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Expedition nach Hessisch-Sibirien

Expedition nach Hessisch-Sibirien

Vor kurzem mailte mich eine Bekannte an – eine eifrige Leserin meines Blogs – und lud uns ein, einen Ausflug ins hessische Hinterland zu machen. „Hier bei uns in Hessisch-Sibirien können wir auch ganz wunderbar wandern!“  Gesagt – getan! Nach fast 14-tägigem Dauerregen nutzen wir den ersten schönen Frühlingstag, programmieren unser Navigationsgerät, packen Dayo und Suri ein und starten unsere Expedition ins unbekannte Hessenland. Zunächst stellen wir aber fest, dass Bad Endbach – unser Zielpunkt – an sich nur knappe 70 Kilometer von uns entfernt ist. Etwas verwundert registrieren wir allerdings, dass sich die Anfahrtszeit auf knapp 1,5 Stunden beläuft … nun ja … keine Ahnung was oder wo Bad Endbach ist … irgendwo im Kreis Marburg-Biedenkopf – eben in Hessisch Sibirien!!

Wir werden über die Aartalsperre umgeleitet

Wir werden über die Aartalsperre umgeleitet

Ausnahmsweise verlassen wir uns mal auf unser Navigationssystem und wundern uns des Öfteren – denn natürlich kennen wir die ungefähre Richtung –  dass unser Navi mit uns in eine ganz andere Richtung fährt (abends stellt Thomas fest – dass wir tatsächlich kilometermässig den kürzesten Weg gefahren sind … allerdings nicht von der Zeit her … und wäre da nicht die Umleitung gewesen). Dann ist auch noch eine Straße gesperrt und wir dürfen einen Umweg von rund 15 Kilometern auf uns nehmen. Auf diesem Weg gelangen schließlich auch zur Aartalsperre! Ach wirklich? Wir sind nur ca. 15 Kilometer nordwestlich von Gießen entfernt. Gefühlt sind es mindestens 150 Kilometer. Aber immerhin sind wir jetzt ganz nah dran an unserem Ziel … knappe 15 Minuten später rollen wir in Bad Endbach ein.

Kneipp-Heilbad Bad Endbach

Kneipp-Heilbad Bad Endbach

Bad Endbach – ein Ort, von dem ich zuvor wirklich noch nie gehört habe – ist also eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf (Marburg dürfte den meisten meiner Leser/innen ja als beliebte Universitätsstadt bekannt sein) und liegt im sogenannten Hessischen Hinterland – von den „Eingeborenen“ dort liebevoll Hessisch Sibirien genannt. Seit 1970 ist Bad Endbach ein Kneipp-Heilbad und seit 1973 darf das Prädikat „Bad“ geführt werden. Mitten in dieser Idylle leben Ursula und Jürgen mit ihren fünf Hunden – drei Rhodesian Ridgebacks, ein Labrador und ein kleiner Mischling (glaube ich jedenfalls).

... und los geht es ...

… und los geht es …

Wir haben uns etwas verspätet und werden schon erwartet … und machen uns dann auch gleich auf die Socken: Vier Zweibeiner mit vier Vierbeinern … während Suri und Chiremba an der Leine bleiben, darf sich Dayo mit dem dritten Ridgeback-Mädel vergnügen. Das will er allerdings nicht so recht. Er ist hochgradig an Chiremba interessiert, die erst vor kurzem läufig war. Madame ist jedoch extrem ungehalten über diese männliche Aufdringlichkeit und legt sich mordsmäßig ins Zeug, um meinen armen Bär zu vertreiben. Nutzt aber nix … 😉

Sattgrüne Wiesen und viel Wald

Sattgrüne Wiesen und viel Wald

In einer der waldreichsten Gegenden Deutschlands marschieren wir gemächlich (doch, ich finde schon, dass sich marschieren und gemächlich nicht ausschließen) durch die sattgrüne Landschaft. Anfangs bleiben Thomas und Suri ein Stück hinter uns zurück … Suri legt ja nicht unbedingt auf Fremdhundekontakte an der Leine wert (später soll sich allerdings rausstellen, dass sie mit allen fremden Hündinnen total freundlich umgeht).

