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Fische lügen nicht - zumindest nicht in Röbel

Fische lügen nicht – zumindest nicht in Röbel

„Fische lügen nicht“ ist ja irgendwie ein komischer Titel für einen Blogbeitrag, bei dem es sich um eine Ausflugsbeschreibung in den Ort Röbel handelt. Meine erste Überschriftsidee für diesen Beitrag war allerdings noch etwas skurriler, denn ich wollte hier den Bogen zur slawischen Geschichte der Region an der Müritz schlagen, weil ich gerade Rebecca Gablés neuestes Buch „Das Haupt der Welt“ lese. Eine der Protagonisten dieses historischen Romans, der im 10. Jahrhundert spielt, ist der slawische Fürstensohn Tugomir, dessen Familiensitz die Brandenburg an der Havel war … und das ist ja auch nicht allzu zweit von der Mecklenburgischen Seenplatte entfernt … 😉 … es ist dann doch „Fische lügen nicht“ geworden!

Pittoreske Hauptstraße

Pittoreske Hauptstraße

Wir besuchen Röbel, das auch die bunte Stadt am Kleinen Meer genannt wird, am einzigen Schlechtwettertag unserer Urlaubswoche. Der Himmel ist grau verhangen und es nieselt leise vor sich hin. Dayo und Suri haben an sich keine große Lust auf einen Spaziergang – Pfoten und Fell könnten ja naß werden! Das beschauliche Städtchen trumpft mit gleich mit zwei imposanten, frühgotischen Backsteinhallenkirchen auf: Die Marienkirche ist nur wenige Schritte von der Uferpromenade entfernt.

Marienkirche

Marienkirche

Die St. Nikolai-Kirche, die eine Kopie der weiter unten an der Straße gelegenen Marienkirche ist, liegt am Marktplatz …

St. Nikolai ist eine Kopie der Marienkirche

St. Nikolai ist eine Kopie der Marienkirche

… und direkt neben dem Rathaus.

schön restauriertes Röbeler Rathaus

schön restauriertes Röbeler Rathaus

Wir spazieren an diesem Samstagvormittag entlang der Hauptstraße und bewundern die wunderschönen und in bunten Farben renovierten und restaurierten mittelalterlichen Fachwerkhäuser. Dayo und Suri haben inzwischen ihre Widerwilligkeit aufgegeben und traben brav neben uns her (es hat ja auch aufgehört, zu regnen).

... liebevoll renovierte ...

… liebevoll renovierte …

... und vor allem bunte Fachwerkhäuser säumen die Hauptstraße ...

… und vor allem bunte Fachwerkhäuser säumen die Hauptstraße …

Trotzdem Röbel im Sommer ein Touristenmagnet ist, sind einige Ladengeschäfte leer und warten auf neue Mieter, und so manches Geschäft kann auch mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung seine sozialistische Vergangenheit nicht leugnen (was keinesfalls als Kritik gemeint ist). Vielleicht wäre es für die Zukunft auch eine Maßnahme, einfach den Verkehr zu verbannen, in dem man aus dem Stadtzentrum eine autofreie Zone macht. Gut, die Anwohner fänden das wahrscheinlich nicht besonders lustig, aber es würde vermutlich zu einem schöneren und entspannteren Stadtbild beitragen.

Wir machen uns langsam zurück auf den Weg zu unserem Auto, aber ich möchte vorher unbedingt noch an den See runter und dort an der Promenade ein wenig entlang spazieren. Mein lieber Mann weist mich in seiner unglaublich unnachahmlichen Art darauf hin, dass die Promenade in der Nähe unseres Parkplatzes ist und wir hier nirgends am See spazieren können. Ich lasse mich in diesem Fall nicht von ihm aufhalten! Ich also in eine Seitenstraße rein und runter zum See. Mann (meckernd) und Hunde (wie immer brav) hinter mir her. Schon ist der See erreicht. Ich stehe auf einer Bootsanlegestelle. Der Blick geht über den See und über schilfgedeckte Fischerhäuser.

schilfgedeckte Fischerhäuser

schilfgedeckte Fischerhäuser

romantische See-Stilleben

romantische See-Stilleben

Aber in der Tat: Hier ist Schluss mit lustig. Mit einem typischen „ich hab doch Recht gehabt“-Grinsen im Gesicht meines Mannes stapfen wir zurück auf die Hauptstraße und machen uns auf in Richtung Windmühle, die im 15. Jahrhundert auf dem alten Burgberg errichtet wurde und wie ein Wahrzeichen über dem Städtchen thront.

