Stopover in Den Helder

Auf Fernreisen oder bei Kreuzfahrten gehören Stopover mittlerweile fast zum guten Ton. Aber um so einen Zwischenstopp zu machen, muss man natürlich nicht unbedingt eine Fernreise oder eine Kreuzfahrt gebucht haben. Das geht auch ganz wunderbar, wenn man auf dem Weg nach Texel ist. Denn der reizende Gemahl quengelt bei jeder Anreise nach Texel (allerdings auch während des Aufenthalts auf der Insel und bei Abreise dann wieder … 😉 …), dass er unbedingt das Marinemuseum in Den Helder besuchen wolle. Und so haben wir im September ein Stopover in Den Helder eingelegt.Wir erreichen Den Helder an einem regnerischen Samstagnachmittag. Die 56.000-Einwohner-Stadt ist rund 80 Kilometer von Amsterdam entfernt und mit seinem Fährhafen das Tor nach Texel. Allerdings biegen wir heute nicht in Richtung Fähre ab, sondern fahren weiter in das rund zwei Kilometer entfernte Huisduinen, einem ehemaligen Walfangfischerdorf, wo wir für zwei Nächte das Grand Hotel Beatrix gebucht haben. Huisduinen, das bereits 850 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, ist der eigentliche Ursprung der heutigen Hafenstadt Den Helder, wo sich ab dem 16. Jahrhundert immer mehr Menschen – in der Hauptsache Fischer – ansiedelten.Unser Hotel liegt direkt hinter dem Deich und ist nur wenige Meter vom „Lange Jaap“, dem Leuchtturm von Den Helder, entfernt. Hier sind wir mit zwei Hunden willkommen. Doch darüber später mehr.
Mit 63,45 Meter ist der „Lange Jaap“ übrigens der höchste gusseiserne Leuchtturm Europas. Wir machen mit Dayo und Suri bei kühlen Temperaturen und Regenschauern einen Spaziergang auf dem Deich und schaffen es gerade noch zurück ins Hotel, bevor es so richtig mit dem Regen und dem Wind losgeht.

Sonntagsspaziergang durch die Gravelijkheidsduinen

Am Sonntagmorgen hat sich das Wetter beruhigt, und wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Gravelijkheidsduinen, die nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt sind.

Auf diesem Deichabschnitt herrscht keine Leinenpflicht für Hunde

Den Namen verdankt die Dünenlandschaft den Grafen von Egmond, denen das Gebiet früher gehörte. Bis 1982 wurde es allerdings zur Wassergewinnung genutzt. Danach entstand hier das heutige Dünenschutzgebiet, das von vielen kleinen Seen durchzogen ist.

Durch die Dünenlandschaft führen Rad- und Wanderwege.

Uns begegnen einige Wanderer (auch mit Hund) und viele Radfahrer. Da wir uns an unserem ersten Urlaubstag nicht gleich überanstrengen wollen, laufen wir nur etwa drei Kilometer durch die Dünen und gehen dann in Richtung Strand …Der Sandstrand ist wunderbar breit und schier unendlich …… und Suri scheint noch nicht so richtig glauben können, dass sie hier ganz unbeschwert ohne Leine laufen kann …Sicherheitshalber bleibt die Bärin mal lieber in der Nähe von „Mutti“. Da kann ihr nichts passieren …
Dayo hingegen marschiert tapfer ins Wasser …… und erhofft sich von seinem fotogenen Wohlbetragen das ein oder andere Leckerli …Wir vertrödeln unsere Zeit am Strand, machen Fotos, spielen mit den Bären und genießen einfach Sand, Sonne, Wasser und das süße Nichtstun.Langsam spazieren wir zum Hotel zurück, …… denn wir wollen nun eine der touristischen Attraktionen von Den Helder besuchen: das Fort Kijkduin.

