Ritterschloss in Pommern – Hotel Schloss Podewils in Krangen (Kragu)

Heute findet meine „Pommern-Saga“ … 😉 … mit einer Hotelbeschreibung ihr Ende. Denn natürlich mussten meine Familie und ich auf unserer Reise auch übernachten. Ausgangspunkt für unsere Erkundungstouren war das durchweg zu empfehlende Hotel Schloss Podewils in Krangen (polnisch: Kragu).

Schloss Podewils im pommerschen Krangen

Schloss Podewils im pommerschen Krangen

Das 3-Sterne-Hotel war einst ein Ritterschloss aus dem 15. Jahrhundert. Heute zählt es zu den größten Wasserschlössern in Polen und liegt rund 30 Kilometer südlich von Darłowo (Rügenwalde … und die Teewurst … ;-)) sowie 40 Kilometer von Koszalin (Köslin) und Słupsk (Stolp) entfernt.  Von der deutsch-polnischen Grenze (Stettin/ Pomellen) ist das Schlosshotel Podewils ca. 2.5 Autostunden entfernt. Nachdem wir lange Zeit über die bereits beschriebenen Landstraßen geholpert und durch geradezu endlose Wälder gefahren sind, weist uns schließlich ein Schild darauf hin, dass demnächst das Hotel Schloss Podewils erreicht ist. Da erscheint auch schon die Toreinfahrt, wir biegen rechts ab und fahren auf das Gelände des Hotels, das mit einem Parkplatz und hochherrschaftlichem Entrée beindruckend daher kommt.

Schloss Podewils liegt in einem großen Park

Schloss Podewils liegt in einem großen Park

Das Ritterschloss ist von einem großen Park umgeben und liegt an einem fast kreisförmigen See (den man in 20 Minuten bei einem kleinen Spaziergang umrundet). Umrahmt wird das ganze Ensemble von ganz viel Wald. Idylle pur – wir alle, aber ich ganz besonders, sind ganz aus dem Häuschen. Ein echtes Juwel, in dem mein Vater die Zimmer für uns reserviert hat.

Der Spaziergang rund um den See dauert ca. 20 Minuten

Der Spaziergang rund um den See dauert ca. 20 Minuten

In der Hotelhalle begrüßt uns die Schlossherrin von Podewils – Aurelia Wekezer – höchstpersönlich und das in fließendem Deutsch. Zwar steht irgendwo auf dem Schreibtisch und am Pult auch ein Computer, aber die Zimmerreservierung wird ohne technische Hilfe im großen Reservierungsbuch schnell gefunden, genauso wie die dazugehörigen Zimmerschlüssel. Fast habe ich das Gefühl, als habe Frau Wekezer die Namen aller Anreisenden des Tages im Kopf. Sie weist uns auch gleich darauf hin, dass am Abend ein Informationsfilm rund um die Geschichte des Wasserschlosses gezeigt wird (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir uns den Film nicht angeschaut haben … :-().

Ich teile mir ein Doppelzimmer mit meiner Schwester …

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Die Zimmer (es gibt insgesamt 50 davon) sind alle unterschiedlich eingerichtet und von unterschiedlicher Größe, was die ganze Sache auch ziemlich charmant macht. Die Bäder wurden wohl erst kürzlich renoviert und entsprechen einem guten Standard. Die Möbel und Dekorationsgegenstände sind ein buntes Sammelsurium aus neu und alt. Die Fernseher stammen noch aus dem letzten Jahrhundert, funktionieren jedoch tadellos. Es gibt sogar vier oder fünf deutsche Fernsehsender.

... altmodisch, aber funktionstüchtig ...