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Die heute für Ausstellungen lokaler und regionaler Künstler genutzte Mühle wurde 1466 erbaut und zunächst von den Dominikanermönchen betrieben. Ab 1485 verpachtete der Stadtrat die Mühle an verschiedene Müller. 1878 ging die Mühle (die Anfang des 19. Jahrhunderts von einer Bockwindmühle in eine Galerie-Holländer-Windmühle umgewandelt wurde) in Privatbesitz über. 1926 wurde hier das letzte Korn gemahlen.

So, und was war da jetzt mit den slawischen Wurzeln?? Das heutige Röbel/Müritz fand seinen Anfang schon im 10. Jahrhundert als Siedlung vor einer der Hauptburgen des slawischen Stammes der Morizaner. Diese, spätzer als Altstadt bezeichnete Markt- und Dienstleistungssiedlung, gehört zuusammen mit Plau und Güstrow zu den frühen Stadtgründungen von Heinrich Borwin II., Urenkel Niklots, der als Stammvater der mecklenburgischen Herzöge gilt.

Und was hat das nun alles mit „Fische lügen nicht“ zu tun? Eigentlich gar nichts … 😉 … „Fische lügen nicht“ ist ein Roman von Wolf S. Dietrich, der in der Reihe „Müritz Krimi“ erschienen ist. Und ein Exemplar dieses Buches gab es als Überraschungsgeschenk bei Anreise in unserem Hotel, dem Radisson Blu Schloss Fleesensee. Nachdem ich die ersten Seiten des Krimis mehr recht als schlecht gelesen habe, bekommt die Geschichte irgendwann eine ganz eigene Dynamik und wird immer spannender. Die Handlung des Romans spielt im Sommer 2011, die Vorgeschichte dazu beginnt im Jahr 1983. Und Röbel ist einer der Schauplätze in diesem Kriminalfall.

Auch ein Spaziergang bei schlechtem bzw. schlechterem Wetter macht Appetit … aber wohin nun?

Feldsteinscheune Bollewick

Feldsteinscheune Bollewick

Schon vor dem Urlaub wurde mir die Bollewicker Scheune als sehr hundefreundlicher Ort empfohlen. Da ich mit meinen Wünschen nach einer kleinen Wanderung im Müritz-Nationalpark aufgrund der Wetterbedingungen bei meinem ganzen Rudel nicht ankomme, fahren wir also dorthin. Die Bollewicker Feldsteinscheune steht unter Denkmalschutz und erreicht mit einer Länge von 125 Metern und einer Breite von 34 Metern eine Fläche von 10.000 Quadratmetern. Damit ist sie die größte Feldsteinscheune Deutschlands. Sie wurde 1881 von Baron von Langermann zu Erlenkamp und Spitzkuhn – was für ein Name, deshalb ich musste ich ihn hier unbedingt auch aufschreiben … 😉 – erbaut und diente u.a. bis 1991 als Stall für 650 Kühe. Heute ist die Scheune ein Ort für Kulturveranstaltungen, Märkte und Ausstellungen. Darüber hinaus gibt es hier auf zwei Etagen auch Geschäfte und Werkstätten (Kerzenzieher, Kräuterstübe, Kürschnerei etc.).

Hunde sind in der Bollewicker Feldsteinscheune willkommen. In den diversen Eingangsbereichen stehen auch gefüllte Wassernäpfe für die Vierbeiner bereit. Mir war die Scheune an diesem Samstag zu überlaufen. Es war ein arges Gedränge und Geschiebe, sodass wir uns relativ schnell wieder getrollt haben. Das dazugehörige Restaurant war an diesem Tag aufgrund einer privaten Feier geschlossen. Gegenüber der Scheune gibt einen schicken Regionalmarkt mit Bistro – hier sind Hunde leider nicht erlaubt.

Weitere Informationen

  • Wir hatten den Ort Röbel/Müritz eigentlich so nicht auf unserem Plan stehen. Der Ausflug dorthin war eher eine Notlösung aufgrund der schlechteren Wetterbedingungen. Ich habe auch die ganze Zeit rumgemeckert, dass wir doch noch eine kleine Wanderung machen, haben wir aber nicht … 😉 … eine Besichtigung des wirklich toll restaurierten, mittelalterlichen Städtchens lohnt sich auf jeden Fall. Im Nachhinein haben wir als Sehenswürdigkeit „nur“ die ehemalige Synagoge verpasst (leider). Sie ist eine der wenigen erhaltenen Fachwerksynagogen in Mecklenburg und beherbergt eine dauernde Ausstellung zur regionalen jüdischen Geschichte.
  • Die viel zitierte „wunderschöne und lang gestreckte Uferpromenade“ hat uns jetzt nicht sonderlich beeindruckt. Ich fand sie weder lang gestreckt noch besonders „wunderschön“ … aber sie ist „nett“!
  • Detaillierte Infos gibt es unter www.stadt-roebel.de

