Hundefreundliche Auszeit im Vogelsberg – das mein kleinHOTEL in Herbstein

Fasching bzw. Karneval ist nicht so mein Ding. Und auch nicht das meines reizenden Gemahls. Er nimmt sich dann sogar Urlaub, weil es bei seinem Arbeitgeber an Altweiberfastnacht ganz besonders hoch hergeht. Da ist die Einladung von Andrea Kaage nach Herbstein ein wirklicher Segen. Sie hat im vergangenen Juni ein klitzekleines, aber sehr feines Hotel mitten im tiefsten Vogelsberg eröffnet und zwar das „mein kleinHOTEL“ in Herbstein. Und dort sind auch Vierbeiner herzlich willkommen.

Nach einem Blick auf die Homepage des Hotels sowie nach einer sehr erfrischenden und witzigen E-Mail-Kommunikation konnte ich es fast gar nicht abwarten, bis es endlich in den Vogelsberg ging – mitsamt reizendem Gemahl und den beiden Bären natürlich. Vom südlichen Westerwald sind es knapp 140 Kilometer (wenn man sich auf seine Ortskenntnisse verlässt und nicht einfach blind dem Navi folgt, das uns nämlich eine Route heraus gesucht hat, die rund 60 Kilometer länger gewesen wäre) bis nach Herbstein im Vogelsberg.

Herbstein im Vogelsberg ist ein Luftkurort und Heilbad

Dem armen Vogelsberg geht es ebenso wie dem Westerwald: Er wird „von der Welt“ irgendwie nicht so richtig beachtet. Abgesehen davon, dass es Europas größter Vulkan ist, ist es hier auch wunderschön. Herbstein liegt mitten im Naturpark Hoher Vogelsberg. Die Städte Gießen und Fulda sind nicht weit entfernt und Frankfurt ist auch nur einen Katzensprung entfernt. Das „mein kleinHOTEL“ liegt zu Füßen des historischen Stadtzentrums am Ortsrand (wobei der Begriff Stadt sicherlich hier ein wenig irreführend ist …). Von der Straße aus wirkt das Hotel eher wie ein privates Wohnhaus. Nur ein paar Hinweisschilder machen darauf aufmerksam, dass es sich hier um ein Hotel handelt.  Frau Kaage hat noch einen Termin und mir per Telefon gesagt, wo wir den Schlüssel zu unserem Zimmer finden, falls sie nicht rechtzeitig zurück ist. Mit dem Schlüssel bewaffnet und voller Neugier spazieren wir die Einfahrt hinauf und stehen kurz darauf staunend vor den rot-orangen Modulwohneinheiten, die ich bereits aus dem Internet kenne. Wow. Ungewöhnlich? Interessant? Witzig? Modern?

Zwei Wohneinheiten sind in einem Modul vorhanden.

Ich würde sagen: von jedem etwas. Was ich sehe, gefällt mir. Wer würde so eine schicke und design-orientierte Schlafgelegenheit in einer Region vermuten, die von der Abwanderung junger Menschen in die Städte betroffen ist und im Tourismus eher mit kleinen Schritten voran geht als in Windeseile? Jedenfalls stehen da jetzt im Garten zwei Modulbauten mit jeweils zwei Wohneinheiten. Das leuchtende Dunkelrot und das kräftige Orange verbreiten eine fröhliche Stimmung. Das unbeständige Februarwetter muss sich so einfach geschlagen geben, denn für den Moment interessiert es mich nicht im Geringsten. 

