Dies und das
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Michaela – die Tierenergetikerin aus Kärnten

Als ich mit Dayo und Suri Ende September ein paar wunderschöne Tage in Kärnten verbrachte, hatten wir vom Almdorf Seinerzeit einen zusätzlichen „Arbeitsauftrag“ erhalten. Das bereits sehr hundefreundliche Urlaubsresort in den Nockbergen will den nächsten Schritt in Sachen „zufriedener und entspannter Hundeurlaub“ machen. Und zwar, in dem Wellnesspakete für Hunde angeboten werden.

Vor meiner Anreise wurde ich also gefragt, ob ich mich mit einer Tierenergetikerin zusammensetzen und über passende Angebote für erholungssuchende Vierbeiner sprechen könne. Nun ja, warum nicht?  Ein Termin war rasch vereinbart. Vorstellungen, was eine Tierenergetik ist, hatte ich keine. Und ich habe vorher auch nur stichprobenartig das Internet dazu befragt. Meine Strategie: Hingehen und anhören. Wenn es mir zu viel Hokuspokus ist, sage ich nach zwei Stunden einfach, dass ich auch noch eine Wanderung machen und daher gerne Schluss machen möchte … 

… und dann kommt es doch ganz anders. Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen sind Dayo, Suri und ich um 10 Uhr mit der Tierenergetikerin verabredet. Michaela Vallant heißt sie, und sie kommt aus Althofen in Kärnten. Ich sehe sie an der Rezeption stehen und bin total erleichtert, dass vor mir keine vergeistigte Esoterikerin mit Latzhose und Sandalen steht, sondern eine sehr patente und sympathische Frau. Wir verstehen uns auf Anhieb und beschließen, es uns auf der Aussichtsterrasse vom Almdorf bequem zu machen. 

Hokuspokus oder doch nicht?

Während wir uns unterhalten, dürfen Dayo und Suri ganz entspannt Michaela kennenlernen. Suri hält erwartungsgemäß Abstand. Dayo ist erst einmal etwas nervös. Er umkreist Michaela, lässt sich anfassen, wundert sich, kommt zu Ruhe. Und nach kurzer Zeit liegen sowohl Suri als auch Dayo sehr entspannt auf dem sonnenwarmen Holzboden. Dayo ist grundsätzlich natürlich auch fremden Menschen gegenüber ein sehr freundlicher Hund. Dass er sich aber gleich zu Michaela legt und sich völlig entspannt überall anfassen lässt, ist schon etwas ungewöhnlich.

„Ich möchte einfach nur, dass es den Tieren gut geht!“

Das und nichts anderes ist das Ziel der 44-jährigen, die gelernte Pferdewirtschafterin ist. Mit 26 sorgte ein Bandscheibenvorfall dafür, dass sie im Stall nicht mehr so arbeiten konnte, wie sie wollte. Sie jobbte. Sicher war nur eines: Sie wollte etwas mit Pferden und Hunden machen. Sie absolvierte diverse Aus- und Fortbildungen, um zu lernen, Tiere gesund zu erhalten bzw. um ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit wieder in Balance und Einklang zu bringen. Und dann macht sie es bei Dayo eben einfach. Sie legt an bestimmten Stellen die Hand auf. Dayo kuschelt sich schon fast an Michaela und bleibt ganz still liegen. Die Augen hat er geschlossen. 

Mehr ist nicht zu sehen. Nicht besonders spektakulär. Spektakulär ist, dass Dayo sich das alles gefallen lässt. Ab und zu steht er auf und geht weg. Aber er kommt doch immer wieder zurück und legt sich hin. 