 

Bären-Eldorado in MacPomm

Bären-Eldorado in MacPomm

Eine Woche Urlaub – eine Woche auf Erkundungstour in MacPomm mit Dayo und Suri im Schlepptau. Von sieben Tagen hatten wir sechs Tage strahlendes Sonnenwetter, zwar etwas kühl, aber perfekt für unsere Ausflugstouren. Da wir mit unseren beiden Rhodesian Ridgebacks unterwegs waren, standen Natur- und Tierparks im Mittelpunkt. Auf die intensive Besichtigung von Kirchen und Museen haben wir daher weitestgehend verzichtet … ;-).

Ausnahmsweise hatte ich mich auch schon vor dem Urlaub ein wenig damit beschäftigt, was es so alles auf der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen gibt. So stand von Anfang an fest, dass eines unserer ersten Ausflugsziele der BÄRENWALD Müritz in Stuer sein sollte.

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Eingangsbereich des Bärenschutzzentrums

Eingangsbereich des Bärenschutzzentrums

Der BÄRENWALD in der Nähe des Plauer Sees ist das größte Bärenschutzzentrum in Westeuropa. Es handelt sich dabei um ein Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN, das Braunbären aus unwürdiger Haltung (beispielsweise aus dem Zirkus oder die so genannten Tanzbären) ein tiergerechtes Zuhause bietet.

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Beim Lösen der Eintrittskarten (Erwachsene zahlen sechs Euro pro Person) werden sofort auch Dayo und Suri herzlich willkommen geheißen (Vierbeiner kosten ein Euro). Hunde sind ausdrücklich erlaubt im Bärenwald und bleiben aus verständlichen Gründen natürlich die ganze Zeit an der Leine. Mit dem Plan des Parks werden uns auch zwei Hundetüten für den Fall des Falles ausgehändigt sowie zwei Verdunklungsbrillen aus Pappe, die mit „Sie werden gleich sehen, wozu die Brillen gut sind“ kommentiert werden.

Speiseplan der Bären

Speiseplan der Bären

Und dann geht es los: Auf dem rund 16 Hektar großen Gelände leben derzeit etwas mehr als ein Dutzend Braunbären in großen Gehegen. Hier haben die Petze Zeit und Platz, um zu Ihrem ursprünglichen und bärengerechten Verhalten zurückzufinden.

Rollentausch gleich zu Beginn im Bärenpark

Rollentausch gleich zu Beginn im Bärenpark

Keine zwanzig Meter vom Eingangsbereich entfernt, kommt das erste Highlight – der Rollentausch. Thomas bleibt mit Dayo und Suri draußen, aber ich ziehe mir die Pappbrille auf und begebe mich in den dunklen Holztunnel. Die Augen sind erst einmal fest zugekniffen und meine Hände umklammern den eisernen Handlauf. Während ich mich vorsichtig am Handlauf entlang hangele, stürmen von allen Seiten Geräusche auf mich ein – Peitschen knallen, Zirkusdirektoren schreien, Kinder kreischen, Eisengitter quietschen. Ich riskiere mal einen Blick … im schummerigen Halbdunkel ist eigentlich nicht zu sehen … nur, dass es um zahlreiche Ecken und Kanten durch den Tunnel geht. Der Weg mit „verbundenen“ Augen und den vielen akkustischen Reizen soll es dem Menschen möglich machen, sich ein bisschen wie ein Bär in Gefangenheit zu fühlen. Ich überlasse mich einfach den Geräuschen und gehe mit der Pappbrille auf der Nase und halbwegs geschlossenen Augen den Weg bis zum Ende. Nach rund drei Minuten ist der ganze Spuk vorbei und ich bin wieder draußen.

Rollentausch im Tunnel

Rollentausch im Tunnel

Was für mich nur drei Minuten gedauert hat (und ich habe mich doch das ein oder andere Mal doch auch etwas erschrocken), dauert für Bären im Käfig ein ganzes Leben lang. Und das können durchaus 30 Jahre sein! Keine sehr schöne Vorstellung.

Bären sind erst einmal nicht in Sicht

Bären sind erst einmal nicht in Sicht

Wir spazieren jetzt über schön angelegte und sehr gepflegte Wege durch den Mischwald, aber Bären sind erst einmal nicht in Sicht. Dafür sind an vielen Punkten Informationstafeln angebracht, die Aufschluss darüber geben, welche Bären hier leben oder wozu dieses oder jenes Gehege dient. Und wenn Suri nicht so aufmerksam gewesen wäre, wären wir auch an unserem ersten Bären einfach vorbei gelaufen.

