Die Pfeiffers im Spreewald – sechs Wanderungen und eine Kahnfahrt

Der Urlaubsbericht von den Pfeiffers im Spreewald geht in die zweite Runde. Von Wanderungen, viel Natur und auch ein bisschen Geschichte ist die Rede. Aber lest einfach selber … 

Keine röhrenden Hirsche, aber ein Cache …

An einem Vormittag beschließen wir, auf die Suche eines Caches zu gehen. Der soll auf dem Brunftplatz versteckt sein. Gott sei Dank ist die Brunftzeit schon vorbei, denn von Mitte September bis Anfang Oktober sind die Rothirsche an diesem Ort nämlich auf der Suche nach der holden Rotwild-Weiblichkeit und vertreiben alle Nebenbuhler (nicht, dass Andreas ein Nebenbuhler wäre … 😉 …).

Unsere Strecke zum Brunftplatz. Länge: 5,9 km

Hinweise zum Cache besagen, dass hier einiges während der Brunftzeit los ist. Insbesondere wird vor der Präsenz von Jägern gewarnt. Wir lassen Sambo und Kira sicherheitshalber mal an der Leine. Man weiss ja nie. Es geht auf ziemlich aufgeweichten Wanderwegen durch den Wald. Wie schon an den Tagen zuvor stoßen wir auch hier überall auf Wildschweinspuren. Hier ist gutes und dichtes Schuhwerk angesagt, sonst gibt es nasse Füße .. ;-)… Und wer hätte es gedacht? Auch hier gibt es Wassergräben.

... ein Wassergraben ...

Am Ziel angekommen, wird der Cache gesucht und gefunden.

Andreas auf der Suche nach dem Cache

Der Brunftplatz ist nicht nur das Liebesnest von Rotwild, sondern wird auch als Rast- und Grillplatz genutzt.Überall im Wasser tolle Spiegelungen

Leider handelt es sich bei unserer Tour zum Brunftplatz nicht um eine Rundwanderung. Wir marschieren also größtenteil auf dem gleichen Weg wieder zurück. 

Unsere zweite Tour des Tages ist ebenfalls 5,9 km lang

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg in den Kurort Burg. Dort wollen wir noch eine kleine Rundwanderung mit den Hunden machen. Startpunkt ist der Spreehafen in Burg. Von dort aus geht es direkt zur Spree. 

Heuschober

… die Spree …

Leider führt uns der Wanderweg nur ein kurzes Stück an der Spree entlang. Der Rest des Weges verläuft durch eine Art Park und direkt entlang der Straße. Das hat mir nicht so gut gefallen und war landschaftlich jetzt auch nicht der Brüller. Aber wir waren mit Sambo und Kira unterwegs. Denen hat es gefallen. Und das ist die Hauptsache.

Die Tour rund um den See umfasst eine Strecke von 7,3 km

An einem weiteren Urlaubstag machen wir uns gleich am Vormittag auf den Weg zum Byhleguhrer See, den wir zu Fuß umrunden wollen. Wir sind relativ früh unterwegs, denn für heute Nachmittag ist Regen angesagt. Und bis dahin wollen wir wieder zu Hause sein.

Hier beginnt unser Weg

Der See ist umgeben von Wald, und der Rundwanderweg geht nicht direkt am See entlang. Leider können wir so nur selten einen Blick auf das Gewässer werfen. Der Weg an sich ist aber sehr angenehm zu laufen – entweder breiter Wanderweg oder schöner Trampelpfad. Und wie kann es anders sein: Auch hier sind Wildschweine unterwegs. Der Wald besteht zum größten Teil aus Kiefern. Hier und da sind auch Eichen und ein paar Birken zu sehen.

Ausblicke und Einblicke

Und dann haben die Hunde mal einen Tag Pause …

Bite nicht stören!

Pst! Sambo schläft tief und fest

… und wir machen uns noch einmal auf den Weg nach Burg, das aufgrund seiner Solethermalquelle seit 2005 ein staatlich anerkannter Kurort mit Heilquellenbetrieb ist. Uns zieht es auf den Bismarckturm, der Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Der Bismarckturm

Von oben hat man eine nette Aussicht … 

Der Spreewald von oben … auf der einen Seite …

… und von der anderen Seite …

Gegenüber vom Bismarckturm befindet sich die Weidenburg. Dabei handelt es sich um ein ökologisches Bau(m)denkmal, das aus lebenden Weidenruten geflochten wurde. Diese so genannte Arena Salix gibt es seit 2006 und wurde von dem Schweizer Architekten Marcel Kalberer geschaffen. Im Sommer finden hier Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Die Weidenburg

Ganz schön groß von Innen

Der Kurort hat auch traditionelle Spreewälder Blockhäuser zu bieten, die von der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. liebevoll erhalten werden.