… altmodisch, aber funktionstüchtig …

Dass das Beschwerdemanagement des 3-Sterne-Hotels sehr gut funktioniert, darf ich noch am gleichen Nachmittag erfahren. Unser Badezimmer, das ich persönlich als sehr hübsch (und vor allem als sehr sauber) empfinde, hat zwei Fenster, die auf den See hinausgehen und ist aufgrund der Gebäudearchitektur jedoch von der Höhe relativ niedrig. Auch gibt es keine Duschabtrennung. Beim Duschen müsste man sich also eher vorsichtig verhalten. Mich stört es nicht – das Bad gefällt mir einfach so. Allerdings habe ich da die Rechnung ohne meine Schwester gemacht, die der Meinung ist, dass sie so auf keinen Fall duschen könne. Sie wird in ihrer Meinung bestärkt, als sie sich das Zimmer meiner Eltern anschaut, das (natürlich … ;-)) viiiiiel gröööööößer, schicker und schöner ist … das Ende vom Lied? Wir ziehen in ein anderes Zimmer um. Das Bad hat keine Fenster und auch keine Lüftung … bei geschlossener Tür fängt es schnell an, etwas zu müffeln … egal, natürlich ist dieses Bad zehntausend Mal besser … grrrrr!!!

Wunderschöne Terrasse mit Blick auf den hoteleigenen See

Wunderschöne Terrasse mit Blick auf den hoteleigenen See

Auf der wunderschönen Hotelterrasse kann man bei schönem Wetter enstpannen, ein Glas polnisches Bier (das übrigens recht gut schmeckt – ganz besonders lecker ist, wenn es mit einem Schuss Himbeersirup serviert wird) genießen und abends natürlich auch essen. Wir entscheiden uns am Anreisetag erst einmal dafür, mit einem Glas Prosecco auf die Familienreise anzustoßen. Dann geht es zu einem Erkundungsspaziergang durch den Schlosspark und rund um den See.

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Wir haben Mitte Juni wahnsinnges Glück mit dem Wetter (die ganze Woche übrigens) und können bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das ganze Anwesen in Ruhe besichtigen. So gibt es hier auch einen Pferdestall (Hannoveraner und Pferde aus Großpolen) mit Reitangeboten: Reiter können hier Tagesritte unternehmen und diejenigen, die lieber fahren, können eine Kutschenfahrt unternehmen. Das hätten wir gerne gemacht, aber leider war die Zeit zu knapp. Darüber hinaus kann mit einem Kajak oder Tret- und Padelbooten der See erkundet werden. Es gibt einen Fahrradverleih und angeln ist ebenfalls möglich. Bei der Buchung betimmter Arrangements sind diese Leistungen für jeweils eine Stunde bereits inklusive (Reiten und Kutschfahrten nicht).

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Hotel Schloss Podewils ist in der Woche, die wir dort verbringen, so gut wie ausgebucht. Hauptsächlich Deutsche im Alter meiner Eltern, deren Familienwurzeln wohl auch hier in Pommern liegen, aber auch ein paar Familien mit kleinen Kindern und junge Pärchen. Bei dem herrlichen Wetter geht es zur Abendessenszeit fast wie an allen Touristendestinationen zu, wo Deutsche aufeinander treffen: Das Gerangel um die besten Plätze beginnt, denn jeder möchte natürlich draußen sitzen … 😉 … es hat aber keiner ein Handtuch über die Stühle gebreitet! Da wir nach unserem Rundgang praktischerweise gleich wieder auf der Terrasse Platz genommen haben, geben wir unsere Plätze für den Rest des Abends dann auch nicht mehr her …

Hier bleiben wir und stehen nicht mehr auf ... ;-)

Hier bleiben wir und stehen nicht mehr auf … 😉

Das Hotel bietet für einen Aufpreis auch Halbpension an … dann wird abends ein 3-Gang-Menü serviert. Wir hatten bereits am Nachmittag die Speisekarte inspiziert und beschlossen, dass à la Carte auf jeden Fall die interessantere Variante sein dürfte. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Qualität und der Geschmack der Speisen liegt deutlich über dem 3-Sterne-Niveau des Hotels. Angeboten wird eine bodenständige Küche mit polnischen Akzenten. Die polnische Mehlsuppe mag nicht so recht jedermanns Geschmack sein und die Soljanka wäre auch als Gulaschsuppe durchgegangen, aber das Tartar (das mein Vater an fast jedem Abend gegessen hat), die Schweinefilets und die Nudelgerichte waren hervorragend zubereitet und schmeckten ausgezeichnet. Die Küche portioniert sehr reichhaltig … ein 3-Gang-Menü ist da fast nicht zu schaffen. Die absolute Sensation ist jedoch das Brotkörbchen mit selbstgebackenem Brot und das dazu gereichte selbstgemachte Griebenschmalz … meine Güte … lecker, lecker, lecker … sehr zur Beschämung meiner Mutter haben wir uns an jedem Abend auf dieses gut bestückte Brotkörbchen gestürzt, als ob wir wochenlang kein Brot zu Gesicht bekommen hätten … der Kellner hatte Gott sei Dank Erbarmen mit uns und brachte jedes Mal einen zweiten Brotkorb … hmmm, das hat eventuell auch dazu beigetragen, dass wir es nie bis zu einem Dessert geschafft haben … 😉 …