Ein Schläfchen in Ehren kann keiner verwehren

Ein Schläfchen in Ehren kann keiner verwehren

Da lag der Meister Petz mal einfach so auf einen Baumstumpf gelehnt und schlief. Innerhalb von Sekunden „klebt“ auch gleich eine kleine Traube Menschen am Zaun und versucht, möglichst viele Fotos zu machen.

Ausstellungsstation "Zirkuswagen"

Ausstellungsstation „Zirkuswagen“

Wenig später erreichen wir die nächste Ausstellungsstation – einen Zirkuswagen. Hier werden alle Bären, die im Bärenwald leben und gelebt haben, mit Fotos vorgestellt. Auf Knopfdruck erzählen Kinderstimmen die jeweilige (zumeist traurige) Bärengeschichte.

Am Zirkuswagen werden die Bären vorgestellt

Vorstellung der Bären in Bild und Wort

Wie wir in den nächsten Tagen auch in anderen Naturparks feststellen werden, ist der Bärenwald sehr kinderfreundlich gestaltet. Überall gibt es Informationstafeln und die Gehege, an denen wir vorbeilaufen, sind so gestaltet, dass sich „Bären“-Spielzeug und mit Äpfeln und anderem Obst gefüllte Futterversteckplätze in direkter Sichtweite der Parkbesucher befinden. Allerdings haben an diesem Tag auf dem ersten Teil des Spaziergangs nicht allzu viele Bären Lust, sich großen, kleinen und vierbeinigen Besuchern zu präsentieren. So gelangen zum liebevoll aufgebauten Abenteuerspielplatz.

Abenteuerspielplatz

Abenteuerspielplatz

Auch hier wieder zahlreiche Möglichkeiten, mit Schautafeln und Spielmöglichkeiten sein Wissen über die Bären zu verbessern.

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Der ein oder andere mag sich fragen, ob man die Bären nicht einfach auswildern kann, wenn sie wieder gesund und kräftig sind. Nein, Bären in Gefangenschaft können nicht mehr ausgewildert werden. Dafür sind sie leider zu abhängig vom Menschen. Sie würden in freier Wildbahn nicht überleben (… und wer erinnert sich nicht beispielsweise an den Bruno, der von seinem freien Leben so gar nichts hatte …). Außerdem sind viele der Bären durch schlechte Haltungsbedingungen schwer verhaltensgestört.

So leben so genannte Restaurantbären in Rumänien

So leben so genannte Restaurantbären auf dem Balkan

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Der BÄRENWALD Müritz bietet solchen Bären eine Alternative: Hier können sie Instinkte wiederentdecken und ihr natürliches Verhalten ausleben – umherstreifen, sich zurückziehen, Höhlen graben, im Teich baden oder in Winterruhe gehen. Und auch unsere Suri kann hier ihre Instinkte voll ausleben …

Suri in Jagdposition

Suri in Jagdposition

... wo ist er denn, der Bär, den ich gerochen habe?

… wo ist er denn, der Bär, den ich gerochen habe?

Von einer Sekunde auf die andere ist Madame aufmerksam, geht in „Jagdposition“ und möchte am liebsten durch den Zaun durch und hinter den Bärengerüchen hinterher … ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht weiß, dass die Bären minimal größer als ein Rhodesian Ridgeback sind … 😉 … so dauert es auch eine Weile, bis sie sich wieder einigermaßen beruhigt hat und wir unseren Weg fortsetzen können.

Fliegenpilze am Wegesrand

Fliegenpilze am Wegesrand

Da auch hier die Meister Petze auf sich warten lassen, genießen wir die Natur drum herum … so zieren viele Fliegenpilze mit ihren leuchtend roten Hüten den Wegesrand, und wir können uns immer wieder über die verschiedensten Bärenarten dieser Welt informieren – auch über Eisbären.

... für das Familienalbum ...

… für das Familienalbum …

Kurz darauf ist die bärenlose Zeit des Spaziergangs vorbei …

... auf Futtersuche?

… auf Futtersuche?

