Das Murkelmännchen und die Montabäurer Mären

Wie? Murkelmännchen? Ihr wisst nicht, was das ist? Geschweige denn, wo so etwas lebt? Dann kommt mit mir, denn ich nehme euch heute mit auf eine geradezu sagenhafte Wanderung. Und zwar auf den niegelnagelneuen Wanderweg „Montabäurer Mären“, der erst Anfang Oktober 2016 eingeweiht wurde und von Nentershausen nach Montabaur führt.

Startpunkt dieser fast 23 Kilometer langen Streckenwanderung ist der Brunnen in Nentershausen (Nentershausen ist nur einen Katzensprung von der A3 entfernt – Ausfahrt Diez). Einen Wanderparkplatz gibt es hier nicht. Wir haben an diesem Sonntagvormittag auf dem Parkplatz des Nahkaufs geparkt.montabaeurer-maeren-2Wir sind heute mit Marianne, Jürgen sowie Boomer unterwegs und uns wurde ein strahlend schöner Tag versprochen. Noch ist es allerdings so neblig, dass wir die Hand kaum vor Augen sehen.montabaeurer-maeren-th-1Wer weiß, ob das Wetter uns nicht absichtlich den Nebel geschickt hat. Denn wir laufen heute auf einem Wanderweg, der uns die Gelegenheit geben soll, in die relativ unbekannte Sagenwelt des Westerwaldes einzutauchen. Bis zu unserem Ziel warten insgesamt 17 Erzähltafeln auf uns, die uns die Sagen und Mythen des südlichen Westerwaldes näher bringen sollen.montabaeurer-maeren-th-2Keine Sorge, ich habe jetzt nicht jede Erzähltafel fotografiert, um sie euch hier zu zeigen. Aber die Tafeln sind schön und sehr interessant gemacht. Aber – und das sollen wir später auch noch merken – die Lesezeit ist natürlich in der angegebenen Laufzeit (6 Stunden und 20 Minuten) nicht berücksichtigt …montabaeurer-maeren-th-3Der Startpunkt ist jetzt jedenfalls ausgiebig fotografiert. Und ich bin gespannt, ob da nicht auch die ein oder andere gruselige Geschichte dabei ist.montabaeurer-maeren-3Vorerst geht es jedoch durch Nentershausen und dann in Richtung Wüste Oberisselbach …Wer auf den Brunnen in Nentershausen verzichten kann, der parkt besser an der Tongrube „Mehl“ von Gerharz Tonbergbau. Hier gibt es einen kleinen Parkplatz.montabaeurer-maeren-5Kurz nach der Tongrube geht es in den Wald. Der Weg ist auf den ersten Kilometern wenig beschwerlich. Mal geht es ein wenig bergauf, mal ein wenig bergab. Gemütlich, würde ich sagen.montabaeurer-maeren-7Der immer noch nicht weichen wollende Nebel quillt gespenstisch durch die Bäume. Und es kann gut sein, dass das Murkelmännchen hinter einem dieser Bäume lauert und nur auf den richtigen Moment wartet, um auf unsere Rücken zu springen und uns zu quälen. Aber wir kommen erst einmal ungeschoren davon.montabaeurer-maeren-10Aber nicht nur sagenhafte Gestalten lauern im Wald, sondern auch sagenhafte Pilzgewächse.montabaeurer-maeren-11Kurze Zeit später erreichen wir die Wüste Oberisselbach, die sich in der Nähe der Ortschaft Halberscheid befindet. Das Dorf Oberisselbach wurde im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstört. Der Legende nach konnten sich nur zwei Frauen retten. Die eine ging nach Eppenrod und die andere Heilberscheid. Weiter geht es.montabaeurer-maeren-12Immer hübsch geradeaus und immer hübsch der Beschilderung folgen.montabaeurer-maeren-th-5Wir staunen über die Basaltformationen, auf denen sich krumm und buckelig die Wurzeln der Bäume festklammern, als hätten sie Angst, vom Felsen zu fallen. Und wir spazieren weiter. Kurze Zeit später stellen wir aber fest, dass wir schon länger keine Wegweiser mehr gesehen haben.montabaeurer-maeren-14Vor uns ragt die ICE-Trasse aus dem Wald. Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Meine Wander-App sagt, dass wir eigentlich parallel zu diesem Weg auf der anderen Seite eines Baches laufen müssten. Wir drehen also um. Der letzte korrekte Punkt, den wir hatten, ist die Schautafel der Wüste Oberisselbach.montabaeurer-maeren-15Dayo stört das alles nicht. Er findet das toll und rennt fröhlich hin und her. Er weiß ja nicht, dass vor ihm noch viele Kilometer liegen.montabaeurer-maeren-16Wir passieren die Erzähltafel Nummer 2, biegen rechts auf den Weg ab, marschieren bergauf und gelangen zum Gedenkplatz der Wüste Oberisselbach.montabaeurer-maeren-th-8Wir nutzen die Gelegenheit und machen eine kleine Pause, denn hier sind wir auf jeden Fall auch nicht richtig. Mein Gemüt ist etwas erhitzt, weil mein reizender Gemahl als ehemaliger Star-Pfadfinder natürlich schon lange wusste, dass wir auf dem Holzweg sind. Warum hat er es dann eigentlich nicht an der richtigen Stelle erwähnt? Wir also wieder zurück. Erneut an Erzähltafel Nummer 2 vorbei. Augen auf und alle Bäume rechts und links des Wegs werden genau beäugt, ob da nicht doch irgendwo ein Wegbeschilderung hängt.montabaeurer-maeren-17Und siehe da, wir werden fündig. Rechts hängt ein wenig versteckt der Hinweis, dass wir hier links abbiegen sollen. Die Linksabbiegung ist etwas beschwerlich und – zumindest für uns – nicht wirklich als Weg erkennbar. Es geht ein paar Meter runter (wenn es nass ist, ist es hier vermutlich so rutschig, dass keiner unversehrt unten ankommt) auf eine Wiese. Und ein paar Meter weiter entdecken wir eine hübsche neue Holzbrücke und einen schicken Wegweiser (der aber vom Waldweg aus nicht zu sehen ist).montabaeurer-maeren-18Wir sind jedenfalls zufrieden, dass wir wieder auf den richtigen Pfad sind.montabaeurer-maeren-th-9Das Hin und Her hat uns zusätzlich ungefähr drei oder vier Kilometer auf der Uhr gebracht … 😉 …so, jetzt aber schnell weiter. Wir sind ja streckenmässig noch nicht besonders weit gekommen.montabaeurer-maeren-22Inzwischen ist der Nebel verschwunden und ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über uns, als wir unter der ICE-Trasse hindurch laufen. Jetzt wird es auch gleich warm.montabaeurer-maeren-th-11So mystisch ja eine Wanderung durch den nebligen Wald ist. Eine Wanderung bei Sonnenschein durch die herbstlich bunte Region ist doch irgendwie schöner …montabaeurer-maeren-th-10Da macht es dem reizenden Gemahl, der inzwischen wieder bester Laune ist, auch Spaß sich auf den Boden zu legen und in aller Ruhe diverse Pilz-Foto-Studien zu betreiben.montabaeurer-maeren-23Der Weg ist weiterhin angenehm zu laufen. Der ein oder andere Schweißtropfen wird zwar bei der ein oder anderen Steigung vergossen, aber es hält sich alles im Rahmen. Ein gutes Stück vor dem kleinen Örtchen Nomborn erreichen wir eine Anhöhe, von der aus wir einen wunderbaren Rundumblick haben.montabaeurer-maeren-26So herrlich ist der Blick über den Westerwald.montabaeurer-maeren-25Ein kleines Stück weiter erwartet uns eine schöne Holzbank. Wir nutzen die Sitzgelegenheit und machen ein Pause.montabaeurer-maeren-27Für die Hunde gibt es ein paar Leckerlis und für mich ein Fleischwurstbrötchen, auf das ich mich schon den ganzen Vormittag gefreut habe.montabaeurer-maeren-th-14Und dann geht es auch schon weiter. Wir steuern auf Nomborn zu.montabaeurer-maeren-th-16Der Ort ist als Dorf der Brunnen bekannt, denn bis es hier Anfang des 20. Jahrhunderts eine zentrale Wasserversorgung gab, wurde das Lebenselixier aus zahlreichen Brunnen geholt.montabaeurer-maeren-29Heute gibt es noch fünf Brunnen. Und einer davon hat Dayo, Suri und Boomer sehr erfreut. Boomer fand den Brunnen so toll, dass er voller Übermut einen Sprung in das erfrischende Nass gewagt hat. Leider ist das passende Foto dazu etwas in die Hosen gegangen …montabaeurer-maeren-31Nachdem sich unsere Vierbeiner ausgiebig am Wasser gütlich getan haben, geht es weiter. Zunächst bergab durch das ganze Dörfchen und links ab in Richtung Feld und A3.montabaeurer-maeren-32Hier laufen auch gleich mehrere Wanderwege vorbei.montabaeurer-maeren-33Auch wenn ich mich jetzt wiederhole, aber ich bekomme einfach nicht genug davon, in dem wahnsinnig tollen Herbstwetter zu schwelgen, das uns wahrlich fantastische Aussichten