Camping mit Hund – so kann’s gehen

Wie ihr inzwischen alle wisst, bin ich nicht sehr erfahren, was Campingurlaub oder Urlaub mit dem Wohnmobil/Wohnwagen betrifft. Ich freue mich daher besonders, dass die liebe Silvana vom Blog Kalte Schnauze exklusiv für die Leserinnen und Leser von HundeReisenMehr das Wichtigste zu diesem Thema aufgeschrieben hat, denn Campingurlaub in Deutschland boomt. 2016 wurden 30,5 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen gezählt. Der Campingtourismus ist mit 3,32 Milliarden Euro Umsatz ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Tourismuswirtschaft. (Quelle Statista 2017)

Hunde auf Campingplätzen sind in der Regel kein Problem

Doch was ist das Besondere am Camping mit Hund? Viele schätzen die Unabhängigkeit, die sie mit Caravan oder Wohnmobil genießen, das Gefühl von Freiheit und die Verbundenheit mit der Natur. Egal ob Nord- oder Ostsee, Lüneburger Heide, die Uckermark, der Harz, das Sauerland oder das Allgäu – das eigene Zuhause fährt immer mit. Im besten Fall kennt der Hund die „Hütte auf Zeit“ schon gut und fühlt sich darin pudelwohl.Anders als in Hotels oder Apartments sind auf den meisten Campingplätzen zwei Hunde oder mehr erlaubt. Leinenpflicht auf den Plätzen gibt es fast überall. Manche Campingplätze sind extra auf den Urlaub mit Hund eingestellt. So gibt es dort etwa eingezäunte Freilaufflächen, kleine Tümpel zum Plantschen, Hundeduschen oder Beschäftigungsangebote mit zertifizierten Hundetrainern.

Wohnmobil oder doch lieber Wohnwagen?

Es ist eine Typ-Frage, ob man lieber mit den Caravan – also dem Wohnwagen – unterwegs ist oder doch das Wohnmobil bevorzugt. Der Caravan entschleunigt. Allein schon aus dem Grund, weil man mit Gespann auf Autobahnen nur 100 km/h fahren darf. Fehlt die 100er-Zulassung, sind sogar nur 80 km/h erlaubt. Um einen Wohnwagen ziehen zu können, braucht es die entsprechende Zugmaschine und eine Anhängerkupplung. Nicht jedes Auto kann und darf einen Caravan ziehen. Mit dem Führerschein der Klasse B darf die Gesamtlast von Zugfahrzeug und Wohnwagen maximal 3,5 Tonnen betragen. Liegt man drüber, ist der Führerschein der Klasse BE in der Fahrschule zu machen.Wohnmobilfans sind die Nomaden unter den Campern. Sie lieben die Flexibilität. Heute Eifel, morgen Hunsrück. Kein Problem. Einfach einsteigen und losfahren. So leicht ist das mit dem Caravan nicht. Der muss immer an- und abgekoppelt werden, die Stelzen müssen aus- und eingedreht und wohlmöglich muss noch das Vorzelt auf- und abgebaut werden.

Wer Camping mit Hund machen will, muss sich vorher immer fragen, wie er unterwegs sein möchte. Fürs Rumreisen empfiehlt sich das Wohnmobil bzw. der Kastenwagen. Für ein bis zwei Wochen Campingurlaub am Ort eignet sich der Caravan, der mit Vorzelt einen zusätzlichen Raum, ähnlich einem Wintergarten, erhält.

Ein Wohnmobil oder einen Caravan mit Hund mieten

Wer sich nicht sicher ist, zu welchem Camping-Typ er zählt oder generell einmal testen möchte, ob das Campen mit Hund überhaupt etwas für ihn ist, der kann ein Wohnmobil oder einen Caravan mieten. Anbieter, die an Hundebesitzer vermieten, gibt es noch nicht so viele in Deutschland. Zu den derzeit bekanntesten zählen Dog Camper, Waumobil, oder 4Pfoten-Mobile. Die beiden letztgenannten verfügen sogar über mehrere Mietstationen in Deutschland. Mietinteressierte können zwischen kompakten, mittelgroßen und großen Wohnmobilen wählen, die vollausgestattet und auf die Mitnahme von Hunden eingerichtet sind. Auch Privatleute bieten ihr fahrbares Zuhauses anderen Hundemenschen an. Zum Beispiel auf der Plattform Paul Camper.In der Regel liegt der Mindestmietzeitraum bei einer Woche. Bei Waumobil zählt der Tag der Übergabe und Rückgabe jeweils als halber Tag. 75 bis 160 Euro kostet dort ein Wohnmobil je nach Größe. Bei allen Anbietern wird vor Reiseantritt eine Kaution verlangt. Die Fahrer müssen mindesten 25 Jahre alt sein und seit drei Jahren über eine Fahrerlaubnis verfügen. Eine entsprechende Einweisung in die Technik der Wohnmobile erfolgt bei Abholung. Ein gültiger Impfausweis des Vierbeiners muss vor Reiseantritt vorgelegt werden. Außerdem sollten die Hunde gesund sein und dürfen keine ansteckenden Krankheiten wie Zwingerhusten haben und nicht von Flöhen oder Milben befallen sein.