Auf der einen Seite kommt ein Bärenpärchen ganz nah an den Zaun heran. Vielleicht sind sie ins Spiel vertieft oder auf der Suche nach einer kulinarischen Leckerei. Jedenfalls lassen sie sich durch die Besucher nicht weiter stören. In freier Wildbahn verbringen Bären in der Regel die meiste Zeit mit der Nahrungssuche. Und das tun auch die Bären im BÄRENWALD am liebsten. Die Tierpfleger verstecken das Futter im Gehege und lassen sind laufend neue Beschäftigungsmöglichkeiten einfallen. Futterspiele fordern die Intelligenz und das Geschick der Bären …

Futterspiele am Baum

Futterspiele am Baum

… so können wir in aller Ruhe einen Braunbären, der genau auf der anderen Seite des Weges, wo das Bärenpärchen seinen Schabernack treibt, zugange ist, dabei beobachen, wie er versucht aus einem blauen Holzfutterspiel, das am Baum aufgehängt ist, Leckereien heraus zu bekommen. Konzentriert und voller Geduld versucht er an das Futter zu gelanten, was ihm nach einer Weile auch gelingt. Viele leckere Äpfel sind die Belohnung für seine Mühen … aber damit haben wir die Geduld von Suri überstrapaziert … sie jammert und zieht und will ungedingt in das Gehege rein. Inzwischen hat auch Dayo gemerkt, dass hier irgendwelche anderen Tiere unterweg sind, die er nicht kennt geschweige denn jemals schon gerochen hat … 😉 … unser Bärchen lässt sich aber mit einem Leckerli ablenken und zeigt den Bären die kalte Schulter.

So sind wir fast am Ende unseres Rundgangs durch den BÄRENWALD Müritz. Wir besichtigen noch eine „Bärenhöhle“, in der wiederum einiges an Audiomaterial zu hören ist … beispielsweise die Geräusche, wenn eine Bärin ihre Jungen füttert … und schon sind wir (leider) wieder am Ausgang. Wir haben nicht alle Bewohner dieses wunderschön angelegten BÄRENWALDS sehen können, aber ein Grundsatz aller VIER PFOTEN Bärenprojekte ist, dass die Bären nicht zur Schau gestellt werden. Der Kontakt zum Menschen wird auf ein notwendiges Minimum reduziert, damit die Bären die Möglichkeit haben, sich ihren eigenen Tagesablauf zu schaffen. Wir Besucher erhalten einen Einblick in den Tagesablauf dieser mächtigen Tiere – aber nur die Bären bestimmen, ob sie sich sehen lassen oder nicht.

Wir haben für den Spaziergang durch BÄRENWALD rund 1,5 Stunden gebraucht (ohne Kinder!) und sind dabei eher geschlendert als marschiert … 😉 … die Gerüche, die auf Dayo und Suri eingeströmt sind, und die interessante, neue Umgebung haben jedoch dafür gesorgt, dass die beiden hinterher ziemlich kaputt waren …

Der BÄRENWALD hat wohl beide doch ein wenig angestrengt!

Der BÄRENWALD hat wohl beide doch ein wenig angestrengt!

Weitere Informationen:

Der BÄRENWALD Müritz ist von April bis Oktober täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet und von November bis März täglich von 10 Uhr bis 16.00 Uhr. Am Eingang des Parks gibt es ein Bio-Bistro, das Leckereien aus der Region anbieten (wir haben da leider kein Päuschen gemacht, weil es draußen trotz Sonnenschein doch recht frisch und windig war und es drinnen mit den Hunden einfach zu stressig gewesen wäre).

Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro pro Person (von November bis März sind es drei Euro). Kinder bis 14 Jahre zahlen 3,50 Euro (in der Wintersaison ein Euro). Hunde sind willkommen und kosten einen Euro pro Hund (Hundetütchen werden mit auf den Weg gegeben). Gruppen können unter vorheriger Reservierung auch Bären- und Exklusivführungen buchen.

Weitere Details unter www.baerenwald-mueritz.de.

Stephanie - Rechtsanwältin mit vier Salukis

Stephanie – Rechtsanwältin mit vier Salukis

Diesmal muss ich ganz besonders auf die Korrektheit des geschriebenen Wortes aufpassen, denn meine heutige Interviewpartnerin ist Rechtsanwältin … 😉 … neben ihrer Leidenschaft für Paragrafen liebt sie Windhunde über alles!

1. Wer bist Du, und wer sind Deine vierbeinigen Begleiter?

Ich bin Stephanie, Rechtsanwältin und stolze Windhundbesitzerin. Derzeit habe ich vier Salukis und zwar Qazim, Haroun, Yalameh und Destiny. Beruflich bedingt, aber auch privat oder zu Ausstellungszwecken reisen wir oft und viel. Die Anzahl der Hunde macht die Buchung in einem Hotel daher nicht immer ganz einfach.

... zu Gast in Pisa ... Foto: Stephanie Reuter

… zu Gast in Pisa …
Foto: Stephanie Reuter

2. Wenn Du auf der Suche nach einem Hotel bist – was ist wichtig für Dich, wenn Du mit Hund(en) reist?

Wichtig ist für mich, dass die Hunde überhaupt mit dürfen. Dabei verzichte ich auch schon mal auf etwas Komfort. Hauptsache den Hunden geht es gut. Das Zimmer sollte natürlich etwas größer sein. Es wäre dann noch schön, wenn die Unterkunft etwas am Ortsrand gelegen ist und nicht mittendrin in einer Stadt. In aller Regel frage ich bei Bekannten in der Nähe an – am liebsten gehe ich natürlich in Unterkünfte, die andere Hundebesitzer schon vor mir „getestet“ haben.

