Die Pfeiffers wandern am Lac des Escarcets

Von ihrem Urlaub an der Côte d’Azur hat uns Claudia eine weitere Wanderung mitgebracht. Dieses Mal entführt sie uns an den Lac des Escarcets. Aber lest einfach selber …

In der Nähe unseres Ferienhauses ist die Auswahl an Wanderwegen nicht so wahnsinnig groß. Da haben wir einfach mal unsere Vermieterin gefragt, was sie uns zum Wandern empfehlen kann. Einzige Bedingung: Wir wollen nicht so weit mit dem Auto fahren. Sie hat gar nicht lange überlegt und uns den Lac des Escarcets empfohlen. Für diesen Ausflug drückt sie uns auch eine Karte in die Hand. Der See liegt im Naturschutzgebiet „La plaine des Maures“. Mitten im Maurenmassiv. Der recht unbekannte elf Hektar große See gehört zu einem der letzten noch unberührten und naturbelassenen Wildnisgebieten an der Côte d‘Azur. Hier könnt ihr beispielsweise die typischen südfranzösischen Pinienbäume abseits der großen Tourismuszentren ganz in Ruhe bewundern (und fotografieren …) Obwohl die Gegend heute „Wildnis“ ist, wurde der Lac des Escarcets 1969 künstlich angelegt, um ausreichend Wasserreserven bei Waldbränden zu haben.

Die Karte vom Lac des Escarcets

Es gibt verschiedene Routen, die zum See hin und um den See herum führen. Wir haben Glück, dass wir im Frühjahr da sind. Im Hochsommer wird das Naturschutzgebiet aufgrund der extrem hohen Waldbrandgefahr regelmäßig komplett gesperrt.

Informationen im Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet beherbergt eine große Vielfalt an Flora und Fauna. Mir gefällt die Landschaft mit seinen rosa Sandsteinplatten, den vielen Pinienbäumen und Korkeichen sehr gut. An der einen oder anderen Stelle habe ich das Gefühl, in eine afrikanische Savanne versetzt worden zu sein (schaut mal auf das Titelbild … das ist doch Afrika, oder?). Ich hoffe, die nachfolgenden Fotos geben euch davon einen kleine Eindruck. Wir starten am Parkplatz, wo die Informationstafel steht (in der Karte ob unter der Position 1b) und laufen bis zu einem Punkt, der auf der Karte mit 16 bezeichnet wird. Von dort aus gehen wir wieder zurück auf den Hauptweg und spazieren bis zum Kartenpunkt Nr. 9. Über die Kartenpunkte 15 und 16 kehren wir danach zum Parkplatz zurück.

Pinien und so eine Art Heidegewächs

Und zwischen den Pinien sehen wir auch die ersten Sandsteinplatten.

… es steht eine Korkeiche still und stumm …

Der erste Blick auf den Lac des Escarcets

Die Sandsteinplatten sind auch direkt am See zu finden

Da verschlungenen Pfade direkt am See sind ziemlich nass und glitschig, sodass wir erst einmal wieder auf den Hauptweg – die sogenannte Piste, auf der auch Autos fahren dürfen – zurückkehren.  

Sandsteinplatten soweit das Auge reicht

… soooo schön …

Ein Blick auf die Staumauer

Im Hintergrund verstecken sich die Berge des Maurenmassivs

Hier hat sich das Regenwasser seinen Weg gebahnt

… überall unberührte Natur …

Überall laufen kleine Rinnsale über den Weg

… und nirgendwo eine Menschenseele …

Iris in voller Blüte

… viele kleine Bäche überall …

Wir wären gerne einmal komplett um den See gelaufen. Aber durch die vielen Regenfälle im Frühling waren die eigentlich sehr seichten Bäche so gut gefüllt, dass wir sie nicht durchqueren konnten. Sie waren einfach zu tief. Und Brücken gibt es hier nicht. Ist ja schließlich eine Wildnis … 😉 … Also sind wir kreuz und quer über kleinere Wege marschiert. Immer in Richtung See und in der Hoffnung, dass vielleicht nicht alles überflutet ist. Nasse Füsse bekommen wir dank unserer Wanderschuhe nicht.

Etwas Wildnis gefällig?

Über die Steine lässt es sich ganz gut auf die andere Seite des Baches hinüber kommen

… das Klappern am rauschenden Bach … na ja, ohne das Klappern eben …

… und immer wieder überqueren wir solche Stellen …

Jetzt wird der Weg schmal und sehr nass. Uui, da sind wir aber gespannt, wie es weiter geht. Im schlimmsten Fall drehen wir einfach wieder um. So lange wir nicht Knöcheltief im Wasser laufen müssen, ist doch alles gut.

Der Weg ist durch den Regen sehr ausgewaschen.

Hier laufen wir besser immer am Rand.

Nun führt uns der Weg langsam wieder in Richtung See. Auch die Wege werden etwas trockner.

… und da ist der See auch schon …

Nicht alle Wege führen hier nach Rom, aber alle Bäche in den See …

Von hier aus haben wir Blick auf die Staumauer

Wie schön ein solch künstlicher See aussehen kann …

… und überall wiegt sich das Schilf im Wind …

… und auch die Sandsteinplatten ziehen sich bis in den See hinein …

Bevor wir wieder auf den Hauptweg zurückkehren, wollen wir uns noch die Staumauer aus der Nähe anschauen, denn solche Bauwerke mögen sowohl meine Mann Andreas als auch ich.

Die Staumauer ganz aus der Nähe

… und hier fließt das Wasser dann weiter …

So, alle Ausflugspunkte für heute haben wir erledigt, und wir marschieren gemütlich zurück in Richtung Auto. Uns sind zwar keine anderen Menschen an diesem Tag begegnet, aber wir haben ein Militärfahrzeug gesehen. Ob hier – mitten im Naturschutzgebiet – Manöver abgehalten werden? Keine Ahnung. 

Das Massiv des Maures ist auch bekannt dafür, dass hier eines der letzten Refugien für die Hermann Schildkröte ist. Die ist uns leider nicht begegnet. Aber vielleicht entdecken wir sie bei unserem nächsten Ausflug. Denn wir werden auf jeden Fall ein zweites Mal hierher kommen.

Text + Fotos: Claudia Pfeiffer, Angelridge Sambo

 

 

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