Mit den lapidaren Worten „Ich schaue einfach, was die Tiere brauchen.“ macht Michaela den Versuch, mir zu erklären, dass sie Blockaden und Funktionsstörungen erspüren und diese mit bestimmten Grifftechniken wieder ins Gleichgewicht bringen kann. So spürt sie beispielsweise auch den kraniosakralen Rhythmus – das ist das rhythmische Pulsieren von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit – im gesamten Körper eines Tieres. Im Kopf genauso wie am Rücken oder an den Beinen. Dass, was Michaela mir da alles so erzählt, sind böhmische Dörfer für mich. Dass, was zählt, ist das Verhalten von Dayo. Und dem tut diese Behandlung offensichtlich gut.

Ein bisschen fange ich an, zu verstehen, dass es hier um ein ganzheitliches Therapiekonzept geht, dass den Körper als Einheit versteht, wobei auch psychische Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.

Dayo ist natürlich ein passendes Versuchskaninchen, weil er eben freundlich und offen mit allem, was ihm so begegnet, umgeht. Dass er Blockaden oder gar Probleme hat, stand für mich eigentlich nicht zu Diskussion. Dass er in der letzten Zeit etwas steifer geworden ist und manchmal etwas länger braucht, um dann wieder in seiner unnachahmlichen Art durch die Gegen zu toben, habe ich auf sein Alter geschoben. Schließlich ist er inzwischen 10,5 Jahre alt. Aber wie ihr im Video hört, trägt auch Dayo ein Blockaden-Päckchen mit sich herum. Seine Herausforderung liegt in der Lendenwirbelsäule und in der Schulter. Noch habe er keine wirklichen Schmerzen oder Fehlstellungen. Aber wir sollen daran arbeiten (und das tun wir inzwischen auch).

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was denn nun eigentlich mit Suri ist. Ein wenig hatte ich mir natürlich erhofft, dass sie sich von Michaela anfassen lässt. Aber leider hat das nicht so richtig funktioniert. Erwartungsgemäß war die Prinzessin zwar interessiert an allem (daran erkennbar, dass sie immer in der Nähe von Michaela blieb), aber so richtig anfassen lassen, das wollte sie nicht. Wenn Michaela ihr zu nahe kam, hat sie nach ihr geschnappt, um sich wenige Sekunden später mit einem angedeuteten Küsschen in Höhe von Michaelas Gesicht wieder zu entschuldigen. Ich habe ihr erzählt, dass Suri mit zwei Jahren über die Nothilfeplattform Rhodesian Ridgeback in Not ihren Weg zu uns fand. 

Obwohl es natürlich gut getan hat, zu hören, dass Suri die Liebe von mir akzeptiert und auch gerne bei mir (und meinem reizenden Gemahl natürlich auch) ist, hat es mir doch weh getan, zu hören, dass sie noch immer unter dem leidet, was sie in ihren ersten 1,5 Lebensjahren erlebt hat. Wir wissen nur, dass sie das letzte halbe Jahr, bevor sie zu uns kam, in guten Händen war. Ein großer Erfolg war es, dass Suri bei Michaela liegen geblieben ist, gnädig Leckerlis angenommen  ( … 😉 …) und ihr dann auch gütigerweise die Pfote gereicht hat.

Es gibt viele Dinge zwischen Erde und Himmel, die nicht erklärbar sind. Die Tierenergetik und Osteopathie zählt – zumindest für mich – auch dazu. Hokuspokus ist sie aber nicht. Zumindest, wenn der Mensch dahinter eine tatsächliche Begabung dafür hat. Und Michaela Vallant hat diese Begabung auf jeden Fall. Und sie hat mich sehr damit beeindruckt.

Und was ist jetzt mit den Wellness-Angeboten für Vierbeiner im Almdorf Seinerzeit?