Strandlauf in Holland Foto: Stephanie Reuter

Strandlauf in Holland
Foto: Stephanie Reuter

3. Was ist Dein persönlicher Urlaubstipp für HundeReisenMehr?

Mein persönlicher Tipp ist ganz klar die Nordseeküste in Holland. Die Holländer sind gastfreundlich, die Hunde dürfen in der Nebensaison komplett ohne Leine am Strand laufen. Auch in den Restaurants sind mehrere Hunde in der Regel kein Problem. Es empfiehlt sich, mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen einen Campingplatz aufzusuchen, aber auch Ferienhäuser gibt es an der ganzen Küste entlang.

Es muss nicht immer ein Hotel sein Foto: Stephanie Reuter

Es muss nicht immer ein Hotel sein
Foto: Stephanie Reuter

4. Fünf Dinge, die Du immer im Gepäck hast, wenn Du mit Hund reist?

Salukibedingt natürlich den künstlichen Hasen, Lieblingsfutter, Ausgeh-Halsband, ein Lächeln und viel Sonnenschein!

Vielen Dank, Stephie, für das Interview. Hut ab – mit vier persischen Windhunden zu verreisen, stelle ich mir dann doch sehr anstrengend vor … zumindest anstrengender als mit zwei Rhodesian Ridgebacks … 😉 … wie erwähnt, ist Stephanie Reuter Rechtsanwältin und unter anderem auf Tier- und Pferderecht spezialisiert!

Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi: Knapp 50.000 Stimmen gegen das Töten der Streunertiere

Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi: Knapp 50.000 Stimmen gegen das Töten der Streunertiere

Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. übergab Unterschriftenlisten an den russischen Generalkonsul

49.378 Tierfreunde sind dem Aufruf der Tierschutzorganisation TASSO gefolgt und haben sich mit ihrer Unterschrift gegen das Töten der Streunertiere in Sotschi ausgesprochen, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014. Die Listen wurden gestern dem Generalkonsul der Russischen Föderation in Frankfurt, Ruslan Karsanov, übergeben.

Mike Ruckelshaus (rechts), tierpolitischer Sprecher von TASSO e.V., übergibt dem Generalkonsul der Russischen Föderation in Frankfurt, Ruslan Karsanov, die Unterschriftenlisten gegen die Tötung streunender Hunde und Katzen in Sotschi Foto: TASSO e.V.

Mike Ruckelshaus (rechts), tierpolitischer Sprecher von TASSO e.V., übergibt dem Generalkonsul der Russischen Föderation in Frankfurt, Ruslan Karsanov, die Unterschriftenlisten gegen die Tötung streunender Hunde und Katzen in Sotschi
Foto: TASSO e.V.

Medienberichten zufolge ist die Stadtverwaltung von Sotschi von der zunächst geplanten massenhaften Tötung streuender Hunde und Katzen zugunsten einer „humanen“ Lösung abgerückt. Nicht zuletzt aufgrund massiver internationaler Proteste. „Wir alle hoffen, dass die Stadtverwaltung von Sotschi ihr Wort hält und tatsächlich auf Tötungsaktionen verzichtet“, erklärte Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO, anlässlich der Übergabe. „Mit den gesammelten Unterschriften deutscher Tierfreunde wollen wir dieser Zusage den notwendigen Nachdruck verleihen.“

Der Tierschützer plädierte dafür, die rund 2000 Streunertiere in Sotschi zu kastrieren und im angestammten Revier zu belassen, wie es auch die World Health Organization (WHO) und die World Organization for Animal Health (OIE) empfehlen. „Wir fordern außerdem den Bau von Tierheimen, in denen Hunde und Katzen artgerecht untergebracht und tierärztlich versorgt werden“, sagt Ruckelshaus. Zudem empfiehlt er öffentlichkeitswirksame Adoptionsprogramme für die herrenlosen Tiere. „Ich bin sicher, dass es in Sotschi viele tierliebe Menschen gibt, die den herrenlosen Hunden und Katzen ein schönes Zuhause geben möchten.“

