Für euch gelesen – Unterwegs mit Bodie

Ich habe ein ein bisschen ein schlechtes Gewissen, denn ich habe schon seit ganz langer Zeit noch zwei oder drei Bücher auf dem Schreibtisch liegen, die ich euch vorstellen will, aber irgendwie komme ich immer nicht dazu. Meine letzte (zugegebenermaßen kurze) Buchbesprechung ist auch schon eine Weile her. Und nun ziehe ich einfach ein ganz neues Buch vor, das erst im April diesen Jahres in Deutschland erschienen ist. Das habe ich zwar nicht in einem Rutsch durchgelesen, aber leider ziemlich schnell (leider, weil irgendwann war das Buch einfach zu Ende … sehr bedauerlich). Es handelt sich dabei um „Unterwegs mit Bodie“ von Belinda Jones.

Der Untertitel des Buches lautet „Eine Frau, ein Hund, eine Reise, ein neues Leben“, und im Prinzip ist damit schon fast alles gesagt. Aber fangen wir am Anfang an: Belinda ist eine Frau um die 50. Sie ist Engländerin und lebt als Journalistin in Los Angeles. Sie wird von ihrem Freund verlassen und stürzt in eine Lebenskrise – Selbstmitleid, Trauer, Angst. Die ganze Palette von Traurig- und Einsamkeit, wenn Frau auf einmal das Gefühl hat, komplett alleine und ungeliebt zu sein. Und dann beschließt sie, sich einen Hund zuzulegen. Denn:

„Hunde verlassen einen nicht!“

So lernt sie Bodie kennen, der von seinen Besitzern ausgesetzt wurde und in einem Tierheim in Los Angeles gelandet ist. Sie verliebt sich in ihn und nimmt ihn mit nach Hause. 

Belinda + Bodie
Foto: Literaturtest, Berlin

Von nun an sind die beiden unzertrennlich und Belinda lernt eine völlig neue Art des Lebens kennen. Dann erzählt ihr eine Bekannte (natürlich mit Hund), dass sie von Kalifornien nach Oregon umzieht und die Strecke mit dem Auto bewältigen will. Was? Ein Roadtrip von fast 3.000 Kilometern an der Westküste Amerikas entlang? Das wäre doch fantastisch, so etwas einmal selbst zu erleben.

„Ich konnte nie zweihundert Dollar für eine Designerhandtasche oder ein paar Schuhe ausgeben,

aber ich würde sie ohne zu zögern für eine Nacht in einem schicken Hotel verpulvern.“

Gesagt – getan. Belinda plant genau diesen Roadtrip. Nur sie und Bodie und die Westküste von Amerika. Und dann geht es auch tatsächlich los. Auf ihrer Reise, die sie von Los Angeles (Kalifornien) nach Portland (Oregon) führt, macht sie an zahlreichen (auch weltberühmten) Stationen halt – von Carmel, San Francisco, den Oregon Dunes bis hin zu Mount Tabor und Napa Valley. Dabei lernt sie jede Menge über sich selbst und noch viel mehr über ihren Gefährten Bodie. Sie erzählt von Hundebäckereien, dem Snoopy-Museum, von Strandspaziergängen, Hundebegegnungen und -erlebnissen und natürlich auch von tollen hundefreundlichen Hotel- sowie Restaurantbesuchen. Das Ganze wird mit Anekdoten über Promis und deren Hunde gewürzt. Belinda analysiert sich selber und bemüht sich, Bodie zu verstehen. Sie nimmt ihre Leserschaft mit auf eine sehr kurzweilige und wunderbar erzählte Reise. Auf dem Rückweg navch L.A. passiert dann das Unglaubliche: „Er“ ruft an. Der Ex. Er will sie wiedersehen. Und sie? Sie stürzt in ein Gefühlchaos. Ihre längst verloren gegangene Angst und ihre Unsicherheit tauchen wieder der Oberfläche ihrer Seele auf. Was soll sie tun? Um das zu erfahren, müsst ihr das Buch allerdings selbst lesen … 

Bodie vor dem OK Ace Hotel Palm Springs
Foto: Literaturtest, Berlin

Fazit

Mich hat das Buch „Unterwegs mit Bodie“ von Anfang an in seinen Bann gezogen. Das mag zum Einen daran liegen, dass die Autorin mir natürlich von der Altersklasse her sehr nahe ist und zum Anderen daran, dass ihr Erzählstil einfach meinem Geschmack entspricht. Belinda Jones ist durchaus selbstkritisch und stellt das mit einem unnachahmlichen Sinn für Humor dar. Gleichzeitig ist sie eine Erzählerin, die es schafft, Bilder über ihre Erlebnisse in den Köpfen ihrer Leserschaft zu erzeugen. Sie ergeht sich nicht in langatmigen Reisebeschreibungen, sondern pickt besondere Situationen heraus, die sie äußerst eloquent beschreibt. So entsteht ein wunderbarer, sehr bunter Roadtrip entlang der amerikanischen Westküste, der von Promis, über zahlreiche vierbeinige Bekanntschaften bis hin zu Frauen mit witzigen Geschäftsideen und ganz normalen (Hunde-)Menschen alles zu bieten hat. Ich finde, Belinda gibt einen ziemlich guten Überblick darüber, welche Blüten die Hundeliebe in den USA so treiben kann. Über manche Dinge habe ich den Kopf geschüttelt, manches Mal geschmunzelt und hin und wieder war ich auch mit der Autorin traurig oder glücklich.

Ich wünschte, ich könnte diesen Roadtrip genauso mit Dayo und Suri nachfahren. Das wäre toll und ganz nach meinem Geschmack. Denn auch ich gebe eher 200 Euro für ein tolles Hotel aus, denn für ein paar Schuhe … 😉 … und auch ich hätte absolut kein Problem damit, für ein paar Wochen oder gar Monate aus dem Koffer zu leben. Ich glaube, die beiden Bären und ich hätten großen Spaß dabei. 

Das Buch

Das Buch „Unterwegs mit Bodie“ von Belinda Jones ist 2018 im Benevento Verlag in Wals bei Salzburg unter der ISBN 978-3-7109-0035-8 erschienen und kostet 16 Euro.

Wer mehr über das Reisen mit Hund in den USA erfahren möchte, der kann Bodie auf seinem eigenen Reiseblog (in englischer Sprache) besuchen und zwar unter bodieontheroad.com

Offenlegung

Das Buch wurde mir von Literaturtest in Berlin kostenlos zur Rezension überlassen. Vielen Dank!

 

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Liebe Helga,
      das freut mich, wenn Dir die Rezension gefallen hat. Das Buch ist wirklich empfehlenswert.
      Viele Grüße
      Martina

  1. Ich lese das Buch gerade jetzt und bin begeistert, zumal ich selbst Frauchen eines Strassenhundes bin. Das Buch hat mir meine Freundin geschenkt. Bald begebe ich mich zum ersten Mal auch auf eine Reise mit meinem Brad. Bin gespannt, wie es mit Belinda und Bodie weitergeht …

    • Liebe Sabine,
      ja, das Buch war richtig, richtig gut!
      Ich bin schon gespannt, was Du mit Brad auf Deinen Reisen erleben wirst.
      Viele Grüße
      Martina

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