... meine drei ...

… meine drei …

Die Region setzt verstärkt auf umwelt- und sozialverträglichen Tourismus. So wurde 2007 unter dem Motto „einer Vision Raum geben“ der elfte Nationalpark in Hessen gegründet. Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland umfasst 87.432 Hektar Mittelgebirgslandschaft zwischen den Flüssen Lahn und Dill.

Gut beschildertes Wanderwegenetz

Gut beschildertes Wanderwegenetz

Wandermöglichkeiten in alle Richtungen

Wandermöglichkeiten in alle Richtungen

Für uns geht es jetzt erst einmal ein ganz schön langes Stück bergauf … irgendwo hatte ich zu Beginn auch am Wegesrand ein Schild mit der Aufschrift „Wadenweg“ wahrgenommen. Gut! Jetzt weiß ich auch, was damit gemeint war.

... oben angekommen ...

… oben angekommen …

Aber irgendwann sind wir oben angekommen und Bad Endbach liegt zu unseren Füßen. Nach der langen Schlechtwetterperiode der vergangenen Wochen kann ich mich an dem Grün und an den vielen Blüten gar nicht sattsehen.

Blühende Landschaften und spielende Hunde

Blühende Landschaften und spielende Hunde

Ginsterbüsche, wilde Blumenwiesen und Ackerbau wechseln sich ab, und wir laufen jetzt ganz bequem und wunderbar fast ohne Steigungen …

0602 Endbach 15

Und was mir noch ganz besonders auffällt: An den Wegesrändern gibt es kaum Brennnesseln oder sonstiges „Stechzeugs“ – bei uns in der Wetterau ist jetzt natürlich auch alles schön grün. Aber Ginsterbüsche, Schafgarbe, Kamille und Butterblumen … weit gefehlt. Das Niddaufer besteht an sich nur aus Brennnesseln … na gut, ich will jetzt mal nicht ungerecht sein: Die ein oder andere Schafgarbenpflanze haben wir auch …

Hundeglück in der Blumenwiese

Hundeglück in der Blumenwiese

Nein, keine Sorge: Wir haben die Hunde nicht auf der wunderschönen Blühwiese toben lassen … es sind sozusagen „gestellte Fotos“ … natürlich haben wir während unseres gesamten Spaziergangs darauf geachtet, dass die beiden freilaufenden Ridgebacks nicht unnötig weit vom Weg abgekommen sind.

Nein, ordentlich neben Dayo sitzen, das will ich nicht!

Nein, ordentlich neben Dayo sitzen, das will ich nicht!

Wir nähern uns schon langsam wieder dem Kneipp-Heilbad und schauen hinüber zu ein paar vereinzelten Fichten. Hier zerstörte der Orkan Kyrill 2007 fast einen kompletten Fichtenwald.

Hier stand früher ein dichter Fichtenwald

Hier stand früher ein dichter Fichtenwald

Dem Grundsatz „Schutz durch Nutzung“ folgend hat es sich der Naturpark Lahn-Dill-Bergland zur Aufgabe gemacht, die landschaftliche Vielfalt und Schönheit der Region zu bewahren, nachhaltig zu entwickeln und für Gäste und Einheimische mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Und dass dies hier gelingt, haben wir ja selbst gesehen, obwohl wir ja nur ein winziges Stück dieser Region kennengelernt haben. Das Wanderwegenetz ist sehr gut ausgebaut und ausgeschildert. Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack und den Hunden macht es allemal Spaß.

