Lex – wie aus einem Spanier ein Deutscher wurde

Mein Name ist Eduard, aber alle nennen mich Edi. Ich bin vor nicht allzu langer Zeit der Besitzer eines kleinen Labrador Ridgeback-Mischlings geworden. Ein klasse Hund, aber er ist auch ganz schön frech, der Kerl. Ich will Euch heute die Geschichte erzählen, wie meine Familie und ich zu diesem Frechdachs gekommen sind.

Liebe auf den ersten Blick

Wir waren – wie jedes Jahr – mit unseren Kindern in Urlaub am spanischen Meer. Tolles Wetter, tolle Leute, und ab und zu ist uns auch aufgefallen, dass es hier streunende Hunde gibt. Einen Tag haben wir in Barcelona verbracht und spazierten dort durch die wunderschönen Straßen. Auf einem kleinen Markt fielen uns kleine Hundebabys auf, die ein alter Mann verkaufte. Meine zwei kleinen Jungs waren natürlich sofort begeistert von den kleinen Vierbeinern und wollten auch einen haben – wie Kinder eben so sind. Ich muss zugeben, ich war nicht gleich abgeneigt, wusste aber, dass man einem Hund gegenüber viel Verantwortung hat – mehr als sich meine beiden Buben vorstellen können. Dennoch fragte ich den alten Mann, was denn so ein Hund koste. Er wollte 300 Euro pro Hund. Einer ist uns gleich aufgefallen. Er hatte schwarz glänzendes Fell, war sehr aktiv und hatte einen Hundeblick drauf, der auch mich zum Dahinschmelzen brachte.

Lex 2
Jedenfalls haben wir uns alle in diesen Welpen verliebt und wollten ihn unbedingt haben. Doch so auf die Schnelle – ganz ohne Nachforschung – wollte ich natürlich keinen Hund kaufen. Ich fragte den Mann, ob die Hunde geimpft und gesund seien. Er versicherte uns daraufhin, dass die Hunde alle gesund seien und die normale Prozedur wie alle Hunde durchlaufen hätten. Er erzählte uns, dass er Zuhause selbst zwei Hunde habe, die ab und an nun mal Kleine bekommen und da er diese nicht jedes Mal behalten könne, verkaufe er sie eben hier. Meine Frau und ich haben uns dann noch etwas Bedenkzeit ausgebeten und sagten dem Mann, dass wir später wiederkommen würden. Ihr könnt Euch sicher denken, wie wir uns entschieden haben. Natürlich für „ja“ – wer kann so einem Hundeblick schon widerstehen :-).

Eine Reise nach Deutschland

Gesagt – getan! Wir tauschten mit dem Mann unsere Kontaktdaten aus, und ich versprach, mich bei ihm zu melden, sobald wir – zurück in Deutschland – geklärt hatten, wie unser neues Familienmitglied seinen Weg von Spanien aus zu uns finden würde. Drei Tage später waren wir wieder in der Heimat, und ich recherchierte die Einreisebedingungen für Hunde nach Deutschland. Mit allen notwendigen Impfungen und den korrekten Papieren schien das alles kein Problem zu sein. Da der Verkäufer alle Vorgaben erfüllte, stand der Einreise unseres kleinen Frechdachses nichts mehr im Wege. Aber wie ich ganz schnell herausfand, stand mir die größte Herausforderung noch bevor! Denn eine Sache hatte ich nicht so ganz bedacht: Wie bekomme ich den Hund eigentlich von Spanien nach Deutschland? Ich fragte den Verkäufer, ob er eine Idee hätte, wie die zu lösen sein könnte. Er hatte jedoch keine zündende Idee. „Nun gut“, sagte ich und versicherte ihm, dass wir den Kleinen auf jeden Fall kaufen, ich mich aber vorher noch um den Transport kümmern müsse. „Ich melde mich wieder“, sagte ich zu ihm.