Nicht zusammen, aber dafür zwei Mal – die Festung Kijkduin

Die napoleonische Festung wurde zwischen 1811 und 1813 erbaut und beherbergt heute ein Museum sowie ein Meeresaquarium. Hunde sind nicht erlaubt. Deshalb beschließen wir, dass wir uns mit einem Besuch abwechseln. Ich gehe mit den Hunden zurück ins Hotel, um eine kleine Pause zu machen. Der reizende Gemahl begibt sich auf Besichtigungstour in die Festung und dann darf er sich um die Hunde kümmern.Das Fort Kijkduin liegt direkt hinter dem Deich und der kleine Parkplatz davor platzt schon fast aus allen Nähten. An diesem Sonntag besuchen viele Niederländer das Museum mit Aquarium.Die Festung sowie eine Werft und verschiedene weitere Verteidigungsanlagen wurden einst von Napoleon Bonaparte gebaut, der 1811 zu Gast in Den Helder war. Aufgrund seiner strategischen Lage bezeichnete der französische Kaiser das ehemalige Fischerdorf als das „Gibraltar des Nordens“. Der reizende Gemahl ist sehr bewandert, wenn es um (Kriegs)-Geschichte geht. So liegt sein fotografischer Schwerpunkt auch eher auf der Sammlung an historischen Waffen sowie Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg … 😉 …
Leider werden die Exponate und die Geschichte nur auf niederländisch erläutert. Das macht es natürlich schwer, die Geschichte von Fort Kijkduin direkt vor Ort kennenzulernen (gut, man könnte sich natürlich vorher informieren … 😉 …).
Manches wird natürlich klar, auch ohne dass große Erklärungen abgegeben werden …Besonders gut gefallen, hat mir persönlich der Spaziergang durch das unterirdische Gewölbe, …… nach dem ich im Festungshof gelandet bin.Ein Spaziergang um die Festung bietet schöne Ausblicke auf Huisduinen und Den Helder sowie auf die Nordsee.

Der Weg außen herum ist übrigens frei zugänglich. Wer also keine Lust auf Museum und Aquarium hat, spaziert einfach um die Festung herum. In dem kleinen Seewasseraquarium tummeln sich zahlreiche Fische, die ihren Lebensraum in der Nordsee haben. 
Manch ein Geselle kommt an die Oberfläche. Fast so, als wolle er sich vom staunenden Publikum streicheln lassen und guten Tag sagen. Vielleicht will er aber auch einfach nur Aufmerksamkeit erregen, in der Hoffnung, dass ihn vielleicht einer der Besucher in die Freiheit entlässt.  Denn der Lebensraum ist für die Meeresbewohner im Aquarium doch ziemlich beengt. Das Highlight des Aquariums ist ein ca. 15 Meter langer Glastunnel. So können die Besucher quasi durch Unterwasserwelt spazieren und deren Lebewesen ganz aus der Nähe beobachten.Mir hat am besten das aufgebaute Knochengerüst eines Pottwals gefallen, der im lebendigen Zustand zu den größten Räubern unseres Planeten gehört.Der Eintritt im Fort Kijkduin schlägt mit acht Euro pro Person zu Buche. Kinder bis 12 Jahre zahlen sechs Euro. Es gibt wohl auch Führungen. Allerdings weiß ich nicht, ob es diese auch in deutscher Sprache gibt und was das kostet. Und wie bereits erwähnt: Hunde sind dort nicht erlaubt.

Den Helder und das Marinemuseum

Und dann war es für meinen reizenden Gemahl endlich soweit: Wir packen Dayo und Suri ins Auto und fahren nach Den Helder. Wir parken an der Straße, die zur Fähre nach Texel führt und spazieren zunächst durch den Museumshafen Willemsoord, der auch die „Alte Reichswerft Willemsoord“ genannt wird. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Hafen und Werftbetrieb der Niederländisch-Königlichen Marine, die hier stationiert ist. 
Heute gibt es auf dem Gelände Museen und Freizeiteinrichtungen sowie Restaurants. Außerdem ist hier auch der Yachthafen beheimatet.Wir machen einen Spaziergang durch den Hafen. Es ist irgendwie ein wenig schleppend. Dayo und Suri sind etwas lustlos. Und um die Wahrheit zu sagen: Ich bin irgendwie müde und habe nicht so richtig Lust. Aber der reizende Gemahl ist glücklich, denn nun kann er endlich das Marinemuseum besuchen.Leider sind Hunde im Marinemuseum nicht erlaubt. Da es auch gerade anfängt, zu regnen, gehe ich mit den Hunden zum Auto zurück. Wir machen einfach Pause bis der reizende Gemahl von seiner Besichtigungstour zurückkommt.
Und dem hat es gut gefallen, denn im Museum wird die Vergangenheit und Gegenwart der niederländischen Marine präsentiert. Neben Schiffsmodellen, Gemälden und natürlich Waffen, gibt es hier allerlei interessantes über Kriegstechnik zu erfahren. Der reizende Gemahl berichtete später, dass es vor allem für Kinder ein sehr interessantes und lehrreiches Museum sei. Er ließ sich so durch Ausstellung treiben … 😉 … Für ihn war der Höhepunkt der Besuch des U-Boots „Tonijn“ (Thunfisch), dass das einzige U-Boot in den Niederlanden ist, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist (ich war als Kind oft zu Besuch in Laboe und habe dort die „Hecht“ besucht. Das ist das U-Boot U-995, das dort zur Besichtigung am Strand liegt …).U-Boote dieser Klasse wurden zwischen 1960 und 1992 dazu verwendet, Informationen über die Schiffe des Warschauer Paktes zu sammeln. So gingen sie regelmässig auf geheime Patrouillenfahrten im Nördlichen Eismeer und im Mittelmeer.Die Besatzung bestand aus 67 Menschen, die sich den Platz in der extremen Enge des U-Boots teilen mussten, wo kaum Platz für Privatsphäre war.Lediglich der Kommandant hat etwas mehr Platz für sich.
Eine weitere Attraktion ist das Brückenhaus der Fregatte „De Ruyter“, die mit ihrem Schwesternschiff „Tromp“ bis 2001 zu den Flaggschiffen der Niederländischen Marine zählte. Das Brückenhaus und die Antennenkuppel (Radom) sind seit 2011 für Besucher zugänglich. Der reizende Gemahl hat die Kommandozentrale allerdings nicht besucht. Er wollte mich nicht noch länger warten lassen … 😉 … 

