Für heitere Stunden zwischendurch: Kenny und die Großwildjäger

Mbhali fragt nach … „Was sind denn eigentlich Schattenhunde?“ „Weißt Du, es gibt Hunde, die leben auf der Sonnenseite des Lebens, und es gibt Hunde, die leben auf der Schattenseite. Das sind Schattenhunde. Das sind zum Beispiel Hunde, die misshandelt werden oder als Welpenproduktionsmaschinen missbraucht oder abgeschoben werden, weil sie für ihre Besitzer unbequem geworden sind.“ „Und den Schattenhunden hast Du unser Buch gewidmet?“ „Ja, damit sie nicht vergessen werden. Diese Hunde brauchen eine Lobby – selber können sie sich nicht helfen und auf ihre Besitzer können sie sich nicht verlassen. Manche haben ja nicht einmal einen Besitzer. Es ist wichtig, an diese Hunde zu erinnern und ihnen zu helfen.“ … „Du, der Buki und ich, wir sind Sonnenhunde, gell?“

Mit diesem eher nachdenklichen Hund-Mensch-Dialog endet das Buch „Kenny und die Großwildjäger. Weit weg von Afrika“, in dem Susanne Kathan ihr Leben mit ihren beiden Rhodesian Ridgebacks beschreibt. Und das sind der Rüde Bukoki, genannt Buki (der, dessen Mutter in der Schwangerschaft Bier trank) und die Hündin Mbhali (Rose), auch Rose genannt. In vielen kleinen Episoden erzählt die Autorin pfiffig und gewitzt über den bayerischen Alltag mit den afrikanischen Löwenjägern. Dabei lässt sie durchaus auch ihre Hunde zu Wort kommen, und so ist Buki nicht immer ganz einverstanden mit Frauchens Plaudereien und sieht sich ein bisschen bloß gestellt. Rose hingegen legt besonders Wert darauf, dass der geneigte Leser (oder die geneigte Leserin) weiß, dass sie gut hört und der ganze Sonnenschein von Frauchen ist.

Die Ridgeback-Leidenschaft von Susanne Kathan, die ich wie in ihrem Buch Suse (alias Kenny) nenne, beginnt lange Zeit vor Bukis Einzug in Suses Familie … diese Leidenschaft beginnt erstaunlicherwiese genau so, wie meine eigene Liebe zu den wunderschönen afrikanischen Löwenhunden auch begonnen hat (… kein Witz …): Sie beginnt mit einem Geschäftstermin, bei dem die Tür aufgeht und es Suse „schier umhaut“ als ihr ein Hund entgegenkommt: „Groß, kräftig und dennoch graziös, wunderbare Bewegungen, kurzes rotbraunes Fell, ein wunderschöner Kopf – irgendwie richtig edel und stolz.“  So ein Rhodesian Ridgeback sollte es dann sein. Bis dann aber tatsächlich ein solcher Hund das Leben von Suse und ihrer Familie auf den Kopf stellt, dauert es allerdings noch ein paar Jahre.

Im Januar 2005 ist es dann endlich soweit und die Familie (zu der neben Suse auch der Göttergatte, Tochti und Moki – Monsterkind – gehören) erfüllt sich den lang gehegten Traum: Der vier Monate alte Buki betritt die Bühne und legt in der ersten Nacht in seinem neuen Zuhause auch gleich richtig los: „Der kommt mir aber nicht ins Bett – so süß der auch ist!“ „Klar, Göttergatte!“ Der Ziehpapa hatte Suse vorgewarnt: Die anderen zehn Geschwister von Buki hatten in der ersten Nacht bei ihren neuen Welpeneltern doch die ein oder andere Winselattacke. Buki winselt nicht. „Herrliche Ruhe bis auf das Schnarchen des göttlichen Gatten direkt an meinem Ohr. Ich halt ihn fest in meinem Arm, ich halt ihn sicher, ich halt ihn warm …“ Allerdings war das nicht der Göttergatte, der da warm gehalten wurde!

In den folgenden Wochen, Monaten und Jahren erleben Suse und ihre Familie zahlreiche Abenteuer, kleine und große Malheurs und immer wieder lustige und hinreißende Begebenheiten mit Buki – sei es bei der Hundeerziehung, beim Spazierengehen, beim Freunde treffen, im Kreis der Familie oder weinfach, wenn die Fellnase frei nach dem Motto „Buki allein Zuhause“ sein Unwesen treibt. Ab Herbst 2009 wird der Ridgeback-Rüde dann von Mbhali – der kleinen Rose – in seinem Treiben tatkräftig unterstützt.

Ich habe „Kenny und die Großwildjäger“ an zwei Abenden durchgelesen und dabei so manches Mal schallend gelacht. Viele Episoden kamen mir durchaus bekannt vor. Einiges ist mir mit Dayo und Suri Gott sei Dank bisher erspart geblieben. Es ist ein wunderbar unterhaltsames Büchlein, das auch Hundefreunde anderer Rassen erfreuen wird. Die Texte sind kurz, prägnant und witzig. Abgerundet wird der Lesegnuss durch die treffenden und schönen Illustrationen von Heike Schleiter.

Buki und Rose sind wirklich Sonnenhunde, die in einer Sonnenfamilie leben können. Dass nicht alle Hunde – unabhängig von Rasse, Charakter und Größe – dieses Glück haben, ist leider auch klar. Umso schöner sind Suses Gedanken zu diesem Thema im letzten Kapitel „Schattenhunde“.

Das Buch „Kenny und die Großwildjäger“ von Susanne Kathan mit Illustrationen von Heike Schleiter ist erschienen im bookie presse-Verlag Landsberg, ISBN 978-3-9814159-0-2.

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