bot.montabaeurer-maeren-34Wir haben jetzt rund neun Kilometer der Montabäurer Mären-Strecke abgewandert – gut, unsere GPS-Geräte sprechen von 13 Kilometern, die wir bereits hinter uns haben, aber wir haben ja auch einen Umweg gemacht. Wir halten hier einen Moment inne – um einen letzten Rundumblick zu genießen und um festzustellen, ob wir hier irgendwie und irgendwo die Reste einer frühzeitlichen Wallburg, die hier gewesen sein soll, erkennen können. Ich erkenne nichts und will jetzt weiter …montabaeurer-maeren-36Es geht wieder in den Wald hinein und kurze Zeit später stehen wir vor einem alten Basaltsteinbruch. Wie ihr vielleicht an der Form der Basaltformation erkennen könnt, handelt es sich hier um Säulenbasalt (glaube ich jedenfalls). Neben Ton ist der Abbau von Basalt im Westerwald früher eine der Haupteinnahmen dieser Region gewesen. Auch heute gibt es noch zahlreiche Steinbrüche, die in Betrieb sind.montabaeurer-maeren-37Ein letzter Blick über das unter uns liegende Tal, und dann wird der Weg ein bisschen kniffliger …montabaeurer-maeren-38… denn jetzt geht es auf einem schmalen Trampelpfad ganz schön bergab …montabaeurer-maeren-th-20Ich hatte mir ja Wanderstöcke ausgeliehen, die auf diesem Teilabschnitt des Weges tatsächlich bewiesen haben, dass sie eine echte Erleichterung für die Knie sein können.montabaeurer-maeren-42Außerdem stellte sich auch mal ein Baum als Abenteuerhindernis quer …montabaeurer-maeren-41Für Dayo natürlich kein Problem. Ich bin dann lieber drum herum gelaufen.montabaeurer-maeren-44Kurz darauf kommen wir im Tal an und erreichen den Landgasthof „Studentenmühle“. Wo einst Herzog Adolf von Nassau Studenten eine Mahlzeit spendierte, könnt ihr heute recht gut essen und eine Pause einlegen.montabaeurer-maeren-45Wenn ihr den Montabäurer Mären-Weg auf zwei Etappen teilen wollt, ist hier der perfekte Endpunkt der ersten Etappe. Nach Montabaur sind es jetzt noch knapp 12 Kilometer. Und weil wir ja schon einen Umweg gemacht haben, verzichten wir auf einen Einkehrschwung und laufen weiter.montabaurer-maeren-th-1Wir werfen einen Blick zurück auf den Berg, den wir herunter gelaufen sind. Seht ihr unter der Spitze die Felsen? Das ist der Basaltsteinbruch, wo wir waren. Aber jetzt geht es weiter und zwar ein Stück auf dem Wanderweg Wäller Tour Eisenbachtal, den ich im vergangenen Jahr bereits gelaufen bin.montabaeurer-maeren-46Der Waldweg führt – sehr zur Freude der Hunde – am Eisenbach entlang.montabaeurer-maeren-48Bis Nomborn sind uns nicht allzu viele Wanderer und Spaziergänger begegnet. Ab der Studentenmühle nimmt der Fußgängerverkehr merklich zu. Wer will schon an einem solch herrlich Sonntag zu Hause sitzen. Da zieht es doch viele Westerwälder in die Natur (und wenn es nur für eine Runde rund um die Studentenmühle ist).montabaeurer-maeren-50Es ist einfach herrlich, so durch den Wald zu laufen. Inzwischen habe ich mich gut an die Wanderstöcke gewöhnt und finde sie wirklich eine echte Hilfe. Ich laufe etwas schneller als normal und bin – was selten genug passiert – an der Spitze unserer kleinen Wandertruppe.montabaeurer-maeren-49Dayo, Suri und Boomer halten prima mit. Sie sind ein bisschen ruhiger und müde, aber nicht fix und fertig.montabaeurer-maeren-51Dann landen wir auf einem weiteren uns bereits bekannten Wanderweg, dem Skulpturenweg, der auch gerne Flaniermeile von Montabaur genannt wird. Ich kann förmlich spüren, wie Marianne vor Erleichterung aufseufzt. Sie weiß, dass der nächste Landgasthof – und damit unser Einkehrschwung – ganz nah ist. Doch manchmal kommt es anders als man denkt … 😉 …montabaeurer-maeren-52Wir folgen dem Skulpturenweg nur ein paar Meter, dann weist uns die Beschilderung nach rechts und bergauf und zwar nicht zu knapp. Ich bin irgendwie voll motiviert und laufe weiter voran. So gelangen wir zum „Steinernen Kreuz“.montabaeurer-maeren-54Die