Auf der Homepage von Bad Endbach unter www.bad-endbach.de findet man auch eine Reihe von Wanderveranstaltungen – so werden beispielsweise auch geführte Wanderungen angeboten. Außerdem sind rund 260 Kilometer des Wanderwegenetzes mit GPS-Daten markiert. Die Etappen reichen von 6,5 Kilometer bis 45 Kilometer. Alle Wege können kostenlos auf das GPS im Smartphone runtergeladen werden … das müssen wir auch mal irgendwann probieren … dann verläuft man sich vermutlich auch nicht mehr (siehe Herbstspaziergang im Knüll) … 😉

Wir hatten jedenfalls einen ausgesprochen schönen Tag in Hessisch Sibirien, auch wenn wir weit weg von einer Expedition waren. Vielen Dank an Ursula und Jürgen, die uns hinterher auch gastronomisch noch aufs Beste versorgt haben … wir kommen bestimmt wieder (wenn Euer Grill wieder ganz ist …).

Spaziergang im Regen - Deutsch-Französischer Garten Saarbrücken

Spaziergang im Regen – Deutsch-Französischer Garten Saarbrücken

Unser Pfingstwochenende in Saarbrücken ist – abgesehen vom Anreisetag – im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Denn sowohl am Pfingstsonntag als auch am Montag hat es ohne Pause geregnet, um nicht zu sagen: Es hat geschüttet! So hielt sich unsere Lust – und vor allem die Lust von Dayo und Suri – in Grenzen, was das Erforschen der Saarbrücker Umgebung anging. Wie bereits im Artikel über das Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken erwähnt, liegt das 4-Sterne-Superior-Hotel direkt am Deutsch-Französischen Garten.

Deutschmühlenweiher im Deutsch-Französischen Garten noch ohne Regen

Deutschmühlenweiher im Deutsch-Französischen Garten noch ohne Regen

Also entschließen wir uns zu einem ausgiebigen Spaziergang durch den Park. Wer dann aber glaubt, wir marschieren zehnmal um den Deutschmühlenweiher, damit wir wenigsten eine Stunde mit den Hunden unterwegs sind, der hat sich gewaltig getäuscht. Der rund 50 Hektar große Park ist die größte Grünanlage der saarländischen Landeshauptstadt und der beliebteste Blumengarten der Region. Bundesweit gilt der Deutsch-Französische Garten als eine der größeren Anlagen in der Formensprache der 1950er und 1960er Jahre und steht als solcher seit 2001 unter Denkmalschutz. Nach wie vor spielt er eine wichtige Rolle als grenzüberschreitende Naherholungseinrichtung und Austragungsort vieler Festveranstaltungen. Bis heute ist der Garten ein wichtiges Symbol der deutsch-französischen Freundschaft und Völkerverständigung (Quelle: www.saarbruecken.de).

Spaziergang im Regen

Spaziergang im Regen

Dank des Regenwetters sind außer uns nur noch wenige Unerschrockene unterwegs, sodass wir die weitläufige Parklandschaft eigentlich wirklich genießen können. Denn schließlich gibt es ja kein schlechtes Wettern – nur falsche Kleidung … 🙂

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Im Deutsch-Französischen Park sind verschiedene Themengärten als eigene Einheiten integriert. So gibt es beispielsweise das Tal der Blumen, den Garten am Silberahorn, den Rosengarten und das Ehrental.

... mal schauen, was das ist ...

… mal schauen, was das ist …

Was der Dayo kann, kann die Suri schon lange ...

Was der Dayo kann, kann die Suri schon lange …

Thomas rennt während unseres ganzen Spazierganges immer mal wieder hierhin und dorthin. Erklärungen gibt er erst einmal nicht. Ich wundere mich nur … bis wir plötzlich vor einer alten Bunkeranlage stehen.

Alter Bunkeranlagen

Alte Bunkeranlagen

Wir stehen vor einer alten Bunkeranlage des Westwalls. Einst Kriegsschauplatz und Trennlinie zwischen benachbarten Völkern ist er heute – inmitten des Deutsch-Französischen Gartens – zu einem Ort der Völkerverständigung und -Freundschaft geworden. Jetzt wird mir auch klar, warum Thomas die ganze Zeit hin- und herrennt. Überall im Park verstreut, findet man noch Reste des einstigen Westwalls. Mir wird eigentlich erst in diesem Moment bewusst, dass wir uns an einem besonderen Ort befinden. Bisher bin ich halt durch einen zwar schönen, aber verregneten Park marschiert und habe mir da eher weniger Gedanken über die Geschichte dieses Ortes gemacht.

