Die Pfeiffers im Spreewald – von historischen Mühlen und wunderschöner Natur

Schon ganz lange habe ich von Claudia einen Urlaubsbericht  aus dem Spreewald bei mir auf dem Schreibtisch. Und dazu natürlich auch jede Menge tolle Naturfotos von ihr. Und zwar so viele, dass ich ihren Urlaubsbericht in zwei Teile aufteile. Heute habe ich es endlich geschafft, den ersten Teil fertig zu machen. Und ich muss sagen: Die Fotos sind mal wieder die Sensation … aber schaut einfach selber. 

Mitte Oktober geht es für uns nochmals in einen wohlverdienten Herbsturlaub. Unser Urlaubsziel ist dieses Mal der schöne Spreewald, von dem wir bisher nur viel gehört haben, aber noch niemals dort waren. Nach einer rund sechsstündigen Autofahrt erreichen wir den Ort Mühlendorf, der zu Byhleguhre-Byhlen (was für ein Name) im Landkreis Dahme-Spreewald gehört.

Ortsschild in zwei Sprachen. Deutsch und Niedersorbisch

Wie immer haben wir ein Ferienhaus gemietet. Den Schlüssel bekommen wir von einem Nachbarn, der mit uns auch einen Rundgang durch unser Urlaubsquartier macht.  Ein Haus mit einem Nachtspeicherofen. Das hatten wir noch nie. Aber Hauptsache sie funktioniert und macht warm. Wir bekommen noch eine Flasche Sekt und Spreewaldgurken überreicht. Was für eine nette Geste.

Unser Ferienhaus im Spreewald

So, jetzt müssen erst einmal die Lebensmittel in den Kühlschrank und das Futter für die Hunde ins Gefrierfach, denn Kira und Sambo bekommen auch im Urlaub ihre gewohntes Speisen. Für Sambo heißt das rohes Fleisch, denn er wird gebarft. Da wir immer das ganze Futter für den gesamten Urlaub von zu Hause mitnehmen, müssen wir sehen, dass das gefrorene Fleisch auch gefroren am Urlaubsziel ankommt. Ist zwar etwas aufwendig, aber es klappt.

Der Eingangsbereich unseres Ferienhauses

Es regnet leicht, und wir trinken erst einmal einen Tee, bevor wir mit den Hunden eine kleine Runde gehen. Da es in unserem Ferienhaus kein Internet gibt, wollten wir auf dem Handy mal schauen, wo wir mit den Hunden laufen können. Kaum zu glauben, aber wahr: Hier gibt es auch keinen Handy-Empfang! Aber wir sind ja gut vorbereitet, denn ich habe zu Hause schon einmal geschaut, wie es rund um unser Urlaubsziel aussieht und wo wir unsere „schnellen“ Pippi-Gänge mit den Hunden erledigen können. Von dem netten Nachbarn erfahren wir später, dass es ein Stück vom Haus entfernt Empfang gibt, wobei die Sache mit dem Empfang relativ ist und im Auge des Betrachters liegt … 😉 … .

Sieht so ja schon einmal ganz schön aus

Da der Regen nun eine Pause einlegt, machen wir uns mit den Hunden auf den Weg: Wir laufen an einem Waldrand entlang in Richtung Byhleguhrer-See. Dort kommen wir auch ohne Probleme an. Aber es ist schon relativ spät und langsam wird es dunkel. Also gibt es auch keine Fotos und wir sehen zu, dass wir wieder nach Hause kommen. Dort holen wir unsere restlichen Sachen aus dem Auto. Und so kann der Urlaub nun ganz gemütlich starten.

Wir haben sogar eine schöne Grillmöglichkeit

Aufgrund des mangelnden Handy-Empfangs verläuft die Planung unserer Ausflüge, Wanderungen und Spaziergänge ziemlich schleppend, um nicht zu sagen teilweise auch recht chaotisch. Wie haben wir das früher eigentlich gemacht, als es weder Handy noch Internet gab?  Wie gut, dass es hier eine Karte im Haus gibt.

Die gute alte Landkarte als Rettung in letzter Not …

Erste Erkundungstouren …

Am nächsten Tag planen wir mit Hilfe der Karte grob, wo es für uns hingehen soll. Das Wetter ist Grau in Grau und es nieselt so vor sich hin. Deshalb wird es wohl nur eine kleine Runde. Für den Nachmittag stehen die Zeichen auf trocken und etwas Sonne. Wir können dann ja etwas länger unterwegs sein. So, jetzt aber endlich los. Es geht die Straße entlang, bis wir auf einen Weg treffen, der über Weidefelder führt. 

Das ist unser Weg

Die Hunde bleiben an der Leine, da sie ständig Wild anzeigen. Und dann sehen wir sie auch. Einige Rehe stehen auf den Feldern. Die Kamera habe ich bei dem Nieselregen nicht eingepackt. Ich ärgere mich jetzt schon. Aber mit dem Handy kann ich ja auch das ein oder andere festhalten. Der Herbst zeigt sich langsam von seiner farbenprächtigen Seite. 

Der Blick aus dem Wald auf ein Weidefeld

Am Nachmittag zeigt sich doch tatsächlich hin und wieder die Sonne. Schnell die Kamera in den Rucksack, und wir machen uns auf zu einer 9,4 Kilometer langen Tour.

