Antonietta, Paolo und die geheime Liebe zu Italien

Heute stelle ich euch eine sehr patente Frau vor, die ich Anfang Juli auf der Presseveranstaltung von HelpingVets 2017 kennengelernt habe.

1. Wer bist Du, und wer sind Deine vierbeinigen Begleiter?

Hallo! Ich heiße Antonietta und lebe mit meinem Mann, noch mit meinem Sohn (der auszieht, sobald er eine leistbare Wohnung gefunden hat), meinen beiden Katzen Tiger und Lilly (die mit meinem Sohn ausziehen werden, weil seine Lilly ohne ihn nicht leben kann und Tiger nicht ohne seine Lilly) und unserem Hund Paolo in Fürstenfeldbruck. Meine Tochter ist vor ein paar Monaten zu ihrem Freund gezogen. Das bedeutet also, sobald mein Sohn auch ausgezogen ist, dass ich das erste Mal, seit ich Kinder habe, wieder tun und lassen kann, was ich will (natürlich mit den Einschränkungen, die einem ein Hund auferlegt, der in manchen Situationen ein wenig verhaltensoriginell ist).Ich habe mir immer wieder mal gewünscht, einen Hund zu haben. Diesen Wunsch jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht erfüllen können. 2015 habe ich dann meinen Job gekündigt und zusammen mit meinem Mann eine Ausbildung zum Hundetrainer begonnen, die wir 2016 abgeschlossen haben. Ich musste aus vielerlei Gründen mein Leben grundlegend ändern. Und hier hatte dann auch endlich ein Hund Platz. Es ist ein Hund aus dem Auslandstierschutz geworden. Das hat sich einfach so ergeben. Paolo war ungefähr sieben Monate alt, als er zu uns kam. Ein kleiner spanischer Mischling, der ungefähr eine Woche auf der Pflegestelle war, wo wir ihn dann entdeckt und mehr oder minder gleich mitgenommen haben. Jetzt ist er bereits seit fast zwei Jahren bei uns.

Wie es mit Tierschutzhunden so ist, hat auch unser Kleiner so seine Baustellen. Fremde Menschen, Kinder, Fahrräder, Pferde, so manch ein Hund und alles, was er noch nicht kennt, sind ihm erst einmal unheimlich. Doch so langsam ändert sich das. Er kann heute schon Dinge untersuchen, die ihm vor ein paar Monaten noch einen Riesenschreck eingejagt haben. Mit jedem Mal traut er sich ein wenig näher an die Sachen heran. Anderes wiederum ist überhaupt kein Problem. So bin ich mir ziemlich sicher, dass er eine einigermaßen passable Sozialisation als Welpe erlebt hat (halt nur nicht mit Kindern oder vielen unterschiedlichen Menschen oder so manchen Gegenständen), denn sein Sozialverhalten ist an sich recht gut. Auch kennt er das Leben im Haus und war absolut stubenrein, als er zu uns kam. Er fährt gerne Auto, was uns das Leben sehr erleichtert. Vor allen Dingen längere Fahrten wären ja mit einem Hund, der nicht gerne Auto fährt, die absolute Katastrophe. So aber macht er jede Reise mit uns mit!