Stylisch wohnen im Apartment D

Für uns ist das Apartment D reserviert. Dayo und Suri haben langsam die Nase voll von meinem Staunen und Fotografieren. Sie wollen endlich ins Warme, denn an diesem Nachmittag weht uns eine ganz schön steife Brise ins Gesicht, die sich in der Nacht noch zu einem ausgewachsenen Sturm mausern wird. Also dann schnell die Tür aufgeschlossen.
Gott sei Dank sind die beiden Bären an der Leine. Denn bevor ich richtig schauen kann, haben die beiden schon längst den Willkommensgruß in Form von Kauknochen entdeckt. Ich kann das Arrangement gerade noch auf ein Foto bannen, dann ist es schon Geschichte … Unser Apartment ist 24 Quadratmeter groß und besticht durch viel Holz und eine bodentiefe Fensterfront, die mir besonders gut gefällt. Blickfang im Zimmer sind das (äußerst bequeme) Queen-Size-Boxspringbett und ein großflächiges „Sprüche“-Bild, das sich als Elektroheizung entpuppt. Die Holzwände, die Fensterfront, die exakt eingepassten Regale und die schicke, kleine und sehr gut ausgestattete Küchenzeile schaffen eine gemütliche, aber auch sehr stylische Atmosphäre.Dass Andrea Kaage hier mit sehr viel Liebe zum Detail vorgegangen ist, merke ich beispielsweise an einem liebevoll hergerichteten Tee- und Kaffeetablett in der Küche, an dem hübschen Windlicht im Küchenschrank, das darauf wartet, im Sommer auf der Terrasse entzündet zu werden, an den Filzpantoffeln, die neben einem Regenschirm auf Benutzung warten (und die ich vergessen habe, zu fotografieren), oder an den schön gefalteten und mit Schokolade dekorierten Handtüchern auf dem Bett sowie an den Fleecedecken, die zum Kuscheln einladen. 

Das Badezimmer ist ähnlich durchgestylt wie der Rest des Apartments. Jeder Zentimeter des vorhandenen Raumes ist gut genutzt. Alles passt zusammen, die Armaturen glänzen um die Wette und das Licht am Spiegel genügt auch denjenigen, die sonst immer darauf schimpfen, dass man sich in Hotelbadezimmern nicht gut schminken kann, weil das Licht nicht ausreichend ist (ja, zu der Gruppe zähle ich auch).Es fehlen weder Zahnputzbecher (aus Glas) noch eine Papiertaschentuchbox. Der ebenfalls vorhandene Fön funktioniert perfekt und ist leistungsstark.Der geringe Platz ist optimal ausgenutzt und darüber hinaus sogar barrierefrei. Aber – und ich glaube, dass könnt ihr auf den Fotos ganz gut erkennen – es ist natürlich trotz allem ein sehr kleines Bad. Platz für eine zweite Person ist hier nicht.

Wie bereits erwähnt, gibt es in den geradlinigen und schnörkellosen Wohnmodulen insgesamt vier Apartments. In jedem Apartment wurden die Akzente in einer anderen Farbe gesetzt.

Entspannter Start in den Tag

Ich bin eine Frühstückerin. Mir ist der ganze Tag verleidet, wenn ich morgens nicht in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken und etwas essen kann. Und gerade deshalb mag ich Hotels auch so gerne. Denn dann kann ich das Frühstück so richtig genießen und natürlich auch viel mehr essen und trinken als ich dies zu Hause tue. Im mein kleinHOTEL wird das Frühstück in einer frühlingshaften grünen und fröhlichen Atmosphäre serviert. Die luftig leichte Atmosphäre wird durch weiße Tische und Stühle unterstrichen. Und auch hier liegt das Besondere im Detail …… ist diese Kuh-Milchkanne nicht einfach hinreissend? Bei unserer Anreise haben wir auf dem Anmeldeformular unsere Wünsche für das Frühstück auswählen können (Tee oder Kaffee, Spiegel-, Rühr- oder gekochte Eier). Und mit Andrea Kaage haben wir vereinbart, dass wir gegen 8 Uhr frühstücken möchten (na gut, ich habe um 8 Uhr gefrühstückt. Mein reizender Gemahl kam erst gegen 8.30 Uhr … 😉 …). Für ein so kleines Hotel, das zudem nicht ausgebucht war, empfand ich das Frühstück als sehr reichhaltig. Es gab verschiedene Marmeladen, eine Wurst- und eine Käseplatte, Joghurt, Cerealien und Obst. Am Samstagmorgen stand zudem noch ein sehr leckerer Obstsalat auf dem Buffet. Daumen hoch!

Noch mehr Raum für Gäste

Andrea Kaage ist eine äußerst sympathische und liebenswerte Gastgeberin. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und sie hat mir netterweise ihr gesamtes Haus gezeigt. Mit dem mein kleinHOTEL hat sie sich einen Traum erfüllt, in den sie ihre ganze Liebe und Hingabe gesteckt hat. Neben den vier Apartments gibt es im ersten Stock des Hauses noch ein Doppelzimmer sowie eine Ferienwohnung.

Türkis ist die „Eye Catcher“ Farbe im Hotelzimmer.

… Landblick inklusive …

Darüber hinaus gibt es hier auch noch eine kleine Lounge, die mit Reiseerinnerungen und -lektüre der Gastgeberin gefüllt ist.Der gemütliche Raum kann auch für kleinere Meetings oder Familientreffen genutzt werden.

