Hundefreundliche Unterkünfte, Reisen/Urlaub
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Mit Hund und Wohnmobil verreisen

Nach dem Sommer ist bekanntlich vor dem Sommer! Und da wir bisher noch niemals mit einem Wohnmobil unterwegs waren, freue ich mich sehr, dass Gerfried vom WoMoGuide (Wohnmobil-Ratgeber) einen Gastartikel zu dieser Thematik für HundeReisenMehr geschrieben hat.

Reisen mit Hund sind eine Herausforderung. Flugreisen bedeuten entweder ein aufwendiges Prozedere und eventuell einen Transport des Hundes im Frachtraum in Kauf zu nehmen, oder den Hund zu Hause zu lassen. Auch hundefreundliche Hotels findet man nicht an jeder Ecke. Ein Wohnmobil hingegen erlaubt die problemlose Mitnahme des treuen Vierbeiners und ist eine tolle Möglichkeit, gemeinsam tolle Reisen zu erleben.

Vor- und Nachteile von Wohnmobilreisen mit Hund

Gleich vorweg: Eine Wohnmobil-Reise mit Hund hat viele Vorteile, die man bei einer Flugreise oder Reise im PKW so nicht genießt:

  • Hund und Hundebesitzer können gemeinsam reisen. Auch längere Reisen sind so möglich.
  • Zuhause muss keine Hundepension oder Betreuung organisiert werden.
  • Spontane Reisen ohne genaue Planung sind möglich, denn die hundefreundliche Unterkunft ist immer mit dabei.
  • Das Camping-Leben findet zum guten Teil im Freien statt, was für den Hund angenehm ist.
  • Ein Wohnmobil hat ausreichend Platz, um die „Hunde-Vollausstattung“ dabei zu haben.
  • Ein Hund ist unterwegs ein Sicherheitsfaktor – gerade auch, wenn man nicht auf Campingplätzen übernachtet.

Doch auch die Nachteile sollen nicht verschwiegen werden:

  • Nicht alle Campingplätze erlauben Zutritt für Hunde.
  • Reisen ins Ausland können bürokratisch und aufwendig werden.
  • Konflikte mit den Nachbarn am Campingplatz sind möglich.
  • Hitze im Sommer ist für Hunde im Fahrzeug unangenehm.
  • Längere Fahrten können nicht sehr straff organisiert werden, wenn für den Hund viele Pausen eingelegt werden müssen.

Doch bevor Vor- und Nachteile überhaupt zum Tragen kommen, braucht es natürlich überhaupt erst einmal ein Wohnmobil.

Ein Wohmobil mieten oder kaufen?

Ob ihr ein Wohnmobil lieber mietet oder kauft, hängt einerseits vom geplanten Nutzungsgrad, als auch von eurer finanziellen Situation ab. Für einen ersten Test empfiehlt sich auf alle Fälle die Miete.

Ein Wohnmobil mieten

Insbesondere mit Hund kann das Mieten eines Wohnmobils etwas schwierig sein. Die meisten Wohnmobil-Vermieter sehen nur ungern Tiere in ihren Wohnmobilen, da sie hohen Aufwand bei der Reinigung sowie Schäden am Wohnmobil befürchten.

Es gibt aber mittlerweile eine Reihe an speziellen Anbietern, die Hunde nicht nur akzeptieren, sondern bei ihren Fahrzeugen auch explizit auf Hunde-Tauglichkeit achten, zum Beispiel:

Ein Wohnmobil kaufen

Wenn ihr lieber euer eigenes Wohnmobil kauft, solltet ihr bei der Wohnmobil-Auswahl insbesondere auf eine ausreichende Größe achten. Irgendwo muss der Hund schließlich bequem Platz finden, und das ist nicht in allen Wohnmobilen so einfach. Der Mittelgang ist grundsätzlich keine Option, da man so immer über den Hund stolpern würde. Grundrisse mit Heck-Dinette oder Längsbank bieten sich an, da der Hund (unter dem Tisch oder auf der Bank) so Platz findet, dass der Rest des Wohnmobils zugänglich bleibt.

