Warum sich ein Städtetrip mit Hund in die Wasserstadt Brandenburg lohnt

Wenn man mit zwei Rhodesian Ridgebacks auf Reisen ist, dann sind viele Dinge einfach aufgrund der Anzahl und der Größe dieser Hunde nicht machbar oder setzen den Zweibeiner so unter Stress, dass dieser lieber gleich darauf verzichtet. So finde ich persönlich Städtereisen eher schwierig umzusetzen. Ganz besonders dann, wenn ich mit Dayo und Suri alleine unterwegs bin. Aber manchmal springe ich über meinen Schatten. So geschehen im letzten Oktober als ich mit den Bären alleine auf einem Roadtrip im Havelland in Brandenburg unterwegs war. Da haben wir drei Tage in der Wasserstadt Brandenburg verbracht.

Zunächst habe ich diese Idee verflucht. Denn nach einer recht beschaulichen Anreise mit einem Abstecher bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland waren wir auf einmal wieder in einer echten Stadt mit städtischem Verkehr und das genau zur Feierabendzeit. Aber gleich bei unserer Ankunft am Ziel wurden meine Zweifel in alle Winde zerstreut, denn wir nächtigten zwar mitten in der Stadt, aber direkt an der Havel in einer der traumhaften Ferienwohnungen der havelblau Ferienlofts. Wenn es mir gar zu anstrengend „in der Stadt“ wird, dann hätte ich einfach etwas intensiver mein Loft genossen … 😉 …

Brandenburg lohnt sich, weil es hier Unmengen von Wasser und viel Grün gibt!

Ich war von der Stadt Brandenburg mindestens genauso positiv überrascht wie vom gesamten Havelland überhaupt. Die Stadt, die auch gerne als „Wasserstadt“ bezeichnet wird und als „Wiege der Mark Brandenburg“ gilt, hat um die 73.000 Einwohner. Und natürlich ist hier wie jeder anderen größeren Stadt viel Verkehr. Sie hat zahlreiche schöne Plätze und natürlich auch ein paar „lost places“. Brandenburg an der Havel gibt sich große Mühe, als Kulturstadt und Stadt im Grünen wahrgenommen zu werden. Und das gelingt recht gut – sogar für Touristen, die hier mit Hund unterwegs sind.Da die havelblau Ferienlofts sehr zentral gelegen sind, habe ich für die Erkundungen der Stadt kein Auto benötigt. Ich bin mit den beiden Bären einfach los spaziert. Mein Ziel war die Dominsel.

Viel Wasser ...

Irgendwie ist mir erst zu Hause aufgefallen, dass ich keine Fotos vom Neustädter Markt gemacht habe. Das lag daran, dass hier überall ziemlich viele Menschen unterwegs waren, und ich auf diesem Teilstück meine Erkundungstour etwas gestresst war. Dayo wollte gerne an JEDER Hauswand schnüffeln und Suri blieb auch alle 30 Zentimeter stehen, weil ihre Nase etwas außergewöhnlich Interessantes entdeckt hat … 😉 … am Neustädter Markt befindet sich auch die Tourist Information. Hier habe ich mir einen Stadtplan geholt, der auch eine Karte beinhaltet, auf der die Umgebung von Brandenburg dargestellt wird. Meine Frage, was ich hier so alles mit Hund unternehmen kann, wurde eher zögerlich beantwortet. Leider wusste man dort nicht, dass Hunde beispielsweise im Slawendorf erlaubt sind. Aber mir wurden natürlich schöne Spaziergänge vorgeschlagen.Auf die Dominsel war ich besonders gespannt. Ich bin ein großer Fan von historischen Romanen und im besonderen von der deutschen Autorin Rebecca Gablé, deren aktuelle Buchreihe sich mit Otto dem Großen beschäftigt. Und natürlich tauchen in diesem Zusammenhang auch die Slawen und deren Fürsten auf, die unter anderem genau auf der Dominsel in der Brandenburg lebten. Auf meinem Rundgang entdecke ich keine Hinweise auf die Slawen. Und da ich ohne den reizenden Gemahl unterwegs bin, kann ich auch nicht das Dommuseum oder das Archäologisches Landesmuseum, wo die slawische Geschichte dargestellt wird, besuchen. 
Natürlich würde ich niemals auf die Idee kommen, mit Dayo und Suri einfach so in eine Kirche zu spazieren und schon gar nicht in einen Dom. Hätte ich das jedoch vergessen, wäre ich auf jeden Fall daran erinnert worden … mir macht es natürlich auch Spaß, einmal alleine mit meinen beiden Bären unterwegs zu sein. Aber manchmal ist es auch schon ganz schön blöd, weil ich mir dadurch dann ja nichts so richtig in Ruhe (von Innen) anschauen kann.
So richtig schlimm ist das aber nicht, denn es gibt auch Draußen allerhand zu bestaunen. Kreative umgesetzte Wohnkonzepte direkt am Wasser. Das würde mir auch gut gefallen. 

