Auf den Spuren des Tons

Ende Februar hatte ich Gelegenheit, mit Bloggerkollegin Mel von World Whisperer auf Wandertour zu gehen. Wenn sie mal in Deutschland ist, lebt sie nämlich nicht weit entfernt von mir. Kurz bevor sie im März wieder entschwand (sie arbeitet derzeit als Gästescout auf einem Kreuzfahrtschiff), haben wir uns noch schnell verabredet und uns entschlossen, den 11 Kilometer langen Themenweg Ton (rot) zu laufen. 

Bevor wir uns auf die Socken machen, trinken wir schnell noch eine Tasse Kaffee, denn es ist das erste Mal, dass Mel und ich uns persönlich kennenlernen. Ihr Blog gehört zu denen, denen ich fast seit Anbeginn meiner Bloggerzeit folge. Damals war sie in Skandinavien in einem Hundeschlittencamp. Nun freuen wir uns beide, dass es so komplikationslos mit einem Treffen geklappt hat. Dann geht es los und wir fahren nach Boden, einer Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Montabaur.

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Wir parken auf dem Parkplatz vor der Ahrbachhalle und finden auch gleich die Wanderausschilderung. Der südliche Westerwald ist nicht nur für seine großen Basaltvorkommen bekannt, sondern auch für die riesigen Tonlagerstätten. Wir begeben uns nun auf die Spur der „Goldhäuser Weiße“, wie der Ton aus dieser Region in Fachkreisen genannt wird und beginnen mit einem Abstecher, …

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… von dem wir zu diesem Zeitpunkt gar nicht wissen, dass es ein Abstecher ist. Es geht über einen Wiesenweg und dann einen Hang hinauf.

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Oben angelangt, haben wir einen weiten Blick über den Steinbruch Tongrube „Esther“, …

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… in dessen Mitte sich zwischen all den Rottönen einsam ein Basaltkegel in die Höhe reckt. Schon seit Jahrhunderten wird in der Region rund um Boden Ton abgebaut. Und das bis heute. Wir sind etwas verwirrt, weil es nun für uns keinen anderen Weg als den zurück gibt. Sind wir schon nach den ersten Minuten auf der falschen Fährte?

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Nein, Gott sei Dank nicht! Es war nur ein kleiner Abstecher, damit wir uns die „Esther“ ganz in Ruhe von oben anschauen können. Kurz darauf marschieren wir am Rande durch Boden, passieren die Bodener Mühle, …

0218 Ton 11… eine Landstraße und linker Hand dann die Tongrube „Anna“. Dann geht es an einem Wäldchen vorbei und wir stoßen auf die Grube „Pfeul“.

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Wer jetzt denkt, wir sind hier in der einsamen Natur unterwegs und betrachten die Tongruben aus längst vergangenen Zeiten, der irrt gewaltig. Denn in den meisten Gruben wird immer noch der Grundstoff abgebaut, aus dem später u.a. die bekannte Westerwälder Salzglasurkeramik hergestellt wird.

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Der Wanderweg ist gut ausgeschildert und an jeder interessanten Stelle gibt es Informations- und Thementafeln, die über die Thematik Ton, die Historie sowie Rekultivierung und Biotope informieren.

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Rund um die Grube „Pfeul“ müssen wir ein bisschen aufpassen. Da hier immer noch Ton abgebaut wird, braust der ein oder andere Lastwagen an uns vorbei. Das kommt allerdings nicht überraschend, den an den relevanten Stellen wird auf diese Gefahrenzonen hingewiesen.

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Wir gehen den LKW aus dem Weg und erreichen den Ort Niederahr, den wir auf der Hauptstraße fast komplett durchqueren. Nach einem Stück des Wegs durch ein paar Felder und ein kleines Wäldchen erreichen wir auch schon den nächsten noch aktiven Steinbruch.

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Die Tongrube „Petschmorgen“ ist die vierte, die wir auf unserer roten Tonwanderung sehen.

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Der rote und der blaue Themenwanderweg führen insgesamt an acht unterschiedlichen Tongruben entlang. Die rote Tour umfasst fünf Gruben, von denen wir vier gesehen haben. Wir streifen das Örtchen Moschheim und spazieren an der dortigen Fischerhütte, die noch im Winterschlaf vor sich hin dämmert, vorbei.

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Nun geht es ein paar Höhenmeter hinauf und Dayo hat großen Spaß am Toben auf der Wiese.

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Wir spazieren weiter und kommen an einem großen Insektenhotel vorbei.

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Dann stoßen wir auf den nächsten Ort – später stelle ich anhand der Karte fest, dass es sich um das andere Ende von Moschheim handelt. Hier geht es dann durch den Wald, vorbei an zwei kleinen Teichen, ein kurzes Stück an einer Bundestraße entlang …

0218 Ton 33… und dann haben wir die 11 Kilometer fast geschafft.

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Wir gelangen wieder nach Boden, unserem Ausgangspunkt. Noch schnell ein hübsches Erinnerungsfoto mit Mel, Dayo und Suri, dann begeben wir uns auf die Suche nach einem geöffneten Lokal, denn knapp 3,5 Stunden Wandern machen hungrig!

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Wenn Mel im Sommer für ein paar Wochen zu Hause ist, wollen wir uns wieder zu einer gemeinsamen Wanderung treffen. Diesmal bei ihr in der Umgebung von Altenkirchen.

Welche besonderen Themenwanderwege gibt es bei Euch in der Nähe?

Weitere Informationen:

  • Der Themenweg Ton „rot“ ist ein Rundwanderweg von 11 Kilometern Länge und gehört zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.
  • Der Weg ist gut ausgeschildert und anhand vieler Informations- und Thementafeln wird Euch Wissenswertes rund um den Ton, seine Geschichte etc. vermittelt.
  • Der Wanderweg ist einfach. Da es aber viel zu sehen, zu lesen und zu fotografieren gibt, benötigt Ihr schon drei bis 3,5 Stunden.
  • Weitere Wandervorschläge und den Flyer vom Themenweg Ton findet Ihr hier.
  • Nach der Wanderung sind wir in die Gaststätte „Zur Tante Anna“ in Boden eingekehrt. Dort haben wir nachmittags um 15.30 Uhr mitten in der Woche leckere Schnitzel zu angenehmen Preisen gegessen. Hunde sind hier willkommen. Dayo und Suri wurde Wasser angeboten.

 

 

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