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Wir gehen weiter und gelangen zu einem Ehrenfriedhof. Auf dem von alten Eichen, Linden und Zypressen umrahmten Ort ruhe Deutsche und Franzosen, die während der Schlacht bei Spichern am 6. August 1870 fielen. Dieser Friedhof zählt zu den ältesten Soldatenfriedhöfen Deutschlands, und hier sind Deutsche neben Franzosen, Offiziere neben Mannschaftsdienstgraden und Zivilisten begraben. Auch eine Frau fand hier ihre letzte Ruhe: Katharine Weißgerber, genannt „Schultze Kathrin“. Während des Deutsch-Französischen Krieges half sie, verwundete Soldaten aus der Gefechtslinie zu bergen und zu versorgen.

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Nach knapp 1,5 Stunden gemächlichen Spaziergangs landen wir wieder an unserem Ausgangspunkt – dem Deutschmühlenweiher. Dayo und Suri freuen sich, dass sie jetzt raus aus dem Regen kommen – Thomas und Martina auch! Bei schönem Wetter macht ein Spaziergang sicherlich noch viel mehr Spaß – aber vermutlich ist ein solcher dann auch nicht so entspannt, weil bei Sonnenschein und Wärme viel mehr Leute unterwegs sind. Die einzelnen Bereiche werden auf ausführlichen Schautafeln erklärt und beschrieben (immer in drei Sprachen). Hunde sind zwingend an der kurzen Leine zu führen (so kurz war sie bei uns jetzt nicht, aber es waren ja auch kaum andere Menschen im Park). Wie überall (und eigentlich natürlich selbstverständlich) sollen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner beseitigt werden. Kottütchen kann man in Spendern am Parkeingang mitnehmen, wenn man seine vergessen haben sollte. Verstöße werden mit mindestens 20 Euro geahndet.

Hundeurlaub auf der nordfriesischen Insel Nordstrand

Hundeurlaub auf der nordfriesischen Insel Nordstrand

Manchmal flattern mir ja Infos auf den Tisch, da möchte man gleich mitsamt der Vierbeiner ins Auto springen und losfahren. In diesem Fall würde mir das aber gar nichts nützen, denn das neue Mekka für Hundefreunde in Nordfriesland öffnet seine Türen erst am 5. Juli 2013, heißt Hotel Pharisäerhof und befindet sich auf der Insel Nordstrand.

Der "Pharisäerhof" wurde 1743 erbaut Foto: Hotel Pharisäerhof, Nordstrand

Der „Pharisäerhof“ wurde 1743 erbaut
Foto: Hotel Pharisäerhof, Nordstrand

Hier sind „Hunde ausdrücklich erwünscht“. Neben der kostenfreien Übernachtung gibt es eine ganze Reihe von weiteren Annehmlichkeiten für die Vierbeiner wie beispielsweise Hundebetreuung im Hotel, leckere „Dog-Menüs“ oder eine schöne Fellpflege. Endloses Gassi gehen und Erkundungstouren im Nationalpark Wattenmeer mit den zweibeinigen Reisebegleitern gehören natürlich auch dazu. Der Pharisäerhof hat 28 Zimmer im dänischen Landhausstil mit friesischen Elementen. Für die Vierbeiner gibt es bei Ankunft das „Dog-Package“ mit Napf, Decke, Leckerlis und einer kleinen Überraschung.

Dänischer Landhausstil mit friesischen Elementen Foto: Hotel Pharisäerhof, Nordstrand

Dänischer Landhausstil mit friesischen Elementen
Foto: Hotel Pharisäerhof, Nordstrand

Ein Einzelzimmer ist ab 58 Euro und ein Doppelzimmer ab 98 Euro pro Nacht zu haben. Der Übernachtungspreis beinhaltet  auch das Frühstücksbuffet, die tägliche Nutzung der Sauna, einen Bademantel für die Dauer des Aufenthaltes sowie Begrüßungsleckerlis für die Hunde. Hunde schlafen kostenlos.