Brandenburg lohnt sich, weil ihr die kauzigen Waldmöpse treffen könnt!

Brandenburg ist die Geburtsstadt von Victor von Bülow. Mit seinen großartigen Sketchen und seinen humorvollen Filmen ist er als Loriot unsterblich geworden. Mit 20 ausgewilderten Waldmöpsen ehrt die Stadt den 2011 verstorbenen Künstler. Die plattnasigen Kumpane sind etwa 50 Zentimeter groß, tragen stolz Ringelschwänzchen und sind gehörnt.Sie sind verträglich mit großen wie kleinen Vierbeinern und lassen sich freundlich beschnuppern …… und treten manchmal auch in Gruppen auf.Geduldig lassen sie sich von vier- und zweibeinigen Touristen bestaunen. Wenn ihr in Brandenburg unterwegs seid, geht doch einfach einmal auf die Suche nach den Bronzefiguren. Sie stehen in der Neu- und Altstadt sowie auf der Dominsel. Und wenn ihr ein bisschen Glück habt, erlauben sie euch auch, ein Foto mit eurem Vierbeiner zu machen …

Brandenburg lohnt sich, weil ihr die slawische Geschichte mit Hund erleben könnt!

Ich bin nicht nur Fan historischer Romane, sondern ich mag auch Geschichte an sich sehr gerne. Das Havelland blickt auf eine reiche slawische Kultur zurück. Im Zuge der Völkerwanderung vor 1.500 Jahren kamen slawische Gruppen hierher und gründeten überall Siedlungen.Umso erfreuter war ich, als ich hörte, dass es mit dem Slawendorf die Nachgestaltung einer slawischen Siedlung gibt. Ende Oktober ist das Slawendorf offiziell jedoch schon geschlossen. Es sei denn, es wird für angekündigte Gruppen geöffnet. Ich hatte mich also schon damit abgefunden, dass ich nicht auf den Spuren der Slawen wandeln würde, bin aber trotzdem am Vormittag des zweiten Tages mal dorthin spaziert. Und was soll ich sagen. Ich hatte ein Riesenglück, denn genau an diesem Tag wurden Gäste erwartet. Und ich hatte noch mehr Glück, denn wohl erzogene Hunde sind im Dorf an der Leine erlaubt. Also, nix wie rein ins Dorf und sich ganz in Ruhe umgesehen …Auf rund 12.000 Quadratmetern ist hier eine slawische Siedlung aus dem 11. Jahrhundert nachgestellt. Von Gruben-, Flechtwerk- und Spaltbohlenhütten über Vorratsbauten, Handwerksstände und Backhäuser bis hin zu einem Burgwall – hier gibt es wirklich viel zu entdecken. 

Frühe vierbeinige Slawen beim Posieren ... ;-) ...

Während der Saison (Mai bis Anfang Oktober) gibt es im Slawendorf Führungen, Projekttage für Schüler und Vereine, historische Feste wie beispielsweise das slawische Erntefest und vieles mehr. Sicherlich das perfekte Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Mir hat es in der herbstlichen Verlassenheit auch gut gefallen. Ich konnte mir alles ganz in Ruhe anschauen. Dayo und Suri hat es hier – glaube ich – auch recht gut gefallen, denn wir waren ja alleine und sie konnten ganz in Ruhe überall schnuppern und schauen.Die Eintrittspreise sind sehr erschwinglich. Die Tageskarte kostet drei Euro pro Person inklusive Audiostationen. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kindern schlägt mit zehn Euro zu Buche. Ich habe für die Hunde keinen Eintritt gezahlt. Ich habe mir noch das Buch „Slawenpfad Havelland“ für kleines Geld (habe leider vergessen, was es genau gekostet hat) gekauft. Zum einen könnt ihr hier die Geschichte der Slawen im Havelland nachlesen, zum anderen könnt ihr auch auf deren Spuren wandern gehen.

Brandenburg lohnt sich, weil ihr im Bergpark Marienberg nicht nur spazieren gehen könnt!