Quelle des Beitrags: TASSO-‚Pressemitteilung vom 24. Oktober 2013

Weitere Informationen unter www.tasso.net

Landhotel Haus Waldeck - zu Gast im Bayerischen Wald

Landhotel Haus Waldeck – zu Gast im Bayerischen Wald

Während einer der letzten Mantrailing-Stunden bei „meiner“ Hundephilosophin erwähnte Miriam, dass sie – gemeinsam mit ihrem Mann und zwei Hunden – vor kurzem ein paar Tage im Bayerischen Wald verbrachte und dort ein richtig nettes Hotel reserviert hatte, das Hunde ausdrücklich willkommen heißt. Auf meine Frage, ob sie nicht Lust habe, einen kleinen Beitrag für HundeReisenMehr darüber zu schreiben, hat sie spontan zugesagt. Und siehe da: Gestern habe ich den Beitrag mitsamt Fotos in meinem E-Mail-Postfach vorgefunden. Und hier kommen nun die Erfahrungen von Miriam Arndt-Gabriel, die sie mit ihrem Rudel im Landhotel Haus Waldeck gemacht hat.

Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Ein bisschen verrückt ist es ja schon, dass ich als mehrjähriger Hundeprofi genau dann in ein Hotel fahre, das sich besonders an Hundehalter richtet, als ich wenige Tage zuvor einen Hund übernommen habe, für den Artgenossen ein massives Problem sind … wir haben ziemlich kurzfristig noch etwas Schönem für zwei Hunde und zwei Menschen gesucht. Ich brauchte dringend Entspannung und ein bisschen Wellness. Die Wetteraussichten waren nicht wirklich toll, und allzu teuer durfte das Ganze auch nicht sein … 😉 … ich habe im Internet recherchiert und bin dabei bei Travel4Dogs gelandet.  „Wellnessurlaub mit Hund in Bayern – Ausspannen und Geniessen mit Hund im Dreiländereck am Rande des Bayerischen Waldes“ klang für mich ziemlich gut. Zu den Inklusivleistungen gehörte außer Frühstück, Kaffee mit hausgemachtem Kuchen und abendlichem 3-Gänge-Menü auch eine Kräuterstempel-, Klangschalen- oder Hot-Stone-Massage, täglich einmal Whirlpool und die kostenlose Nutzung von Hallenbad, Sauna und Dampfsauna sowie Fitness- und Tischtennisraum. Für all das zahlten wir bei zwei Übernachtungen 199 Euro pro Person im Doppelzimmer (Einzelzimmer kostet genauso viel). Ein Hund ist dabei inklusive. Jeder weitere Vierbeiner kostet 4,50 Euro pro Nacht – uns wurden allerdings die Übernachtungen für den zweiten Hund geschenkt!

Landhotel Haus Waldeck Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Landhotel Haus Waldeck
Foto: Miriam Arndt-Gabriel

So richtig klar wurde mir die Verrücktheit des Plans aber zum Glück erst, als wir am Landhotel Haus Waldeck ankamen und lauter nette Menschen und Hunde in der Abenddämmerung zwischen dem Hoteleingang und dem hauseigenen, frei zugänglichen Agilityplatz umherschlenderten. Und unser neuer, nicht-immer-netter Hund mit uns aus dem Auto aussteigen sollte. In der Ferne blau-schwarze Hügelketten, Wald so weit das Auge reicht, der Blick geht gen Tschechien. „Okay“, sagte ich zu Nomi und mir selbst.  „Dann also willkommen in deinem neuen Leben!“ Denn einer der Gründe die Hündin zu übernehmen war, dass ihr Leben nicht so bleiben sollte wie bisher –  zwischen Aggression und Rehabilitation irgendwie in der Luft hängend. Mit Clicker, Leberwursttube und zwei Hunden machte ich mich also daran, die nähere Umgebung zu erkunden, während mein Mann uns eincheckte.

Jeder Gast bekommt zunächst eine Hausführung, damit man sich auch richtig wohl fühlt. Es gibt verschiedene gemütliche Aufenthaltsräume, eine kleine Bibliothek (natürlich auch mit Hundebüchern), zwei Eingänge, so dass man sich auch ausweichen kann, einen Extra-Kühlschrank für BARFer, Handtücher für nasse Hundepfoten beim Reinkommen und einen Platz, um nasse Hundehandtücher aufzuhängen. Es ist tatsächlich an alles gedacht, so dass man sich als Hundebesitzer eben nicht bloß geduldet, sondern tatsächlich willkommen fühlt. Hunde dürfen sich im ganzen Haus frei bewegen. Auch im Restaurant, dessen Terrasse in eine große Wiese übergeht, an deren Ende der Agilityplatz liegt. Und trotz allem schafft es das Landhotel Haus Waldeck, dass sich auch Gäste ohne Hund hier wohl fühlen und wiederkommen.