Das traditionelle Spreewälder Blockhaus

Die Interessengemeinschaft setzt sich dafür ein, dass das wertvolle Erbe der vielfach bedrohten Kulturlandschaft erhalten bleibt. So gibt es hier einen einzigartigen Bestand an diese hübschen Bauernhäusern, die im weit verzweigten Labyrinth der Spree liegen.

Der Spreehafen

Dann sind wir zum Spreehafen spaziert, um uns über Kahnfahrten zu informieren. Jetzt außerhalb der Saison wird täglich eine Fahrt angeboten, die um 10.30 Uhr startet und nur durchgeführt wird, wenn sich genügend „Passagiere“ finden. Hmm, ob wir das hinkriegen? Hunde sind zwar erlaubt, aber wir würden sie zu Hause lassen. Kira mag das nicht und für Sambo wird es zu kalt.

Dann machen wir doch erst einmal wieder eine kleine Wanderung … 

Von Lübbenau nach Leipe in 11,6 Kilometern

… und zwar von Lübbenau nach Leipe. Der Weg führt uns zwischen zwei Wassergräben entlang. Hier und da sehen wir auch die Spree. Der größte Teil des Weges geht geradeaus und ist nicht sonderlich spektakuläre. Er lässt sich aber prima mit dem Fahrrad fahren. Und uns begegnen auch mehr Fahrradfahrer als Wanderer.

Hier lässt es sich prima laufen oder Fahrrad fahren

Da wir uns wieder einmal eine Streckenwanderung ausgesucht haben, machen wir kehrt, nachdem wir in Leipe angekommen sind und ein paar Impressionen im Örtchen eingefangen haben. Wir schauen uns hier nicht weiter um, weil wir noch das Freilandmuseum in Lehde besuchen wollen … und für den Nachmittag ist mal wieder Regen angesagt … also, nix wie ins Auto und losgefahren. 

Ausflug ins 19. Jahrhundert

Dort angekommen, lassen wir die Hunde im Auto. Vierbeiner sind aber im Freilandmuseum erlaubt. Sambo und Kira brauchen aber etwas Ruhe und Erholung. Mir hat es in Lehde sehr gut gefallen. Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, in einer Zeit zu leben, in der das Wasser mit Eimer aus dem Fließ geschöpft und die Wäsche in der Wanne mit Bürste und Kernseife geschrubbt werden musste.

Im Freilandmuseum stehen vier originale Bauernhäuser aus dem Spreewald

Hier wurden insgesamt vier originale Bauernhöfe aus dem Spreewald wieder aufgebaut. Sie dokumentieren das Leben seiner Bewohner im Spreewald, wie und was sie gearbeitet haben, welche Sprache sie gesprochen haben und welche Sagengestalten durch dieses verwunschene Eckchen Erde geisterten (und vielleicht noch geistern).

… und noch mehr Wanderungen …

Am Rande des Total-Reservats (Strecke: 8,5 km)

Unsere nächste Tour führt uns zum Polenzoa. Dieser Bereich gehört zum Totalreservat des Biosphärenreservats Spreewald. Betreten ist hier strengstens verboten, denn hier wird die Natur ihrer eigenen Dynamik überlassen. Aber wir wollen ja auch nicht rein in diese Schutzzone, sondern an deren Rand entlang laufen. Unser Startpunkt ist in der Nähe vom Hafen Alte Zauche. Wir überqueren den Nordumfluter und laufen Richtung Großes Fließ.

Der Nordumfluter

Und die grünen Wassergräben kennen wir nun schon gut

Unberührte Natur

Hier dürfen auch keine Kähne fahren

Links das Totalreservat und rechts Weidewiesen mit Rinder. Unser Weg führt zwischen einem Wassergraben und der Neuen Polenzoa entlang. Wir laufen bis zum Großen Fließ. Von dort aus geht es wieder zurück. Alle Wege lassen sich sehr gut laufen und die Natur ist einfach wunderschön.

... wunderschön ...

Das Wetter ist dieses Mal leider nicht so prickelnd. Ab und zu spazieren wir vier durch leichten Regen. Und die Sonne hat sich an diesem Tag überhaupt nicht blicken lassen. 

Eine Kahnfahrt, die ist lustig …

Auch am nächsten Tag ist es draußen ziemlich ungemütlich. Nasskalt und Grau in Grau. Aber wir haben uns vorgenommen, dass wir genau heute eine zünftige Spreewälder Kahnfahrt machen. Das gehört schließlich zum Spreewald dazu. Und außerdem gibt es ja gar kein schlechtes Wetter. Nur die falsche Kleidung … na ja! Bevor wir zur Kahnfahrt aufbrechen, machen wir aber erst einmal eine große Runde mit Sambo und Kira, damit sie nachher schön entspannt in unserem Ferienhaus schlafen können. 