Darüber hinaus bietet der Pharisäerhof auch verschiedene Arrangements an: So kostet das Package „3 Sterne – 4 Pfoten“ 36 Euro pro Person und beinhaltet ein Fahrrad für den gesamten Aufenthalt, ein Lunchpaket für Mensch und Hund und ein Gutschein im Wert von 15 Euro für den Souvenirshop. „Auf den Hund gekommen“ schlägt mit 47 Euro zu Buche und bietet ein Fahrrad und/oder Nordic Walkingstöcke für den ganzen Aufenthalt. Darüber hinaus kann der Vierbeiner für drei Stunden zum Hundesitter gebracht werden und wird mit einem professionellen Hundebad verwöhnt. Und wer wissen will, ob das Kaffeegetränk Pharisäer auf Nordstrand erfunden wurde, der fährt am besten persönlich hin und lässt sich die ganze Geschichte vor Ort erzählen. Weitere Informationen unter www.pharisaeerhof.de.

Das neue 3-Sterne-Hotel befindet sich auf Nordstrand, einer eingedeichten Halbinsel in Nordfriesland. Sie liegt vor Husum und war bis 1987 eine Marschinsel.

Victor's Residenz-Hotel Saarbrücken - persönlich getestet!

Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken – persönlich getestet!

Hin und wieder stellen wir unseren Dayo auf Rassehunde-Ausstellungen aus und machen uns daraus dann in der Regel einen schönen Wochenendausflug. So verbrachten wir das Pfingstwochenende in Saarbrücken und wohnten im Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken.

Das Victor's Residenz-Hotel Saarbrücken versteckt sich hinter Bäumen

Das Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken versteckt sich hinter Bäumen

Das Vier-Sterne-Superior-Hotel liegt nur einen Steinwurf vom Saarbrücker Messegelände entfernt und direkt am Deutsch-Französischen Garten. Frankreich und das Stadtzentrum sind quasi um die Ecke. Wir machen uns am Samstagmittag auf den Weg von Frankfurt nach Saarbrücken – mit einem kurzen Abstecher in das Shopping-Center „The Style Outlets“ in Zweibrücken. Hier sind – im Gegensatz zum Wertheim Village – Hunde erlaubt. Die Hunde dürfen auch in fast jedes Geschäft mit reinkommen. Gegen 18 Uhr erreichen wir dann das Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken, das an diesem Wochenende aus allen Nähten platzt. Natürlich sind auch noch andere Hundebesitzer, die die Nationale und Internationale Rassehunde-Ausstellung besuchen – auf die Idee gekommen, in diesem Hotel Quartier zu beziehen. Darüber hinaus feiert an diesem Abend eine große Hochzeitsgesellschaft. Wir haben Glück und  ergattern noch den letzten Parkplatz in der Hotelgarage. An der Hotelrezeption werden wir sehr freundlich begrüßt und es wird uns erst einmal ein Willkommenstrunk angeboten. Die Reservierung hatte ich bereits Anfang des Jahres über HRS vorgenommen. Allerdings ist dabei die Anmerkung, dass wir mit zwei Hunden reisen, irgendwie nicht angekommen. Die junge Empfangsdame beruhigt uns aber gleich und sagt, dass sei alles kein Problem. Dann bekommen wir unsere Zimmerkarten mit dem Hinweis, dass wir ein Zimmer-Upgrade erhalten haben.

Komfortables Zimmer mit viel Platz

Komfortables Zimmer mit viel Platz

Zimmer 136 liegt im ersten Stock und geht zum Park hinaus – perfekt! Es ist eigentlich eine kleine Juniorsuite mit separatem Wohn- und Schlafraum sowie einem äußerst großzügigem Bad und separater Toilette. Wir (auch Dayo und Suri) fühlen uns sofort wohl.