Unsere erste Nachmittagstour. Strecke: 9,4 km

Andreas ist begeisterter Geo-Cacher. Und da es im Ort einen Cache gibt, macht er diesen noch, bevor es für uns weiter geht. Wir gehen weiter in Richtung Nordumfluter (ein Gewässer, das als Hochwasserableiter dient) und von dort aus zum Eichenfließ. Dort im Wald soll es einen Wanderweg geben.

Das ist unser Weg

Der größte Teil des Weges lässt sich auch sehr schön laufen. Aber dann ist – wie so oft bei uns – mal wieder Abenteuer angesagt. Es sieht alles ein wenig unbenutzt und etwas feucht aus. Macht nix. Wir gehen einfach weiter. So erreichen wir das Eichenfließ, und hier erleben wir das erste Mal ein wenig vom Spree-Ur-Wald. Kira streikt auf einmal. Ihr ist der Weg zu dicht bewachsen. Wir „überreden“ sie zum Weiterlaufen. Macht sie auch. Aber kurze Zeit später müssen wir feststellen, dass wir einfach nicht mehr weiterkommen. Also drehen wir um und gehen zurück. Wir hätten wohl lieber gleich auf Kira hören sollen … 😉 …

Der Herbst ist wunderschön

Ein einsamer Kahn im dichten Schilf

Herbstliche Farbenpracht

 

Leider werden wir auch von einer ganzen Zeckenhorde besucht. Ganz viele laufen auf Sambo und auf unseren Hosen herum. Also, nichts wie nach Hause, um die Viecher wieder los zu werden …

Eine holländische Mühle mitten im Spreewald …

Wir machen einen Ausflug nach Straupitz. Das kleine Spreewalddorf ist bekannt für seine berühmte Schinkelkirche sowie für seine historische, noch produzierende Holländer Windmühle. Sie ist Europas letzte produzierende Windmühle mit drei Müllereigenwerken unter einem Dach:

  1. Mahlmühle
  2. Ölmühle
  3. Sägemühle

Die möchten wir uns natürlich gerne anschauen. Da die Hunde wahrscheinlich nicht mit rein dürfen, fahren wir erst einmal an den Ortsrand, um mit ihnen dort ausgiebig Gassi zu gehen. 

So ein Gassigang kann auch sehr romantisch sein

Der Teich hat was, oder?

So, jetzt machen wir uns auf den Weg zur Windmühle. Und wie bereits vermutet: Hunde sind in der Mühle leider nicht erlaubt. Kira und Sambo dürfen eine Pause im Auto machen, während es für uns zur Besichtigung geht. Die Holländerwindmühle wurde 1850 erbaut. 1885 kam die Sägemühle hinzu und 1910 eine Ölmühle. Bis die Mühle unter Denkmalschutz gestellt, restauriert und wieder einsatzfähig gemacht wurde, hat sie einen langen Weg hinter sich gebracht – vom Blitzschlag über Verfall und Verkauf.

Jetzt geht es zur historischen Windmühle

Nach einer schönen Mittagspause in unserem Feriendomizil machen wir uns zur nächsten Wanderung fertig. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Es wird unsere längste (13,3 km!) und schönste Tour.

Die längste (mit 13,3 km) und schönste Tour

Wir sind der Überzeugung, dass wir die Strecke in zwei bis 2,5 Stunden schaffen. Das war jedenfalls der Plan … 😉 … Startpunkt ist die Kannomühle, und wir laufen am Nordfließ entlang bis zum Waldhotel Eiche. Von dort geht es recht lange an der Straße entlang bis zur Buschmühle und dann am Damm vom Nordumfluter wieder zurück zum Auto. Der Weg am Nordfließ ist ein Trampelpfad der sich sehr schön laufen lässt. Er ist zwar feucht und von Wildschweinen aufgewühlt, aber trotzdem gut zu laufen. Und da hier alles sehr schön aussieht, kommen wir nicht so schnell voran wie es geplant war. Ständig bleiben wir stehen und machen Fotos. Es ist hier einfach wunderschön. Und die Ruhe! Traumhaft.

Das fängt ja wunderschön an

Endlich am Waldhotel angekommen, müssen wir feststellen, dass wir noch lange keine 13 Kilometer gelaufen sind. Und jetzt wird es langsam dunkel. Außerdem haben sich Sambo und Kira wieder Zecken eingefangen. Also müssen wir das Tempo steigern und zusehen, dass wir wieder zurück zu unserem Auto kommen. Jetzt laufen wir viel auf der Straße, bis wir wieder auf einen breiten Wanderweg stoßen. Mittlerweile ist die Sonne schon untergegangen und wir haben noch eine ganze Strecke vor uns. Gott sei Dank müssen wir nicht mehr in den Wald. Wir haben dort viele Wildschweinspuren gesehen … ein Treffen mit den Rotkitteln im Dunkeln? Nein, das wäre nicht so toll gewesen (allerdings auch nicht bei Tageslicht). Im Stockdunkeln und nach 3,25 Stunden erreichen wir unser Auto. Das nächste Mal müssen wir einfach früher los laufen. Aber die Tour war sehr schön und es hat sich gelohnt.

 

Und was wir sonst noch so erlebt haben, erzähle ich euch beim nächsten Mal. 

Viele Grüße

Eure Claudia!

Text + Fotos: Claudia Pfeiffer

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