Legende sagt, dass sich hier in den Novembernächten um Allerheiligen die armen, ruhelosen Seelen einfinden. Sie stöhnten und jammerten gar schrecklich über ihre früher begangenen und ungesühnten Vergehen. Aus Mitleid mit diesen Seelen soll eine fromme Frau das steinerne Mal errichtet haben …montabaeurer-maeren-56Jammernde Seelen gibt es in unserer Gruppe ebenfalls, wobei die zweibeinigen Seelen darüber schimpfen, dass wir schon längst gemütlich bei der Wirzenborner Liss sitzen könnten und die vierbeinigen gar ruhelos um die ausgepackten Brötchen schleichen …montabaeurer-maeren-57Wir sind inzwischen bei Kilometer 15 angekommen (mit Umweg sind wir nun bei fast 20 gelaufenen Kilometern) und verspeisen die letzten Brötchen mit Hochgenuss (zumindest ich). Und wo ist eigentlich das viel zitierte Murkelmännchen? Verschont es uns mit seiner Anwesenheit? Oder sitzt es da nicht heulend hinter dem nächsten Baum und wartet nur auf eine Gelegenheit, auf unsere Rücken zu springen?montabaeurer-maeren-59Dann lieber schnell unsere Sachen zusammenpacken und weg von hier … wir sind ja schließlich ganz nah an unserem Einkehrschwung und freuen uns auf Käsekuchen und Kaffee.montabaeurer-maeren-61Kurze Zeit später erreichen wir das Dorf Wirzenborn …montabaeurer-maeren-62… und plötzlich legt unsere Gruppe enorm an Tempo zu. Wir fliegen geradezu den Weg hinunter …montabaeurer-maeren-63Sitzen, Kuchen, Kaffee. Eine ordentliche Pause ist jetzt perfekt. Und die gute Nachricht ist, dass wir auch tatsächlich einen Platz auf der Terrasse bekommen. Die schlechte Nachricht? Es gibt keinen Käsekuchen mehr. Wir sind zu spät. Die Spaziergänger auf der Montabaurer Flaniermeile haben uns den gesamten Kuchen weg gefuttert. Aus die Maus. Jammernde Seelen? Ich sage jetzt mal nix! Gut, wir trinken etwas. Das ist ja auch schön. Dann dränge ich zum Aufbruch. Nur noch 4,4 Kilometer. Dann haben wir es geschafft.montabaeurer-maeren-64Noch ein letztes Schnäuzchen voll Wasser für Suri und dann beginnt die letzte Etappe der Montabäurer Mären.montabaeurer-maeren-65Es geht jetzt den Kavallerieberg hinauf. Der ist steil. Puuh. Nach mehr als 20 Kilometern tut das jetzt doch auch ein wenig weh. Ich bin nicht mehr der Front-Wanderer. Ich bin (mal wieder) die Nachhut. Aber irgendwann ist auch einmal der steilste Anstieg vorbei (und hier dauert es auch gar nicht so lange).montabaeurer-maeren-67Ich glaube, der Kavallerieberg heißt nur im Volksmund so. Tatsächlich befinden wir uns aber nun auf einem Pilger-Stationenweg, der von der Wallfahrtskirche Wirzenborn (die Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde) nach Montabaur führt. Dieser Weg wurde 1725 angelegt und bringt euch die blühende Wallfahrten-Industrie im 18. Jahrhundert näher.montabaeurer-maeren-69Und was wir zuvor hoch gekrabbelt sind, müssen wir selbstverständlich auch wieder hinab.montabaeurer-maeren-68Aber irgendwann geht auch der schönste Wanderweg zu Ende. Und im Licht der untergehenden Sonne erreichen wir endlich Montabaur.montabaeurer-maeren-73Selbstverständlich kommen wir ganz unten in der Stadt an und dürfen bis zu Altstadt hinauf laufen …montabaeurer-maeren-74Montabaur blickt auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück. Das heutige Schloss lässt sich bis ins Jahr 959 nachweisen (das Bild vom Schloss wurde an einem anderen Tag aufgenommen).schloss-montabaur-kleinIm Jahr 1291 wurde der damaligen Ortschaft von König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen.montabaeurer-maeren-75Bis 2004 war in Montabaur die Bundeswehr ansässig. Heute sitzt hier die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises. Das historische Stadtzentrum ist besonders im Sommer wunderschön. Ein Besuch lohnt sich natürlich zu jeder Jahreszeit. Mit viel Enthusiasmus bemüht sich die Stadt um Wirtschaft und Tourismus. Während andere Kleinstädte nach ihrer Blütezeit im