2. Wenn Du auf der Suche nach einem Hotel bist – was ist wichtig für Dich, wenn Du mit Hund reist?

Schon bevor wir einen Hund hatten, war ich immer lieber in einer Ferienwohnung als im Hotel. Für mich persönlich bedeutet das einfach mehr Unabhängigkeit. Wir können kommen und gehen, wie es uns beliebt. Und am allerliebsten sind mir Wohnungen, am besten Häuser, die etwas abseits liegen. Mein absoluter Traum wäre ein Häuschen am Meer – irgendwo im Nirgendwo! Mal sehen, ob das irgendwann einmal Wirklichkeit werden kann!Paolo reagiert teilweise noch sehr heftig auf Begegnungen mit Fremden. Sicher, wir trainieren das und es wird immer besser. Aber dies ist auch ein Grund, warum wir eine Ferienwohnung bzw. ein Ferienhaus bevorzugen – Hotel bedeutet für diesen Hund und damit auch für uns einfach einen enorm hohen Stresspegel. Was mir ebenfalls sehr, sehr wichtig ist, dass wir bei unserem nächsten Urlaub darauf achten, einen ausbruchsicheren Garten zu haben. Paolo ist bislang immer an der Leine – um ihn und auch andere zu schützen. Und er ist jagdlich sehr interessiert. Auch hier ist die Leine einfach notwendig, sonst wäre er schon so manchem Hasen oder Reh hinterher. Unsere bisherigen Ferienwohnungen waren leider diesbezüglich nicht wirklich gut – Garten ohne Zaun in Österreich, offene Terrasse in Köln – das bedeutet für uns, der Hund kann nur angeleint mit raus. Das finde ich einfach schade. Das nächste Mal achten wir darauf, dass wir auf jeden Fall einen gut gesicherten Garten haben, damit er auch einfach so mal rausgehen kann.

Große Menschenansammlungen sind für Paolo auch (noch) nicht zu bewältigen. Städteurlaube waren früher mal – heute sind wir lieber irgendwo abseits. Tatsächliche gehen wir in der Zwischenzeit auch gerne mal Wandern mit unserem Hund. Da sind wir aber noch am Üben! Also wir Menschen, nicht der Hund. Doch es macht mir mehr und mehr Spaß – dabei habe ich das Wandern früher wirklich so richtig, richtig gehasst (dieses Übel liegt wohl in meiner Kindheit begraben…)!

Urlaub – Haus – Garten – Zaun – Natur – wenig bis gar keine anderen Menschen – ja, ich merke, das sind sie, die Dinge, auf die ich mehr und mehr Wert lege, dann auch zur Ruhe kommen und den Urlaub genießen kann.

3. Was ist Dein persönlicher Urlaubstipp für HundeReisenMehr?

Wir waren sowohl letztes als auch dieses Jahr für mehrere Kurztrips in Österreich, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Italien/Südtirol unterwegs. Diese Auszeiten hatten zumeist berufliche Gründe – wie zum Beispiel Fortbildungen oder unsere Lesereise zum „Bunte-Hunde-Festival“ in Köln, die wir je nach Möglichkeiten mit ein bis zwei freien Tagen ergänzt haben. In Südtirol, und dort in Lana, haben wir letztes Jahr im Herbst ein tolles Mantrail-Wochenende verbracht. Daran werden wir auch dieses Jahr wieder teilnehmen.Italien ist letztendlich meine innere Heimat – vor allen Dingen Apulien. Doch die Fahrt dorthin, um meine Familie väterlicherseits zu besuchen, ist einfach mega anstrengend und auf einen Rutsch kaum zu schaffen. Wer fit ist und gut nachts fahren kann, schafft die Fahrt (mit wenig Pausen) von München aus sicher in gut dreizehn Stunden – wenn nicht der nächtliche Verkehr um die Großstädte einem einen Strich durch die Rechnung macht. Doch wir können nachts einfach nicht mehr fahren. So haben wir die letzten beiden Male immer auf mittlerer Strecke eine zwei- bis dreitägige Pause eingelegt. Aber auch, wenn Paolo gerne Auto fährt, wäre diese Reise ein wenig zu lang und anstrengend. Irgendwann mal vielleicht und mit mehreren Aufenthalten unterwegs, ja. Im Moment eher nein.
Doch bietet Italien ja auch noch andere schöne Urlaubsziele an. So hatten wir unser absolutes Highlight bei unserem ersten richtigen Urlaub mit unserem Hund – am Lago di Como. Wir waren in einem Ort, 700 Höhenmeter über dem See, in einem urigen, alten, frisch renovierten Haus mit einem Wahnsinnsausblick auf den See untergebracht. Carcente, so heißt dieser Ort, ist in der Zwischenzeit fast schon eine Geisterstadt. Die jungen Menschen dort haben den Ort und oft genug auch das Land verlassen – auf der Suche nach Arbeit. Das ganze Jahr über leben also nur noch sehr wenige Menschen dauerhaft dort. Die meisten Häuser sind in der Zwischenzeit verkauft worden, auch an deutsche Urlauber. Das Haus, in dem wir den Urlaub verbracht haben, gehört jedoch einem einheimischen Paar. Sie haben es sehr liebevoll renoviert und vermieten zu bestimmten Zeiten im Jahr an Fremde. So wie uns. Wir haben diese Chance genutzt und haben die Weihnachtswoche dort verbracht. Direkt vom Haus aus, noch so ca. 50 Höhenmeter weiter oben, verläuft eine Forststraße, die zumindest den täglichen Gassigang ermöglicht hat. Die Gegend bietet sich aber auch sonst mit vielen Möglichkeiten für Ausflüge an. Direkt vom Ort aus kann man sehr schöne Wanderungen unternehmen oder aber in die umliegenden Täler und Berge fahren. Wer sich in die Städte wagen mag, ist mit Como (ca. 1 Stunde Fahrt) und auch Mailand (ca. 2 Stunden Fahrt) bestens bedient.