… jeder sollte auch seinen eigenen, kleinen Zen-Garten haben …

Die Ferienwohnung ist ebenso so frisch und neu, wie alle anderen Räume des mein kleinHOTELs. Hier fehlt nur noch die Küchenzeile, dann kann sie vermietet werden.
Und dann darf ich mir auch noch den Teil des Hauses anschauen, der noch gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Als die heutige Besitzerin das alte Haus erwarb, war der Zustand nicht unbedingt der Beste. Sie hat alles renoviert und viel erneuert. Noch ist nicht alles komplett fertig. Der hintere Teil des ehemaligen Herrenhaus beherbergt eine große Scheune. Hier wurde nun das wunderschöne Fachwerk frei gelegt und der gesamte Bereich neugestaltet.Was für ein Raum, oder? Hier soll es irgendwann in der Zukunft für Gäste und Kunden die Möglichkeit geben, kleine Meetings oder Veranstaltungen abzuhalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Scheune gut angenommen wird. Ich bin beeindruckt von Andrea Kaage, die den „Laden“ ganz alleine stemmt. Sie ist Gastgeberin, Rezeptionistin, Zimmermädchen und Frühstücksköchin in einem und hat dabei immer ein Lächeln auf den Lippen. Und sie strahlt dabei eine Energie aus – unglaublich! Fast bin ich ein bisschen neidisch auf sie. So ein hübsches, kleines Hotel. Ja, das wäre auch etwas für mich, aber alleine der Gedanke, jeden Tag die Zimmer putzen zu müssen – auch wenn es nur vier oder fünf sind – jagt mir Schauder über den Rücken . „Wenn alle Zimmer belegt sind, habe ich natürlich eine Hilfe hier aus dem Ort“, sagt sie. „Aber jetzt im Winter ist weniger los, und da mache ich alles selber.“ Respekt.

Und die Hunde?

Das mein kleinHOTEL liegt am Ortsrand und bietet ausreichend Möglichkeiten für die „schnellen“ Pippirunden morgens (und/oder abends). Jetzt im Winter haben wir allerdings nur ein Alpaka-Pärchen und ein paar Pferde getroffen. Ich bin auch von einem Anwohner freundlich angesprochen worden, dass ich – falls meine Hunde am Wiesenrand ihr Geschäft verrichten – bitte die Hinterlassenschaften wieder wegmache, damit die Hundebesitzer bei den Bauern nicht in Verruf geraten. Das ist natürlich selbstverständlich.

Fazit

Es ist in der Regel immer toll, in niegelnagelneuen Hotels zu übernachten. Es ist alles noch mehr oder weniger unverbraucht. Es riecht auch irgendwie immer noch ein bisschen neu. Ich liebe diese „neue“ Atmosphäre sehr, und so ging es mir natürlich auch im mein kleinHOTEL in Herbstein. Mir haben die Modulwohneinheiten und ganz besonders unser Apartment D sehr gut gefallen. Die Zimmer sind schick und die Ausstattung ist sehr hochwertig. Sie können mit ihren Geschwistern in den trendigen Design-Hotels in Frankfurt, Hamburg oder Köln ohne weiteres mithalten. Und in punkto Sauberkeit kann sich so manches Großstadthotel hier sogar noch eine Scheibe abschneiden. Weder unter dem Bett, noch auf den Bilderrahmen oder in der Minibar gab es etwas zu beanstanden. Und das Bad war ebenfalls blitzeblank. Absolut perfekt! Bei einer Belegung des Apartments mit zwei Erwachsenen und zwei großen Rhodesian Ridgebacks (die für den größten Teil des Gepäcks verantwortlich sind) kann es bei einem längeren Aufenthalt etwas eng werden, da der Stauraum limitiert ist und es keinen Kleiderschrank gibt (es gibt aber Kleiderhaken, offene Regale und darin auch eine Kleiderstange). Für eine kleine Auszeit über ein verlängertes Wochenende ist das aber – zumindest für mich – kein Problem.Gut gefallen haben mir auch die Restaurantempfehlungen von Andrea Kaage. Wir haben an beiden Abenden sehr gut gegessen und konnten jedes Mal Dayo und Suri mitnehmen. Aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal. Wer keine Lust auf das Hotelfrühstück oder Restaurants hat, der kann sich natürlich selbst verpflegen. Die kleine Küchenzeile ist gut ausgestattet und verfügt neben zwei Ceran-Kochfeldern auch über eine Mikrowelle.