Suri legt sich gleich mal hin

Suri legt sich gleich mal hin

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Aus alter Gewohnheit gehe ich in Hotels immer zuerst in das Badezimmer und schaue mir alles genau an – alles in einem tiptop Zustand. Hier kann ich ohne Problem barfuß laufen und auch die Toilette lässt putztechnisch keine Wünsche offen … ;-). Kurz: Ein Zimmer, in dem man sich wirklich sofort wohlfühlen kann. Anstatt der Gute-Nacht-Schokolade gibt es im Victor’s Residenz-Hotel  Werthers Echte Sahnebonbons …

Wir versorgen die Hunde, die sich nach ihrem Abendessen entspannt auf ihren Reisebetten niederlassen und  machen uns dann ebenfalls zu unserem Abendessen auf, denn wir haben einen Tisch im Hotelrestaurant reserviert. Das „Chez Victor’s“ ist eine Brasserie Parisienne im Stil der Belle Epoque. Hier werden traditionelle französische Gerichte serviert. Die meisten Servicemitarbeiter und auch der Restaurantchef sind Franzosen, die sich an diesem Samstagabend mit einen sehr charmanten, freundlichen und perfekten Service präsentieren.

Der Apéritif ist schon serviert

Der Apéritif ist schon serviert

Wir entscheiden uns für frischen Spargel mit hausgemachter Sauce Hollandaise und Pellkartöffelchen. Und für Thomas gibt es noch ein Rindersteak dazu. Als Amuse-Gueule wird uns ein geeistes Melonensüppchen gereicht.

... geeistes Melonensüppchen zum Appetit anregen ...

… geeistes Melonensüppchen zum Appetit anregen …

An sich sollte man ja zu Spargel einen Weißwein trinken. An sich. Thomas trinkt allerdings lieber Rotwein (na ja, ich auch …). Wir übersehen dann auch einfach das leichte Zucken der Augenbrauen beim Restaurantchef als wir einen französischen Priorat bestellen. Die Weinkarte hat ihren Schwerpunkt in Frankreich und bietet auch eine gute Auswahl an offenen Weinen an. Alle Rebsäfte befinden sich im mittleren bis höheren Preissegment. Das gilt auch für die Gerichte auf der Speisekarte. Man kann das Essen kurz und bündig so zusammenfassen: „Einfach lecker!“ Der Spargel ist noch leicht bissfest. Die Sauce Hollandaise ist wirklich selbstgemacht und kein Convenience-Produkt aus dem Tetrapack. Die Kartoffeln haben einen sehr guten Eigengeschmack. Auch Thomas‘ Rindersteak ist zart und perfekt gebraten. Eigentlich sind wir jetzt ja satt. Aber auf der Karte haben wir als Dessert Crêpes Suzettes gesehen. Dieses wirklich tolle Dessert ist ja heutzutage auch in „vornehmen“ Restaurants so gut wie ganz von der Karte verschwunden – leider! Wir haben also keine andere Wahl und bestellen Crêpes Suzettes für zwei Personen.