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Das Frühstückbuffet im Hotel Schloss Podewils ist in Ordnung. Es ist jetzt nicht super sensationell, aber hat alles, was man in einem 3-Sterne-Hotel erwarten kann. Besonders hervorzuheben, sind die Vollkornbrotsorten und vor allem das selbstgemachte Griebenschmalz und die Leberpastete. Es gibt Käse, Wurst, Eier, Mixed Pickles sowie Marmelade und Orangen- sowie Apfelsaft. Und wie so oft im Leben: Vieles ist einfach Geschmackssache! Das eine schmeckt, das andere nicht … jedenfalls gibt es hier nichts zu meckern.

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Nach unserem ersten Frühstück begeben wir uns in den Rittersaal, denn hier hält die Schlossherrin für alle Neuankömmlinge einen kleinen Vortrag, was es rund um das Schloss und in der näheren Umgebung alles zu sehen und zu tun gibt.

Rittersaal im Hotel Schloss Podewils

Rittersaal im Hotel Schloss Podewils

Ich habe mich sehr wohl gefühlt im Hotel Schloss Podewils und kann mir eigentlich gut vorstellen, hier nochmals eine Woche Urlaub mitsamt Mann und Hunden zu verbringen, denn hier habe ich mich auch wirklich willkommen gefühlt! Der Service ist in Ordnung, die Zimmer sind sauber, und das Essen ist gut … außerdem ist alles noch bezahlbar – sowohl die Zimmer als auch das à la Carte-Essen und die Getränke (da darf es auch einmal ein Prosecco oder ein Bier mehr sein). Der einzige Nachteil – zumindest aus Sicht von jemanden, der aus Frankfurt/Main kommt und mit Hunden reist – es liegen rund 1.000 Kilometer Entfernung zwischen der Heimat und Krangen …

Weitere Informationen:

Doppelzimmer sind ab 63 Euro pro Nacht inklusive Frühstück in der Nebensaison zu haben und in der Hauptsaison (Juli und August) ab 76 Euro pro Nacht. Der Aufpreis für ein Zimmer mit Seeblick beträgt 10 Euro (empfehlenswert). Hunde sind erlaubt (bitte bei der Reservierung angeben) und kosten pro Nacht acht Euro (ich habe nachgefragt: Wir hätten ohne weiteres meine zwei Rhodesian Ridgebacks mitbringen können).

Das Sommerarrangement 2013 im Hotel Schloss Podewils kostet für eine Woche 252 Euro pro Person und beinhaltet neben der Übernachtung und Halbpension, einmal Grillen am See (Grillkorb mit Wurst, Blutwurst, Backwaren, Gurken, Ketchup und diverse Barbecue-Saucen), eine Stunde Fahrradverleih, eine Stunde Bootsverleih, eine Stunde Angelverleih, eine Stunde Billard und eine Nordic Walking-Ausrüstung für eine Stunde.

Es gibt im Hotel auch einen Spielraum und Spielplatz für Kinder und auf Wunsch auch Kinderbetreuung (Aufpreis).

Wer einen mehrtägigen Ausflug nach Danzig plant, kann dort im Hotel Podewils Danzig übernachten. Das 5-Sterne-Hotel befindet sich in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert und liegt am Danziger Hafen.

Weitere Informationen unter www.podewils.pl.

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