Camping mit Hund und Zelt – geht das auch?

Ganz klar: ja. Doch zunächst sollten sich Frauchen und Herrchen fragen, ob sie selbst Lust auf einen spartanischen Urlaub im Zelt haben. Komfort wie in Wohnmobilen und Wohnwagen gibt es nicht. Da heißt es, auf der Luftmatratze zu schlafen, aus Taschen und Aufbewahrungsboxen zu leben und mit einer Kühlbox auszukommen – dünne Zeltwände inklusive.
Die meisten Hunde finden Zelten cool. Erinnert die Behausung doch an eine kleine Höhle, in die es sich kuschelig zurückziehen lässt. Manche Vierbeiner fürchten sich jedoch vor den Geräuschen, die ein Zelt bei Wind macht, oder sie schlagen bei jedem Piep an und kommen nicht zur Ruhe. Jeder Hund ist da anders. Das muss man ausprobieren. Der Fantasie, den vierbeinigen Freund an das Zelt zu gewöhnen, sind keine Grenzen gesetzt: ob man erst einmal im Garten zeltet oder das Zelt in der Wohnung, im Haus, im Keller oder in der Garage aufbaut.

Wo Campingplätze zu finden sind

Am einfachsten ist es, das Wunschziel bei Google Maps einzugeben, um sich einen Überblick über die Campingplätze vor Ort zu verschaffen. Die allermeisten Plätze haben bei Google Maps auch ihre Internetadresse hinterlegt. Von den Seiten selbst, darf man sich nicht täuschen lassen. Viele sind erschreckend alt und stammen noch aus dem vorigen Jahrhundert, sind weder auf die mobile Nutzung programmiert noch verfügen sie über aussagekräftige Bilder.Wer mit Hund reist, sollte von familienfreundlichen Plätzen absehen. Denn dort machen viele Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern bzw. Enkelkindern Urlaub. Das kann schon mal zu Konflikten mit Hundehaltern führen. Das muss nicht sein. Ebenso ist von Plätzen abzuraten, die mit speziellen Gruppenangeboten werben. Oftmals ist es dort ziemlich laut, wenn Jugendgruppen, Kegelclubs oder Vereine Party machen.Kommen zwei oder mehrere Campingplätze am Wunsch-Urlaubsort infrage, ist es empfehlenswert, neben der Internetseite auch die Bewertungen auf Camping.info zu studieren. Diese Seite ist ein detaillierter und kostenloser Campingführer mit 24.000 Campingplätzen – von Campern für Camper.

Fazit

Generell gilt für Wohnmobil, Caravan und Zelt gleichermaßen: Platz ist in der kleinsten Hütte. Doch man sollte die räumliche Beschränktheit schon mögen, sonst wird’s beim Camping schwierig.

Text und Fotos: Silvana Brangenberg, Kalte Schnauze Blog

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr informativer Artikel, danke dafür! Wir haben ja gerade das Reisen im Wohnmobil ausprobiert und haben die Größe des Autos auch als Ballast erlebt. Vielleicht probieren wir das nächste Mal das Zelt aus. Der Tipp von Silvana mit den Aufbewahrungsboxen ist auf jeden Fall sehr hilfreich (auch für das Wohnmobil), um auf engem Raum nicht im Chaos zu versinken…
    Liebe Grüße von Andrea

    • Wie schön, dass Dir Silvanas Beitrag gefällt. Ich bin gespannt, ob Du es tatsächlich mal mit Zelt versuchst. Nein, ein Zelt kommt bei mir nicht mehr vor. Aber ein Wohnmobil könnte ich mir auch mal vorstellen. Mal schauen, ob ich das irgendwann wage.
      Viele Grüße
      Martina

Schreibe einen Kommentar


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen