht besonders viele Fotos gemacht. Dass ich diesen Abschnitt lieber vergessen möchte, liegt zum einen daran, dass nun der Wanderweg immer schlechter wurde.

Da der Winter grundsätzlich sehr nass war, war der Weg zwangsläufig entsprechend matschig. Darüber hinaus waren die Wege außerdem durch die Holzabfuhr mit schwerem Gerät mehr oder weniger kaputt gefahren. Es gab ein paar hundert Meter, auf denen ich überhaupt nicht auf dem Weg bleiben konnte, weil die Fahrrinnen so tief und nass waren, dass ich da mit den Wanderschuhen gar nicht durchgekommen wäre. Ich bin dann mit Raban parallel durchs Gestrüpp gekrabbelt.

Zum anderen hat Raban eine Situation, in der ich tatsächlich bis fast zu den Knöcheln im Schlamm stand, ausgenutzt, um seinem Freiheitsdrang nachzugeben. Er ist mal kurz abgehauen, weil ich einen Moment unaufmerksam war, und mir ist das Herz in die Hose gerutscht.

Raban war nach seinem eigenständigen Ausflug auf dem WesterwaldSteig Etappe 15 zumindest für eine Weile sehr brav

Raban war nach seinem eigenständigen Ausflug auf dem WesterwaldSteig Etappe 15 zumindest für eine Weile sehr brav

Er hat mehrere große Runden um mich herum gezogen, ist über Stock und Stein gesprungen und kam dann fröhlich zurück (Gott sei Dank). Da ich froh war, dass Raban ohne weitere Abstecher wieder bei mir war, habe ich mir eine Strafpredigt gespart. Sein Verhalten war danach auch mindestens eine halbe Stunde lang sehr mustergültig.

So erreichten wir dann irgendwann den Fuß des Roßbacher Häubchens. Von hier aus sollte es über einen kleinen Extraschlenker hoch zur Hügelkuppe in 340 Meter Höhe gehen. Ich gebe zu, dass ich hier auf der WesterwaldSteig Etappe 15 gemogelt habe, und den Bogen nicht gelaufen bin. Ich wollte einfach nur noch bergab gehen … verpasst habe ich einen insgesamt etwa 2,5 Kilometer langen Lehrpfad, der über die Entstehung und den Abbau des Basalts informiert.

Immer bergab ging es nun hinunter nach Roßbach und durch den Luftkurort bis zur Wiedpromenade, der wir eine Weile folgten, bevor wir auf einer Fußgängerbrücke die Wied überquerten und dann in Richtung Wallbachtal wanderten.

Von Schloss Walburg bis nach Waldbreitbach

Auch nach der Überquerung der Wied ging es noch eine ganze Weile ohne großartige Steigungen durch das Wiedtal. Herrlich. Endlich wird die WesterwaldSteig Etappe 15 etwas bequemer … 😉 … zumindest für eine Weile.

Raban wandert den Westerwaldsteig Etappe 15 und macht eine kleine Pause im Wiedtal

Kleine Pause auf der anderen Seite der Wied

Aber kaum habe ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, ging es auch schon wieder stramm bergauf. Der Weg führt uns durch den Wald zum Schloss Walburg. Was aus der Entfernung wie ein verwunschenes Märchenschloss aussah, ist das Ende des 19. Jahrhundert erbaute Wohnhaus eines Fabrikanten. Das Gebäude hat zahlreiche Erker, Türmchen sowie Zinnen und wirkt etwas verlassen. Auf dem Parkplatz standen allerdings Autos.

Kurz hinter dem Schloss ist ein Teilstück der WesterwaldSteig Etappe 15 gesperrt und wird umgeleitet. Die Umleitung führt uns zunächst eine ganze Weile über die asphaltierte Zufahrtsstraße zum Schloss, bevor der Weg bei der Ortschaft Ove (glaube ich zumindest) wieder auf den ursprünglichen Wanderweg stößt.

Wir spazieren nun über Feldwege und können dabei einen ersten Blick auf unser Ziel Waldbreitbach werfen.

Die WesterwaldSteig Etappe 15 nähert sich mit einem Blick auf Waldbreitbach ihrem Ende

Die WesterwaldSteig Etappe 15 nähert sich mit einem Blick auf Waldbreitbach ihrem Ende

Kurz darauf tauchen wir wieder in den Wald ein und es geht auf schmalen Pfaden serpentinenartig ziemlich stramm bergab. Das geht jetzt ganz schön auf die Knie. Immerhin scheint Raban zu spüren, dass ich mich etwas schwer tue und bleibt brav ganz dicht bei mir.