HIer gibt es überall sehr viele Fliegenpilze

Dann machen wir uns auf den Weg nach nach Burg an den Hafen. Der Spreehafen Burg ist übrigens der Ursprung der Burger Kahnfahrt. Seit rund 100 Jahren gibt es Touristen, die hierher kommen und die Natur des Spreewaldes genießen. 

Der Spreehafen in Burg

Wir haben Glück! Es sind noch Plätze auf einem Kahn frei und es geht auch schon gleich los. Wir fahren von Burg bis zur Pietzner Schleuse auf der Spree. Dort wird umgedreht und es geht wieder zurück. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden, und wir bekommen einiges über Land und Leute erzählt. Dazu gibt es Tee oder Glühwein. Die Fahrt ist wunderschön und sehr interessant. Wir erfahren, dass die „Sorben“ vorwiegend in der Oberlausitz beheimatet sind und die „Wenden“ hauptsächlich aus der Niederlausitz und dem Spreewald kommen. Der Spreewald erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 3.173 Quadratkilometern von Cottbus bis Lübben (Oberspreewald) und von Lübben bis zum Neuendorfer See (Unterspreewald). Die Gesamtlänge des Gewässernetzes (natürliche Flüsse und künstlich angelegte Kanäle) im Biosphärenreservat Spreewald beträgt rund 1.575 Kilometer. Ganz schön lang, oder?

Es geht los!

Die Brücken im Spreewald sind in der Regel ziemlich hoch gebaut. Allerdings ist nicht Hochwasser der Grund dafür, sonder die Transporte auf den Gewässern. Die Kähne wurden ja früher dazu benutzt, alles mögliche zu transportieren – auch Tiere und Heu wurde so befördert. Damit dies auch reibungslos funktionierte, wurden die Brücken über den Gewässern so hoch gebaut. Dann sind die zwei Stunden auch schon um. Trotz Tee und Decken ist uns zum Schluss doch ganz schön kalt geworden. Da haben wir dann den Rest des Tages am warmen Kamin gesessen.

Unsere letzte Wanderung! Versprochen!

Die letzte Wandertour unseres Urlaubs ist 10,3 Kilometer lang

Irgendwann bricht leider unser letzter Urlaubstag an und damit brechen wir auch zu unserer letzten Wandertour auf. Dieses Mal ist uns der Wettergott wohl gesonnen, denn die Sonne schein von Anfang an. Wir starten am Hafen Boblitz und laufen am Kanal Obere Boblitzer Kahnfahrt entlang und überqueren den Südumfluter (Leineweberfließ).

Kurz vor dem Südumfluter

Die Landschaft ist hier geprägt von Wiesen und Weidefeldern mit Schilf. Die Gegend hier wird auch Sauermoor genannt. Und wie in einem Moor üblich ist hier alles sehr feucht, aber wunderschön anzusehen. Die Wege laufen sich gut und wir genießen unsere letzte Wanderung im Spreewald. Irgendwann fängt es dann doch auch wieder an, zu regnen. Aber da sind wir fast schon am Auto. Jetzt heißt es Packen und dann geht es wieder in Richtung Heimat. 

Uns hat es im Spreewald sehr gut gefallen. Wir hätten viel mehr Zeit gebraucht, um uns die vielen interessanten Sehenswürdigkeiten anzuschauen und noch einen tieferen Einblick in das Biosphärenreservat Spreewald zu bekommen. Das heißt wohl, dass wir wiederkommen müssen … 😉 …

Es waren vielleicht ein bisschen arg viele Wanderbeschreibungen, aber ich hoffe, meine Urlaubseindrücke haben euch trotzdem gefallen.

Viele Grüße und bis bald

Claudia

Text + Fotos: Claudia Pfeiffer

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Claudia,

    ich habe schon auf deinen Spreewaldbericht gewartet und muss sagen: Ich bin begeistert!!! Du entführst uns in eine „andere Welt“. Deine Ausführungen mit den phantastischen Fotos sind lebendiger als die einer Fernsehreportage über den Spreewald, die ich kürzlich gesehen habe, vielen Dank. Traumhaft und malerisch sind besonders die Bilder mit den Spiegelungen! Geschüttelt hat es mich nur bei dem Gedanken an den Zeckenreichtum…

    Danke auch an Martina für all die informativen Veröffentlichungen.
    Liebe Grüße, Monika

    • Liebe Monika,
      es freut mich sehr, dass dir der Bericht von mir gefallen hat. Auch das er lebendiger als eine Fernsehreportage ist. Vielen leiben Dank dafür!
      Das bestätigt nur weiter zu machen. Und ich finde es auch ganz toll, dass Martina mir die Möglichkeit dazu gibt.

      Viele Grüße
      Claudia

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