Der Eintritt in das Marinemuseum kostet 8,50 Euro pro Person.

Grand Hotel Beatrix

Wie bereits eingangs erwähnt, haben wir im Grand Hotel Beatrix in Huisduinen direkt hinter dem Deich genächtigt. Hier waren wir auch Dayo und Suri willkommen. Das hatte allerdings auch seinen Preis: Pro Nacht und Hund wurden 12,50 Euro berechnet. Wir hatten ein Zimmer im Erdgeschoss mit Balkon, in dem wir ausreichend Platz hatten. Das Zimmer war soweit in Ordnung. Allerdings konnte es nicht verheimlichen, dass hier der Zahn der Zeit schon ein wenig genagt hat. Aber die Betten waren sehr bequem, und ich habe sehr gut geschlafen. 
In unserem Zimmerpreis war das Frühstücksbuffet inklusive. Mir hat gut gefallen, dass es einen Kaffeevollautomaten gibt, an dem sich jeder Gast seinen Lieblingskaffee machen konnte. Und der ist ziemlich gut.
Für ein 4-Sterne-Hotel könnte das Frühstücksbuffet sicherlich etwas reichhaltiger sein, aber grundsätzlich ist es in Ordnung, und ich bin auch satt geworden. Das Frühstück wird in der Brasserie im Erdgeschoss serviert.Am ersten Abend waren wir im Hotelrestaurant, das sich im dritten Stock befindet, essen (hier ist auch eine Art Bar-Lounge). Wie ihr auf dem Bild vielleicht schon erkennen könnt, handelt es sich hier um „Fine Dining“ der gehobenen Preisklasse. Wir haben das angebotene Drei-Gang-Menü bestellt und hervorragend gegessen. Es wird mit wunderbaren Zutaten gekocht, die interessant kombiniert werden (Tatar vom Rind mit Krebsen) und auf dem Teller wunderschön angerichtet sind. Für alle, die Gourmetküche mögen, ist es absolut empfehlenswert (wir haben für das Drei-Gang-Menü inklusive aller Getränke … und ich habe drei Gläser Rotwein getrunken … 111 Euro bezahlt). Hunde sind weder im Hotelrestaurant noch in der Brasserie erlaubt.

Für eine Stippvisite in Den Helder ist das Grand Hotel Beatrix gut geeignet. Die Lage ist natürlich ideal, denn wir mussten nur über die wenig befahrende Straße gehen und waren dann auf dem Deich, wo die Hunde ohne Leine laufen dürfen. Theoretisch hätten wir von hier aus auch bis in den Museumshafen in Den Helder laufen können. Die Mitarbeiter im Hotel waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Und die Parkplätze am Hotel sind kostenlos.

Fazit

Bei unserer nächste Reise nach Texel habe ich keinen quengelnden Mann mehr im Auto sitzen … juchhhuuu … 😉 … Die zwei Tage in Den Helder waren sehr schön. Wir haben sozusagen alle wichtigen Touristenattraktionen besucht. Wie erwähnt, sind in den Museen Hunde nicht erlaubt. Wer jedoch auch mit Kindern reist, der hat auf jeden Fall seinen Spaß und sollte mit ihnen auf jeden Fall das Marinemuseum besuchen. Das kann man natürlich auch einmal von der Insel als Tagesausflug machen.

Wo habt ihr schon einmal ein Stopover gemacht?

 

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