Die weltberühmten Crêpes werden am Tisch zubereitet

Die weltberühmten Crêpes werden am Tisch zubereitet

Die Crêpes werden vom Restaurantchef direkt am Tisch zubereitet und sind einfach lecker!! Gut gelaunt, satt und müde geht es dann zu einer Abendrunde mit Dayo und Suri durch den Deutsch-Französischen Garten – na ja, ich bleibe auf dem Zimmer, denn es hat angefangen zu regnen. Auch am zweiten Abend unseres Saarbrücken-Aufenthalts essen wir im „Chez Victor’s“. An der Qualität der Speisen ist auch am Pfingstsonntag überhaupt nicht zu meckern. Sehr gut zubereitet und abgeschmeckt – für mich ein Kalbsschnitzel mit Mozarella und Tomaten überbacken und für Thomas ein Rinderfilet vom Angus-Rind. Und erneut liegt hier für mich die Betonung darauf, dass hier auf Convenience-Produkte verzichtet wird. Das schmeckt man halt auch! Obwohl am Sonntagabend deutlich weniger im Restaurant los ist (und die Hochzeitsgesellschaft auch nicht mehr feiert), ist der Service im Vergleich zum Vortag leider unterirdisch! Keine Nachfrage nach einem Apéritif. Die Spezialitäten des Tages werden nicht vorgestellt. Der Service ist „wuschig“ … schade! Wir bestellen als Abschluss erneut die Crêpes Suzettes. Der junge französische Kellner (vielleicht ist er ja noch in der Ausbildung) fasst unsere Bestellung nicht als Bestellung auf und nach einer Weile werden wir erneut gefragt. Na ja, das kann ja mal passieren. Die Vorbereitungen werden getroffen, und dann kommt ein Kellner, den wir auch vom Vorabend schon kennen. Ein junger Mann aus Angola, der ausgesprochen witzig und charmant ist. Er kümmert sich nun um unsere Nachspeise und plaudert sehr nett mit uns. Zu nett vermutlich, denn der Restaurantchef „zitiert“ ihn mit den Worten „Lass das jetzt mal kochen …“ (auf französisch natürlich) vom Tisch weg. Und dann? Dann verbrennen unsere Crêpes. Als der verbrannte Geruch zunimmt, taucht auch wieder ein Kellner an unserem Tisch auf. Und es dauert nun noch rund 45 Minuten bis die Crêpes – diesmal aber vom Restaurantchef zubereitet – auf unserem Teller landen. Schade – das Essen war toll, der Service eher ausreichend. Aber schön, dass wir am Vorabend etwas ganz anderes erleben durften.

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Uns hat es im Victor’s Residenz-Hotel in Saarbrücken sehr gut gefallen. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass die Hotelmitarbeiter alle extrem freundlich sind – nicht aufgesetzt, sondern wirklich freundlich. Als Gast fühlt man sich wirklich willkommen. Auch auf die Hundefreundlichkeit sei hingewiesen. Die Hunde dürfen auch mit in das Restaurant, wenn sie einigermaßen gut erzogen sind.

Als wir am Sonntagmorgen zum Frühstück gehen, entdecken wir, dass sich im Flur ein Hund erbrochen hat. Das kann ja mal passieren. Wahrscheinlich sind Frauchen und Herrchen gerade an der Rezeption, um Bescheid zu geben und sich zu entschuldigen. Wir gehen also frühstücken und sind 45 Minuten später wieder zurück auf dem Weg ins Zimmer. Das Erbrochene liegt immer noch im Flur im ersten Stock. Auch 30 Minuten später – wir verlassen mitsamt der Hunde das Hotel – ist das Häufchen noch nicht beseitigt. Ich sage an der Rezeption Bescheid. Offensichtlich haben sich die Besitzer des Unglücksraben nicht an der Rezeption blicken lassen. Die Damen nehmen es mit Gelassenheit: „Das passiert leider immer wieder!“ Es kann immer mal passieren, dass einem ein Malheur passiert, wenn man mit Hund im Hotel ist. Aber bitte schön, dann kann man doch Bescheid geben, oder? Ich finde es eine Zumutung, dass es Menschen gibt, die das einfach nicht kümmert. Das sind aber vermutlich auch die Menschen, die als erstes rummeckern, wenn ein Hotel die Beherbergung von Hunden nicht mehr wünscht oder aber utopische Zusatzpreise aufruft! Auf jeden Fall für diese Gelassenheit ein Kompliment an das Hotel und ALLE seine Mitarbeiter!!

Wir haben für die Übernachtung im Doppelzimmer inklusive Frühstück 117 Euro pro Nacht bezahlt. Auf der Homepage findet man zahlreiche interessante Übernachtungsarrangements. Die Hunde schlagen mit 12 Euro pro Nacht und Hund zu Buche. Das Parken auf den Außenparkplätzen ist kostenfrei. Die Tiefgarage kostet 8 Euro pro Nacht. Weitere Informationen unter www.victors.de.