Entspannung nach dem Toben auf der Wiese Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Entspannung nach dem Toben auf der Wiese
Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Nomi, Habca und ich spielten fröhlich „Look-at-that“. Und so entspannt, wie die zwei sich auf der Wiese wälzten, so entspannt blieb unser ganzer Aufenthalt. Gut, von etwas Wellness-Stress abgesehen. Schließlich galt es ja, meine Hot-Stone-Massage, Friedrichs (mein Mann) Lomi-Lomi-Behandlung und die Meridian-Wohlfühlmassagen der Hunde (extra gebucht, 45 Euro pro Hund) unterzubringen, wobei das Abendessen um 19 Uhr eingenommen werden sollte, wir aber vorher noch die Inklusivleistung „Kaffee und Kuchen“ mitnehmen mussten und ich unbedingt ins Schwimmbad und auf den Agilityplatz wollte. Ein bisschen wandern, wollten wir ja dann auch noch …

Besser als dieses Wochenende hätte unser Start in ein neues Leben zu viert kaum sein können: Nomi konnte endlich ein „ganz normaler Hund“ sein. Alle Besitzer „schwieriger“ Hunde werden wissen, was ich meine. Als sie im Wald unangeleint auf einen anderen Hund zurannte und niemand schrie und sich aufregte. Als der andere Hundebesitzer auch noch zu mir sagte: „Wir haben Sie gestern schon gesehen, das ist doch eigentlich ein ganz lieber Hund!“ Da ging mir so das Herz auf …

Nomi (rechts) mit Miriam und Habca (links) Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Nomi (rechts) mit Miriam und Habca (links)
Foto: Miriam Arndt-Gabriel

Aber am Eindrücklichsten wird mir wohl Nomis Massage in Erinnerung bleiben. Stefanie Kilger, vom Verband Deutscher Tierheilpraktiker geprüfte Tierheilpraktikerin, wartete schon auf uns, als wir vom Abendessen kamen und schlug vor, mit auf unser Zimmer zu gehen, weil das für die Hunde doch entspannter sei. Schon das fand ich klasse – Habca allerdings nicht. Fremde Frau auf unserem Bett? Das passt nicht so in ihre Weltanschauung. Nomi – ganz loyale „Schwester“ – knurrte ein bisschen mit. Stefanie – wir duzten uns gleich und tauschten uns über unsere Ausbildungen aus – begann sie vorsichtig auszustreichen, und Nomis Knurren ging aufs herzergreifendste in ein wohliges Grunzen über. Sie rollte sich auf die Seite, auf den Rücken und machte deutlich, was sie wo noch brauchen könnte. Wenn Stefanie kurz verharrte, um zu erfragen, ob sie noch mehr wollte, pfötelte sie nachdrücklich. Stefanie erklärte mir, wo sie verspannte Punkte ertastete – zum Beispiel einer, der mit der Haut in Verbindung steht (Nomi litt den ganzen Sommer unter atopischer Dermatitis) und wie ich an Nomis Schmatzen erkenne, wenn sich so eine Verspannung löst. Nach über einer Stunde – die Augen waren längst zugefallen – stand die Maus dann doch auf und wir dachten schon, sie hätte genug – aber sie musste nur schnell einen Napf trinken, dann sprang sie zurück aufs Bett und stupste Stefanie an: weiter geht’s! Da Habca ihre Einstellung gegenüber der Einbrecherin nicht geändert hatte und keineswegs vor hatte, sich von ihr anfassen zu lassen, hatte Nomi Glück – und ich auch: Stefanie schlug spontan vor, mir ihre Techniken zu erklären, so dass ich Habca selbst massierte und Nomi noch vollends in den Tiefschlaf befördert wurde. Noch bis zum nächsten Vormittag sah sie so glücklich-entspannt aus als hätte sie was genommen … ;-).

Ich plane schon unser aller Massagen für den nächsten Aufenthalt (für mich schwanke ich zwischen Schokoladen-Massage oder einer speziellen Anti-Migräne-Massage. Was Nomi bekommt, ist ja klar…), und überlege, ob ich einen Kurs mit den Hunden machen will oder geführte Wanderungen oder ob eine der Pauschalen das Richtige ist. Auf jeden Fall will ich nächstes Mal den Nationalpark-Wald ausführlicher erkunden … Schneeschuhwandern fände ich ja auch mal spannend … oder im Frühjahr hier Mantrailen? Ein Seminar hier veranstalten? Mit Habca im Agility besser werden? Es wäre viel möglich …

Miriam, vielen Dank für den tollen Beitrag, der richtig darauf Lust macht, bei Familie Koch im Bayerischen Wald zu urlauben …

Weitere Informationen zu dem 3-Sterne-Hotel sind unter www.haus-waldeck-koch.de zu finden.