Mallorca-Urlaub: Reiten mit Hund

Barbara und Elfie habe ich euch vor einiger Zeit vorgestellt. Sie haben mir ein Interview für „Vier Fragen an sechs Pfoten“ gegeben. Jetzt hat Barbara extra für HundeReisenMehr einen Beitrag zum Thema Reiten mit Hund auf Mallorca geschrieben. 

Ich bin 36 Jahre alt und habe vor einem Jahr das Reiten für mich entdeckt. Eine tolle Sache. Hier auf Mallorca gehe ich jetzt regelmäßig mit Pedro in der Nähe von Campos auf Tour. Pedro reitet mit seinen Gästen in kleinen Gruppen über die gigantische Privatfinca „Sa Barrala“. Die drei- bis fünfstündigen Ausritte – je nach Belieben – gehen über Felder, Wiesen, durch Wälder und in der Nebensaison am wunderbaren Naturstrand von Es Trenc entlang. Einfach traumhaft und das Beste: Es fahren dort keine Autos und das Gelände ist – auch wenn es sehr groß ist – im Prinzip eingezäunt.Mallorca Elfie-reiten-vorher

Die Reitausflüge haben nur einen Haken …

… ich kann meinen Hund nicht mitnehmen! Dachte ich zumindest. Aber wie sich herausstellt … mit meinem kleinen Ratero-Chihuahua-Mix Elfie ist fast alles möglich. Sie sitzt brav in ihrem Rucksack und lässt alles über sich ergehen. Hauptsache: Mutti ist dabei!

Wir haben also den Test gemacht, ob mein kleiner 3,5 Kilogramm schwerer Hund Angst vor Pferden hat. Hat sie nicht. Dann haben wir getestet, ob sie besser bei Pedro auf dem Rücken sitzt oder doch bei mir. Das Ergebnis: Obwohl sie mich dann nicht sieht, ist sie deutlich entspannter, wenn sie auf meinem Rücken sitzt. Bei Pedro hat sie den Versuch gestartet aus dem Rucksack zu klettern, was bei der Fallhöhe vom Pferd sicher keine gute Idee wäre.Mallorca Elfie-zu-RossDie Reichsbedenkenträger sagen: „Der arme Hund fällt da doch raus!“ Da ich als Anfänger meistens nur im Schritt reite, ist das Herausfallen aus dem Rucksack nicht wirklich ein Thema. Und selbst, wenn wir mal eine schnellere Gangart einlegen sollten, würde sie nicht aus dem Rucksack fliegen. Davon bin ich überzeugt. Wieso komme ich darauf?  Na, weil die kleine Maus auch nicht aus der Tasche fällt, wenn ich mit ihr über den Flughafen renne! Das kann bisweilen auch sehr holprig sein, denn wenn ich versuche, meinen Flieger doch noch zu kriegen, dann nehme ich schon mal die Füße in die Hand. Das kommt einem wilden Galopp dann schon sehr nahe. Und bislang hat Elfie das immer super gemeistert. Meistens lag sie relativ flach am Boden der Tasche und hat mit viel Geschick das Geruckel abgefangen. Ich schwöre, sie hat mich danach jedes Mal angeguckt, als wollte sie sagen: „Und was sollte das jetzt?“ oder „Na? Warum bist du denn so außer Atem?“

Wie habe ich sie beim Reiten transportiert?

Mallorca Elfie-wartet-RucksackTransportmittel der Wahl ist in diesem Fall ein billiger Rucksack (29 Euro) aus dem Tierladen. Der Rucksack kommt immer nur beim Wandern und jetzt auch beim Reiten zum Einsatz. Ich möchte nämlich nicht, dass sie in ihrer Vielfliegertasche – die quasi ihr Zuhause ist – irgendwelche potentiell unangenehmen Erlebnisse hat. Der Rucksack hat eine seitliche Einstiegsklappe, oben ein Loch zum Rausgucken und natürlich einen Gurt zum Hund drinnen festmachen. Die beiden Tragegurte sind verstellbar und lassen sich unter der Brust festmachen, was dem Ganzen etwas mehr Stabilität auf meinem Rücken gibt. Das maximale Gewicht für diesen Rucksack liegt laut Hersteller bei acht Kilogramm. Ich würde allerdings keinen Hund mit diesem Gewicht da rein setzten, wenn ich ehrlich bin. Ich sehe die Obergrenze eher so bei fünf Kilogramm. Zumindest beim Reiten und Wandern. Außerdem wird es irgendwann auch für den Träger unangenehm.

Elfies Erfahrung beim Reiten

Mallorca Elfie-AusrittWenn Elfie sprechen könnte, sie würde sagen: „Das war super“. Während ihres ersten Ausritts hat sie sich die Gegend angeguckt und sich die Zeit mit Mücken fangen vertrieben. Alle Mitreiter fanden den Anblick herrlich und erzählten mir, wie zufrieden die kleine Hundedame in ihrem Rucksack aussah. Keinerlei Anzeichen von Stress. Kein Hecheln, kein Lecken, keine angelegten Ohren. Alles easy. Gegen Ende des Ausritts war Elfie das Gucken dann leid und hat sich gemütlich hingelegt. Erst als ich sie vom Rücken nahm, um vom Pferd zu steigen, ist meine Kleine wieder wach geworden. Auch nach der Tour klettert Elfie immer noch gerne und ohne Zögern in diesen Rucksack, insofern bin ich mir sicher, dass sie die Tour keinesfalls als Stress empfunden hat.

Meine Erfahrung mit Hund zu Pferd

Mallorca Elfie-ausritt-es-trensIch fand den Ausflug super und werde Elfie sicher nochmal mitnehmen! Außerdem hat sie dort die einmalige Chance, einen Pferdeapfel zu fressen. Das ist nach Aussage von Tamme Hanken für Hunde die beste Apotheke überhaupt. Pferde scheiden nämlich beim Äppeln jedes Mal eine gehörige Portion Antibiotika mit aus. „Das ist wie den Apothekenschrank auffüllen“ sagte der XXL-Ostfriese bei meinem Besuch in Filsum zu diesem Thema. Und genau das hat meine kleine Elfie auch gemacht: erstmal genussvoll in den frisch gefallenen Pferdeapfel gebissen. Yummmmmmyyyyy. Aber wenn´s schee macht!

P.S.: Pedro hat mit größeren Hunden, die neben den Pferden herlaufen, auch kein Problem. Vorausgesetzt natürlich, sie fangen nicht an die Pferde zu jagen und können ohne Leine laufen!

Text + Fotos: Barbara Röss, Mallorca-Talks

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Meinen Labrador kann ich leider nicht auf dem Rücken transportieren. Ich suche daher immer nach Reitmöglichkeiten, bei denen er möglichst nebenher laufen kann. Liebe Grüße..habe nach Deinem Artikel auch wieder richtig Lust auf Reiten bekommen 🙂

  2. Das ist ja mal ein spannendes Thema. Ganz ehrlich, die Art des Urlaubs haben wir noch nicht gesehen. Und es scheint ja wirklich für alle Beteiligten richtig toll gewesen zu sein. Für kleine Hunde sind diese Rucksäcke wie dafür gemacht 🙂

    Kommen gern wieder mal hier vorbei 🙂 Schon das Reise-Blogthema ist super.

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