Die letzten 500 Meter  kommen mir dann noch ziemlich bekannt vor. Denn im August 2016 waren wir schon einmal hier, um die Wäller Tour Bärenkopp zu wandern, deren Start und Ziel in Waldbreitbach liegt. Ich bin jedenfalls ziemlich froh, dass wir endlich in Waldbreitbach angekommen sind.

Eigentlich hatte ich einen ganz bestimmten Grund, warum ich am 31. Januar 2022 unbedingt die WesterwaldSteig Etappe 15 mit Raban gewandert bin: Das war nämlich der letzte Tag, an dem Waldbreitbach im Weihnachtsglanz erstrahlte, und ich wollte die festliche Beleuchtung in ein paar Bildern festhalten.

Im Weihnachtsdorf Waldbreitbach gibt es viele Attraktionen - darunter auch der schwimmende Adventskranz auf der Wied

Im Weihnachtsdorf Waldbreitbach gibt es viele Attraktionen – darunter auch der schwimmende Adventskranz auf der Wied

Als Weihnachtsdorf ist Waldbreitbach über alle Grenzen hinaus bekannt, denn von Ende November bis Ende Januar ist der gesamte Ort mit weihnachtlichen Attraktionen, vielen Krippen und toller Beleuchtung geschmückt – dazu zählt der schwimmende Adventskranz auf der Wied genauso wie der festlich illuminierte Zunftbaum oder die 8 Meter hohe Weihnachtspyramide.

Aber ich war so erledigt, dass ich überhaupt keine Lust mehr verspürte, durch den Ort zu spazieren …

Mein Fazit für die WesterwaldSteig Etappe 15

Landschaftlich ist die WesterwaldSteig Etappe 15 selbst im Winter wunderschön. Es gibt auf der gesamten Strecke viele herrliche Aussichten über den Naturpark Rhein-Westerwald und bis ins Siebengebirge hinein. Gut gefallen hat mir auch, dass es sehr viele Streckenabschnitte gab, die tollen „Steig-Charakter“ hatten.

Der Schwierigkeitsgrad für die WesterwaldSteig Etappe 15 ist mit „schwer“ angegeben. Und ganz ehrlich: Ich fand die Etappe tatsächlich auch schwer. Das muss allerdings nicht unbedingt nur an den teilweise langen und manchmal doch ziemlich steilen An- und Abstiegen liegen.

Ich hatte nämlich zum einen streckenweise ziemlich große Mühe, meinen Raban unter Kontrolle zu halten, der furchtbar gerne auf die Jagd gegangen wäre. Das hat ziemlich Energie gekostet. Zum anderen befanden sich die Wege – wie bereits erwähnt – nicht in Bestform. Sie waren jahreszeitenbedingt ziemlich nass sowie matschig und teilweise auch kaputt gefahren.  Das war ebenfalls sehr anstrengend. Und dann – ich muss es zugeben – habe ich auch das eine oder andere Corona-Pfund auf meinen Hüften mit mir herumgeschleppt (macht keinen Spaß … 😉 …).

Strecken-Informationen

  • Die WesterwaldSteig Etappe 15 verläuft von Strauscheid nach Waldbreitbach und ist ca. 17 Kilometer lang (inkl. Roßbacher Häubchen … 😉 …)
  • Es geht 572 Höhenmeter nach oben und 740 Höhenmeter nach unten.
  • Der Schwierigkeitsgrad ist mit „schwer“ angegeben.
  • Du findest meine Wanderung auch bei Komoot und kannst sie gerne herunterladen.
  • Sowohl in Roßbach/Wied als auch in Waldbreitbach gibt es verschiedene Einkehrmöglichkeiten.
  • Insbesondere auf dem Weg zur Weißenfelster Ley geht es teilweise direkt neben dem Wanderweg steil runter. Achte darauf, dass dein Hund dort nicht aus Versehen runterfällt.
  • Und wie immer gilt: Bitte nicht vergessen, ausreichend Wasser für deinen Vierbeiner (und für dich) mitzunehmen.
  • Du findest natürlich alle Etappen, über die ich bereits geschrieben habe, unter der Kategorie „WesterwaldSteig„.

 

 

2 Kommentare

  1. Na, Raban, da hast Du aber tapfer mit Frauchen durchgehalten.
    Vielleicht gehen wir mal zusammen? Bin immer für ein Abenteuer gut!
    Dein Brad.
    Frauchen grüßt Dein Frauchen.

    • martinazuengel sagt

      Lieber Brad,

      da ist die Frage, ob nicht das Frauchen es tapfer mit dem Raban ausgehalten hat … 😉 …

      Eine gemeinsame Wanderung wäre sehr schön. Das organisieren wir mal, wenn es etwas wärmer und alles schön grün ist.

      Ganz liebe Grüße auch an Dein Frauchen
      Martina und Raban

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