Und das Beste ist und war der Ausblick auf den See! Ob morgens, tagsüber oder abends – das allein war schon die Reise wert!

4. Fünf Dinge, die Du immer im Gepäck hast, wenn Du mit Hund reist?

Jetzt sind wir noch keine Langzeit-Hundehalter und in manchen Sachen noch nicht so ganz firm, was es für Hund alles brauchen könnte und sollte. Und doch haben wir schon ein paar Dinge, die uns wichtig sind, wenn wir mit Hund verreisen.

  • Gaaaanz wichtig ist natürlich sein Futter. Das nehmen wir mit. Und gaaaanz viele Leckerlis und Kausachen. Ohne geht gar nicht! Hund soll ja nicht hungern im Urlaub!
  • Sein Futternapf und seine Wasserschüssel sind auch immer mit dabei. Und in der Zwischenzeit sogar ein Untersetzer, auf den wir das Ganze dann auch draufstellen können. Solche Dinge sind nicht in jeder Unterkunft vorhanden.
  • Auf keinen Fall darf sein Bett fehlen. Das geht auf jede Reise mit – ein kleines Stück Zuhause, schnuffelig und bequem. Klar, er sucht sich seine Plätzchen schon aus, wo er gerne liegen mag. Manchmal bei uns im Bett oder auf der Couch, auch den einen oder anderen Sessel fand er schon bequem. Aber sein Bettchen muss trotzdem mit.
  • Mein kaufreudiger Hund hat uns schon so manches Geschirr und die eine oder andere Leine gekostet. Dafür benötigen wir auf jeden Fall Ersatz. Und da ist er schon – der Erinnerungsflash: Hund kommt unter dem Tisch im Restaurant hervor und das Geschirr hängt… in Fetzen an ihm herab. Gelacht haben wir schon, aber auch nur, weil ein Ersatzgeschirr im Auto lag.
  • Medikamente brauchen wir glücklicherweise keine. Paolo ist, zumindest momentan, gesund (auf Holz klopf… tock, tock, tock). Trotzdem haben wir eine kleines Erste-Hilfe-Set dabei. Es kann immer etwas sein und sei es nur ein Schnitt in der Pfote oder eine Zecke. Da ist alles drin, was wir brauchen, ohne einen Tierarzt aufsuchen zu müssen. Sollte der mal nötig sein im Urlaub – naja, dann gehen wir hin.

Abgesehen davon, hat Herr Hund in der Zwischenzeit auch seine eigene Reisetasche. Da packen wir alles ein, was für ihn wichtig ist!

Liebe Antonietta, vielen Dank, dass du bei meiner Fragerunde mitgemacht hast und ganz besonders dafür, dass du uns so einen tiefen Einblick in deine Urlaubsträume gewährt hast. Wer mehr über Antoniettas Hundeschule und ihr Leben mit Paola wissen möchte, schaut einfach auf ihrer Website Canem-FFB – Mensch & Hund im Mittelpunkt nach.

Fotos: Antonietta Matteo

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