Geeignete Reiseziele für Wohnmobil und Hund

In einschlägigen Portalen (zum Beispiel bei Camping.info) könnt ihr nach Campingplätzen suchen, die Hunde erlauben. Doch selbst dort, wo Hunde gestattet sind, bedeutet das bisweilen, dass ihr in den hintersten Winkel (die „Hundezone“) des Platzes verbannt werdet. Informiert euch daher genau über das Angebot des angepeilten Campingplatzes, um keine Enttäuschung zu erleben!

Eine Hundegebühr ist auf den meisten Campingplätzen üblich. Was ihr dafür bekommt, reicht von wenig bis hin zum Luxus (zum Beispiel eigene Hundestrände mit Hunde-Duschen).

Aufenthalt am Campingplatz mit Hund

Ein Aufenthalt am Campingplatz ist grundsätzlich für Hund und Besitzer sehr angenehm. Es gibt keine Gefahr durch vielbefahrene Straßen, man hält sich viel im Freien auf, und die neue Umgebung ist natürlich für den Hund sehr spannend. Am Campingplatz prasseln aber auch viele Eindrücke auf den Hund ein, und es gibt keine Zäune zwischen eurem Stellplatz und jenem des Nachbarn. Damit der Aufenthalt stress- und konfliktfrei wird, empfiehlt sich daher eine Schleppleine. Zur Befestigung könnt ihr zum Beispiel Fahrradträger oder Abschleppöse nutzen. Stehen diese nicht zur Verfügung, gibt es spezielle Erd-Anker oder Bodenanker, die ihr unter einem Wohnmobil-Reifen platziert.

Stellplätze und Freistehen

Übernachtest ihr frei (also ohne Infrastruktur) oder fahrt ihr Wohnmobil-Stellplätze an, ist der Hund meist kostenfrei und unproblematisch. Als „Alarmanlage“ trägt der Hund hier sehr zur Sicherheit der Hundebesitzer bei.

Mit Hund unterwegs im Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil bieten sich längere Reisen an. Damit sich der Hund aber auch auf langen Strecken wohl fühlt, sind häufige Pausen wichtig.

Dabei solltet ihr vermeiden, einfach nur auf der Autobahn ein paar Minuten stehenzubleiben, wo ihr mit dem Hund nur an der Leine aussteigen solltet. Es darf ruhig etwas Natur und Auslauf sein. Gebt eurem Hund in den Pausen Wasser und beschäftigt ihn! Ein müder Hund verschläft den nächsten Teil der Fahrt dann vielleicht.

Solltet ihr euren Hund im Wohnmobil lassen, während ihr weggeht, achtet unbedingt darauf, dass sich kein Hitzestau bilden kann. In der warmen Jahreszeit müsst ihr dazu das Wohnmobil mit Fenstern und Dachhauben geeignet belüften.

Utensilien für den Hund im Wohnmobil

Natürlich unterscheidet sich die Packliste für den Vierbeiner nicht wesentlich von anderen Reiseformen. Medikamente und Leckerli sollten natürlich dabei sein und im Wohnmobil habt ihr dafür ausreichend Platz. Dennoch solltet ihr ein paar Punkte insbesondere im Wohnmobil bedenken: 

  • Bürsten für die Fellpflege sind im Wohnmobil besonders wichtig, da ihr sonst bald überall Hundehaare im Wohnmobil habt.
  • Hundespielzeug ist insbesondere für Pausen auf langen Strecken hilfreich, wo ihr vielleicht nicht gleich ein Stöckchen findet. Wenn ihr hier schnell eine Hunde-Frisbee-Scheibe zur Hand habt, könnt ihr euren Hund vor der Weiterfahrt auch mal schnell auspowern.
  • Fürs Hundefutter empfehlen sich stabile, aber gleichzeitig leichte Näpfe sowie Gummimatten, um das Wohnmobil-Interieur zu schützen (insbesondere bei Miet-Wohnmobilen wichtig).
  • Eine Hundedecke empfiehlt sich in zweifacher Ausführung, damit Decke für draußen nicht jeden Abend samt Schmutz in den Innenraum gebracht werden muss.

Sonstiges Wohnmobil-Zubehör solltet ihr unabhängig vom Hund anschaffen. Bei der Wohnmobil-Miete sollte ein Großteil davon vom Vermieter gestellt werden.