vergangenen Jahrhundert in eine Art Winterschlaf gefallen sind und sich langsam aber sicher viele Kleinunternehmen und Geschäfte aus den Stadtzentren zurückgezogen haben, versucht Montabaur gegen diesen Trend zu steuern. Und das – meiner Meinung nach – mit Erfolg. So hat sich die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus als Wander- und Naturdestination einen Namen gemacht. Mit dem ICE-Bahnhof und der Eröffnung des Fashion Outlet Centers wird sie darüber hinaus auch für „junge Zielgruppen“ attraktiv.montabaeurer-maeren-76Ach, was schreibe ich hier eigentlich. Kommt doch einfach mal selbst nach Montabaur in den Westerwald und schaut euch um. Aber zurück zu unserer Wanderung. Die ist jetzt nämlich fast geschafft. Die Krabbelei auf das Schloss (das ein Schulungszentrum und ein Hotel beherbergt) sparen wir uns, denn die Sonne ist fast untergegangen. Wir haben die Autos in der Nähe des großen Kreisels (dort, wo es zum Fashion Outlet Center geht) geparkt. Und genau dorthin laufen wir jetzt.montabaeurer-maeren-77Dann ist es geschafft. Wir sind den gesamten Wanderweg Montabäurer Mären (und ein bisschen mehr) gelaufen. Anstatt der veranschlagten knapp 23 Kilometer haben wir rund 27 Kilometer auf der Uhr. Dayo, Suri und Boomer haben toll durchgehalten, sind aber jetzt sehr, sehr froh, dass sie sich im Auto zusammenrollen können. Zu Hause werden sie auch keinen Mucks mehr tun. Und meine Wandergruppe? Marianne und Jürgen haben wir mit der Tour nicht vergrault. Sie wollen wieder mit uns wandern. Allerdings keine so langen Strecken mehr …

Und wer oder was ist jetzt eigentlich das Murkelmännchen? Dabei handelt es sich um eine Spukfigur mit feurigem Atem, das sich zur Geisterstunde Herumtreibern auf den Rücken legt und sie festhält. Dabei sind schreckliche Schreie zu hören. Gut, dass wir keine Herumtreiber und noch besser, dass wir nicht zur Geisterstunde unterwegs waren …

Wer von euch war schon rund um Montabaur wandern? Und wie hat es euch gefallen?

Weitere Informationen:

  • Der Wanderweg Montabäurer Mären ist eine Streckenwanderung, die in Nentershausen startet und in Montabaur endet. Die Strecke ist 22 Kilometer lang.
  • Insgesamt 17 Erzähltafeln berichten auf der Strecke von Mythen und Sagen aus der Region. Und das ist wirklich sehr schön gemacht.
  • Insgesamt geht es 385 Meter nach oben und 435 Meter nach unten. Der Weg ist insgesamt nicht so wahnsinnig schwer, hat aber gegen Ende doch einige steile Steigungen und Abstiege.
  • Die reine Wanderzeit ist mit sechs Stunden, 20 Minuten angegeben. Wir haben mit dem Umweg von ca. vier Kilometern, den Pausen und dem Lesen jeder einzelnen Karte sowie zahlreichen Fotostopps um die acht Stunden gebraucht.
  • Für die Hunde gibt es unterwegs immer mal wieder Bachläufe oder – wie in Nomborn und Wirzenborn – Brunnen, wo sie Wasser trinken können. Ich empfehle aber trotzdem, noch etwas Wasser zusätzlich mitzunehmen.
    Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs beispielsweise in der historischen Studentenmühle oder bei der Wirzenborner Liss. In beiden Lokalen könnt ihr gut und preisgünstig essen.
  • Wir haben ein Auto in Montabaur abgestellt und sind dann mit einem anderen Auto zurück nach Nentershausen gefahren. Soweit ich weiß, gibt es auch einen Bus von Montabaur nach Nentershausen. Der fährt aber nicht so wahnsinnig oft.
  • Eine Tourenplan und Informationen über die einzelnen Etappen findet ihr hier. Wenn ihr mit dem Cursor über die einzelnen Etappenpunkte fahrt, erfahrt ihr die dazugehörige Geschichte. Ich weiß nicht, ob das System nicht ganz korrekt arbeitet oder ich ein bisschen zu dusselig dafür bin. Bei mir klappt es jedenfalls nicht richtig. Aber der Ansatz ist prima. Über den Tourenplan könnt ihr euch auch die Routendetails für GPS und Navisystem herunter laden.

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