Natürlich ist es nicht möglich, im Rahmen eines vielleicht einwöchigen Hundeurlaubs im Almdorf Seinerzeit eine ganzheitliche Behandlung eures Vierbeiners durchzuführen. Das wäre dann tatsächlich Hokuspokus. Vorstellbar sind aber allgemeine Wellness-Anwendungen, in denen Aufregung und Angespanntheit – also Stress – ausgeglichen werden. Genauso wie für uns, bedeutet eine Urlaubsreise auch für ein Tier immer eine gewisse Aufregung. Das muss gar nicht negativ sein. Aber eine lange Autofahrt, eine neue Umgebung und ein anderes „Zuhause“ müssen erst einmal verarbeitet werden. Auch ein Hund braucht seine Zeit, um „anzukommen“. Michaela kann hier mit der Arbeit aus der kraniosakralen Therapie und einem Energieausgleich über die Chakren und Energiefelder des (Hunde-)Körpers ausgleichen.

Möglich sind darüber hinaus auch Anwendungen nach einem Wandertag. Denn gerade bei langen Wanderungen im Urlaub kann es sehr gut sein, daß der Körper und die Muskulatur ermüden. Es kommt zur Erschöpfung und Muskelkater schleicht sich ein. Das passiert vor allem bei Hunden, die lange Wanderungen ohne große Pausen im alltäglichen Leben so nicht gewohnt sind. Aber auch trainierte Vierbeiner reagieren bei Wanderungen durch die ungewohnte alpine Bergwelt oft mit Muskelkater.  Durch Massage und Ausstreichen werden Faszien und „Verklebungen“ gelöst. So wird der Muskelkater erträglicher und der Körper kann sich besser und schneller regenerieren.

Das hört sich doch klasse an, oder? Soweit ich informiert bin, sind Michaela und das Almdorf noch in der Entwicklung entsprechender Angebote für Vierbeiner. Aber ich gebe gerne Bescheid, sobald die Angebote verfügbar sind.

Ach so: Zum Wandern bin ich an diesem Tag übrigens nicht mehr gekommen. Wir haben bis fast 15 Uhr zusammen gesessen. Und Michaela hat mir noch viel mehr erklärt und erzählt, als ich hier schreiben kann. Es war eine sehr beeindruckende Erfahrung für mich.

Weitere Informationen:

  • Michaela hat leider (noch) keine Homepage oder Facebookseite. Wer in Kärnten unterwegs ist und Interesse hat, schickt mir eine Nachricht. Ich stelle dann gerne den Kontakt her.
  • Weitere Informationen zum Almdorf Seinerzeit und seinen Angeboten findet ihr unter www.almdorf.com.

Offenlegung:

  • Auf meiner viertägigen Reise nach Kärnten hat mich das Almdorf Seinerzeit für zwei Übernachtungen inklusive Frühstück eingeladen. 
  • Für die beispielhafte Kurz-Behandlung von Dayo (und versuchsweise an Suri) durch Michaela Vallant habe ich nichts bezahlt. Vielen Dank!

2 Kommentare

  1. Spannend, liebe Martina, genau das mache ich auch, wenn ich mit Tieren arbeite. So hätte ich es nur nie bezeichnet. Schön, wenn es mal wer auf den Punkt bringt so wie du. Das ist ganz, ganz wertvolle Arbeit, und bei mir ist es so, dass die Tiere noch lange den Kontakt suchen und es nicht mit einem einen Termin erledigt ist, auch wenn es en Menschen so scheint und sie aus den Augen aus dem Sinn zu sein scheinen. Ist nicht so, bei beiden arbeitet es noch vieel, viel länger. Danke, dass du den Menschen von diesen Dingen erzählst. Und ganz liebe Grüße zu dir

    • martinazuengel sagt

      Liebe Andrea,
      das freut mich sehr, wenn mein Beitrag bei Dir offene Türen „eingerannt“ hat. Ich war anfangs tatsächlich eher skeptisch. Aber Dayos und ansatzweise auch Suris Reaktionen haben mich eines Besseren gelehrt. Du hast absolut Recht: Es ist natürlich nicht mit einer Behandlung getan. Schade, dass Du nicht in meiner Nähe lebst, dann würde ich zu Dir kommen.
      Viele Grüße
      Martina

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