Den Hund sicher im Wohnmobil transportieren

Im Gegensatz zum PKW habt ihr im Wohnmobil keinen klassischen Kofferraum, wo der Hund transportiert werden kann. Eine finstere Heck-Garage wollt ihr eurem Vierbeiner sicher nicht zumuten.

Viele Wohnmobil-Reisende lassen den Hund unterwegs frei im Wohnmobil herumlaufen. Was das bei einem Unfall für Hund und Herrchen bedeutet, möchte man sich lieber nicht vorstellen.

Passende Hunde-Transportboxen (aus Stoff, oder aus starrem Kunststoff oder Metall), die zum Beispiel am Gurtschloss der Rücksitz-Bank befestigt werden können, sorgen unterwegs für Sicherheit. Alternativ ist auch ein Sicherheitsgeschirr möglich.

Insbesondere wenn ihr mietet, solltet ihr vorab klären, ob eure gewählte Transportbox im Wohnmobil auch Platz findet, denn das Platzangebot ist nicht immer groß genug für sperrige, starre Boxen. Auch die möglichen Befestigungspunkte solltest ihr vorab abklären, denn schließlich könnt ihr im Miet-Wohnmobil nicht einfach einen Haken in den Boden schrauben.

Ideal ist es, wenn ihr einen Hundeplatz im Wohnmobil findet, der sowohl für den stationären Aufenthalt als auch für den Transport dienen kann, damit der Hund diesen Platz als den seinen kennt.

Auslandsreisen mit dem Hund im Wohnmobil

Der EU-Heimtierausweis wird vom Tierarzt ausgestellt und er ist für Auslandsreisen Pflicht. Er stellt eine Kennzeichnung per Mikrochip (früher per Tätowierung) sowie eine Tollwut-Impfung sicher. Je nach Land können aber noch weitere Anforderungen bestehen, zum Beispiel eine Bandwurm-Behandlung oder ein Gesundheitszeugnis.  Diese müssen teilweise viele Wochen im Voraus geplant werden, weshalb ihr euch frühzeitig informieren solltet.

Auch wenn es für eure Destination keine besonderen Anforderungen gibt, schadet eine Untersuchung durch den Tierarzt natürlich nicht, der euch dann auch empfohlene Impfungen und Medikamente auflisten kann.

Mikrochip und Registrierung

In Deutschland gibt es keine verpflichtende Mikrochip-Registrierung. Geht ein Hund im Ausland verloren, wird es oft schwierig, ihn wiederzufinden. Ein Mikrochip alleine hilft nicht weiter, denn dieser muss auch in einer Datenbank wie www.tasso.net registriert werden, was du vor der Wohnmobil-Reise unbedingt tun solltest.

Fazit

Das Reisen mit Hund im Wohnmobil kann besonders entspannend sein, da Hund und Besitzer nicht getrennt werden und so auch längere Reisen zusammen erleben können. Für einen ersten Test empfiehlt sich eine Wohnmobil-Miete beim Spezial-Vermieter. Wenn man einige Grundregeln beachtet, sind im Wohnmobil auch längere Strecken kein Problem und der Hund wird sich im Wohnmobil und am Campingplatz wohl fühlen.

Vielen Dank, lieber Gerfried, für diesen tollen Gastartikel. Jetzt habe ich auch Lust bekommen, mal einen Urlaub mit Hunden im Wohnmobil auszuprobieren. Aber mit zwei Rhodesian Ridgebacks ist das – glaube ich – ziemlich anstrengend … 😉 …

 

Gerfried ist übrigens seit frühester Kindheit im Wohnmobil unterwegs und betreibt den Wohnmobil-Ratgeber womoguide.de. Gemeinsam mit seiner Frau Olya ist er in einem Kastenwagen (also einer relativ kompakten Wohnmobil-Variante) vorzugsweise im Süden unterwegs. Zwar hat er aktuell keinen Hund, hat aber viele Wohnmobil-Reisen mit Hund erlebt und kann diese Reiseform sowohl für Zwei- als auch für Vierbeiner sehr empfehlen!

Text + Fotos: Gerfried Reis

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