Noch einmal nach Spanien fahren? Das kam nicht in Frage. Das war einfach zu weit weg. Also setzte ich mich vor meinen Computer und durchstöberte Google nach Lösungen, wie man einen Hund von A nach B bekommt. In mehreren Foren las ich, dass man von sogenannten Flug-Paten Hilfe beim Transport bekommen könnte. Aber ich suchte etwas Unkompliziertes. Nach langem Suchen bekamen wir Kontakt zu einem Freund von einem Freund … 😉 …, der oft in Spanien mit seinem Camper unterwegs ist. Er erklärte sich bereit, unseren kleinen Vierbeiner mit nach Deutschland zu nehmen, da Barcelona auf seinem Heimweg in die Pfalz lag. Ich überwies ihm das Geld für den Hund, und wir vereinbarten gemeinsam einen Termin, wann und wo er den Kleinen in Barcelona abholen konnte. Wir waren ziemlich froh, dass wir sozusagen privat noch jemanden finden konnten, der unseren Hund mitnahm. Das hatte ja auch seine Vorteile: Wir wussten, dass der Kleine sicher und gut transportiert werden würde.

Insgesamt lief die ganze Transport- und Übergabeprozedur recht problemlos ab und wir hatten den Kleinen einige Tage später bei uns Zuhause. Heute spielt er munter herum, und mittlerweile ist er schon ziemlich groß geworden – ehrlich gesagt waren wir ziemlich überrascht, wie schnell so ein Labrador wächst … 😉

Lex

Happy End

Unser Lex ist eine ganz wunderbare und sehr lebendige Erinnerung an Spanien! Und darüber sind wir sehr, sehr froh!

Wenn einer von Euch ebenfalls so verrückt ist, aus dem Urlaub einen Hund mit nach Hause nehmen zu wollen, dann ist es sicherlich am besten, wenn der Vierbeiner direkt mit den neuen Besitzern reisen kann. Aber diese Möglichkeit besteht natürlich nicht immer. Sollte jemand aber das gleiche Problem haben wie wir, kann ich Euch trösten: Es gibt mittlerweile Anbieter, die direkt Boten vermitteln, die das eine oder andere mitnehmen können. Eine Möglichkeit ist beispielsweise www.bringhand.de. Auf dieser Internetplattform finden und treffen sich Menschen, die gegen ein geringes Entgelt Dinge (oder eben Hunde) von A nach B transportieren, weil sie gerade diese Strecke sowieso fahren.
Natürlich kann sich auch jeder von Euch dort als Bote anbieten. Meine Frau und ich sind von dieser Idee ganz begeistert. Als wir beispielsweise in der Schweiz waren, haben wir auf dem Rückweg einen kleinen Korb voller Souvenirs mit nach Deutschland genommen. Den hat uns eine Oma für ihre Enkelkinder in Deutschland mitgegeben. Sie war froh, jemanden gefunden zu haben, der ihre Souvenirs schnell, günstig und vor allem sicher nach Deutschland bringt, und wir waren froh, jemandem helfen zu können und dabei unsere Benzinkosten etwas zu minimieren. Eine tolle Idee, dieses Netzwerk!

Anmerkung:
Sicherlich werden Einige von Euch mit hochgezogenen Augenbrauen und erhobenem Zeigefinger gelesen haben, dass wir einen Hund auf einem Markt in Spanien gekauft haben und dass man so etwas nicht tut. Ok, darüber könnt Ihr denken, was Ihr wollt. Aus unserer Sicht haben wir das Richtige gemacht, denn wir sind sehr froh darüber, dass unser Lex zu unserer Familie gehört. Wir haben aus dem Bauch heraus dem Verkäufer in Barcelona vertraut. Und er hat unser Vertrauen auch verdient, denn Lex kam topfit und gesund bei uns an. Dafür sind wir dankbar – egal, was andere darüber denken!

Fotos + Text: Eugen Wolf

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