Vier Fragen an sechs Pfoten
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Ein Ridgeback und sein Team im Fluchtwagen unterwegs

Urlaub mit Hund in einem Campingbus? Abenteuer erleben entgegen aller Touristenströme? Und das auch noch mit einem Rhodesian Ridgeback? Wie das funktioniert, erzählt euch heute Stef, in der Interviewreihe „Vier Fragen an sechs Pfoten“.

1. Wer seid Ihr, und wer ist Euer vierbeiniger Begleiter?

Das münstersche Fluchtwagen-Team sind Dirk, 44 (Allesfahrer, Allesreparierer, Chefkoch), Stef, 46 (Orga, Planung & betreutes Trinken), und der Rhodesian Ridgeback Ayani, 11,5 Jahre, unser Feelgoodmanager, der eigentlich immer wieder einfach nur nach Hause auf sein Sofa möchte. Bis dahin geht es immer wieder auf Tour. Entgegen aller Touristenströme. Immer mehr offroad hin zu versteckten Highlights.

Schluchten im albanischen Bergland. Marokkanische Berberdörfer. Schottische Highlands. Englische Felsküsten. Kroatische Traumstrände. Amerikanische Traumstrassen. Eine  Ostseeumrundung mit Russland oder sardische Highlights. Die Liste ist endlos. Und die Herausforderung, mit 30 Tagen Urlaub, unsere Idee vom Leben zu verwirklichen, wird immer schwieriger. Wie ist der Plan? Definitiv ein zeitnaher “Renteneintritt”, um 100 Prozent Träume zu leben. ONE LIFE – LIVE it!

2. Wenn Ihr auf der Suche nach einem Urlaubsziel seid – was ist wichtig für Euch, wenn Ihr Urlaub mit Hund macht?

Wir haben unseren Fluchtwagen, einen Fiat Ducato 2012 gekauft, um mit Hund nicht fragen zu müssen, wo wir wohnen dürfen, sondern um zu entscheiden, wo wir Urlaub machen werden. Anfangs klassisch inklusive Campingplätzen, aber wir spürten schnell, dass wir autarker, ruhiger, kreativer unterwegs sein möchten. Immer wieder frei gestanden, merkten wir schnell, dass ist genau das Richtige für uns. So machten wir künftig Urlaub. Ab vom Massenurlaub, weg von „dicht an dicht“ hin zu autark und frei stehen, allein.

Der Gedanke, dass etwas passieren könnte – diese Frage stellt man uns oft – ist nicht da. Wir bewegen uns nicht naiv oder leichtsinnig, möchten aber auch keine Abstriche machen. Die klassischen Urlaubsgebiete wie Frankreich, Spanien, Portugal waren der Start. Dann wollten wir mehr. Mehr Abgeschiedenheit, mehr Unentdecktes, mehr Untouristisches.

3. Was ist Euer persönlicher Urlaubstipp für HundeReisenMehr?

Unser Klassiker, vor allem über Weihnachten und Silvester, ist Andalusien, wo wir auf dem Hin- und Rückweg immer in Barcelona-Stopp machen, auf dem Montjuich stehen und abends absolute Ruhe und den Blick auf die beleuchtete Stadt  geniessen. Morgens, wenn der Kiosk öffnet, holen wir uns nach der Hunderunde einen nicht wirklich guten, aber rituellen Kaffee to go und lächeln uns an, weil wir diesen Ort noch ganz für uns allein haben, bevor die Touristenbusse dem Ganzen ein Ende machen.

Unsere Traumroute führt ab Cadiz die Küste lang bis nach Almerimar. Ab dort arbeiten wir uns auch gern die Ostküste hoch und stoppen in Tarragona oder Cadaquez. Portugal hat uns durch den besten Kaffee ever beeindruckt.

In Marokko fanden wir in einem Roadtrip rund um das Atlasgebirge zum ersten Mal wirklich wilde Strecken, teilweise 4×4, die wir trotzdem versucht und bewältigt haben. Landstriche, wo uns der Atem stockte. Atemberaubend. Weiter ging es mit Albanien, wo wir in Flussbetten, an Canyons, in den Berge gestanden und die Natur genossen haben. Mutterseelenallein, in absoluter Ruhe mit einem Sternenhimmel, unbezahlbar.Es folgte eine Ostseeumrundung, wo uns besonders die polnische Ostseeküste, Kaliningrad und auch St. Petersburg beeindruckt haben.

Weihnachten / Silvester 2018/19 haben wir auf Sardinien verbracht und hatten den Eindruck, man hat die Insel nur für uns gesperrt. Alle endlosen Strände, kleine Städte, die Berge. Völlig verlassen, Ruhe pur. Wir haben klasse Offroad-Strecken gefahren und sind unglaublich viel gewandert. Sogar Ayani hat mitdurchgezogen. Bis zu 10 Kilometer inklusive einiger Höhenmeter am Fels hoch ist er dem Rudel gefolgt und hatte einen Heidenspass!

Und wer jetzt denkt, so allein im Nirgendwo kann keine aufkommen, dem sei gesagt: Auch ein kleines Wohnmobil kann man wunderbar mit Lichterketten schmücken, im Cockpit Geschenke dekorieren, Rock-Christmas hören und abends Rotkohl mit Knödeln genießen.

4. Fünf Dinge, die Ihr immer im Gepäck hast, wenn Ihr mit Hund reist?

Genau wie beim Reisen mit Kindern haben wir natürlich für Ayani einiges dabei. Neben Papierkram wie Impfdokumente und ausländische Unterlagen für Grenzübergänge haben wir natürlich immer seine Lieblingkuscheldecke und das gelenkschonende Hundebett dabei. Immerhin begleitet uns Ayani bereits seit 11,5 Jahren und unser Senior will gepflegt werden. Knabbersachen und sein Kong, der mit Leckereien gefüllt wird. Auch ein Hund hat Urlaub und möchte genießen … 😉 … ansonsten mag er keinerlei Spielkram.

Wir haben es aufgegeben, Bälle zu werfen. Denn er holt den Ball gern einmal, schließlich ist er uns dort hingefallen. Ein zweiter Wurf wird aber bereits mit einem schrägen ungläubigen Blick und Kopfschütteln „Was auch immer das jetzt soll, nicht mit mir“ quittiert.

Immer dabei haben wir Tüten, denn wir legen großen Wert darauf, die Plätze, wo wir stehen, astrein (nachher sauberer wie vorher) zu hinterlassen. Ayanis Hinterlassenschaften werden immer eingesammelt, ausser er verkrümelt sich so weit ins Grün, dass wir aufgeben müssen.

Vielen Dank, liebe Stef, dass Du meiner kleinen Fragerunde mitgemacht hast. Ganz besonders freue ich mich natürlich darüber, dass Ayani mit seinen 11,5 Jahren so fit und gesund ist. Und ich wünsche ihm und dem zweibeinigen Fluchtwagen-Team noch viele unbeschwerte Urlaube. Wer jetzt neugierig auf die Abenteuer von Stef und ihrem Rudel geworden ist, der kann ihnen unter https://www.facebook.com/muensterroundtheworld folgen.

 
Fotos und Text: Stef Rogoll

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