Detlev Delfs (mein Gastgeber bei havelblau) hatte mir empfohlen, einen Spaziergang durch den Bergpark Marienberg zu machen. Also bin ich direkt vom Slawendorf dorthin gelaufen. Inzwischen war es Mittag und leichter Hunger schlich sich bei mir ein …… vorbei geht es an diversen Kirchen. Dann erreiche ich den Plauer Torturm.Einst war dieser Torturm, von denen es ursprünglich acht gab, Teil der Altstädter Stadtmauer. Davon sind heute noch vier übrig. Von hier aus ist es nur noch eine kurze Strecke, dann erreicht ihr den Bürgerpark.
Der Marienberg ist sage und schreibe 68 Meter hoch und damit die höchste Erhebung in der Wasserstadt Brandenburg. Der Bürgerpark umfasst eine Fläche von 30 Hektar und ist damit die wichtigste zusammenhängende Parkanlage der Stadt. Ich bin über den Südaufgang gekommen, der in Terrassen bis nach oben zur Friedenswarte (Baudenkmal, Aussichtsturm und Wahrzeichen) führt.An dem wolkenverhangenen Freitagmittag war hier fast nichts los und so habe ich Dayo und Suri ein wenig ohne Leine laufen lassen. Oben angekommen, hat mich dann doch der Hunger übermannt … 😉 … und ich bin im Terrassen-Café Marienberg eingekehrt. Hier sind Hunde willkommen, und wir haben …
… eine schöne Pause in dem gemütlichen Ausflugslokal gemacht. Ich habe eine sehr leckere Kleinigkeit gegessen, und die Bären haben sich auf dem Holzfußboden ausgestreckt. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier bei schönem Wetter der Bär steppt. Im Sommer könnt ihr nämlich auch toll draußen sitzen. Und der Kuchen sah ausgesprochen lecker aus …
Ich habe natürlich nur einen Bruchteil des Parks gesehen. Da Dayo und Suri eine Verabredung mit Thabo hatten (dem Ridgeback der Delfs), sind wir direkt nach der Mittagspause zurück in unser Ferienloft marschiert. Immerhin sind wir noch durch den romantischen Laubengang aus Linden spaziert. Vom Lesegarten, der Muschelgrotte, den Naturflächen, dem Weinberg und dem Panoramaweg habe ich nur gelesen …

Brandenburg lohnt sich, weil ihr auch in der Umgebung viel unternehmen könnt!

Leider ist ja am Ende der Zeit immer noch so viel zu tun übrig. Auch die Region rund um Brandenburg an der Havel hat viel zu bieten – beispielsweise ein Besuch bei Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ oder Werder. Mein letzter Ausflug führte mich mit Thabo, Wera und Detlef Delfs in die Havelauen zu einem wunderbaren Freitagnachmittagsspaziergang. Die Hinterlassenschaften des letzten Sturms waren noch überall sichtbar …
Sonne, Wind und Wolken haben dafür gesorgt, dass das Farbenspiel in der herbstlichen Natur ständig wechselte.Thabo und Dayo werden wohl in diesem Leben keine echten Freunde mehr. Aber immerhin sind die beiden so gut sozialisiert, dass der gemeinsame Spaziergang kein Problem war (zumindest so lange wie Thabo sich von Suri ferngehalten hat …)Während Thabo sich sofort als schwimmender „Wasserhund“ geoutet hat, brauchte Dayo die ein oder andere (Leckerli)-Ermunterung, …
… um mal fast zum Schwimmen zu kommen … und nein, Suri hat nicht einmal ihre Pfoten naß gemacht ….Verträumte Tümpel …
… fast endlose Spazierwege …
… und ein Pilz, der dafür gesorgt hat, dass Dayo seine guten Manieren vergessen hat. Um den Pilz zu fotografieren, habe ich mich ins Gras gekniet. Thabo kam neugierig angelaufen, um zu schauen, was ich da wohl mache. Dayo war allerdings der Meinung, dass Thabo nichts in meiner Nähe zu suchen habe … da gab es dann mal einen kleinen Rüdenaufstand … es ist nichts weiter passiert, aber blöd, weil ich mir vorher keine Gedanken darüber gemacht habe, was es für Dayo bedeutet, wenn ich da auf dem Boden herumkrabbele …

Fazit

Natürlich waren die Tage mit Dayo und Suri in der Stadt anstrengender als Wanderungen und Spaziergänge durch die Natur. Aber ich muss sagen, dass es an sich recht angenehm war, Brandenburg an der Havel mit zwei Hunden im Schlepptau zu erkunden. Mir hat es gut gefallen. Es gibt – auch in der Umgebung – noch viel zu entdecken und gerne würde ich an dieser Stelle sagen: Wir kommen wieder! Klar ist, dass ich gerne nochmals ins Havelland fahren möchte. Allein unklar ist der Zeitpunkt … denn: Am Ende der Zeit ist noch soviel zum Erleben übrig …

Weitere Information:

  • Über Brandenburg an der Havel könnt ihr euch hier informieren.
  • Ich habe in einer Ferienwohnung der havelblau Ferienlofts übernachtet und war dort für frei Nächte eingeladen. 

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabine,
    das freut mich sehr, dass Dir meine Beiträge gefallen. Vielen Dank!
    Und was hatten wir für schöne Tage auf Texel und mit Gaston. Ich bin schon gespannt, was Du mit Brad auf Reisen erleben wirst.
    Viele Grüße
    Martina

  2. Ich muss Dich wirklich für Deine Beiträge loben. Sie sind informativ, interessant, und Du sprichst über Kooperationen. Das mag ich. Und immer wieder erinnere ich mich natürlich an meinen Vizsla Gaston, mit dem ich auch gerne gereist bin. Ich weiß, es ist nicht immer einfach mit großen Hunden, aber ich vermisse genau diese Reisen sehr.
    Alles Gute weiterhin! Ich werde bald beginnen, mit Brad zu reisen.
    Hab eine schöne Woche, Sabine.

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