Ein paar Tage im Vogelsberg zu verbringen, ist auf gewisse Weise auch eine Art von „digitalem Detox-Programm“, denn rund um Herbstein ist der Netz-Empfang etwas eingeschränkt. Ich hatte die meiste Zeit kein Netz. Mein reizender Gemahl  hat einen anderen Anbieter und war etwas besser erreichbar. Aber im mein kleinHOTEL gibt es für die Gäste kostenfreies WLAN. Im Garten gibt es einen Grillplatz, ein Trampolin, einen Brunnen und viele Möglichkeiten, sich einfach irgendwo hinzusetzen und den Tag zu genießen, wenn Temperaturen und Wetter entsprechend sind. Da das Hotel direkt im Naturpark Hoher Vogelsberg liegt, finden sich in nächster Nähe viele Wandermöglichkeiten. Außerdem führt der Vulkanradweg fast an der Haustür vorbei. Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen, denn für uns ist es ein idealer Wochenendausflug.

Weitere Informationen:

  • Zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem XL Apartment kosten je nach Saison ab 88 Euro pro Nacht. Das Frühstück kostet 8,50 Euro pro Person. Ein Flasche Mineralwasser steht zum Durstlöschen bereit. Es fällt zusätzlich eine Kurtaxe in Höhe von zwei Euro pro Person und Tag an.
  • Hunde sind willkommen und schlagen mit fünf Euro pro Hund und Nacht zu Buche. Die Vierbeiner werden mit Leckerlis begrüßt, und es gibt Handtücher für saubere Pfoten. Hunde sollten auf dem Hotelgelände an der Leine geführt werden. Der Garten sollte nicht als Pippi-Wiese zweckentfremdet werden. Hunde dürfen nicht in den Frühstücksraum. Vierbeiner, die nicht alleine bleiben können, dürfen im Flur vor dem Frühstücksraum auf ihre Zweibeiner warten.
  • Weitere Informationen über das Hotel findet ihr unter mein kleinHOTEL Herbstein.

Offenlegung:

Ich wurde vom mein kleinHOTEL in Herbstein für zwei Übernachtungen inklusive Frühstück eingeladen. Vielen Dank dafür. Alle ansonsten anfallenden Kosten (Fahrtkosten, Minibar, Kurtaxe, Hunde etc.) habe ich selber getragen. An die Einladung waren keine Bedingungen geknüpft. Mein Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung wider.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Frau Züngel-Hein,
    es freut mich sehr, dass es Ihnen, Ihrem Göttergatten, Dayo und Suri so gut bei mir gefallen hat. Ja, das kleinHOTEL ist (m)ein wahr gewordener Traum, und der Kommentar meiner Gäste bestätigt mich in meinem Tun. Ich bin von Herzen gerne Gastgeberin und mit solchen Gästen wie Ihnen, macht es natürlich doppelt Spaß. Obwohl der Vogelsberg sicher nicht der Nabel der Welt ist, liegt er doch sehr zentral in Deutschland, ist von allen Ecken aus gut erreichbar und immer eine Reise wert. Er bietet unaufgeregte Natur, viele Rad- und Wanderwege (sogar der Jakobsweg führt an meinem Hotel vorbei!), beste Entspannung und Entschleunigung, Kultur (insbesondere die Barockstadt Fulda ist immer einen Besuch wert), gute Küche (wie Sie selber erfahren durften ;-)) und noch vieles mehr.
    Für Ihre Tipps, was Hundeurlauber noch so brauchen, bin ich sehr dankbar und werde künftig das „Begrüßungsgeschenk“ noch um Näpfe und Kotttüten erweitern.
    Es war mir ein Vergnügen, Sie in Herbstein zu begrüßen, freue mich schon auf Ihren nächsten Besuch und hoffe ansonsten auf viele weitere Nachahmer.
    Nochmals schönen Dank für diesen sehr liebenswerten Bericht mit den tollen Bildern.
    Beste Grüße
    Andrea Kaage

    • Liebe Frau Kaage,
      Vielen Dank für Ihe lieben Worte. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Wegen Ihnen, Ihres Hotels und des Vogelbergs, den wir ja nur ansatzweise erwandert haben.
      Bis dahin eine schöne Zeit und viele Grüße aus dem Westerwald
      Martina, der reizende Gemahl, Dayo und Suri

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